Reportage JapAniMangaNight-Titelbild

Veröffentlicht am 7. Juni 2015 von Yasmin Zattal

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JapAniManga Night 2015

Die JapAniManga Night 2015 fand zum ersten Mal in Davos statt. Adrian und ich liessen uns dies nicht entgehen und machten uns auf den Weg. In diesem Bericht erzähle ich euch von meinem Erlebnis an der diesjährigen JAN. In einem zweiten Bericht kommt dann Adrian zum Zug. Seid gespannt!

Die ersten Eindrücke
Als regelmässige Jan-Besucherin war ich, wie so viele andere wahrscheinlich auch, sehr gespannt ob die neue, immens grössere Location in Davos die lange Reise Wert war. Ganze 3,5 Stunden war ich unterwegs um meine geliebte Convention auch dieses Jahr zu besuchen. Unter uns, ich gehörte zu denen welche die Organisatoren dafür verfluchten, dass diese die Jan so weit weg verpflanzt haben. Aber das hinderte mich nicht daran der JAN eine Chance zu geben sich zu beweisen. Mit ein paar Freunden habe ich eine Wohnung in Davos gemietet und war bereits Freitag gegen Mitternacht vor Ort. Nach ein wenig Schlaf rückten wir am Morgen dann auch schon aus um die Eröffnung nicht zu verpassen.

Das Kongresszentrum sah beeindruckend aus von aussen.Genauso wie die Schlange an Menschen, welche sich in die Location reinpressen wollte. Da wir aber recht früh dran waren, kamen wir doch noch schneller als gedacht rein. Beim Eingang wurde uns klargemacht, dass es nicht erlaubt sei Getränke von draussen mit ins JAN-Gelände zu bringen. Für mich war das (noch) kein Problem, aber jemandem den ich kenne wurde ein Flaschengetränk abgenommen. Nach der Kontrolle waren wir also drin. Die Eröffnungsshow und vor allem das traditionelle Video zu Beginn waren super! Weniger super war die Tatsache, dass die Haupthalle meiner Meinung nach ein Fassungsvermögen für einige Stühle mehr gehabt hätte, aber die hinteren Reihen mangels aufgestellter Stühle zu „Stehplätzen“ wurden. Dies war besonders ärgerlich für meine kleineren Kollegen, welche Mühe hatten über Köpfe und zwischen Körper hindurch die Show zu sehen. Allgemein unabhängig von der Haupthalle meinte eine Kollegin von mir, dass mehr Stühle überall auf dem Gelände ziemlich praktisch wären. Für die Grösse der Location gab es einfach zu wenig Zonen zum relaxen. Die Sitzgelegenheiten unten vor der Haupthalle waren meist voll, vor allem weil diese Plätze als eine Art „Esszimmer“ benutzt wurden.

Das Bezahlsystem
Apropos Esszimmer, das Bezahlsystem an der JAN funktionierte folgendermassen, man kaufte Bons im Wert von 4,50CHF oder 10CHF. Diese wiederum tauschte man gegen Essen oder Getränke ein. Hier kommt ein weiterer Punkt den ich persönlich genauso wie eine Mehrheit meiner Freunde bemängelten:
1. Ich fand den Getränkepreis von 4.50 einen ziemlichen Wucher. Egal ob Mineral oder Red Bull war alles gleich teuer. Da überlegt man sich 3mal ob man nochmals den Durst auf dem JAN-Gelände oder nicht doch lieber in der Wohnung mit Getränken von „aussen“ stillt.
2. Wenn ich mich recht erinnerte gab es früher Bon Pakete, die so günstiger wurden. Die vermisste ich hier.
3. Für den Essensbon von CHF 10.- habe ich drei Gerichte probiert oder mir erzählen lassen wies schmeckt: Reis mit Curry, Ramen oder ein Sushipaket. Curry gab es in grossen Portionen, die Nudeln draussen vor dem Eingang waren eher zu wenig.

Am Sonntag habe ich an einem der Stände „Bubble Tea“ gekauft und probiert und leider waren zu diesem Zeitpunkt die guten „Bubbles“ schon verkauft.

Vieles zu entdecken
Einkaufsmöglichkeiten gab es im grossen Stil und mit allen möglichen Merchandise und sowieso alles was das Otaku Herz begeistert. Sehr geschätzt habe ich, dass ein paar wenige der Händler sogar die Möglichkeit mit Karte bezahlen zu können angeboten haben. Ein Bancomat gab es im Gegensatz zu Winterthur gleich in der Nähe. Es gab die alt bekannte Fotowand bei der man mit Freunden für ein Foto posieren konnte, dieses Jahr in Blau gehalten, welche ich sehr schätze. Zudem gab es einen Bereich an der JAN an dem man Kleinigkeiten kaufen konnte und somit Geld für den Wiederaufbau in Fukushima spenden konnte. Eindrücklich waren die Fotos der Zerstörung und die kleinen Texte welche die Bilder erklärten. Schön fand ich auch die Möglichkeit Fotos und Grüsse an die Leute vor Ort schicken zu können. Zudem gab es Tische voller farbigem Papier mit welchem man kleine Origami falten konnte.

Auch fasziniert war ich vom Gamedungeon dieses Jahr. Wenn es letztes Jahr nur ein einzelner Raum, der mit Konsolen gefüllt war, so gab es in Davos eine gefühlte ganze Etage welche zum entspannten Gaming einlud. Speziell cool fand ich einen Bereich in dem man „Let’s Dance“ mit Freunden spielen konnte.  Am Samstag habe ich mir den Cosplay Wettbewerb angeschaut. Tolle Cosplayer und schöne Shows – wären da nicht die technischen Probleme, welche öfters auftraten. Dies war natürlich schlechter für die Teilnehmer, die dann sichtlich nervös wurden.

