Mafia 2 – Review

10. Sep 2010 um 07:26

Das organisierte Verbrechen

Die Mafia ist der Begriff für das organisierte Verbrechen. Die Berühmteste ist dabei die italienische Mafia. Vor allem die Art, die ganze Organisation als Familie anzusehen und ihre strengen Richtlinien, machten Sie in den frühen 50er und 60er-Jahren zu den unumstrittenen Drahtziehern von vielen Verbrechen. Nicht nur die Filmindustrie, die Filme wie der Pate oder Scarface drehten, fand dies eine gute Thematik, sondern auch die Spieleindustrie nahm sich den Geschichten rund um die Mafia schon einige Male an. Mit Mafia 2 versuchen sich nun die Jungs von 2K Games an einer authentischen Umsetzung von einem Leben als Mafiosi.

Vito, der Kriegsheld

Beginnen wir aber beim Anfang des Spiels. Ihr schlüpft in die Rolle von Vito Scaletta, der als kleiner Junge mit seiner Familie nach Amerika kommt um wie so viele Immigranten das Glück in der neuen Welt zu finden. Leider kommt es aber ein wenimafia-ii-screen11g anders. Vito wächst in einer kleinen Wohnung auf. Sein Vater, der am Hafen arbeitet, fängt an zu trinken und stirbt schon einige Jahre später. Vito merkt schnell, wenn er Erfolg haben will, muss er vom rechten Weg abkommen. Als er gerade ein krummes Ding mit seinem besten Freund Joe Barbaro durchziehen will, erwischt ihn die Polizei. Da zu dieser Zeit Amerika in den 2. Weltkrieg eingriff, wurden noch Leute für Italien gesucht. Anstatt ins Gefängnis zu gehen zog Vito in den Krieg.

Überraschend erfrischend darf der Spieler nun zum ersten Mal in das Geschehen eingreifen. Das Tutorial beginnt mitten im Krieg in Italien. Ihr steuert nun Vito durch ein Rathaus und werdet von Mussolinis Armee angegriffen. Hier lernt ihr die Grundsteuerung des Spiels und auch, dass die Deckung eine sehr wichtige Rolle spielt. Nachdem Vito trotz heftiger Gegenwehr keine Chance mehr hat, rettet ihn ein grösserer Mafiaboss das Leben, in dem er ohne eine Kugel abzufeuern die Armee von Mussolini  zur Aufgabe überredet. Dies beflügelt Vito um so mehr eine Karriere in der Mafia anzustreben. Als er wegen einer kleinen Verletzung wieder nach Amerika darf, gelingt es seinem alten Kumpel Joe, mit gefälschten Papieren, ihn aus der Armee zu holen. Damit ist der Weg nun für Vito sowie für euch frei um die Leiter der Mafia raufzuklettern.

Ein langes Leben, kurz erzählt

Ihr seht schon Mafia 2 erzählt eine sehr spannende aber auch bekannte Geschichte. Vieles kennen Filmfans schon aus verschiedenen Mafiafilmen. Trotzdem trägt die Geschichte hauptsächlich das ganze Spiel, so dass ich nicht mehr von ihr erzähle. Nur soviel, ihr erlebt die Geschichte von Vito hautnah und in vielen Zwischensequenzen mit. Das Ganze wird in 15 Kapiteln erzählt. Da dies für ein ganzes Leben sehr kurz ist, gibt es in vielen Abschnitten grössere Zeitsprünge. So spielt  ihr einmal in einem Kapitel Vito im Gefängnis um sechs Jahre danach das nächste Kapitel schon wieder frei euere krummen Sachen abzuziehen. Die gesamte Story wird in der grossen Stadt Empire Bay erzählt, in der ihr euch à la GTA frei bewegen dürft. Jedoch enden hier schon die Parallelen zu GTA.

Kein GTA

Im Vorfeld w18urde immer spekuliert, dass Mafia 2 ein GTA in den 50er-Jahren wird. Und wenn ihr zum ersten Mal mit einem wunderschönen Wagen durch die sehr belebte Stadt düst, habt ihr auch sofort dieses Gefühl. Sogar die Steuerung ist euch aus den GTA Spielen sofort vertraut. Leider ist ausser durch die Stadt düsen, seine Autos in der Garage aufwerten und sich selbst einkleiden nicht mehr viel los. Das Spiel gaukelt einem nur eine offene Spielwelt vor. Fakt ist, Mafia 2 ist ein absolut lineares Spiel. Es gibt keine Nebenmissionen und bietet ausser einigen kleinen Autodiebstählen keine Abwechslung. Die riesige Stadt wird mehrheitlich dazu benutzt um von einem Punkt zum anderen zu fahren. Manchmal gibt es kleinere Verfolgungsjagden, die aber sehr einfach sind. Da ihr oftmals in einem Kapitel mehrmals durch die ganze Stadt fahren, jedoch dabei auf die Geschwindigkeit achten müsst, kommt es einem nach längerer Spieldauer so vor, als ob die Entwickler nur die Spielzeit damit verlängern wollten. Würde man die Videosequenzen überspringen und die Fahrwege kürzen, so hätte man das Spiel in knapp vier bis sechs Stunden durchgespielt.

