Preview Driver: San Francisco

Veröffentlicht am 10. August 2011 von Cornelia Zogg

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Driver: San Francisco

Driver ist zurück! Und mit ihm John Tanner. Dieses Mal verschlägt es ihn und seinen Erzfeind Charles Jericho nach San Francisco. Die Geschichte beginnt auch genau dort, als Jericho in einem Gefängnis Truck auf den Strassen der Stadt sitzt. Er schafft es durch einen Trick und natürlich durch die Hilfe einiger Kumpel zu fliehen. Gut ist John Tanner mit seinem Partner in der Nähe und sie nehmen die Verfolgung mit dem gekidnappten Truck auf. Doch das Ganze geht nicht gut aus. Tanner wird in einen schweren Autounfall verwickelt und findet sich plötzlich mit der Gabe, die Körper von anderen übernehmen zu können. Doch Moment – das kann er nur, weil er mit schwerwiegenden Verletzungen im Krankenhaus im Koma liegt!

Ja, träum ich denn?
Nun beginnt für Tanner die fulminante Suche nach Jericho mit Hilfe dieser wundersamen Fähigkeit, die es ihm ermöglicht, jedes beliebige Auto zu übernehmen. Die Story ist durchaus gut durchdacht, ihr jagt nun von Mission zu Mission, um herauszufinden, was Jericho eigentlich plant – denn mal ehrlich, es ist sicherlich etwas Grosses. Die Story ist nur dann etwas verwirrend, wenn wir Tanner an den Schläuchen im Krankenbett sehen, gleichzeitig aber auch ein Tanner im Auto zusammen mit seinem Partner sehen, mit dem ihr euch immer wieder unterhaltet, um das weitere Vorgehen und die nächste Mission zu besprechen. Ist das nun der richtige Tanner? Oder träumt Tanner das alles bloss? Hier fragte ich mich ab und zu doch ein wenig, was nun real und was Traum ist – aber genau das machte das Ganze interessant!

Crash en masse
Doch mal ehrlich, die Story ist uns in Driver San Francisco doch ziemlich egal. Hier geht es nicht um Story, Plot und Wer-weiss-was, sondern um Gaspedale, Drifts und schnelle Wagen! Und genau das bietet Driver San Francisco. Glaubt mir, habt ihr das Spiel erst einmal in eurer  Hardware, werdet ihr herzlich wenig Zeit mit dem Hauptplot verbringen – so gings mir zumindest. Sobald ihr in die grundlegende Steuerung eingeführt worden seid und euren ersten Auto-Switch hinter euch habt, gibt es kein Halten mehr.

Driver 3 – der letzte Ableger der Serie – hatte ziemlich miese Kritiken. Oft wurde moniert, dass der Spieler viel zu viel Zeit ausserhalb des Autos verbringen musste. Das hat sich nun definitiv geändert: Ihr setzt keinen einzigen Fuss aus einem Auto, nein, ihr könnt während der Fahrt direkt von einem ins nächste Auto „shiften“. So werdet ihr nur schon die erste halbe Stunde damit verbringen, die verschiedenen Autos so zu positionieren, dass ihr kurz vor der Massenkarambolage aus dem Auto in die Geistform wechseln könnt und dann genüsslich die ganze Karambolage von oben betrachtet. Und das ist wirklich ganz ganz grosses Kino!

