CutScene Gear 2

Veröffentlicht am 23. April 2014 von Adrian Dermon

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Gear 2 – Gimmick oder neue Generation?

Die Samsung Gear 2 ist die zweite Generation der Samsung Smartwatch und wurde in fast allen Bereichen verbessert. Doch sind die Smartwatches wie die Gear 2, die Pebble oder auch die Sony Smartwatch nur ein Gimmick oder läuten sie wirklich die nächste Generation ein. Man vermutet ja auch, dass Apple an einer eigenen arbeitet. Als Fan von solchen “Spielzeugen” konnte ich nicht widerstehen und kaufte mir die Gear 2 für 339.-. Neben der normalen Gear 2 erscheint auch gleichzeitig die Gear 2 Neo, die ohne Kamera auskommt und 100.- günstiger ist. Ob es sich lohnt?

Design
Der ersten Gear von Samsung mangelte es an vielen Punkten. Einer davon war sicherlich das Design. Die Gear 2 kommt um einiges hübscher daher und sieht mehr nach einer “normalen” Uhr aus. Nach mehrtägigem Tragen wurde ich nur von wenigen auf die Uhr angesprochen, da sie kaum auffiel, was ein sehr gutes Zeichen ist. Diejenigen, die mich darauf ansprachen, hatten dann auch nichts über das Design zu motzen, sondern wollten mehr darüber erfahren, was sie alles kann. Auch das Tragen ist sehr bequem, da sie sehr leicht ist. Trotzdem ist sie robust und sogar für kurze Zeit wasserdicht.  Auf Tauchstation mit ihr zu gehen, ist aber nicht empfehlenswert. Da die Kamera nun im Gehäuse sitzt und auch nicht auffällt, ist es möglich das Armband auszuwechseln. Mir gefällt sie daher sehr gut, weil sie auch an relativ dünnen Handgelenken einen guten Eindruck macht.

Vollgepackt
Wie alle Smartwatches braucht die Gear 2 eine Verbindung mit einem Handy, damit sie alle Funktionen nutzen kann. Leider ist hier Samsung einmal nicht besser als Apple und nur Nutzer von neuen Samsung Geräten dürfen in den Genuss kommen. Dies finde ich sehr kontraproduktiv, da sicher mehr Smartwatches verkauft werden würden, wenn sie zumindest zu allen Android Geräten kompatibel wäre. Der Grund liegt nicht an der Uhr, denn diese kommt mit dem hauseigenen System Tizen aus und nicht mehr mit Android. Das System lauft auch dank dem schnellen Prozessor flüssig und ruckelte nicht ein einziges Mal. Doch die Gear 2 hat soviel zu bieten, so dass ich eine kleine Tabelle mit den wichtigsten Funktionen aufgestellt habe.

Funktionen, die nur mit Verbindung zum Handy klappen:

  • Telefonieren: Gespräche können angenommen oder abgelehnt werden. Dank integriertem Mikro und Lautsprecher klappt das sehr gut. In der Öffentlichkeit ist es jedoch empfehlenswert, ein Headset Bluetooth zu benutzen. Trotzdem fällt das lästige Herausnehmen des Handys weg.
  • Benachrichtungen: Es ist möglich, alle Benachrichtigungen, die auf das Handy kommen (Whatsapp, SMS, Messenger, E-Mail etc.) auf der Uhr abzulesen. Bisher kann man aber nur Mails und E-Mails direkt über die Uhr beantworten. Bei allen anderen muss das Handy für eine Antwort wieder hervor genommen werden. Dennoch schaut man um einige Male weniger nach, was auch die Akkulaufzeit des Handys verlängert.
  • Kalender: Alle Termine vom Kalender können auf der Uhr angezeigt werden
  • Sprachsteuerung: Dank integriertem S-Voice sind Sprachbefehle möglich. Leider sind diese bisher nur begrenzt.
  • Wetter: Das aktuelle Wetter wird angezeigt

Funktionen, die auch ohne Handyverbindung nutzbar sind:

