Testlabor Army of Two The Devil’s Cartel

Veröffentlicht am 27. März 2013 von Michel Blind

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Army of Two: The Devil’s Cartel

Für den dritten Teil der Franchise hat sich EA Montreal Verstärkung aus dem Dead Space-Studio Visceral Games geholt und zeitgleich die Unreal Engine 3 verabschiedet. GameCity war von der gezeigten Vorabversion in München positiv überrascht und hat einige interessante Infos von Visceral Games Producer Greg Rizzer erfahren. Ob das fertige Game als Schweizer uncut Variante jedoch genauso überzeugen kann?

Die Hoffnung stirbt zuletzt
Das Leben in Mexiko wird überschattet durch Korruption, Drogen, Waffengewalt und Menschenhandel. Schnell wird klar, dass die Regierung schon längst nicht mehr die Fäden in den Händen hält und die Kontrolle über das Treiben des schlimmsten Kartells La Guadaña (auf deutsch “die Sense”) verloren hat. Es schreit förmlich nach dem T.W.O. (Trans World Operations), die mit Salem und Rios schon einige Erfolge gegen fiese Machenschaften auf anderen Teilen der Erde erzielen konnte. Ernst wird es jetzt auch für die zwei neuen Agenten Alpha und Bravo, die nach dem Abschlusstest, der als Tutorial für die Spieler dient, ihren ersten Auftrag erhalten. Das Duo stellt schnell fest, dass es sich hier mit einem der skrupellosesten und bösartigsten Feinde überhaupt anlegt und immer wie tiefer in das Nest vordringt. Noch schlimmer kommt es, als sie aus den eigenen Rängen mit einer bösen Überraschung konfrontiert werden.

Bromance siegt immer
Die Spielreihe bleibt seinem Gameplay treu und setzt erneut auf das kooperative Gaming mit einem Partner per Splitscreen oder via Xbox Live/PSN Verbindung. Auf einen Mehrspielermodus haben die Entwickler übrigens diesmal bewusst verzichtet, da man sich voll und ganz der Story widmen wollte. Ein durchaus intelligenter Entscheid, denn der Multiplayer wurde schon so manch einem Game zum Verhängnis. Es scheint sich für The Devil’s Cartel jedenfalls ausgezahlt zu haben, die Story ist für einen Action-Shooter ausgesprochen gut geraten und hält sogar die eine oder andere Überraschung bereit. Unterstützt wird das Ganze durch das ausgeklügelte Teamwork der zwei Agenten, die in vielen Situationen gänzlich aufeinander angewiesen sind. So muss beispielsweise Alpha aus der Ferne seinem Kollegen per Sniper die Gegner vom Leib halten, während Bravo sich den Weg nach vorne kämpft. Auch die Entscheidungen, wer im Helikopter mitfliegt oder das Steuer des Autos übernimmt, liegen voll und ganz bei den Spielern.

Alpha und Bravo tragen neben den Granaten jeweils drei freiwählbare Waffen bei sich, dazu gehören die primär und sekundär Waffe sowie eine Pistole, die sich als besonders nützlich erweist, wenn man verletzt am Boden rumkriecht und auf die Medizin seines Partners wartet. Beim Ammo Nachschub haben es die Entwickler jedoch etwas zu gut gemeint und versorgen die Spieler mit so viel Munition, dass es im Game eigentlich nie zu einem bemerkbaren Mangel kommt – und es sei gesagt, die beiden müssen auf viele Ziele schiessen. Teilweise auf so viele, dass in einem das Gefühl aufkommt, nichts anders zu tun als Türen aufzubrechen, um dahinter alle Gegner niederzustrecken. Immerhin bleiben dem Team auf diese Weise mehr Möglichkeiten durch gute Zusammenarbeit einen höheren Highscore zu erreichen. Wer sich nämlich gegenseitig in der Schlacht hilft, wird am Ende eines Abschnitts mit mehr Geld belohnt.

Mit OverKill geht’s besser!
Kämpfen sich Alpha und Bravo durch das Gefecht, füllt sich automatisch ihre OverKill-Anzeige. Besonders in brenzligen Situationen, wenn zum Beispiel der Partner verletzt ist und es um die eigene Gesundheit ebenfalls nicht gut steht oder zu viele Gegner auf einmal im Anmarsch sind, ist dieser Modus die Rettung in der Not. Sobald OverKill aktiviert wurde, bleiben beide für eine gewisse Zeit unverwundbar und besitzen unendlich Munition. Ausserdem verlangsamt sich das Bild etwas, so dass in diesem Moment auf alles geschossen wird, was nicht niet- und nagelfest ist. Noch mehr Punkte gibt es wenn der OverKill Modus von beiden Spielern zur selben Zeit aktiviert wird.

