Interview Uncharted 3: Drake's Deception

Veröffentlicht am 13. Oktober 2011 von Federico Gagliano

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Uncharted 3 – Interview mit Justin Richmond und Arne Meyer

Wir hatten letzen Dienstag die Gelegenheit, mit Arne Meyer (Community Strategist) und Justin Richmond (Game Director) zu sprechen.

Uncharted 2 war ein riesiger Erfolg, spürt ihr den Druck, ein solches Spiel fortsetzen zu müssen?

Arne Meyer (AM): Es war definitiv Druck vorhanden. Die Philosophie unseres Studio ist aber, uns ständig zu verbessern. Wir sind sehr streng mit uns selbst, was das anbelangt. Deshalb wollen wir auch Uncharted 2 toppen und nicht nur den gleichen Erfolg wiederholen. Wir sind nicht damit zufrieden, uns auf unseren Lorbeeren auszuruhen.

Justin Richmond (JR): Oh ja, und wie. Uncharted 2 war für uns eine völlige Überraschung. Das richtige Team entwickelte zur richtigen Zeit das richtige Spiel. Ich schätze mich glücklich, an einem solchen Spiel gearbeitet zu haben, denn andere Entwickler suchen in ihren ganzen Karriere nach so etwas. Es ist fast so, als würde man einen Oscar gewinnen. Aber als wir fertig waren dachten wir nur: „Wie sollen wir das noch toppen?“ Wir haben deshalb versucht, mit diesem Spiel andere Dinge zu probieren, Dinge, die meiner Meinung nach zunächst riskant waren. Ich bin aber überzeugt, dass es uns sehr gut gelungen ist. Ich glaube aber nicht, dass wir gleich viele Awards wir beim letzten Mal gewinnen werden. Ich hoffe es zwar, aber es ist schwer, da der Sprung zwischen dem ersten und zweiten Uncharted so riesig war. Wir haben auch mit diesem Spiel grosse Sprünge nach vorne gemacht, aber diese sind weniger offensichtlich. Die Verbesserungen in Animation und Graphik sind wieder sehr gut, aber eben doch nicht so stark wie beim letzten Mal. Ich persönlich habe versucht in diesem Spiel neues zu probieren. Wir haben noch nicht alles gezeigt, denn es gibt einiges, was wir noch nie so getan haben. Ich hoffe, die Industrie wird uns dafür respektieren, aber falls nicht, sollten wenigstens mehr Leute das Spiel spielen. Das ist unser Ziel: möglichst viele Leute mit dieser Franchise zu erreichen. Aber es gab definitiv Druck!

Ihr habt das neue Nahkampfsystem vorgestellt. Was können Spieler sonst noch erwarten?

AM: Es ging dieses Mal eher darum, das Vorhandene noch weiter zu verbessern. Es fühlt sich nicht nur besser an, sondern es reagiert auch so genau, wie es soll.

Uncharted 2 hatte nur einige leichte Rätsel. Werden diese zurückkehren?

JR: Es wird eigentlich noch mehr geben und dieses Mal sind es echte Rätsel. In Uncharted 2 musste man nur das Tagebuch öffnen um die Lösung zu finden, diese Mal muss der Spieler aber sein Hirn etwas mehr anstrengen. Einer unserer neuen Designer war derart begeistert von Puzzles, dass wir ihm freien Lauf gelassen haben. Das hat sich schlussendlich gelohnt, denn es sind wirklich coole Rätsel dabei rausgekommen.

Wir haben Sand, Feuer und Wasser gesehen – kommen andere Elemente zum Zug?

AM: Wir müssen bald eigene erfinden, denn inzwischen haben wir praktisch alles ausprobiert. Wir können aber sicher die alten Systeme verbessern, was wir zum Beispiel beim Wasser tun mussten, um das Kreuzfahrtschiff-Level zu erschaffen.

Gab es Dinge, die es nicht ins Spiel geschafft haben?

JR: Wir haben nichts geschnitten, aber es gibt immer Dinge, die es nicht ins Spiel schaffen. Es gab ein paar Ideen, die entweder zu nichts führten oder aufgegeben werden mussten, weil sie zu viel Zeit in Anspruch genommen hätten. Wir hatten Levels wie das Kreuzfahrtschiff oder das Flugzeug, von denen wir wussten, dass diese bereits Jahre benötigen würden. Deshalb verzichteten wir auf andere Szenen, die wir aber später vielleicht wieder einmal aufgreifen werden. Wir versuchen aber oft, etwas anzupassen anstatt es ganz zu streichen.

