Final Fantasy XIII – Review
Auch ich erwartete Final Fantasy 13 mit einer Mischung aus Euphorie und Skepsis. Wie immer wurde mir eine epische Story versprochen und ich freute mich auf das einzigartige Gameplay der Final Fantasy- Reihe. Aber kann SquareEnix die hohen Anforderungen erfüllen? Final Fantasy 13: Top oder Flop? Wir haben es getestet.
Deportation in die Unterwelt
Cocoon ist eine friedliche Stadt. Eigentlich. Unter dem Schutz der sogenannten Fal’Cie leben die Bewohner das Paradies auf Erden. Doch diese Idylle wird jäh getrübt, als ein Fal’Cie der Unterwelt Pulse auftaucht! Denn genau dieses Wesen macht Menschen zu seinen Sklaven, falls sie ihm zu nahe kommen. Der Fal’Cie gibt ihnen eine Aufgabe, die sie zu erfüllen haben, andernfalls verwandeln sie sich in grässliche Wesen. Erfüllen sie ihr Schicksal, verwandeln sie sich zu Kristall und leben ewig.
Die Auserwählten nennen sich L’Cie und dienen solange dem Fal’Cie, bis sie entweder ihre Bestimmung erfüllt, oder dabei versagt haben. Die Regierung von Cocoon sieht in diesem Fal’Cie eine grosse Gefahr und beschliesst, alle Bewohner der Stadt, die diesem Wesen – nebenbei ein riesiger Kristall – zu nahe gekommen sind, in die Unterwelt Pulse zu deportieren. Doch die Bewohner lassen das nicht einfach über sich ergehen. Die Widerstandsgruppe NORA widersetzt sich dem Befehl und zettelt einen Bürgerkrieg an.
Genau da beginnt die Geschichte von Lightning und ihren Gefährten. In einem Deportationszug befreie ich mich und lande mitten in der Schlacht der Widerstandsbewegung. Mein Ziel: Der Fal’Cie! Denn dort soll sich meine Schwester Serah aufhalten, die vor Kurzem zu einer L’Cie geworden ist. Aber nicht nur Lightning ist auf dem Weg zum Fal’Cie, auch Serahs Verlobter Snow, Mitglied der Widerstandsgruppe, ist auf der Suche nach ihr. So will es dann das Schicksal, dass sich sechs Personen beim Fal’Cie treffen.
Serah, die junge L’Cie, verwandelt sich vor den Augen der Truppe zu einem Kristall. Darauf greife ich den bösartigen Fal’Cie an und werde ebenfalls verflucht – sprich – zu einem L’Cie! Nun muss meine zusammengewürfelte Truppe die Bestimmung des Fal’Cie erfüllen, um nicht als willenlose Zombies zu enden. Doch diese Aufgabe gestaltet sich als verzwickter und schwieriger, als angenommen. Denn schon am Anfang ist klar – was gut scheint, ist womöglich gar nicht so gut. Und natürlich auch umgekehrt…
It’s complicated!
Der Einstieg in diesen Teil von Final Fantasy ist sehr actionreich. Schiessereien, Schlachten, Flugschiffe und riesige Roboter gehören da genauso dazu, wie erste Todesfälle und menschliches Leid, dass sich durch diese Zwangs-Deportation und den Fal’Cie entwickelt. Ich lerne das Kampfsystem kennen, während ich mich durch Soldatenhorden bis zu diesem ominösen Fal’Cie vorkämpfe. Das interessante daran, die Hälfte von dem, was ich oben geschrieben habe, durfte ich selbst nachlesen. In meinem Tagebuch! Denn grosse Erklärungen gibt es nicht.
Ich werde sozusagen während des Spiels mit Tatsachen konfrontiert, von denen ich kein Wort verstehe. Was bitte ist ein Fal’Cie? Und ein L’Cie? Und was sind das für PSIKOM’s und wer zum Teufel bin ich eigentlich? Das alles wird erst klar, wenn man sich die Mühe macht, im Menü das Tagebuch abzurufen. Da steht alles wunderbar beschrieben. Wäre ich sonst auf die Handlung gekommen? Nie im Leben… Ein erster Punkt, den ich bemängeln muss. Eigentlich will ich eine Story spielen. Wenn ich sie lesen will, dann kauf ich mir ein Buch!
Entdeckerdrang? Pech gehabt!
Also, wie erwähnt, nichts mit niedlicher Einführungsstory wie in einem Final Fantasy VIII. Nichts mit netten Einleitungen und Slum-Flanieren wie in Final Fantasy VII. Und auch kein nettes Strandgeplänkel wie in Final Fantasy X. Ich werde mit Pauken und Kanonen mitten in die Action reingeworfen. Keine Infos, keine Erklärungen, nix, niente, nada. Ich hab dann die Story in den Grundzügen doch begriffen bzw. gelesen und mich tapfer vor gekämpft. Freute mich schon auf erste Entdeckungsreisen, wie es sich für ein Final Fantasy gehört.