Mit einer weiteren Funktion können Alpha und Bravo sehen, wo sie sich am besten in Schutz oder in Deckung begeben. Davon werden vermutlich aber nur die wenigsten Spieler Gebrauch machen, da man sich beinahe überall verstecken kann. Mit dem rechten Stick wird die nächste Position avisiert und per Knopfdruck sprintet der Charakter von alleine dort hin. Dies klappt ziemlich gut und ist von grosser Bedeutung, da die Feinde von allen Seiten her wie wild um sich schiessen.

Modebewusste Agenten
Im Gegensatz zu anderen Kampftruppen fallen die T.W.O. Agenten besonders durch ihre individuellen Masken auf. Ob diese vor Angriffen schützen und die Anonymität gewähren sollen, sei mal so dahin gestellt. Viel mehr haben sich die Masken zum Markenzeichen und Modeaccessoire schlecht hin gemeistert und können in Army of Two: TDC sogar zum ersten mal selbst gestaltet werden. Im Masken-Editor stehen zahlreiche Formen, Logos, Elemente oder Tribals zur Auswahl, die zusätzlich noch farblich angepasst werden können. Die selbst kreierten Werke können zwar nicht mit Freunden geteilt werden, dafür dürfen sich Dead Space Fans über eine Isaac Maske freuen.

Neben einigen neuen Outfits, um das Duo optisch aufzufrischen, überzeugt besonders das grosse Waffenarsenal. Jede Waffe kann zudem mit dem verdienten Geld aus den Missionen modifiziert und aufgerüstet werden. Auch hier bleibt den Spielern die freie Wahl, mit welchem Skin sie ihre Waffe gestalten möchten.

Frostbite 2 Engine überzeugt!
In Army of Two: TDC setzten EA Montreal und Visceral Games nicht mehr auf die altbewährte Unreal Engine 3, sondern auf die Frostbite 2 Engine, die bereits in Battlefield 3 ihren Zweck erfüllte. Ziemlich schöne und scharfe Texturen sind die Folge und lassen das Spiel in neuem Glanz erstrahlen. Sehr lobenswert ist übrigens, dass fast die komplette Umgebung zerstörbar ist und man sich auf diese Weise nicht ewig hinter einer Schutzwand oder einem Geländer in Sicherheit bringen kann.

Wie bereits in den vorigen Teilen nehmen die Hauptprotagonisten kein Blatt vor den Mund und klopfen Sprüche oder fluchen bis der Arzt kommt. Die Spieler werden in manchen Konversationen von Alpha und Bravo bestimmt einige Male ihre Mundwinkel hochziehen, doch an den verruchten und dreckigen Wortwechsel aus Gears of War oder Bulletstorm sehen die zwei alt dagegen aus. Beim Soundtrack überzeugt der Shooter auf der ganzen Linie. Nicht nur dass der Actionsound hervorragend zum Gameplay passt, für Army of Two: The Devil’s Cartel wurde sogar der Theme Song “Double Or Nothing” von B.o.B. und Big Boi produziert. Als Dank gibt’s die zwei Hip Hop-Stars für Vorbesteller gratis mit dazu oder für alle anderen später als DLC.

 

 

Anmerkung: Die Wertung gilt für den Koop-Modus. Die gleiche Kampagne kann auch alleine gespielt werden, besitzt aber nicht den gleichen Reiz und bietet vor allem beim Sammeln von Punkten weniger Möglichkeiten, da der computergesteuerte Charakter den Einsatz von OverKill anders plant, als es der Partner tun würde. Der Bot kann jedoch mit Befehlen eher offensiv oder defensiv handeln.

Fazit

Army of Two: The Devil's Cartel ist ein klasse Action-Shooter, der unbedingt mit einem Freund zusammen gespielt werden sollte. Obwohl das Game mir persönlich schon fast ein wenig zu viel Geballer beinhaltet, macht es dennoch einen Heidenspass sich immer weiter in die Machenschaften des Kartells einzumischen. Der OverKill-Modus ist grandios und die Möglichkeit eigene Masken zu designen, weckte sogar den Künstler in mir. Ein Shooter, den sich Bro's nicht entgehen lassen sollten!

87%

Für Teamplayer!


Leserwertung: 5

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Über den Autor

Besitzt fast jede gängige Konsole, verbringt aber die meiste Zeit vor seinen Nintendo-Geräten. Er sammelt Pokébälle und jeden Mist, den man in versteckten Truhen findet. In Racing-Games, besonders in Mario Kart, macht ihm keiner was vor. Deckt sich wie verrückt mit Figuren aus der Gamewelt ein, mit starker Auswirkung auf sein Portemonnaie. Motto: Still Alive! (PSN: Benjiix4 / WiiU: Benjiix)



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