Ich tue alles. ALLES!
Die verschiedenen Missionen gestalten sich dann genau so, dass ihr diese Fähigkeit optimal nutzen könnt. Bei der Jagd nach einem flüchtenden Wagen reicht es nicht mehr nur, mit eurem Polizeiauto aufs Gaspedal zu treten. Ihr müsst gleichzeitig während der Fahrt in andere Autos wechseln und so dem Verbrecher den Weg abschneiden und Frontalkollisionen provozieren. Am besten dafür geeignet sind dicke Karren wie zum Beispiel ein Bus, Benzintransporter oder wahlweise gleich den Abschleppwagen. Wenn kein solcher zur Hand ist, müsst ihr euch dann eben mit den herumfahrenden PW’s begnügen und mit ihnen versuchen, den flüchtenden Fahrer zu stoppen. Mittels R1 shiftet ihr im Schnellmodus in den vorherigen Wagen zurück, wodurch die ganze Jagd dann jeweils noch rasanter wird. In anderen Missionen bzw. Nebenmissionen könnt ihr euch als Polizist nützlich machen, Rennen fahren, Zeitrouten fahren oder Mutproben bestehen. Die verschiedenen Missionen und auch Stunts, die ihr im freien Herumcruisen so macht, geben euch Willenskraft-Punkte. Diese gelten als Währung, mit der ihr neue und schnellere Autos kaufen könnt. Bei einigen Missionen ist das Fahrzeug vorgegeben, während ihr bei anderen Missionen selbst aus eurer Werkstatt ein passendes Gefährt aussuchen könnt. Und glaubt mir, die Mutprobe „Fahre 20 Sekunden über 200 km/h macht ihr besser mit einem Ford GT als mit einem VW Käfer… Die Missionen der Hauptgeschichte sind dann ebenso aufgegleist. Mal müsst ihr einen Handlager zum Sprechen bringen, also vollführt ihr einfach so lange so wilde Stunts, bis er euch panisch alles gesteht mit der Bitte, ihr sollt doch bitte anhalten! Oder ihr müsst ein bestimmtes Fahrzeug schützen, einen Zeugen in Sicherheit bringen und so weiter und so fort. Für Abwechslung ist auch bei all denen gesorgt, die sich lieber auf die Story als auf die zahlreichen Nebenmissionen kümmern wollen.

Just me, my GT and I… und das Radio!
Das Fahren an sich ist einfach nur absolute Spitzenklasse. Ich habe Stunden damit verbracht, einfach von Auto zu Auto zu wechseln oder mit meinen Lieblingskarren friedlich durch die Strassen von San Francisco zu rasen – möglichst im Gegenverkehr – und gleichzeitig am Radio herumgedrückt. Wie in der guten alten GTA Zeit… Zuerst war mein Lieblingsfahrzeug der Audi TT, von dem ich ganz zum Leidwesen der männlichen Redaktionsmitglieder einige mit meinen Fahrkünsten geschrottet habe. Aber tut mir Leid, es hat Spass gemacht! Und dann kam er… für 150‘000 hart ersparter Willenskraftpunkte stand er dann in meiner Werkstatt … mein Auto! Der Traum meines virtuellen Raserherzens: Der Ford GT! Von 0 auf etwa 250 in 5 Sekunden. Spitzengeschwindigkeiten von etwa 320 km/h! Ein Bijoux. Er war gut zu lenken, bei den Kurven scherte er nicht so extrem aus wie beispielsweise der Ford Shelby und der Drift funktionierte perfekt in Kombination mit der Bremse. Ein wunderbares Auto. Und so habe ich angefangen,  ewige Zeiten mit dem Ford GT mit 320 Sachen auf dem Tacho durch die Innenstadt von San Francisco zu brettern. Immer mit dem Song von The Hustlers im Radio – für die stimmige Hintergrundmusik zum gemütlichen Städte-Cruise. Was für ein Feeling!

Guck mal in den Rückspiegel
Aber auch ein Tanner muss was tun. Schliesslich gilt es, den Jericho zu schnappen, also ab und an nach einem geschrotteten Ford GT wieder auf die Piste und weiter geht’s in der Hauptstory. Diese ist unterteilt in verschiedene Kapitel von denen ihr jedes Mal wie bei einer Serie eine kurze Rückblende auf das „Was bisher geschah“ erhaltet. Denn nach den ersten paar Kapiteln habt ihr bereits so viele Personen kennengelernt, die irgendwie in Jerichos Machenschaften verwickelt sind, dass da schnell mal der Überblick flöten geht. Diese Zwischensequenzen sind dann auch ziemlich cool gemacht und sehen auch grandios aus. Auch die Optik der Gesichter und die Detailgenauigkeit der Umgebung und der Autos haben mich voll und ganz überzeugen können. Auch wird euch der kleinste Schaden an eurem Auto mit brutaler Wucht vor Augen geführt. Da bricht es einem das Herz, wenn beim neuen Lamborghini nach der ersten Wandschramme der Rückspiegel lasch herunterhängt. Aber das legt sich. Nach dem zehnten geschotteten Lamborghini gewöhnt ihr sich dran – ich spreche aus Erfahrung.

