Testlabor Assassin's Creed: Unity

Veröffentlicht am 17. November 2014 von Corina Ulmann

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Assassin’s Creed: Unity

Ein weiteres Jahr ist vergangen und Assassin’s Creed ist zurück. In der bereits siebten Ausgabe der Assassin’s Creed Reihe dreht sich alles um die Französische Revolution, welche im 18. Jahrhundert spielt. Der Spieler begleitet den Werdegang von Arno Dorian. Schon kurz nach Spielbeginn muss er zwei schwere Schicksalsschläge mit ansehen, die Arno in die Bruderschaft der Assassinen bringt. Der Bruderschaft angeschlossen setzt er sich das Ziel, die wahren Kräfte hinter der Französischen Revolution aufzudecken.

Natürlich darf in einem Assassin’s Creed die Story hinter der Story nicht fehlen. Die Fussstapfen des Abstergo-Neuling aus Assassin’s Creed: Black Flag sind soweit Geschichte. Ein neuer Charakter und neue Helfer setzten sich das Ziel, vor Abstergo das Geheimnis lüften zu können. Mehr wird aber von unserer Seite auch nicht verraten. Aber es wird wieder spannender als nur PCs zu hacken und Büroräume zu durchsuchen.

Wie gewohnt wird Assassin’s Creed: Unity aus der Third-Person-Perspektive gezockt und lässt den Charakter durch eine grosse Open-World-Karte über Stock und Stein klettern. Anders als sein Vorgänger, Black Flag, spielt Unity wieder überwiegend auf festen Boden. Insgesamt können sieben Gebiete und ein zusätzlicher Untergrund unter Paris erkundet und erklettert werden. Was einem sofort auffällt, ist, dass nahezu jedes vierte Haus betreten werden kann. Oft versteckt sich dahinter eine Schatztruhe oder bietet die Gelegenheit, sich vor den Feinden zu verstecken.

Und wie sieht es mit der bisher viel diskutierten Steuerung aus? Diese hat sich ja in der Vergangenheit teils verschlechtert, dann wieder etwas verbessert. Auf jeden Fall spielte sich jedes Assassin’s Creed ein wenig anders. Auch Unity hat sich in diesem Bereich wieder verändert. Ob das Kampfsystem besser oder schlechter ist, muss dabei wohl jeder für sich selber herausfinden. Es ist nun eine Art Schwierigkeitsgrad im Spiel integriert. Die Gegner sind unterschiedlich stark und je nach dem, welchen Assassine-Rang ihr besitzt, sind die Gegner dann eben leichter oder schwerer. Der Rang wird je nach Fortschritt im Spiel steigen. Somit bietet Assassin’s Creed: Unity stetig eine kleine Herausforderung. Auch am Schleichmodus haben die Entwickler getüftelt. Die Deckungsfunktionen sind überarbeitet und lassen dem Helden etwas mehr Freiheit sich auch aus der Deckung besser zu verteidigen. Doch der liebe Arno hat ein grosses Manko. Er klettert nach wie vor an allen möglichen Gegenständen hinauf, obwohl das der Spieler gar nicht immer beabsichtigt. Bei Verfolgungen und gewissen längeren Kletterpassagen kann dies, wie bereits bei den Vorgängern, für einen leicht erröteten Kopf sorgen.

Was bei Unity nun wirklich neu ist, ist der Fähigkeitenbaum, in dem der Spieler die Fähigkeiten von Arno anpassen kann. Nun muss selber entschieden werden, was Arno zuerst beherrschen soll. In diesem Baum wird der Umgang mit gewissen Waffen oder Skills, wie zum Beispiel das Schleichen oder das Töten von zwei nebeneinander stehenden Personen, ausgewählt.

Ein Feature, welches gross angekündigt wurde, ist der Mehrspielermodus. Anders als in den Vorgängern, bei denen dieser strickt von der Story getrennt war und eher als Schleichen und Töten des gegnerischen Teams galt, ist es nun möglich, in der Story den Koop-Modus auszuwählen. In den Missionen übernimmt jeder eine Rolle als Assassine, wobei jeder selbst Arno sieht und spielt. Die ausgewählten Fähigkeiten sind natürlich auch im Multiplayer vorhanden. Die Missionen finden jedoch neben der Hauptmission statt und haben keine Auswirkung auf diese. Der altbekannte Multiplayer-Modus ist nicht im Spiel vorhanden, es gibt allerdings Gerüchte, dass dieser per DLC folgen soll.

Assassin’s Creed hat wohl noch nie so schön und detailverliebt ausgesehen wie in Unity. Sicher die PlayStation 4 und die Xbox One tragen dazu einen grossen Teil bei, dennoch ist dies wohl das schönste und zugleich grösste- Szenario, das Ubisoft Montreal (und weitere Ubi-Zweigstellen auf der ganzen Welt) je gebaut hat. Wo Licht ist, gibt es bekanntlich auch Schatten und eine der grössten Schwächen von Unity ist, dass das Spiel zum Teil extrem ins Stocken kommt. Auch Bildfehler oder Ausflüge ausserhalb der Karten ist keine Seltenheit. Woran es liegt, ist nicht ganz klar. Vielleicht müssten in den Menschenmassen nicht hunderte von Personen stehen, die an der Performance nagen. Ein paar Bewohner weniger hätten dem Spiel sicher keinen Zacken aus der Krone geworfen.
Zum Glück überzeugen die Schauspieler die der Story Leben einhauchen. Die Dialoge können sich behaupten und selbst die deutschen Synchronsprecher haben ihre Arbeit überaus gut erfüllt.

Fazit

Assassin’s Creed: Unity ist jetzt nicht gerade das, was ich von dem grossen Next-Gen Titel erhofft hatte. Sicher, die Änderungen und Neuerungen sind super, aber dann gibt es immer noch Dinge, welche die Freude wieder zum Einbrechen bringen. Vor allem, dass Unity mit der Performance zu kämpfen hat und ich mich ab und zu ausserhalb der Karte befunden habe, stösst mir da etwas sauer auf. Dennoch gibt es das, was auf der Verpackung steht. Wunderschöne Grafik, eine spannende Story, die auch das Wissen über die Französische Revolution aufbessert, und Rätsel, die wieder zum Denken und Knobeln herausfordern. Der Koop-Modus ist eine nette Abwechslung und meiner Meinung nach um einiges sinnvoller, als was wir in den Vorgänger aufgetischt bekommen haben. Meine Frage ist jedoch, wie lange dies noch so bleiben kann? Das Spiel entwickelt sich zu einem Laufbandklassiker. Lieber einmal etwas länger Zeit lassen und dafür ein stabiles und gutes Spiel auf den Markt bringen - aber eigentlich sagen wir das schon seit Jahren...

75%

Paris mal anders


Leserwertung: 4.6

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Über den Autor

Zockt seit der Kindheit auf allem, was ein paar Knöpfe und ein Steuerkreuz hat. Besondere Vorlieben ist alles was Spass macht. Von der Plastikgitarre bis zum coolsten Shooter wird dabei nichts ausgelassen. Alles wird probiert. Gamet seit der GameBoy auf den Markt gekommen ist und ist seit 2006 Mitglied des GameCity Teams. Gaming Motto: Erst zocken, dann urteilen!



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