Preview Dark Souls

Veröffentlicht am 24. September 2011 von Cornelia Zogg

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Dark Souls

Sterben ist meistens in Games nicht so lustig und mit absolutem Frust verbunden. Es soll allerdings Gamer geben, die genau auf diese Art Kick stehen. Diese Spezies wurde vor einiger Zeit mit Demon’s Souls mehr als beglückt und erhalten nun mit Dark Souls einen Nachfolger zum fröhlichen In-Game-Sterben. Todesmutig wie wir sind, haben wir uns für euch ein erstes Mal durch das Land der Fürsten gewagt und als untoter Held mal ein paar Methoden des gediegenen Sterbens in Dark Souls ausprobiert. Aber der Masochismus soll ja in eine schöne Story gebettet sein und die zeigt sich in der Anfangssequenz doch schon gewaltig episch.

In der Welt herrschte Friede… bis das grosse Feuer kam. Aus der Dunkelheit, die das Feuer entfachte entstiegen grosse Fürsten. Darunter Nito, dann die Hexe von Zhalith und ihre Töchter des Chaos. Gwyn, der Fürst des Sonnenlichts mit seinen Kriegern und der verstohlene Zwerg, der irgendwie an Gollum erinnert. Die Menschen nutzten die Kräfte der Fürsten und forderten die grossen Drachen zum Kampf und nur durch den Verrat des Drachen Seath – dem Schuppenlosen – gelang ihnen der Sieg über die mächtigen Tiere. Doch das Zeitalter des Feuers neigte sich dem Ende zu und hinterliess nur ewige Nacht und Dunkelheit, nur noch eine vage Glut ist von der grossen Kraft der Fürsten zurückgeblieben. Einige Menschen tragen das verfluchte Finsterzeichen, das sie als Untote markiert. Menschen, die nach ihrem Tod auferstehen und als Zombies durch die Welt wandeln. Alle Menschen mit diesem Zeichen werden in den Norden deportiert und im Asyl der Untoten ihrem Schickal überlassen. Einer dieser Untoten seid – genau – ihr.

Ich bastle mir den Helden
Bevor es allerdings los geht steht es euch frei, euren eigenen Charakter zu erstellen. Da wird auch nichts dem Zufall überlassen. Von eurer Figur, über das Gesicht und die Farbe eurer Haare könnt ihr alles frei nach eurem Abenteurergusto entscheiden. Verschiedene Klassen stehen euch zur Verfügung, darunter Krieger, Pyromant oder auch der Bettler, der als mysteriöser Fremder nur im Lendenschurz bekleidet auf die grosse Reise gehen soll. Ich entscheide mich für den Krieger, denn schliesslich sollte man in Dark Souls angeblich einiges einstecken können. Ich errechne mir grössere Lebenserwartung, wenn ich mich für den eher robusten Krieger entscheide. Ich habe ausserdem einige Möglichkeiten zur Wahl, von denen ich schon mal grundsätzlich keine Ahnung habe, was sie bedeuten. Stärke und Agilität sind noch klar, aber was ist die Menschlichkeit? Ich werde es wohl irgendwann im Spiel herausfinden. Nichts desto trotz starte ich meine Reise.

Warum zum Teufel lebe ich noch?
Ihr startet im Asyl der Untoten, bewaffnet mit einem lächerlichen abgebrochenen Schwert. Das Tutorial für die Steuerung lest ihr wie damals bei Demon’s Souls mittels Nachrichten am Boden, die euch demonstrativ anleuchten. Gut, habe immerhin schon mal die ersten paar Gegner schadlos überstanden… Ok, es sind Untote die in der Ecke rumhocken und sich nicht wehren, also so schwer war das wirklich nicht. Weiter geht’s. Euere Energie regeneriert ihr, wenn ihr am Leuchtfeuer Rast macht. Die Leuchtfeuer sind überall verteilt und gewähren euch einen Monent der Ruhe und Entspannung. Den Moment hab ich genossen. Aber dann kam er…. ein grosses, fieses, riesiges, schwer bewaffnetes Ding namens Asyldämon und  meine erste Reaktion war: Rennen und fliehen. Ab durch eine Tür und weiter gehts in der Dunkelheit des Untoten-Asyls. Anscheinend war die Flucht die richtige Entscheidung, denn als Nächstes fasse ich meinen Schild und werde in dessen Gebrauch eingeführt. Mich beschleicht das dumpfe Gefühl, dass dieser Schild nebst meiner Waffe ein ganz ganz dicker Freund von mir werden wird. Allerdings bschleicht mich auch ein anderes Gefühl: Warum zum Teufel bin ich noch nicht tot? Interessanterweise habe ich nämlich noch nicht das Zeitliche gesegnet. Im Gegenteil, ich renne hier halsbrecherisch gefährlich durch die Gänge und bin noch quietschfidel – das habe ich nicht erwartet. Aber wer weiss, vielleicht fahren die Entwickler ja nächstens noch die harten Geschütze auf?