Samstag Nacht habe ich mir das Konzert von „Wing Works“ angehört und angesehen. Dazu muss man sagen, dass ich weder die Band kannte noch japanisch verstehe. Aber wenn es etwas gab was wirklich gerockt hat an der JAN – und das meine ich auch im wörtlichen Sinne, dann war es dieses Konzert! Die Band erschien in futuristisch glänzenden, blinkenden Outfits und performte was das Zeug hält! Zudem schön fand ich die Interaktion mit dem Publikum. Ich und meine Freunde jedenfalls hüpften und klatschten bis zum Ende mit. Die Stimmung war super, aber das war noch nicht alles! Inmitten des Konzertes gab es eine Überraschung mit der wohl niemand gerechnet hatte. – Es gab sogar einen Heiratsantrag während dem Konzert! Die Glückliche sagte ja und die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt.

Wie jedes Jahr machte ich auch vom „Bring&Buy“- Service an der JAN gebrauch. Man bringt nicht mehr benötigte Ware vorbei und diese wird für dich verkauft. Das Geld und alles was nicht verkauft werden konnte holt man bevor man die Jan verlässt wieder ab. Die Räumlichkeit fürs Bring&Buy schien mir grösser als die Jahre zuvor, allerdings gäbe es auch hier Verbesserungspotenzial- es bräuchte eine klare Reihe bei der man Gegenstände bezahlen kann, dann eine weitere Reihe bei der man seine Liste abholen kann, dann noch eine weitere Reihe bei der man sich sein verdientes Geld auszahlen lassen konnte. Am Sonntag war die Schlange gigantisch weil alle drei Sorten von Anliegen in der gleichen Reihe standen und es nur einen Ordner gab indem nur jemand blättern konnte. Dies ist keine Kritik an die Leute vom Bring&Buy ich habe gesehen, wie diese ihr Bestes gegeben haben es liegt mehr daran dass es noch besser ginge wenn man vielleicht mehr als einen Ordner hätte. Das anstehen dauerte ewig.

Das Maidcafe schien so begehrt zu sein, dass es am Samstag bereits innerhalb einer halben Stunde ausgebucht war für den Rest des Tages. Die Maids habe ich dann per Zufall noch mal in einem der Gänge getroffen, aber in den Genuss von Süssem und den exklusiven Maid-Service bin ich somit leider nicht mehr gekommen. Schade!

Zu guter letzt habe ich am Sonntag noch den Final Game Contest und die Tombola angeschaut. Der Game Contest war witzig aber irgendwie weniger spektakulär als zum Beispiel letztes Jahr. Genauso wie ich persönlich fand, dass der Hauptpreis für den finalen Gewinner beim Game Contest nicht allzu toll war.

Die neue Tombola Auslosung gefiel mir leider nicht so. Vorallem die “Nieten”-Lose welche es soweit ich weiss letztes Jahr nicht gab. Allgemein kam mir das Ende der Jan relativ „gehetzt“ vor. Als wollte man schnell durch mit dem Programm. Nach der Tombola gab es noch einen Resteverkauf bei dem man Ramune, einige weitere Getränke, Yakitori Spiesse und anderes ein wenig günstiger – und unter anderem (ENDLICH) mit Bargeld kaufen konnte. Das war ziemlich praktisch.

Ich selbst kann leider weder zu Workshops noch zu Filmen an der Jan etwas sagen, über das wird euch Adrian aber was erzählen. Habt ihr Lust einen optischen Eindruck von der Jan zu kriegen? Dann schaut euch durch unsere Fotogallery! Diese findet ihr HIER!

Fazit

Schlussendlich muss ich sagen war diese Jan wiedermal ein tolles Erlebnis. Es gibt vor allem Verbesserungspotenzial indem man einige Helfer mehr einstellt. Viele waren fast schon überfordert. Ich denke es lag aber daran, dass einige angemeldete Helfer ihre Arbeit nicht korrekt wahrgenommen haben, was zu mehr Arbeit für die seriösen Helfer führte. Zumindest besagen dies Gerüchte.

Zudem sollte man sich überlegen was man gegen die Menschenschlangen tun könnte. Ich persönlich bemängle das Bon-System an der JAN ziemlich. Egal was man möchte man steht garantiert zweimal an. Einmal fürs Bon organisieren an Schlange Nummer 1, dann an Schlange Nummer 2 um etwas zu trinken oder zu Essen für den Bon zu erhalten. – Wenn man Pech hat kann der gesamte Prozess 30 Minuten und länger dauern.

Abgesehen davon wäre eine Ruhe Zone eventuell mit Sesseln/ Sofas eine echte Wohltat.  Insgesamt kann ich mich noch nicht so ganz mit der „neuen“ JAN anfreunden, weil ich die Menschenmasse und die Location (noch) zu gross finde, aber ich denke ich bin an der nächsten wieder dabei und schaue ob sich wieder einiges verbessert hat bis dann. Ich hoffe es wird immer besser und besser!

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Über den Autor

Die erste Konsole, ein Gameboy Pocket in gelb. Die ersten Games, Pokemon blaue Edition, Bomberman Pocket und Kirby. Einmal begonnen mit gaming, dann niemehr aufgehört. :) Heute zockt sie am liebsten diverse Indie-Games auf Steam oder das online Game League of Legends. Inzwischen auch diverse Games auf der PS3. Wenn Sie unterwegs ist auch mal irgendwas auf dem 3DS oder der PS Vita.



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