Interview Elarooh

Veröffentlicht am 30. Juni 2014 von Michel Blind

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Swiss Game Design – Entwickler erzählen über ihr neues Game Elarooh

Die Schweizer Gamingbranche ist um ein kreatives Spiel reicher. Welcher Aufwand hinter Elarooh steckt, erfahrt ihr im Interview mit den Entwicklern.

Bei sommerlichen Temperaturen bleiben die Videospielsysteme meist auf Stand-by. Wer nach einem kühlen Bad im See oder im Fluss trotzdem virtuelle Unterhaltung sucht, schnappt sich am besten sein Smartphone und lädt sich das neue Rätselspiel Elarooh herunter. Dahinter stecken fünf Schweizer Entwickler, die neben ihrer Ausbildung in Game Design ein tolles Handygame auf die Beine gestellt haben und kürzlich via digiDingo für iOS und Android veröffentlichten. Wir haben Philomena Schwab, Markus Rossé, Robin Bornschein, Gian Jenal und Beat Kunz gefragt, von was sie sich inspirieren liessen und ob es bei einem Fünferteam nicht mal Zoff gab.

Hier geht’s zum Testbericht von Elarooh

Jetzt mal ehrlich: Mit wie viel Kaffee und schlaflosen Nächten war es möglich, Elarooh nebst dem Studium fertigzustellen?
Elarooh-Team: Für die Nachtschichten waren eher die vielen Projekte im Studium verantwortlich. Elarooh entstand meist in unserer Freizeit an den Wochenenden, dafür über einen Zeitraum von fast zwei Jahren verteilt. Gegen Ende des Projektes mussten wir unsere Zeit gut managen, da sich Bachelorarbeit und Release konkurrierten.

Was war eure grösste Herausforderung bzw. der grösste Knackpunkt beim Entwickeln?
Während der Entwicklung war die Schlussphase, das Polishing und Bugfixing, die anstrengendste Zeit. Jedes Mal wenn wir dachten, wir hätten endlich ein fehlerfreies Produkt, tauchte wieder ein neues Problem auf. Als wir dann endlich unser vermeintlich funktionierendes Spiel in den Stores veröffentlichten, tauchte innert zwei Stunden nach dem Launch ein neuer, schlimmer Fehler auf. Vereinzelten Personen war es aufgrund dessen nicht möglich, Elarooh durchzuspielen. Wir mussten also sofort wieder eine neue Version hochladen, sehr frustrierend.

Ihr habt das Spiel zu fünft auf die Beine gestellt. Wie schwierig war es die Einflüsse von allen Mitgliedern einfliessen zu lassen, ohne dass es zu Reibereien kommt?
In der Anfangsphase waren wir bloss zu dritt: Markus, Philomena und Robin. In dieser Phase entstand der Look&Feel des Spieles, der Ablauf und alle Rätsel. Wir kamen zügig voran und bei Uneinigkeit fanden wir meist schnell eine übereinkommende Lösung. Dabei half, dass jeder von uns eine Kernkompetenz hatte, bei der er dann häufig das letzte Wort erhielt.

In Elarooh fällt vor allem die wunderschöne und malerische Grafik auf. Welche Besonderheiten hat das Spiel noch zu bieten?
Besonders im Bereich der Spielmechanik haben wir uns viele Gedanken gemacht. Dies spiegelt sich vor allem im Timing, Inhalt und Balancing der Minispiele wieder. Die malerische Umgebung kann dank Zaubersprüchen beliebig beeinflusst und kontrolliert werden. Das Feedback der Playtester und schlussendlich Spieler zeigt uns, dass uns hier etwas Tolles gelungen ist, das sich stark von anderen Adventures unterscheidet.

Von was habt ihr euch bei Elarooh inspirieren lassen?
Durch die Zusammenarbeit mit digiDingo als Publisher erhielten wir eine klare Genre und Setting Vorgabe. Wir sollten ein Point&Click Adventure Spiel entwickeln, indem sich der Spieler durch einen magischen Wald bewegen und durch einen Zauber die Tageszeit beeinflussen kann.

In diesem Kontext wurde das Spiel „The Lost City“ von Fire Maple Games zu unserem Vorbild. Joe Kauffman, der Entwickler von „The Lost City“, hat Elarooh mittlerweile auch selbst gespielt und war sehr begeistert.

Euer Game ist seit Mitte Mai für iOS und Android erhältlich. Wie fiel die erste Resonanz aus?
Wir erhalten durchwegs sehr gutes Feedback und freuen uns immer ungeheuer über die nette Kommentare. Auch das Rating im Apple Store und auf Google Play zeigt, dass die Kunden mit dem Spiel sehr zufrieden sind. Leider haben wir trotz unseres Marketingaufwands keine grosse Medienresonanz und kein Apple Featuring erhalten. Unsere Verkaufszahlen halten sich daher stark ich Grenzen. Noch haben wir die Hoffnung nicht aufgegeben und starten im Verlauf der nächsten beiden Monate nochmals eine grosse Marketing Initiative. Wir haben gemerkt, dass wir noch viel mehr Zeit für gezielte Pressearbeit investieren müssen.

Was steht bei euch als nächstes an?
Vor einer Woche haben wir unseren Game Design Bachelor abgeschlossen. Einige von uns ziehen nun ihre Bachelorarbeit weiter und versuchen sie zu kommerzialisieren. Ausserdem planen wir aufgrund des positiven Feedbacks bezüglich unserer Minispiele einen Elarooh Ableger im Bereich Puzzle Spiele mit vielen neuen Levels.

Bleibt neben all den Projekten überhaupt noch Zeit zum Zocken?
Leider kaum. Wir nehmen uns zwar gelegentlich Zeit für ein paar Runden, aber nur so lange, bis das schlechte Gewissen uns so sehr plagt bis wir wieder mit Eifer an unseren eigenen Spielen weiterarbeiten.

Wer von euch meistert Gefechte wie ein Held und wer ist den anderen gegenüber gnadenlos ausgeliefert?
Unser Sound Designer Gian ist in jedem Spiel ein Held. Gemeinsam mit Robin liefert er sich stundenlange Duelle. Die anderen Mitglieder unserer Entwicklergruppe sind den beiden im Spiel gnadenlos ausgeliefert.

Elarooh ist für Fr. 2.- im iOS AppStore (iPad & iPhone) und auf GooglePlay erhätlich.

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Über den Autor

Besitzt fast jede gängige Konsole, verbringt aber die meiste Zeit vor seinen Nintendo-Geräten. Er sammelt Pokébälle und jeden Mist, den man in versteckten Truhen findet. In Racing-Games, besonders in Mario Kart, macht ihm keiner was vor. Deckt sich wie verrückt mit Figuren aus der Gamewelt ein, mit starker Auswirkung auf sein Portemonnaie. Motto: Still Alive! (PSN: Benjiix4 / WiiU: Benjiix)



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