Heavy Rain – Review
Die Entwickler von Quantic Dream stehen für Innovation pur. So entwickelten sie vor vielen Jahren das Spiel Fahrenheit. Schon hier zeigten die Entwickler ihr Feeling, eine Geschichte spannend zu erzählen. Auch hatte man viele Möglichkeiten, durch Entscheidungen das Spielgeschehen zu verändern. Leider hatte das Spiel auch viele Macken und konnte deshalb nicht voll überzeugen. Mit Heavy Rain bringen sie nun ein Spiel heraus, dass sehr stark an Fahrenheit erinnert und doch etwas Eigenes ist.
Ein Killer, 4 Geschichten
In Heavy Rain dreht sich die ganze Geschichte um einen Killer, der kleine Jungen entführt und sie ertränkt. Alle toten Kinder halten in der Hand eine Origami Figur, deshalb erhält er auch den Namen Origami-Killer. In manchen Spielen würde dies schon ausreichen, um eine Geschichte zu erzählen. In Heavy Rain erlebt ihr aber nicht eine, sondern vier Geschichten, die allesamt auf die Identität und die Beweggründe des Origami-Killers hinaus führen werden. Soweit zur Hauptgeschichte. Nun möche ich auf die verschiedenen Stories der Charaktere im Spiel eingehen. Wie schon gesagt erlebt ihr die Hauptgeschichte aus der Sicht von vier Protagonisten. Da wäre der Familienvater Ethan Mars, die Journalistin Madison Page, der Privatdetektiv Scott Shelby und der FBI-Agent Norman Jayden.
Das Spiel beginnt sehr idyllisch mit dem Protagonisten Ethan Mars, den ihr die meiste Zeit steuert. Man sieht ihn in einem grossen Haus erwachen und wird bei seinen ersten Gehversuchen am Morgen mit der Steuerung vertraut gemacht . So begleitet ihr ihn in die Dusche und spielt später mit seinen Kindern Jason und Shaun. Dies klingt zwar schön, spielt sich aber sehr träge und langweilig. Erst nach dem traurigen Ereignis im Einkaufszentrum wo Jason wegläuft und bei einem Autounfall stirbt, nimmt die Geschichte Fahrt auf.
Zwei Jahre nach diesem Unglück fühlt sich Ethan immer noch schuldig, dass er Jason nicht retten konnte. Nun wohnt er in einem kleinen Haus, seine Frau hat ihn verlassen. Der einzige Lichtblick sind die wenigen Tage, die er mit seinem Sohn Shaun verbringt. Es ist Herbst und es regnet, eine drückende Stimmung begleitet euch nun durch das gesamte Spiel. Als Ethan mit seinem Sohn auf einem Spielplatz ist, bekommt er wieder einer seiner mysteriösen Blackouts. Als er wieder aufwacht ist sein Sohn weg und er hält eine Origami Figur in der Hand.
Erst jetzt fängt das Spiel richtig an. Ethans Geschichte um den Origami Killer geht nicht um die Frage, wer dieser ist, sondern ob Ethan seinen Sohn retten kann. Der Killer tötet nämlich nicht einfach so die Kinder, sondern stellt den Vätern schreckliche Aufgaben. Nur wenn Ethan diese löst, kann er seinen Sohn retten. Wie Jigsaw in den Filmen Saw steigern sich diese zu immer schrecklicheren Mutproben. Ob Ethan die Aufgaben auch durchführen soll, ist aber ganz allein euch überlassen. Die Konsequenzen seines Handelns trägt ihr ganz alleine. Scott Shelby
Der Detektiv Scott Shelby ist ein Excop, der nun als Detektiv seine Brötchen verdient. Er geht im Auftrag der Familien der Opfer des Killers auf die Suche nach ihm. Er selbst ist ein eher gut gebauter älterer Mann der an Asthma leidet. Trotzdem kommt er auf seiner Suche immer wieder in brenzlige Situationen, in denen er zeigt, dass er doch kämpfen kann. Immer weiter dringt er zur Frage vor, wer der Killer ist. Wie er dabei vorgehen soll, bestimmt ganz alleine ihr.
Die dritte Person ist Norman Jayden. Er ist FBI Agent und wurde von Washington geschickt, da die Polizei immer noch wegen des Killers im Dunkeln tappt. Wie in CSI geht ihr mit ihm auf Spurensuche. Nützliche Hilfe ist ARI, kurz für Added Reality Interface. Dies ist nämlich eine Sonnenbrille und ein Handschuh, mit denen er seine nähere Umgebung abscannen kann. Aber auch sonstige Informationen liefert ihm das Gerät. Jedoch ist er selbst drogenabhängig. Wie stark ihn die Droge ablenken wird, kommt auf euch an.
Madison Page
Als Letztes im Bunde ist da noch Madison Page, ihres Zeichens Journalistin. Ihr Ziel ist es die wahre Identität des Origami Killers aufzudecken und damit berühmt zu werden. Sie selbst leidet aber an Schlaflosigkeit. Um an Informationen zu kommen, ist ihr jedes Mittel Recht. Am Anfang ist es für sie nur eine Story, wie jede andere. Ob am Ende mehr als eine Schlagzeile für sie heraus springt, liegt ganz bei euch. Alles hat Folgen
Wer die letzte Seite genau las, hat bestimmt bemerkt, dass fast jeder Schlussatz von mir auf das Gleiche heraus lief, nämlich, dass ihr für alles verantwortlich seid. Wo nämlich bei anderen Spiele nur bei einzelnen Pfaden die Story verändert wird, geschieht es hier fast im Minutentakt. Jede Entscheidung, die ihr trefft, kann im weiteren Spielverlauf Konsequenzen haben. Beispiel gefällig: Ethan muss wie schon gesagt Aufgaben des Killers erfüllen. Macht er hier einen Fehler, verletzt er sich leicht bis schwer oder stirbt sogar. Bei einer leichten oder schweren Verletzung schafft er es noch knapp in ein Motel, jedoch nicht mehr in ein Zimmer.