Heute habt ihr die Geisterstadt in der Wüste gezeigt, was bereits das 19. Kapitel im Spiel ist. Wie viel der Story spielt in der Wüste?

JR: Das will ich nicht verraten. Es gibt viel Wüste und Sand, dies ist nämlich zentral für die Story. Aber es gibt insgesamt mehr Locations als in Uncharted 3.

Wie lange ist die Singleplayer-Kampagne?

AM: In etwa gleich lang wie Uncharted 2, wobei das natürlich abhängig vom eigenen Spielstil ist. Es soll genug lange sein, um über Tage zu fesseln, aber auch kurz genug für Spieler, die nur durchbrausen wollen. Diese Länge sollte beides erfüllen. Es gibt auch wieder versteckte Schätze, um den Wiederspielwert zu erhöhen.

Übernatürliche Elemente kamen bei beiden Uncharted-Titeln vor, wie sieht es dieses Mal aus?

JR: Das kann ich natürlich auch nicht verraten, aber es ist definitiv ein Bestandteil des Genres. Unsere Vorbilder für Uncharted haben meist kuriose Mysterien als Grundlage, die aber auch immer eine Erklärung besitzen. Es ist uns deshalb sicher wichtig, mehr sage ich aber nicht dazu.

Wie waren die Eindrücke der Beta?

AM: Die Beta im Juli hat uns sehr viel Feedback eingebracht. Wir haben sehr viel gegenüber Uncharted 2 geändert, von kleinen Dingen wie dem Fadenkreuz bis zu neuen Modis und Schaden von Waffen. Unsere Fans sind sehr passioniert und bemerken die kleinsten Änderungen und bringen auch sehr gute Vorschläge, auf was wir achten können. Wir haben deshalb auch Sachen entdeckt, die nicht funktionieren. Auch der Hardcore-Modus, der auf jegliche Booster verzichtet, war ein Wunsch der Spieler.

Ein Uncharted-Film ist geplant, seid ihr auch involviert?

AM: Ja, wir haben eine sehr enge Beziehung mit der Produktionsfirma. Wir geben ihnen einige Richtlinien, aber wir lassen ihnen auch genug Freiraum um ihre eigene Idee zu erschaffen.

Habt ihr einen Favorit für den Part von Nathan Drake?

AM: Das ist schwer, wir diskutieren ständig darüber. Der kürzliche Wechsel des Regisseurs hat einige neue Namen wie Bradley Cooper in die Menge geworfen. Wir haben aber keinen Favoriten, denn für uns ist Nolan North als Sprecher von Drake ständig in unseren Köpfen.

JR: Das kann ich gar nicht sagen. Hollywood funktioniert völlig anders als bei uns. Beim Casting suchen wir passende Leute, während sie einen bekannten Namen benötigen. Ich habe bereits die Namen Nathan Filion, Bradley Cooper oder Hugh Jackman gehört, aber ich denke jeder dieser könnte Drake spielen. Wichtig ist mir eher, dass der neue Regisseur Neil Burger den Schauspieler wählen darf, der am besten zu seiner Idee von Uncharted passt. Er soll nicht einfach Uncharted 1 kopieren, sondern eine eigene Vision kreieren. Ich wäre aber bereits froh, wenn der Film überhaupt erscheint, denn bis dahin ist es noch ein langer Weg. Das würde Uncharted noch mehr Leuten vorstellen.

Habt ihr euch schon überlegt, andere Charaktere ins Zentrum zu rücken?

AM: Wir suchen immer neue Wege, Spieler mehr aus dem Uncharted-Universum zu zeigen. Bisher ging es meist um Nathan, auch das bald erscheinende Buch und Comic erzählen mehr über seine Hintergrundgeschichte. Wir sind aber durchaus gewillt, in der Zukunft vielleicht andere Charaktere ins Zentrum zu rücken. Momentan haben wir aber noch einiges über Drake zu erzählen.

Naughty Dog startete mit Crash Bandicoot und Jak & Daxter, werden wir diese Reihen auf der PS3 wiedersehen?

JR: Wir besitzen leider nicht mehr die Rechte für Crash, deshalb dürfen wir keine Spiele mehr mit ihm entwickeln. Zu Jak & Daxter darf ich nichts sagen, ich habe mich bereits gestern schon verplappert.

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Über den Autor

Nomadisch zog Federico von N64 zu PC, Xbox und Wii, bis er auf der PS3 seine Bestimmung fand: Das Sammeln von Trophäen. Je grösser die Challenge, desto besser.



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