… ich lebe immer noch!(?)
Tun sie. Da renne ich gerade mal kurz ahnungslos die Treppe hinauf, haut mich ein von oben rollender Stein mit voller Wucht um. Wo ich aber in Demon’s Souls gerade auch gleich mein Ableben hätte bestaunen können und mich die schwarze Lady im Nexus begrüsst hätte, zieht es mir hier gerade mal einen läppischen Viertel meiner Energie ab. Fast schon ein enttäuschtes Raunen engleitet mir und ich renne weiter topfit durch die Gänge. Ein paar Mal springen mich einige Untote aus dem Schatten der Dunkelheit an, aber mehr als eine kleinere Herzattacke vom Schreck hinterlassen sie jeweils nicht. Etwas später treffe ich auf einen sterbenden Ritter, ebenfalls untot wie ich und kurz davor, seinen Verstand zu verlieren, zu sterben, und als Zombie umher zu irren. Doch er hat eine Aufgabe für mich und offenbart mir eine Prophezeihung: Die Untoten sind bestimmt, nach der Flucht aus dem Asyl das Land der alten Fürsten aufzusuchen um dort die Bestimmung derjenigen mit dem Finsterzeichen zu offenbaren. Ausserdem gibt er mir ein Fläschen mit, ein Estus-Flakon – anders gesagt fünf Heiltränke. Das tolle an diesem Wässerchen ist, das ich es jederzeit an einem Leuchtfeuer wieder auffüllen kann! Nice! Aber Achtung, rastet ihr an einem Leuchtfeuer werden automatisch alle Gegner wiederbelebt und legen es wieder darauf an, euch das Leben in Dark Souls so richtig schwer zu machen. Nun, ok, bis jetzt ist es noch nicht so schwer. Ich lebe immer noch… Und das Tutorial scheint kein Ende zu nehmen, die Anzahl der Angriffe und Aktionen, die ihr durchführen könnt, sind immens.

Ou verdammt… jetzt bin ich tot!… und schon wieder… ah, nochmal!
Neben den normalen Attacken gibt es zahlreiche Nebenattacken. Doch bald ist es mit dem Üben vorbei und JA es geht richtig rund. Ein Ritter schleicht aus einer Ecke und beraubt mich mal kurzerhand zwei meiner fünf vorhandenen Heiltränken. Es scheint mit den Spielereien vorbei zu sein und der Ernst des Lebens schlägt mir jetzt mit voller Wucht entegen. Denn als Nächstes stehe ich dem Asyl-Dämon gegenüber, der mich schon sehnsüchtig erwartet. Diesmal gibt es keinen Ausweg. Und ja, ich segne zum ersten Mal innerhalb von weniger als drei Sekunden gewaltig das Zeitliche! Mit der Schonzeit ist es definitiv vorbei: Auf ein Neues! Netterweise starte ich beim letzten Leuchtfeuer und brauche nicht wie in Demon’s Souls üblich das ganze Level erneut zu durchlaufen. Also gut, der Asyl-Dämon steht wieder vor mir und ich probiere gleich die neue Attacke aus, die mir zu Anfang etwas Spanisch vorkam. R1 im freien Fall drücken. Ich springe auf den Dämon hinunter und BAM!, die Hälfte seiner Energie ist Geschichte. Aber die andere Hälfte will nicht so recht und wir beginnen den ganzen Spass ein drittes Mal von Vorne! Schnell meinen Seelenpool an meiner Todesstelle aufgesammelt und – aller guten Dinge sind Drei – dem Dämon gezeigt wo der “Bartli den Most holt”. Dafür sterbe ich beim Ritter, dem popligen blöden Minigegner. Verflucht! Und nochmal! Diesmal schaffe ich es und ich erfülle die Prophezeihung: Als einziger Untote gelingt mir die Flucht aus dem Asyl – mein Bestimmungsort: Lordran – das Land der alten Fürsten.

