Firstlook Call of Duty: Black Ops 2

Veröffentlicht am 2. Mai 2012 von Eddie Brand

0

Details und Trailer zu Black Ops 2

Bei Modern Warfare 3 wurde ersichtlich, dass das Franchise mehr als nur einen Setting-Wechsel braucht, um als Spielerlebnis prickelnd zu bleiben. Black Ops 2 scheint dieser Notwendigkeit auf mehreren Ebenen nachzukommen. Dementsprechend widmen wir uns im Folgenden zuerst dem Setting und der Story, dann den spielerischen Neuerungen. Zur Einstimmung jedoch zunächst einmal der Reveal-Trailer.

Setting und Story

Etwa ein Drittel der Singleplayer-Kampagne findet im nach wie vor für das Shooter-Genre eher originellen Kalter-Krieg-Szenario statt, wobei die Anfänge der späteren Geschehnisse erlebt werden und die direkte Verbindung mit dem Vorgänger hergestellt wird. So erfolgt ein Wiedersehen mit einigen aus Black Ops bekannten Gesichtern wie Alex Mason und Frank Woods. Richtig gelesen bzw. im Trailer gesehen, wie man nach dem mirakulösen Wiederaufleben des unheimlich charismatischen Cpt. Price in Modern Warfare 2 erwarten konnte, kehrt sein “real existierendes” Pendant aus Black Ops, Woods, ebenfalls von den Toten zurück. Mason und Woods leiten Einsätze in den 80ern in Angola, Afghanistan und Panama.

Ein Grossteil der Kampagne wird jedoch, wie gestern mitgeteilt, erstmalig in der Geschichte des Franchises in der Zukunft, genauer in den Jahren 2022 und 2025, angesiedelt sein. Dort eskalieren anstelle von Streitereien um Erdöl politische Reibereien um Seltene Erden, welche für moderne Elektronik notwendig sind, zu kriegerischen Konflikten. In diesen geht es hauptsächlich darum, wie sich eine Gesellschaft wehren kann, wenn ihre gesamte Verteidigung, welche hauptsächlich aus unbemannten, automatisierten, aber vor allem moralisch gewissenlos gebliebenen Waffensystemen besteht, plötzlich gegen sie eingesetzt wird.

Die beiden Zeitebenen wiederspiegeln den Kontrast zwischen der Gefahr, die von traditionellen Armeen ausgeht, welche dem Nationalstaat-Gedanken einer technologisch noch eher unvernetzten Weltbevölkerung folgen, und dem dramatisch gestiegenen Konfliktpotential, das in einer fundamental vernetzten Welt selbst die kleinste, aber hochtechnologisierte Gruppe innehat. Dadurch werden gegenüber dem Vorgänger die Gegensätze von Mensch und Maschine stärker in den Vordergrund gerückt, was im Trailer schön zu sehen ist: Körperlich überlegene, standardisierte, emotions- und kulturlose Maschinen gegen verletzliche, gealterte und i.d.S. mit einer vertrauten Geschichte und Kultur verbundene menschliche Individuen. Zur Veranschaulichung dieses Hintergrundes bietet sich der unten eingebettete Trailer an, der die Quintessenz des jüngst online gestellten interaktiven Trailers bietet.

Die Gegenüberstellung Mensch/Maschine ist natürlich so alt wie die Science-Fiction selbst – könnte aber durch die bereits aus dem Vorgänger bekannte achronologische Erzählweise, wobei man nun zwischen Vergangenheit und Zukunft wechselt, und die Präsenz der bekannten und teilweise alternden Protagonisten an Brisanz gewinnen. Nicht nur von da her erinnert das Spiel an Metal Gear Solid 4 und Deus Ex: Human Revolution.

Technik

Dieser Vergleich gilt jedoch auch im negativen Sinne. Grafisch und animationstechnisch dürfte der Trailer entgegen der Engine-Optimierungen niemandem positiv überraschen, sondern an das stark gemischte Gefühl des Reveal-Trailers von Modern Warfare 3 erinnern. Call of Duty setzt seit jeher auf das unmittelbare Spektakel seiner audiovisuellen Action, sodass der Trailer insofern nicht funktioniert, als die dafür eingesetzte Technik nicht erstaunt.

Spielmechanik

Erfreulicherweise sind aber echte spielerische Innovationen geplant, die dem Eindruck eines bis auf das futuristische Szenario eher ideenarmen Ablegers entgegenwirken. So eröffnen sich dem Spieler erstmals Entscheidungsmöglichkeiten, wobei sich kleinere beispielsweise lediglich in der Wahl der Vorgehensweise während einer Mission äussern, grössere hingegen Verzweigungen der Story umfassen sollen.

Der Aspekt von Entscheidungen kommt vor allem in den neuen Strike-Force-Missionen zum tragen, welche mit der Kampagne verwoben sein werden. Der Spieler kann beispielsweise zwischen verschiedenen Krisengebieten mit unterschiedlichen Missionszielen einen Einsatz auswählen, was als Entscheidung zwischen den Storyverzweigungen gewertet wird. Während dieser Missionen wiederum, deren Leveldesign bedeutend offener gehalten ist als von Call of Duty gewohnt, hat der Spieler einerseits dank des Übersichts-Modus Gelegenheit, das konkrete Vorgehen seinem Gutdünken anzupassen. Anderseits bereichert dieser Modus das Shooter-Erlebnis um taktische Tendenzen, da darin herausgezoomt und das Team nicht nur koordiniert, sondern die eigenen Einheiten – organische wie mechanische – frei nach Wahl selbst gesteuert werden können.

Scheint also so, als entwickle sich die Marke Call of Duty nach der zunehmenden Stagnation von Modern Warfare endlich weiter.

Quelle: g4tv.com

Weitere Beiträge zum Thema: , , , , ,


Über den Autor

Seit frühesten Kindestagen audiovisuellen Unterhaltungsmedien verfallen, wobei sich diese Welt für ihn hauptsächlich aus Games, Filmen und der Musik aus beidem zusammensetzt. Insbesondere storylastige Action-RPGs aus dem Hard-Sci-Fi-Bereich lassen die reale Welt sich in seinen Augen auflösen.



Back to Top ↑