Interview pac-man-ghosts

Veröffentlicht am 13. September 2012 von Cornelia Zogg

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GameCity trifft…

In unserer neuen Reihe “GameCity trifft…” gibt’s für euch spannende Interviews mit Grössen aus der Gamewelt und den Weiten des virtuellen Universums. Auftakt macht ein alteingesessener Star aus der Zeit der Arcade-Spiele. Wir durften Shadow – anderen allenfalls als Blinky bekannt – aus dem Arcadeklassiker PacMan treffen und mit ihm ein kurzes Gespräch über seine langjährigen Erfahrungen und Zukunftspläne führen.

Guten Tag Mr. Shadow. Oder darf ich Sie Blinky nennen?
Gern Blinky. Shadow ist so förmlich. (lacht)

Gut, Mr. Blinky. Sie sind mittlerweile 32 Jahre alt, aber immer noch überall auf der Welt in Ihrem Beruf tätig. Wie fühlt sich das an?
Ganz ehrlich? Genial. Es ist eine grosse Ehre für mich und natürlich unser ganzes Team, dass wir nach wie vor unterhalten können. Für ein Arcade-Spiel ist das nicht selbstverständlich.

Nicht? Die ganzen Nostalgiezocker sind da doch sehr hilfreich?
Nun, die tun natürlich einiges für unseren Erfolg und wir sind sehr dankbar für diese Unterstützung. Aber das Tolle ist ja, dass wir auch heutzutage von der jüngeren Generation gern gespielt werden. Es gibt zahlreiche Ableger auch für die neueren Konsolen, in denen wir auftreten dürfen. Das kann nicht jedes Arcade-Spiel von sich behaupten.

Ist dieser Erfolg anstrengend?
(seufzt) Manchmal schon ja. Wir sind nicht mehr die Jüngsten und auch unser Privatleben ist mittlerweile gut gefüllt, als das wir ständig durch das Labyrinth rennen können. PacMan selbst macht gerade eine Scheidung durch und Inky ist zum dritten Mal Vater geworden. Und bei so einem Erfolg da bleibt das Privatleben halt manchmal auf der Strecke.

Ist das der Grund für PacMan’s Scheidung?
Da müssen Sie ihn fragen. Ich weiss nichts Genaueres. Wir unterhalten uns nicht oft mit ihm. Sie verstehen, die Tatsache das wir ihn fressen wollen und so…

Anderes Thema. Die Hardware. Ursprünglich waren Sie ja auf Arcade-Maschinen tätig. Wie hat sich das im Laufe der Jahre verändert für Sie?
Nun, die Arcade-Maschinen waren damals in ihrer Blütezeit. Wir hatten tonnenweise Gigs in kleinen Spielhallen überall auf der Welt. Damals gab es harte Konkurrenz für uns. Alteingesessene Grössen wie Pong oder Space Invaders waren da schon dick im Geschäft. Wir haben sozusagen als erstes Spiel mit kommerziellem Charakter das Feld von hinten aufgeräumt. Das war eine grossartige Zeit. Mittlerweile ist es ruhiger geworden und wir leben noch vom Ruhm der alten Zeit. Die Gigs auf den neueren Konsolen sind schneller und komplizierter geworden. Der Spieler will mehr Abwechslung, was es für uns auch anspruchsvoller macht – und natürlich zeitintensiver.

Ist es – oder war es – für Sie ein Problem, dass ihr Erschaffer Tôru Iwatani das Spiel für Frauen spannend machen wollte und sie als Bösewicht deshalb so süss gestaltet hat?
(lacht laut) Darüber habe ich mir noch gar nie Gedanken gemacht. Man ist, wie man ist, sage ich immer. Wenn es die Damen unterhält, dann bitte – bin ich süss.

Das Spiel ist in Japan unter dem Namen Puck Man erschienene. Können Sie uns erklären, warum?
Tja, das war so eine Sache. Ursprünglich hatten wir unser Debut 1980 in Japan unter dem Titel Puck Man. Als das Spiel dann aber nach Amerika überschwappte, war es den dortigen Verantwortlichen ein bisschen kritisch, weil sie befürchteten, unser Name könnte – verzeihen Sie bitte – Fuck Man gelesen werden. Daher entschied man sich im Englischen dafür, das Spiel Pac Man zu taufen.

Sie sagen es gerade, das Spiel heisst Pac Man. Stehen Sie und auch die anderen drei Ihrer Kollegen nicht in seinem Schatten?
Nun, eine gute Frage. Aber die Antwort ist Nein. Pac Man wäre kein Erfolg, würde es uns nicht geben. Mal im Ernst, wer fände es witzig, eine gelbe Kugel durch ein Labyrinth zu steuern, ohne genug Hindernisse und Herausforderung? Wir sind ein Arcade-Spiel. Kein Casual-Game.

Hardcore Zocker sind ein Stichwort. Wer hat denn bisher den Rekord im PacMan-Spielen?
Der gute Mann heisst Billy Mitchell. Er hat unsere 255 Level alle mit maximaler Punktzahl abgeschlossen, ohne jemals von uns gefressen zu werden. Er hat uns jedes Mal ALLE erwischt und sämtliche Boni eingeheimst. Das ist bislang ungeschlagen. Und kann auch nicht geschlagen werden, weil das Spiel ab Level 256 wegen eines technischen Defekts nicht spielbar ist.

Wie sehen Sie die Zukunft von Pac-Man?
Diese Zukunft ist eher ungewiss. Wir haben nach wie vor genug Gigs überall auf der Welt und begeistern weiter die Menschen. Das ist das Wichtigste. Seit 2008 allerdings wird über eine Verfilmung gemunkelt. Da kann ich Ihnen aber leider aus vertraglichen Gründen nicht mehr dazu sagen. Kürzlich haben wir auch ein Musical gemacht, was persönlich für uns ein grosser Schritt gewesen ist.

 

Und persönlich?
(grinst) Das ist privat. Wir werden sehen, wo es mich persönlich hinführt. Erst einmal geht’s in die Ferien. Vielleicht starte ich mal ein Soloprojekt.

Vielen Dank Mr. Blinky für Ihre Zeit!

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Über den Autor

Hardcore-Zockerin und Sony/Nintendo Fangirl der ersten Stunde. Vorwiegend anzutreffen beim Zocken von RPGs und allem, was aus dem Reich der aufgehenden Sonne kommt. Gamerin seit 20 Jahren – Teil des GameCity Teams seit 3 Jahren. Häufigster Spruch: „Shit! Inventar voll…“



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