Was muss ich bitte tun


In Lordran soll ich aufsteigen und Leuchtfeuer entzünden. Gut. Keine Ahnung was das heisst aber einfach mal los laufen scheint hier die beste Lösung zu sein. Es stellt sich heraus, ich bin nicht die Einzige, die es nach Lordran geschafft hat. Es gibt zwei Glocken der Erweckung. Ich soll sie läuten und dann soll etwas passieren. Ich habe keine Ahnung was es ist, aber es scheint, dass ich das wissen will. Also weiss ich schon mal, was ich zu tun habe. Auf meinem weiteren Weg werde ich aus einem Hinterhalt mal ganz kurz abgefackelt. Mmittlerweile ist Taktik gefragt. Gegner weglocken, darauf achten, dass ich nicht sterbe und immer schön geduldig bleiben und nichts überstürzen. Der Schwierigkeitsgrad hat gewaltig angezogen und ich ziehe mich schon mal warm an für die Stunden, die da noch kommen mögen. Für Neulinge wird der Einstieg in Dark Souls ein ganz schön fieses und hartes Stück Arbeit. Geduld ist gefordert, denn Dark Souls ist kein gemütlicher Sonntagsspaziergang. Für Kenner von Demon’s Souls wird es nicht viel Neues geben, die Spieler des Vorgängers werden bereits damit vertraut sein, keiner dunklen Ecke zu trauen, keine Abzweigung leichtfertig zu nehmen und sicher nicht versuchen, mehrere Gegner im Tank-Modus aus dem Handgelenk niederzumähen. Dark Souls scheint auf den ersten Blick ein sehr solider Nachfolger von Demon’s Souls zu sein. Die Story wirkt auch ein ziemliches Stück epischer, auch wenn zu Anfang noch nicht ganz klar ist, was es eigentlich mit den Fürsten, den Drachen und den Untoten tatsächlich auf sich hat. Aber schliesslich seid ihr dafür da, eben genau das herauszufinden! Also soll auch hier nicht mehr verraten werden.

Linear ist anders!
Die Dungeons sind abwechslungsreich, die Welt der Fürsten mit den verschiedenen Orten spannend aber auch nicht linear. Ab und an habe ich mich gewaltig verlaufen und musste einige Zeit aufwenden, nur um den richtigen Weg zu finden. Probieren geht über Studieren ist ab und an die beste Devise und wenn was nicht klappen sollte, einfach einen anderen Weg probieren und immer schön darauf achten, nicht zu sterben. Und das ist gar nicht so leicht. Während das Tutorial noch gnädig war, wird es dann ziemlich haarig in den späteren Abschnitten. Manchmal kracht es einfach nur gewaltig um euch herum, ohne das ihr beispielsweise einen Gegner sehen könnt – ein deutliches Anzeichen dafür, dass da mit Sicherheit was ganz grosses im Anmarsch ist, dem ihr eigentlich lieber nicht begegnen wollt. Händler werden auch in Dark Souls euer Inventar aufstocken und euch behilflich sein. Allerdings fehlt hier – wie bereits in Demon’s Souls – die Möglichkeit, euer bereits bestehendes Inventar mit den Angeboten in den Läden zu vergleichen. Ein direkter Vergleich mit der Waffe, die ihr auf euch tragt ist somit nicht möglich und erschwert eure Shoppingtour ein klein wenig.

Wie in alten Zeiten
Der Sound hät sich im altbewährten Demon’s Souls Rahmen. Hintergrundmusik suchte ich vergeblich, dafür wird die Atmosphäre durch die Kampfgeräusche und das stetige säuseln des Winders doch positiv verstärkt. DIe Optik wurde gegenüber Demon’s Souls drastisch verbessert. KLar kann das Spiel nicht mit Grafikgrössen wie Uncharted oder ähnlichem mithalten, für Spiele dieses Genres mit dieser offenen Welt und dem Detailreichtum ist sie allerdings mehr als solide. Die Gegner sind abwechslungsreich und vor allem bei den Bossgegnern und Fürsten haben sich die Entwickler wieder einiges einfallen lassen, um die Spieler immer wieder mit noch absurderen Monstrositäten zu beglücken. Ab und an begegnete ich einigen Lags, die aber hoffentlich in der finalen Version ab Oktober dann bereinigt sein werden. Was ebenfalls einen leicht schalen Beigeschmack ergibt, ist die Tatsache, dass bei mir oftmals das Gefühl aufkam, gewisse Gegner – auch die grossen Bosse – nur durch Glück zu bezwingen. In Demon’s Souls ging es darum, bei den Gegnern den richtigen Trick zu finden, wodurch es dann einfacher wurde, den Gegner zu schaffen. Bei Dark Souls gab es aber oftmals auch bei den grossen Gegnern keinen Trick. Es gab nur draufhauen und hoffen, dass es klappt- was einfach oftmals sehr frustrierend ist. Für einmal nicht im postiven Sinn.