Die Missionen

Wie schon gesagt wird die Geschichte in 15 Kapiteln erzählt. Diese spielen in vielen unterschiedlichen Schauplätzen. Das Vorgehen aller Kapitel ist aber oftmals gleich. Ihr steht auf, erhaltet einen Telefonanruf, düst durch die Stadt und bekommt einen Auftrag. Danach fahrt ihr wieder durch die Stadt und trefft auf viel Gegenwehr. Die meiste Zeit, seid ihr mit gezogener Waffe unterwegs und schiesst auf alles was sich bewegt. Die K.I. der Gegner schwankt dabei stark. So gehen sie zwar oft in Deckung, stehen a02ber auch manchmal nur so rum. Trotzdem darf man sie nicht unterschätzen, da sie sehr treffsicher sind. Um nicht getroffen zu werden, kann Vito hinter fast allem in Deckung gehen. Dies klappt in Mafia 2 nochmals ein wenig besser als in GTA oder in Red Dead Redemption. Nervig ist nur wenn ihr doch einmal sterbt, denn es gibt in den Kapiteln selbst sehr wenige Rücksetzpunkte. So schoss ich mich schon einmal zehn Minuten lang durch verschiedene Hausetagen durch, bis es mich schliesslich doch erwischte und ich das ganze Kapitel nochmals spielen durfte. Dank der spannenden Geschichte will man trotzdem weiterspielen um zu wissen wie es weiter geht. Trotzdem hätte mehr Abwechslung in den Kapiteln selbst nicht geschadet.

Tolle Präsentation

Obwohl das Spiel nicht über alle Zweifel erhaben ist, gibt es ein dickes Lob an die Entwickler für die Präsentation. Die tollen Zwischensequenzen, die die Geschichte vorantreiben, könnten aus einem Mafiafilm sta11mmen. Dazu sieht das Spiel, abgesehen von einigen wenigen Animationen, sehr gut aus. Die ganze Stadt wurde mit viel Liebe zum Detail den 50er-Jahren nachgebaut. Auch die Fahrzeugmodelle und die Fahrphysik sind gelungen. Die Charaktere selbst sind eher klischeehaft, versprühen aber doch ihren Charme, dies verdanken sie auch der tollen deutschen Synchronisation. Dazu gesellt sich ein gelungener Soundtrack, der die Atmosphäre noch weiter verstärkt.

PS3 exklusiv

Da die Spielzeit recht dürftig ausfällt, gibt es für die PS3 exklusiv den DLC The Betrayal of Jimmy zum herunterladen. Als glatzköpfiger Jimmy dürft ihr weitere Missionen in verschiedenen Schauplätzen der Stadt ausführen. Dies macht einige Zeit Spass, bietet aber wieder kaum Abwechslung. Wer beide Konsolen besitzt, sollte also die PS3 Fassung wählen.

FAZIT:
Mafia 2 ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite haben wir eine sehr gut erzählte Geschichte in einer sehr detaillierten Stadt, auf der anderen Seite schöpft das Spiel sein eigenes Potenzial nicht mal ansatzweise aus. Wegen der absolut linearen Erzählstruktur wird die Stadt oftmals nur zur einfachen Durchfahrt benutzt. Auch das Fehlen von Nebenmissionen oder Entscheidungsfreiheiten schmerzt sehr. So gibt es im Verlauf der Geschichte drei grosse Mafia Familien. Da hätte es sich doch aufgedrängt, dass der Spieler selbst entscheiden darf zu welcher Familie er geht.

Doch Mafia 2 ist keineswegs ein schlechtes Spiel. Dank der sehr spannenden Geschichte und der tollen Atmosphäre, möchte man immer weiter spielen um zu erfahren wie es mit Vito ausgeht. Leider wird der Schluss für die meisten Spieler eher eine Enttäuschung sein. Trotzdem wer auf Mafiafilme steht und eine gute Story erleben will, der kann ohne Bedenken zugreifen. Wer aber Abwechslung möchte und eine offene Spielwelt sucht, dem empfehle ich GTA IV oder Red Dead Redemption .

WERTUNG: POSITIV: NEGATIV:
SinglePlayer: ★★★★★★½☆☆☆ + Hübsche Grafik
+ Sehr gute Synchronisation
+ Fahrzeugphysik
+ Nette Geschichte
+ Schlägereien und Schusswechsel
- Keine Nebenmissionen
- Lange Fahrstrecken
- Offene Spielwelt wird nur vorgegaukelt
- Nervige Polizei
- Kaum Abwechslung in den Missionen
GamePlay: ★★★★★★½☆☆☆
Motivation: ★★★★★★☆☆☆☆
Grafik: ★★★★★★★★★☆
Audio: ★★★★★★★★★☆
GESAMT: ★★★★★★★½☆☆
Verfasst von Adrian Dermon
GameCity Redakteur

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