Aber weit gefehlt. Auch noch im sechsten Kapitel latsche ich einfach geradeaus durch die vorgefertigten Schlauchlevels und hämmere konsequent und brav auf die X-Taste meiner Playstation. Mehr braucht ihr nämlich nicht, um einen Kampf erfolgreich zu bestehen! Ausser evtl. mal das Steuerkreuz, solltet ihr wider erwarten mal einen Heiltrank benötigen. Der ist aber oftmals ziemlich überflüssig, denn kaum ist auch der popeligste Kampf zu Ende, füllt sich eure Energieleiste wieder wie von Geisterhand.
Das Kampfsystem gestaltet sich dann auch dementsprechend anspruchslos. Ihr könnt entweder euren Chara automatisch eine Kombination von Angriffen wählen lassen, oder Manuell einzelne Angriffe eingeben. Wenn ihr den Gegner mittels Analyse angesehen habt, wählen euer Charakter sowie eure Mitstreiter automatisch die Attacke, die am meisten Schaden zufügt. Do it yourself war gestern! Die einfachen Kämpfe sind somit schnell geschlagen und mittels X-Taste keine grosse Sache.
Spannung mit Paradigmen
Allerdings habt ihr sogenannte Paradigmen zur Verfügung. Hier übernimmt jeder Mitstreiter eine Rolle als Verheerer, Brecher, Heiler etc. Während des Kampfes müsst ihr jeweils mittels R1 die Paradigmen anpassen, je nach dem welche Zaubersprüche oder Attacken ihr anwenden wollt. Die Gegner verfügen über eine Schock-Leiste, die es zu füllen gibt, um den Schaden zu erhöhen. Mittels Verheerer Attacken treibt ihr beispielsweise diese Leiste hoch. Wenn ihr sie erreicht habt müsst ihr schnell zu Brecher wechseln, um noch stärkere Attacken auszuführen.
Endgegner zum ausrasten
Vor allem bei Endgegnern oder Bossgegnern ist das recht knifflig, denn ohne Schockzustand sind einige Gegner kaum zu bezwingen, da die normalen Attacken an ihnen abprallen als würdet ihr mit Wattebäuschchen werfen. Daher gilt es, im richtigen Moment die richtigen Paradigmen zu wählen und so mit einer geschickten Strategie und Geduld eure Kontrahenten nieder zu machen. Das verleiht dem Spiel dann doch noch etwas Spannung. Die einen haben mich echt zum Ausrasten gebracht!! Und das mein ich Positiv!
Das Aufleveln gestaltet sich leider genauso linear wie das Spielprinzip. Ihr habt die verschiedenen Rollen wie oben beschrieben, und die könnt ihr weiter entwickeln. Während des Kampfes sammelt ihr KP, die ihr dann in die Rollen investieren könnt. Allerdings gibt es hier nicht viel Spielraum, denn eine Erweiterung folgt auf die Nächste. Einzige Entscheidung die man euch überlässt: Welche Rolle ihr pushen wollt! Auch hier hätte ich mir mehr Freiraum gewünscht, denn auch hier ist alles bis aufs Kleinste vorgeschrieben. Das FF-Herz seufzt auch hier.
Speichern für Dummies
Ein weiterer Punkt, bei dem einem die Macher wieder ganz klar vor Augen führen, für wie Casual sie ihre uns eigentlich halten: Speicherpunkte gibt’s im Sonderangebot! Alle paar Meter kann man speichern und – ohne Witz – ich habe einmal innerhalb weniger Minuten drei Mal gespeichert. Einmal am Savepoint und zwei Mal (!!!) weil mich das Spiel nach einer Sequenz gefragt hat, ob ich denn wieder speichern möchte. Somit: Alle zwei Meter Waffen upgraden, Tränke kaufen und Speichern! Luxus, auf den ich gern verzichtet hätte!
Was mich zu einem weiteren Heulkrampf bringt. Shops? Städte? Shoppping-Touren? Fehlanzeige: Alles läuft über die Speicherpunkte. Eure Waffenupgrades, Modifikationen und Einkäufe könnt ihr bequem an jedem der zahlreichen Save-Points abwickeln. In Städten seid ihr so gut wie gar nicht und wenns dann doch mal dazu kommt, schleicht ihr euch in einem Schlauchweg einfach hindurch. Spielprinzip soweit: Geradeaus latschen – paar mal X drücken – Dialog lesen – weiter latschen.