“Was ist bloss los mit dir?!”
Die Musik ist in Driver ein Highlight wie zu Zeiten von GTA IV. Das Radio immer mit dem Steuerkreuz am Bedienen, könnt ihr euch während des Geschwindigkeitsrausches auch noch gleich die passende Musik aussuchen. Da ist sicher für jeden etwas dabei und für jedes Gefährt und jede Situation ist ein dazu würdiger Song vertreten. Auch die Sprachausgabe ist sehr gut gelungen – und das sage ich, eine, die bei Sprachausgaben extrem pingelig sein kann. Aber die Stimmen der Protagonisten haben mich überzeugt. Die Macher haben sich sogar die Mühe gemacht, den Beifahrern Dialoge in den Mund zu legen. Shiftet ihr in ein Auto, in dem ein Beifahrer oder eine Beifahrerin sitzen, äussern die vehement ihr Befremden über den plötzlichen Sinneswandel ihres Fahrers. Da schreit eine besorgte Ehefrau ganz plötzlich: „Aber Schatz, was ist bloss in dich gefahren?“ oder der Müllmann im Müllwagen fragt euch, warum ihr denn auf einmal so seltsam fahrt. Ich glaube, während der ganzen Stunden in denen ich Driver San Francisco gespielt habe, hat sich keiner dieser Dialoge wiederholt. Und das ist bei der Unzahl an Rifts die ich durchgeführt habe ganz erstaunlich und ziemlich beeindruckend. Chapeau vor den Entwicklern!

Wo muss ich lang? Oh shit…
Aber es gibt natürlich nicht nur Rosiges zu berichten. Teilweise ist das Handling der Wagen so schwer, dass es ab und an ganz schön frustrierend werden kann, einzelne Missionen erfolgreich zu absolvieren. Wenn ihr gezwungen seid, eine Mission mit einem bestimmten Fahrzeug zu absolvieren und das so überhaupt nicht in euer Fahrschema passen will, rutscht ihr oft hilflos über den Asphalt. Klar hat so jedes Auto seine Stärken und Schwächen, die ein wahrer Driver auch beherrschen sollte, aber mal ehrlich – es frustriert, wenn man’s nicht kann! Ebenfalls müsst ihr ständig die Karte im oberen Bildschirmrand in der Mitte im Auge behalten, um zu sehen, wo ihr als nächstes am besten abbiegt oder wo euer nächstes Ziel ist. Das ist aber ziemlich schwer, wenn ihr mit 250 Sachen durch die Strassen brettern müsst, um der Polizei zu entkommen und gleichzeitig noch kurz die Augen auf die Karte richten sollt! Weil: Ihr seid nicht der einzige Fahrer auf den Strassen von San Francisco. Einmal beim Karten-Blick nicht nach vorne geschaut und schon küsst ihr das Heck eines voranfahrenden Autos. Das wiederum kostet Zeit und kann dazu führen, dass eure Mission scheitert. So müsst ihr teilweise Missionen so oft wiederholen, bis ihr die gesamte Strecke aus dem FF könnt und so die Karte nicht mehr braucht, um zum Ziel zu gelangen. Ein Schritt für Schritt von Abbiegung zu Kurve Vorarbeiten ist also da nötig und fordert einiges an Geduld und Durchhaltewillen.

Lust auf ein Rennen?
Driver wird ebenfalls über einen Multiplayer verfügen. Den konnten wir in der Preview-Version leider noch nicht testen, aber dieses Video sollte dazu etwas mehr zeigen. Ausserdem könnt ihr so einen Blick auf die Grafik des Spiels werfen, die doch ziemlich gelungen ist, wenn ich das mal dezent ausdrücken darf.

 

Fazit

Driver San Francisco hat mich absolut positiv überrascht. Nach dem eher schlechteren Dr3ver war ich doch neugierig, was denn da Anfang September auf uns zurollt. Und es ist definitiv ein schickes Spiel mit röhrendem Motor, einer flüssigen Steuerung und einem glänzend polierten Lack! Die Story ist spannend erzählt und wird euch gut unterhalten, die zahlreichen Nebenmissionen, Fahrzeuge und nur schon das ganz normale Herumfahren auf den Strassen wird euch noch besser unterhalten. Wir in der Redaktion sind ziemlich begeistert von dem Titel und haben ihn auf unserer Wunschliste schon dick angestrichen. Tanner is back! Und das ist in diesem Fall keine Drohung sondern ein wohliges Versprechen!

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Über den Autor

Hardcore-Zockerin und Sony/Nintendo Fangirl der ersten Stunde. Vorwiegend anzutreffen beim Zocken von RPGs und allem, was aus dem Reich der aufgehenden Sonne kommt. Gamerin seit 20 Jahren – Teil des GameCity Teams seit 3 Jahren. Häufigster Spruch: „Shit! Inventar voll…“



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