Find’s doch selber raus
Leider konnte ich den Online-Modus noch nicht testen. Sicher ist allerdings, dass ihr bereits wie im Vorgänger kleine Nachrichten für eure Nachfolger hinterlassen könnt. Die bereits besetehenden Nachrichten sind hauptsächlich fürs Tutorial gedacht, das ganze Spiel wird sicherlich etwas sozialer, sobald ihr eure Konsole am Internet angeschlossen habt. Ich kann mir vorstellen, dass die Tipps eurer Mitspieler im World Wide Web durchaus von grossem Nutzen sein werden. Denn erklärt wurde mir im Spiel grundsätzlich wenig. Was es mit der Menschlichkeit auf sich hat und warum ich anscheinend nur eine leere Hülle bin und mich Anfangs noch nicht aufleveln kann, darüber schweigt das Spiel sich gekonnt aus. Also bleibt euch nicht viel mehr als all die kleinen Details des Spiels selbst heraus zu finden. Zumindest mir! Wenn das Spiel raus ist, werdet ihr im Internet sicher zahlreiche Hinweise finden, aber ich war teilweise ziemlich aufgeschmissen, respektive haben sich die  Entwickler auch in Dark Souls die Devise “Selber merken” gross auf die Fahne der Spieler geschrieben. Gleich unter dem Kleingedruckten “STIRB!”.

ghts, ein absolut fieser Schwierigkeitsgrad und Nervenkitzel bei jedem einzelnen Schritt. Allerdings bleibt ein fahles Gefühl, dass es oftmals einfach nur Glück ist, wenn ihr einen Gegner bezwingen könnt. Aber allenfalls lag das bloss daran, dass ich den Trick nicht rausgekriegt habe? Es ist schwer zu sagen, wo die Grenze zwischen schwer und anspruchsvoll und einfach nur künstlich erschwert und frustrierend liegt und muss jeder wohl für sich selber herausfinden. Jedenfalls scheint Dark Souls ein würdiger Nachfolger von Demon’s Souls zu sein und einiges an epischen Stunden vor dem TV für uns bereit halten in einer offenen Welt, die jeder Spieler individuell und für sich selbst erkunden kann. So. Und ich gehe jetzt eine weitere Runde sterben! HELL YEAH!

4

Dark Souls liefert das, was sich Fans von Demon's Souls erhoffen. Ein grundsätzlich ähnliches Spiel ohne grosse Neuerungen, das eure Nerven einmal mehr in einer Weise malträtiert, die an Masochismus grenzt. Die Welten sind gross und offen, die Gegner zahlreich und stark. Was ich im Anspielen der Previewversion allerdings arg vermisste, waren die kleinen Auftritte der richtig grossen Viecher. Während in Demon's Souls als erstes gerade mal ein riesiger Drache euren Charakter flambiert, verging in Dark Souls doch eine ganze Weile, bis das Spiel mit den grossen Brocken mit den richtig fiesen Auftritten aufgefahren ist. Die kleinen Zombiegegner bieten da nur wenig Abwechslung. Auch der Schwierigkeitsgrad hält sich zu Anfang doch in argen Grenzen - für Neulinge sicher brutal, für alte Hasen im Souls-Universum doch allenfalls einen Tick zu leicht und zu vorhersehbar. Aber wie gesagt: Zu Anfang - sprich in den ersten dreissig Minuten. Denn sobald die Schonzeit des Tutorials durch ist stellt sich der Demon's Souls-Frust wieder ein und ich fühlte mich in alte Zeiten versetzt - und erhalte damit genau das, was ich mir von einem Dark Souls erhofft habe. Knallharte Fights, ein absolut fieser Schwierigkeitsgrad und Nervenkitzel bei jedem einzelnen Schritt. Allerdings bleibt ein fahles Gefühl, dass es oftmals einfach nur Glück ist, wenn ihr einen Gegner bezwingen könnt. Aber allenfalls lag das bloss daran, dass ich den Trick nicht rausgekriegt habe? Es ist schwer zu sagen, wo die Grenze zwischen schwer und anspruchsvoll und einfach nur künstlich erschwert und frustrierend liegt und muss jeder wohl für sich selber herausfinden. Jedenfalls scheint Dark Souls ein würdiger Nachfolger von Demon's Souls zu sein und einiges an epischen Stunden vor dem TV für uns bereit halten in einer offenen Welt, die jeder Spieler individuell und für sich selbst erkunden kann. So. Und ich gehe jetzt eine weitere Runde sterben! HELL YEAH!

Fazit


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Über den Autor

Hardcore-Zockerin und Sony/Nintendo Fangirl der ersten Stunde. Vorwiegend anzutreffen beim Zocken von RPGs und allem, was aus dem Reich der aufgehenden Sonne kommt. Gamerin seit 20 Jahren – Teil des GameCity Teams seit 3 Jahren. Häufigster Spruch: „Shit! Inventar voll…“



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