Testlabor Alpha Protocol The espionage RGP

Veröffentlicht am 21. Juni 2010 von Federico Gagliano

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Alpha Protocol: The espionage RGP

Die Thorton Verschwörung
Als ein Passagierflugzeug im mittleren Osten von Militärraketen abgeschossen wird, ist die Lage zu brenzlig um einen normalen Geheimdienst einzusetzen. Deshalb schaltet die amerikanische Regierung die Alpha Protocol Einheit ein, deren Agenten und Mittel selbst Mitgliedern nicht vollständig bekannt sind. Michael Thorton, das jüngste Mitglied, wird nach Saudi Arabien geschickt, um die Sache aufzuklären. Doch plötzlich steht er selbst auf der Liste der Staatsfeinde und muss eine internationale Verschwörung aufdecken.

Agenten basteln
Eine Trainingsmission lehrt euch zu Beginn alles Nötige, um auf dem Feld zu überleben. Schiessen, Schleichen und die richtige Benutzung der Hilfsmittel werden kurz geprüft und gewertet. Zusätzlich darf man einen Hintergrund wählen, um Thorton’s Grundkenntnisse festzulegen. Oder man wählt die Option Rekrut und kreiert einen Agenten ganz nach eigenem Gusto. Zum Schluss wird das wichtigste Feature vorgestellt, die Dialogfunktion. Nicht nur was ihr sagt, sondern auch wie ihr es sagt hat in Alpha Protocol erheblichen Einfluss auf das Geschehen.

Liebesgrüsse aus Moskau
Nach der Mission in Saudi Arabien stehen 3 exotische Ziele zur Auswahl, die ihr in beliebiger Reihenfolge abschliessen könnt. Taipei, Moskau und Rom liefern alle unterschiedliche Schauplätze und Charaktere, haben aber alle eines gemeinsam: Das Safe House, in dem Michael seine Einsätze sorgfältig plant. Hier kauft und wählt ihr Waffen und Ausrüstung für den nächsten Einsatz und sortiert eure Mails und Dossiers, die euch nützliche Infos zu den Missionen und Gegnern verraten.

Bond, Bourne oder Bauer?
Im Einsatz bleibt es euch überlassen, wie ihr Missionsziele erledigen wollt. Ob ihr das Gebäude Kopf voran stürmt oder ihr leise hineinschlüpft, beides bringt Vorteile mit sich. Experte könnt ihr aber nicht in allem werden. Denn Alpha Protocol ist im Kern ein Action-RPG, in dem ihr eure Fähigkeiten durch Aufleveln in die gewünschte Richtung lenkt. Dafür muss man aber andere vernachlässigen. Darum kann es durchaus vorkommen, dass ein perfekt platzierter Schuss doch nicht das Ziel trifft, wenn eure Skills mit der jeweiligen Waffe zu tief sind.

Mission: Impossible?
Die Möglichkeit seinem eigenen Stil folgen zu können bleibt aber eine Illusion. Manche Ziele sind viel leichter zu erreichen, wenn man die dafür passenden Kenntnisse verbessert hat. Bei Nebenzielen ist das kein Problem, da darauf verzichtet werden kann, aber leider geschieht dies auch in den Story-Missionen. Speziell für Stealth-Spieler kommt gegen Ende Frust auf, da zahlreiche Boss-Kämpfe euch das Leben schwer machen. Hat man bis dahin nur das Schleichen trainiert, wird all die Erfahrung nutzlos. Dies schränkt die Freiheit deutlich ein.

Freund oder Feind?
Einen grossen Teil des Spiels verbringt man in Dialogen. Hier muss man sorgfältig wählen, was und auf welche Weise man seinem Gegenüber antworten will. Die richtigen Freunde können euch das Leben viel angenehmer machen, die falschen Feinde hingegen zu ernsten Problemen werden. Zusätzlich wirken sich eure Antworten auf das Ende des Spiels aus. Die Folgen eurer Entscheidungen folgen meist zwar Klischees, dafür hat man wirklich das Gefühl, dass man durch die eigenen Entscheidungen das Geschehen beeinflusst.

Plappermaul
Nachteil ist aber, wie dialoglastig das Spiel geworden ist. Manche Charaktere quasseln Michael ein Ohr ab. Die Story lässt auch zu wünschen übrig. Das Netz verstrickt sich ein bisschen zu stark, so dass man zwischen all den Gruppen und Charakteren kaum den Überblick behält. Um wirklich alles zu verstehen, muss man sich durch seitenlange Dossiers und Mails lesen. Wer darauf verzichtet, wird zwar stets wissen wer die Bösen sind, aber kaum verstehen was das Ganze soll. Ausserdem wechselt der Erzählstil ständig zwischen todernst und absurd.

Doppelnull
Thorton’s Abenteuer ist leider voller Ecken und Kanten, die das Vergnügen vermiesen. Das liegt nicht nur an der mittelmässigen Graphik, die auf den Ersten Blick zwar akzeptabel ist, aber bei genauerer Betrachtung sehr hässliche Seiten birgt. Doch weit mehr stören technische Schwächen wie spontane Ladezeiten in den Levels sowie heftigen Rucklern bei belebten Szenen. Abstürze sind zwar selten, aber leider trotzdem vorhanden und nerven besonders. Sprachausgabe und Soundtrack überzeugen auch nicht besonders.

Fazit

Singleplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Alpha Protocol hat durchaus ein paar gute Ideen, scheitert aber an den Grundlagen. Das Gefühl, ein Agent zu sein, wird perfekt vermittelt. Auch der Einfluss der eigenen Entscheidungen ist deutlich spürbar und motiviert zum erneuten Durchspielen. Dies aber nur für diejenigen, die über die technischen Schwächen und die unausgeglichene Rollenspiel-Elemente hinwegsehen können. Wer dafür keine Geduld hat, sollte diese Mission definitiv nicht annehmen.

3.3


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Über den Autor

Nomadisch zog Federico von N64 zu PC, Xbox und Wii, bis er auf der PS3 seine Bestimmung fand: Das Sammeln von Trophäen. Je grösser die Challenge, desto besser.



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