Madison, die wegen ihrer Schlaflosigkeit, auch in diesem Motel schläft, entdeckt den verletzten Ethan und hilft ihm. Hätte man nun die Aufgabe abgelehnt, wäre Ethan Madison vielleicht nie dort begegnet. Wäre er wegen der Prüfung nun gestorben, hätte dies aber nicht das Aus des Spiels, sondern nur das Aus von Ethans Geschichte geheissen. Um das Spiel durch zu spielen, genügt es schon wenn ein Charakter überlebt. Damit steigert sich der Wiederspielwert – obwohl man am Ende weiss wer der Killer ist – um ein Vielfaches, da ihr immer wissen wollt, was wäre gewesen wenn ihr eine andere Entscheidung getroffen hättet. Obwohl dies eine grosse Faszination ausmacht, sind auch die Charaktere selbst ein Highlight. Nach gewisser Zeit empfindet ihr wirklich was für die einzelnen Protagonisten und bringt ihnen Verständnis oder Abscheu entgegen. Egal wer dieses Spiel spielt, es kommt sicher immer ein ganz wenig anders heraus.
Bei der Steuerung wollten die Entwickler etwas Neues ausprobieren. Mit dem linken Analogstick bewegt ihr den Kopf des Charakters. Betätigt man dazu noch die rechte Schultertaste, läuft die Figur in die gewünschte Richtung. Der rechte Analogstick ist zum Greifen von Objekten, die mit einem Symbol angezeigt werden, gedacht. Leider wechselt schon auf kleinstem Raum die Kameraperspektive so oft, dass man nach wenigen Schritten manchmal die Orientierung verliert und die Steuerung somit zu einem echten Geduldsspiel wird.
Quickt Time Events in Übermass
Weniger auf Geduld sondern mehr auf Reaktion kommt es bei den vielen Quick Time Events an. Denn egal was ihr macht, ihr müsst es selbst ausführen. So gibt es echt witzige Momente, wo ihr z.B. Madison mit Schütteln des Controllers abtrocknet oder spannende Kämpfe, in denen man so schnell wie möglich die gezeigten Tasten drücken muss. Dank den vielen Ideen nervt dies auch nach dem x-ten Mal nicht. Wenn man aber gleichzeitig vier verschiedene Tasten drücken soll, ist fast schon Fingerakrobatik von Nöten.
Neben der gewöhnungsbedürftigen Steuerung fallen auch die sehr steifen Bewegungen der Protagonisten auf. Sogar die Gesichtsmimik, die im Voraus so angepriesen wurde, besticht nicht immer. Dennoch transportieren sie gut die Gefühle der einzelnen Personen. Trotz diesen kleinen Mäkel gehört Heavy Rain zu den schönsten Titeln auf der PS3. Absolut top ist die Sounduntermalung, welche die tolle Atmosphäre perfekt einfängt. Dazu gesellen sich die Spitzensynchronsprecher. Aber wie so oft empfehle ich hier wieder einmal die englische Sprachausgabe.
| FAZIT: | ||||
| Als ich das Spiel vor 2 Jahren an der Games Convention zum ersten Mal sah, war ich sehr skeptisch, ob da wirklich ein Hit entsteht. Auch bei der Vorschauversion vor ein paar Monaten, von der ich den Anfang spielen konnte, wollte es mich einfach nicht überzeugen (Meine Kollegen können dies bestätigen). Nun nachdem ich das Spiel durch habe, bin ich einfach nur fasziniert von diesem Spiel.
Natürlich sind da noch die Schwächen, wie der sehr langatmige Anfang und die sehr einfache Steuerung, die fast nur aus Quick-Time Events besteht. Auch überzeugen überraschenderweise die Gesichtsanimationen der Figuren nicht immer. Und trotzdem, auf einmal packte mich das Spiel voll und ganz. Die verschiedenen Geschichten der Protagonisten könnten aus Hollywood stammen und der Spieler entwickelt nach einiger Zeit wirklich Gefühle für sie. Egal wie man es bis zum Ende spielt, der Killer wird sicher gefunden. Trotzdem möchte man es nochmals spielen, nur um sich die Frage zu stellen: “Was wäre wenn ich dort eine andere Entscheidung getroffen hätte?” Nicht allen wird dieses Spiel gefallen, zu besonders und anders ist die Spiel- und Erzählweise. Wer sich aber darauf einlässt, erhält ein Spiel, dass zwei bis drei Film-Abende locken ersetzen kann. |
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| WERTUNG: | POSITIV: | NEGATIV: | ||
| SinglePlayer: | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
+ Fantastische Story + Spezielle Steuerung…. + Spannende Quick Time Events + Sehr viele Entscheidungsfreiheiten + Spieler baut Gefühle zu Figuren auf + Trotz Entlarvens des Killers hoher Wiederspielwert |
- Lanagtmiger Anfang - …aber recht träge - Charakteranimationen in manchen Situationen sehr steif - Kameraprobleme - Rätsel sind sehr einfach |
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| GamePlay: | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
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| Motivation: | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
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GameCity Redakteur
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