Firstlook Wakfu

Veröffentlicht am 19. August 2011 von Robin Schwarz

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Wakfu

MMORPGs gibt es seit dem riesigen Erfolg von Blizzards „World of Warcraft“ wie Sand am Meer, wie Sterne am Himmel, Besoffene auf der Reeperbahn oder schlechte Wortspiele in Schlagzeilen von Boulevardzeitungen. Die meisten Spiele wagen nicht besonders viel, haben ein normales Fantasy-Setting, die üblichen Obermotze, die üblichen Dungeons, die üblichen Quests. Erfrischende Konzepte gibt es selten. Nun kommt „Wafku“, das sich momentan in der Open Beta befindliche Spiel der französischen Spieleschmiede Ankama – für mich trotz kleinem Namen ein grosses Highlight der diesjährigen GamesCom.

Der Charme des Kleinen
Die meisten Präsentationen an der GamesCom laufen nach einem ähnlichen Schema ab. Man gelangt in einen Pressebereich, wird von routinierten PR-Leuten auf einen Platz verwiesen und ist ab sofort eines der anonymen Journalisten-Gespenster, die es auf jeder x-beliebigen Messe zuhauf gibt. Deshalb geniesse ich Präsentation im kleineren Rahmen, besonders, wenn Entwickler derart hinter ihrem Produkt stehen können. Marketing Assistant Nadja Reinhardt begrüsst mich, erzählt mir die Basics, alles was man über Ankama wissen muss und verweist mich danach auf Etienne Fougerousse, einer der Entwickler, der hinter „Wafku“ steht. Ganz zu Beginn bin ich wegen der Manga-Browserspieloptik noch etwas skeptisch, da mir J-RPGs normalerweise nicht so in den Kram passen, aber wenige Minuten später ist klar – don’t judge a book by its cover. Denn was an Mut und Kreativität in „Wafku“ steckt, sucht momentan seinesgleichen.

“I have a dream…”
Man könnte sagen, ich gehöre zu den Spielern, die sich immer etwas grämen, wenn sie wieder von einem neuen MMORPG hören und sich diese immer auf normale Dungeons, Leveln und Kämpfen beschränken, wobei es doch so viele Möglichkeiten gäbe, ein Online-Spiel zu gestalten. Stellt euch vor ihr könntet plötzlich Gouverneur einer Nation werden, erwählt von den Spielern? Sollte sowas schon immer euer Wunsch gewesen sein, ist heute euer Glückstag, denn genau das ist in „Wafku“ nämlich möglich. Alle zwei Wochen wird in der Nation, der ihr euch nach dem Tutorial angeschlossen habt ein Gouverneur gewählt – und ihr könnt euch zur Wahl stellen. Solltet ihr gewinnen, winken euich einige neue Spielfeatures und eine Krone. So könnt ihr vorgefertigte Gesetze erlassen, bei deren Brechen dem jeweiligen Übeltäter Minuspunkte aufs Konto geknallt werden – mit der Konsequenz, dass der vielleicht irgendwann als Outlaw gekennzeichnet wird. Dazu steht es euch frei, eure Herrschaftsart zu wählen, Reden zu halten und Diplomatie mit Nachbarnationen zu führen. Klingt toll, nicht?

Auf in den Sandkasten!
Auch wenn ihr kein Politiker sein wollt, gibt es in „Wafku“ aber genug zu tun, aber nicht im herkömmlichen Sinne, denn Quests, die auf der Hintergrundgeschichte der Welt aufbauen, existieren nicht. Ihr könnt euch auch als Crafter betätigen, denn diese braucht die Spielwelt ausnahmsweise wirklich, da es keine NPC-Händler gibt. Woher sonst kriegt der Krieger denn sein Brot oder sein Fleisch? Nur aus eurer eigenen Ladenlokalität.

Ein weiteres wichtiges Element von „Wafku“ ist das dynamische Ökosystem. Anders als in den meisten anderen Spielen, ist ein Baum halt weg, wenn er abgeholzt wurde. Man kann ihn natürlich wieder anpflanzen, aber das will doch gut organisiert sein, nicht? Und: ein Monster zu töten, bedeutet, es wirklich zu töten. Tiere und Monster können ausgerottet werden und eventuell muss der Gouverneur eine Spezies als vom Aussterben bedroht klassifizieren, damit sich die Bestände wiederholen. Hat hier jemand nach Ökoterroristen gerufen? Ja, es soll sie in der Open Beta nämlich bereits geben…

Fazit

Klar, das alles klingt vage, denn ein wirkliches Leitmotiv gibt es im Spiel bisher nicht, sondern nur die Anregung, Rollenspiel zu betreiben und die Möglichkeiten, die man hat, auszunutzen. Das ist die Definition von Sandbox. Und diese Sandbox hat enorm viel Potenzial. Ich werde es auf jeden Fall noch genauer antesten, wenn ich die Möglichkeit bekomme.


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