  • Uhr: Kaum zu glauben, aber die Gear 2 kann auch tatsächlich die Uhrzeit anzeigen lassen. Dabei habt ihr die Wahl zwischen verschiedenen Motiven, wobei mir die digitale Anzeige am Besten gefiel. Ist man im Ausland unterwegs, schaltet sie dabei in die korrekte Uhrzeit des Landes, oder man zeigt sich die Uhrzeit von zu Hause und des jeweiligen Landes an.
  • Pulsmesser: Das Highlight ist sicherlich der integrierte Pulsmesser. Dieser funktioniert zwar nur, wenn man den Arm kurz ruhig hält und die Uhr wirklich an der richtigen Position ist, danach ermittelt er aber ein relativ sehr exakten Pulsdurchschnitt, was ich mit einem professionellen Blutdruckgerät getestet habe.
  • Schrittzähler: Der Schrittzähler ist relativ simpel, funktioniert aber wie alle anderen auch in etwa gleich stark.
  • Schlafmodus: Beim Schlafen ist es möglich seine Bewegungen von der Uhr registrieren zu lassen und so herauszufinden, wie tief sein Schlaf ist. Dies klappte meiner Meinung nach sehr gut und war auch kein Stromfresser.
  • TV- Fernbedienung: Dank Infrarotgerät ist es möglich TV Geräte zu kontrollieren. Dies klappte bei meinem ohne Probleme. Auch TV Boxen wären eigentlich möglich. Leider hatte die Uhr bei der Cablecom nur die alte Box gespeichert und noch nicht die Horizon. Trotzdem eine coole Idee.
  • Rechner: Als einzige App, die man zusätzlich bezahlen muss, ist der Taschenrechner. Mit dieser Funktion erinnert die Uhr stark an die alten Casio Taschenrechneruhren, was ein wenig Nostalgie hervorbringt.
  • Mp3 Player: Samsung spendiert der Uhr einen 4Gb integrierten Mp3 Player, der man dank Bluetooth Kopfhörer drahtlos verbindet.
  • Kamera: Die teurere Version beinhaltet eine 2 MP Kamera. Obwohl sich dies nach wenig anhört, sind die Bilder überraschend gut. Damit man aber keine Fotos unerlaubt oder geheim aufnehmen kann, ist es bei der Kamera nicht möglich, den Klickton beim fotografieren abzuschalten. Bei ein wenig Lärm hört ihr diesen aber kaum. Unten findet ihr ein Foto dass ich bei eher mässigen Lichtbedingungen aufgenommen habe.  Videos sind auf 15 Sekunden beschränkt.

Akku und das Sonnenlicht
Die vielen Funktionen beeindrucken, doch hält der Akku wirklich länger als ein Tag im Gegensatz zur ersten Gear? Obwohl ich es mir nicht vorstellen konnte, kann ich bestätigen, dass meine Uhr trotz reger aber noch nicht voller Nutzung knapp drei Tage ohne Probleme durchgehalten hat. Mit reger Nutzung war bei mir gemeint, dass es immer mit dem Handy verbunden war und ich alle Funktionen mehrmals am Tag genutzt habe. Nur beim MP3 Player lässt der Akku schneller nach. Damit der Akku so lange hält, muss die dauernde Anzeigefunktion der Uhrzeit abgeschaltet werden. So bleibt das Display schwarz solange ihr nicht auf den Homebutton drückt oder wenn ihr es eingestellt habt eine Armbewegung ausführt. Die zweite Lösung mit der Armbewegung funktioniert gut, leider wird dann der Bildschirm auch bei leichten Bewegungen eingeschaltet, so dass ich die Homebutton Lösung empfehle. Nach kurzer Eingewöhnungszeit ist dies kein Problem mehr.

Das Amoled Display ist sicherlich der grösste Hingucker aber auch ein Nachteil. Denn im Gegensatz zur Smartwatch Pebble, die E-Ink Display auskommt, sieht es zwar um einiges schicker aus, bei direktem Sonnenlicht ist es bei tiefer Helligkeit, welche bei normalen Gebrauch ausreicht und Akku spart, kaum oder gar nicht mehr ablesbar. Mit einem langen Knopfdruck auf den Homebutton und einem Tippen auf den rechten unteren Bildschirmrand aktiviert ihr aber den Outdoor Modus, welche die Uhr für fünf Minuten auf volle Helligkeit stellt. Auf dieser Stufe ist es auch beim stärksten Sonnenlicht kein Problem die Uhrzeit abzulesen. Umständlich ist es trotzdem und wem das nicht passt, sollte die Finger davon lassen. Ansonsten funktioniert der Touchscreen hervorragend.

Fazit:
Die Gear 2 ist um einiges ausgereifter als sein Vorgänger und macht einen sehr guten Eindruck. Dennoch ist es schade, dass nur Samsung Besitzer bisher in den Genuss kommen und einige Funktionen wie z.B. Navigation “noch” nicht verfügbar sind. Ich hoffe Samsung  bessert dort noch nach. Das Preis-/Leistungsverhältnis geht für mich dank schickerem Design, vielen Funktionen und einer anständigen aber nicht überragenden Laufzeit absolut in Ordnung. Trotzdem muss es jedem bewusst sein, dass es keine Uhr sondern mehr ein sehr gutes Zubehör zum Handy darstellt. Eine gute Uhr in diese Preisklasse oder leicht höher, kann bis zu 10 Jahre halten. Die Laufzeit der Smartwatches, egal ob Gear 2, Pebble oder noch kommende Uhren, wird wie bei Handys auf wenige Jahre begrenzt sein. Da auch Apple vermutlich eine eigene herausbringt und Google bereits eine Android Version für Smartwatches angekündigt hat, war die Gear 2 in diese Richtung erst der Anfang. Für jeden, der mit einer Smartwatch geliebäugelt hat und ein Samsung Gerät besitzt, ist sie empfehlenswert, da sie von den Funktionen gerade das Beste anbietet. 


 

 

 

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Über den Autor

Als Kind süchtig, als Jugendlicher ein Nerd und jetzt nur noch ein Liebhaber der Kunst der Videospiele. Adrian machte in seinem Leben alle Zyklen eines Gamers durch und war immer der Nintendo und der Sony Konsolen treu. Seine Stärke sind Sportspiele. Aber einem guten Spiel aus anderen Genres ist er nie abgeneigt. Häufigster Spruch beim Spielen: Schleichen kann man, wenn man tot ist.



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