Interview Shattered

Veröffentlicht am 29. Juli 2013 von Michel Blind

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Swiss Game Design – Yury und Jan stellen ihr Projekt Shattered vor

GameCity berichtet ab sofort regelmässig über Schweizer Game Designer, die mit ihren Projekten in den Startlöchern stehen oder sogar schon erste Spiele veröffentlicht haben. Den Anfang machen Yury und Jan, zwei Bachelorabsolventen der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdk), mit ihrem vielversprechenden Jump’n'Run Shattered. Was das Game so speziell macht und was ihnen beim Entwickeln am meisten Mühe bereitet hat, erzählen sie uns im Interview.

 

Für eure Bachelorarbeit habt ihr an dem Spiel Shattered gearbeitet. Der Trailer verspricht bereits ein optisch gelungenes Jump’n'Run. Welche Qualitäten kann das Spiel noch vorweisen? 

Yury: Unser Ziel mit “Shattered” war es, ein Spiel zu kreieren, das uns als Entwickler erlaubt cinematische Kameraperspektiven durch das gesamte Spiel zu gebrauchen, ohne dabei das Gameplay zu verändern. Wir wollten etwas Neues erschaffen, was man in diesem Genre noch nicht gesehen hat.

Jan: Wenn das Spiel optisch anspricht, haben wir unser Ziel für den Prototypen schon erreicht, danke für das Kompliment. Neben dem visuellen Erlebnis legen wir natürlich auch grossen Wert auf ein perfekt ausbalanciertes Gameplay, eine fesselnde Story und eine sich ständig verändernde und stärker werdende Spielfigur. All das erfordert aber viel mehr Blut und Schweiss, als die vier Monate, die wir daran gearbeitet haben.

Wie habt ihr das Projekt in Angriff genommen und wie seid ihr überhaupt auf die Idee gekommen?

Yury: Es gibt Filme, die allein durch die Kameraführung und Inszenierung der Bildinhalte wegen sehenswert sind. In Videospielen aber dient die Kamera meist nur zur Orientierung. Wir haben uns gefragt, was der Grund dafür ist und wie wir diese Tatsache ändern können.

Jan: Dies war unser Grundsatz. Alle Entscheidungen, die wir während des Entwicklungsprozesses trafen, haben darauf aufgebaut.

Und mit was hattet ihr besonders zu kämpfen?

Jan: (lacht) Eigentlich mit allem. Von Aussen betrachtet, sieht man ein 2D Spiel im 3D Raum. Auf den ersten Blick also technisch gesehen nichts besonderes – NOT! Alleine bis die Technik dafür einigermassen so funktionierte, wie wir es geplant haben, vergingen schon zwei Monate.

Yury: Die andere nennenswerte Schwierigkeit war der Leveldesign, was an sich schon eine Kunst für sich ist. Dazu kommt eine variable Schwerkraft, kein Untergrund dafür, aber fliegende Felsen und ein sich durch dieses Konstrukt schlängelnder Weg und das Chaos ist komplett.

Gibt es schon Pläne, wann und wo Shattered erhältlich sein wird?

Yury: Das finale Spiel betreffend noch nicht. Den Prototypen aber werden wir schon bald frei auf unserer Page zugänglich machen.

Ihr habt euch für die Unity Awards 2013 beworben. Könnt ihr uns mehr darüber erzählen?

Jan: Unity ist die Engine, in der Shattered entstanden ist. Jährlich wird ein Contest mit verschiedenen Kategorien veranstaltet, unter anderem “Best Student Project”. Der Einsendeschluss war am 30. Juni. Momentan warten wir noch auf die Aufschaltung der eingereichten Arbeiten.

Könntet ihr euch vorstellen die Schweiz aufgrund der Karriere längerfristig zu verlassen?

Yury: Ich könnte es mir zwar vorstellen, doch momentan bin ich erstmal in der Schweiz am Suchen. Ich kann aber noch nicht sagen, wo ich in einem Jahr sein werde.

Jan: Momentan nicht. Es gibt noch zuviel, was mich in der Schweiz hält, und zu wenig, was mich ins Ausland ziehen könnte. Aber auch ich kann nur schwer sagen, was die Zeit mit sich bringt.

Habt ihr Vorbilder?

Jan: Was Game Design anbelangt, ist es schwer zu sagen. Grundsätzlich aber Spiele und Entwickler, bei denen man noch die Liebe zum Game herausspürt und nicht die Liebe zum Geld, welches damit verdient werden kann.

Yury: Das unterschreibe ich.

Wie könnte die Gaming-Branche eurer Meinung nach in zehn Jahren aussehen?

Yury: Diese Industrie ist sehr schnelllebig. Wenn wir es schon jetzt voraussagen könnten, wären wir in zehn Jahren Milliardäre.

In welchem Videospiel kann euch keiner schlagen und in welchem seid ihr allen anderen chancenlos ausgeliefert?

Jan: Momentan spiele ich “Dota 2″, da bin ich aber noch weit davon entfernt unschlagbar zu sein.

Yury: Als ich vor Jahren “World of Warcraft” kompetitiv gespielt habe, habe ich mich manchmal schon unbesiegbar gefühlt.

Jan: Und schlecht sind wir natürlich nirgends (lacht).

Auf welche Spiele freut ihr euch persönlich am meisten?

Jan und Yury: Natürlich auf unsere eigenen!

Vielen Dank, dass ihr euch kurz Zeit nehmen konntet.

Mehr Infos zu Shattered erhält ihr auf der offiziellen Seite: yuryschicker.com/shattered

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Über den Autor

Besitzt fast jede gängige Konsole, verbringt aber die meiste Zeit vor seinen Nintendo-Geräten. Er sammelt Pokébälle und jeden Mist, den man in versteckten Truhen findet. In Racing-Games, besonders in Mario Kart, macht ihm keiner was vor. Deckt sich wie verrückt mit Figuren aus der Gamewelt ein, mit starker Auswirkung auf sein Portemonnaie. Motto: Still Alive! (PSN: Benjiix4 / WiiU: Benjiix)



Eine Antwort zu Swiss Game Design – Yury und Jan stellen ihr Projekt Shattered vor

  1. Tolles Spiel, durfte ich dann auch in der bisher aktuellen Form als LP präsentieren =)

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