Pixelblog Pixels

Veröffentlicht am 1. August 2015 von Adrian Dermon

0

PIXELS

Als Patrick Jean vor fünf Jahren ein Kurzfilm namens Pixel rausbrachte, in dem Ausserirdische uns als Videospiele der 80er Jahre angreiften, dachte wohl niemand, dass es auch mal ein echter Film dazu geben wird. Da aber Hollywood schon lange die Ideen ausgegangen sind, hat sich Sony die Rechte dazu geschnappt und setzte es als Actioncomedy um. Mit der geballten Kraft ihren “lustigsten” Schauspieler versuchen sie nun einen Sommerhit zu schaffen. Als Film- sowie Spielefan war ich selbst gespannt und sage warum er mich leider nicht überzeugte. Spoiler versuche ich aber zu vermeiden.

Die Story
1982 schickt die Nasa einen Satelliten ins All mit Dingen der Erde, die ausserirdischem Leben zeigen sollen, wie wir ticken. Darunter befindet sich auch eine Videokassette von der Weltmeisterschaft der Videospiele. Nach über 20 Jahren nehmen die Ausserirdischen Kontakt auf, haben aber die Botschaft falsch verstanden und greifen eben mit den Videospielen der 80er Jahren die Welt an. Da sie fair bleiben wollen, geben sie der Menscheit wie in den früheren Spielen drei Leben oder 3 Chancen, bevor sie mit der grossen Kavallerie kommen. Weil das Militär machtlos ist, holt sich der Präsident (gespielt von Kevin James) die besten Videospieler der 80er zur Hilfe. Glücklicherweise ist dies auch sein bester Freund (Adam Sandler), der sein da Sein als NERD Angestellter (Installieren Fernseher) fristet. Nun erhält er die Chance die Welt zu retten und natürlich auch noch die Liebe seines Lebens zu finden.

Was stört?
Wenn man den Plot so liest, könnte man ihn gleich für die letzten Adam Sandler Filme, die gemacht wurden, verwenden. Adam Sandler spielt wieder einmal einen liebenswürdigen Versager, der zu was Höherem bestimmt ist und es dann auch zeigen darf. So wird nicht nur sein Leben, sondern auch das Leben aller seiner Mitmenschen zum Guten gekehrt. Natürlich kommt noch eine belanglose Liebesgeschichte hinzu, die wohl ein Autor auf einer Serviette kurz niedergeschrieben hat. Es ist von Anfang an klar, wie es dort endet, nimmt aber viel zu viel vom eigentlichen Film über den Kampf der Ausserirdischen in Anspruch. Dazu spielt Adam Sandler wieder mit so wenig Emotionen, dass man am liebsten wünscht, das er verliert.

Im Gegensatz zu Adam Sandler, der einfach völlig überbewertet wird, gefällt der andere Cast. Doch dieser darf einfach nicht recht zum Zug kommen. Kevin James, als leicht überforderter Präsident, darf nicht einmal im Ansatz sein Potenzial hier ausleben und wird nur dazu benutzt, dass er ein paar seichte Sprüche sagen darf. Dazu kommen noch Peter Dinklage (Game of Thrones) und Josh Guad (Die Trauzeugen AG) dazu, die ihre Rollen toll spielen, aber nur die einfachen Klischees, die man von Videospieler hat, abdecken sollen.

Und da ist das andere grosse Problem. Obwohl dieser Film an Spieler gerichtet werden sollte, werden diese immer als Nerds beschimpft. In der heutigen Zeit, ist dies wohl unangebracht, da fast alle einer der Klassiker auf dem Handy haben. Ausserdem versuchen sie gar nicht nach “jungen” Rekruten zu suchen, obwohl es auch heute Weltmeisterschaften gibt. Der Film handelt um Spiele, diese werden aber nur für die Effekte und die Nostalgie benutzt. Ansonsten kann sich der Film nie entscheiden für welche Zielgruppe er sein soll.

Was gefällt?
Nehmen wir die belanglose Story rund um Adam Sandler beiseite, dann gibt es wirklich einige gute Punkte in diesem Film. So sehen die Effekte wirklich schick aus und die Spielefiguren wurden super auf die reale Welt übernommen. Wenn zum Beispiel Pacman sich durch New York frisst, dann kann man diesem gelben Kerl kaum böse sein. Leider kommen eben die Figuren zu kurz. Der Film wirft erst am Ende fast alle Figuren (inkl. Mario, achtet darauf) bei der grossen Schlacht auf das “Spielfeld”.  Hier kommen dann zwar alle Videospielefans auf ihre Kosten, doch das dauert nur einige Minuten über den ganzen Film gesehen. Den Kampf gegen Donkey Kong ist aber wirklich wieder sehenswert. Hier sieht man zumindest, dass all die grossen Publisher ihr OK für die Verwendung ihrer Figuren gaben, was man wirklich loben muss.

Mein Tipp: Schaut euch den Abspann an, der erzählt nämlich nochmals den ganzen Film aber in einer 8 Bit Fassung. Dass dieser jedoch nur einige Minuten geht, zeigt wie einfach die Story ist.

 

 

Fazit

Zugegeben wegen den Trailer und den Filmplakaten dachte ich ernsthaft, dass es kein typischer Adam Sandler Film wird. Leider ist es einer geworden. Die Story verliert viel zu viel Zeit auf unwichtige Dinge bevor sie in Fahrt kommt. Den Film rettet einzig und allein die tollen Effekte und die gut umgesetzten Ideen, wenn der Angriff beginnt. Man hätte aber viel mehr rausholen können. So ist er jedem, der ein wenig Videospielnostalgie geniessen möchten doch noch zu empfehlen, einen richtigen Grund um ihn zu sehen, gibt es aber nicht.

56%

Viel Potenzial verschenkt


Leserwertung: 0

Weitere Beiträge zum Thema: , ,


Über den Autor

Als Kind süchtig, als Jugendlicher ein Nerd und jetzt nur noch ein Liebhaber der Kunst der Videospiele. Adrian machte in seinem Leben alle Zyklen eines Gamers durch und war immer der Nintendo und der Sony Konsolen treu. Seine Stärke sind Sportspiele. Aber einem guten Spiel aus anderen Genres ist er nie abgeneigt. Häufigster Spruch beim Spielen: Schleichen kann man, wenn man tot ist.



Back to Top ↑