Ausserdem erkennt das geschulte Final Fantasy-Auge auf den ersten Blick, dass hier ganz gewaltig von Vorgängern abgekupfert wurde. Das beginnt bereits bei den Charakteren: Da gibt es einen Wakka, eine Miniausführung von Tidus, einen Cifer, eine Rikku/Yuffie, eine kämpferische Rinoa und –das war ja mal was– einen Sephiroth mit neuem Haarschnitt. Die Eingangsszene in einem Zug in postapokalyptischer Stadtumgebung kennen wir auch von irgendwo her, genauso wie einen coolen Helden mit coolem Schwert und ebenso coolen Sprüchen. Einfach in weiblich. Cool.
Kommen wir dann aber doch noch zu den erfreulichen Teilen des Spiels. Grafisch überzeugt Final Fantasy 13 auf ganzer Linie. Die Levels sind wunderschön gestaltet und – trotz der Schlauchlevels – abwechslungsreich gestaltet. So hat man wenigstens was zu gucken, wenn man schon nicht denken darf. Nein wirklich, grafisch kann Final Fanatsy 13 keinem so schnell das Wasser reichen. Auch das Menü ist diesmal richtig mühevoll gemacht und die einzelnen Umgebungen authentisch. Von den Zwischensequenzen ganz zu schweigen. Top auf der ganzen Linie.
Ebenso die einzelnen Charaktere des Spiels. Wie ich es mir von Final Fantasy gewöhnt bin, treten zahlreiche Figuren auf. Jeder mit seinem eigenen Charme, seiner eigenen Geschichte und seiner eigenen Motivation. Ich erfahre auch während der Story einiges über die Figuren und ihre Absichten, ihre Sorgen und ihre Probleme. Storytechnisch ist auch dieses Final Fantasy wieder einmal genial gemacht. Die Story ist wunderbar ausgearbeitet, damit auch die Spannung nicht zu kurz kommt und zum weiter spielen anregt.
Soundtechnisch gibt es ebenfalls nichts zu bemängeln. Obwohl auch hier die Kampfmusik irgendwann gewaltig auf den Senkel geht, sind die Tracks der einzelnen Abschnitte unterschiedlich wie sie nur sein können. Da mischt sich Klassik mit Jazzklängen, ab und zu wird sogar in der Backgroundmusik gesungen! Alles in allem zeigt Square Enix auch hier, dass sie noch nicht alles verlernt haben, was wir an Final Fantasy lieben gelernt haben. Genauso viel Mühe haben sie sich bei der Synchro gegeben!
| FAZIT: | ||||
| Final Fantasy 13 ist nur schwer mit Vorgängern zu vergleichen. Tut man das, ist garantiert Enttäuschung die Folge. Enttäuschung darüber, dass es keine Städte und Shops mehr gibt, dass das Kampfsystem zu simpel geraten ist, die persönliche Freiheit, die dieses Spiel ausgemacht hat, einfach nicht mehr gleich ausgeprägt ist. Schlauchlevels, die von einigen einfachen Kämpfen durchbrochen werden machen das Spiel grossräumig aus und es droht, einem schnell langweilig zu werden. Trotzdem. Die Story ist toll, die einzelnen Charaktere und ihre Schicksale gut erzählt und viele herzerwärmende Momente warten. Die Grafik ist genauso ein Erlebnis. Zwar muss ich zugeben, ich war sehr enttäuscht von diesem Spiel. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich mich mit dem neuen Spielprinzip angefreundet hatte (es dauerte bis Kapitel 6). Leider ging es dann auch so weiter bis kurz vor Schluss. Für FF-Anfänger ein prima Einstieg. FF-Veteranen brauchen allerdings einiges an Überwindung, mit diesen Neuerungen klar zu kommen. | ||||
| WERTUNG: | POSITIV: | NEGATIV: | ||
| SinglePlayer: | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
+ tolle Grafik + sehr gute Synchronisation + verschiedene Charas wie von FF gewohnt + geniale Story + Sound und Soundtrack + Kreative Gegner + abwechslungsreiche Umgebung |
- Keine Shops - Schlauchlevels - Abwechlsungsweise Kämpfen / Cutsceene kein selber entdecken - Story-Hintergrund muss nachgelesen werden!! - Alle zehn Meter ein Speicherpunkt - Schwierigkeitsgrad zu anspruchslos bis auf wenige Ausnahmen - Sofortige Komplettheilung nach jedem Kampf - die Schatztruhen sind offensichtlich und machen sogar auf sich aufmerksam - Chara-Recycling aus den Vorgängern |
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| GamePlay: | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
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| Motivation: | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
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| Grafik: | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
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Stv. GameCity Chefredakteurin
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