Testlabor BioShock Infinite (Bild zur News)

Veröffentlicht am 13. April 2013 von Adrian Dermon

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Bioshock Infinite

Egoshooter sind heutzutage actiongetrimmte Spiele, die oftmals mit einer eher schwachen Story aufwarten. Sind wir mal ehrlich, egal ob Battlefield, Call of Duty oder sogar Crysis, auch wenn es ein wenig mehr bot, erzählen sie uns nur eine Geschichte um ihre Daueraction ein bisschen erträglicher zu machen. Aus der Masse heraus stach dabei das offene Far Cry 3 mit dem tollen Bösewicht Vaas. An die Bioshock Reihe kam aber kaum einer der Egoshooter heran, zumindest was die Erzählweise der Geschichte betrifft. Atmosphärisch, düster und mit vielen überaschenden Wendungen überzeugte die Story. Nun möchte Bioshock Infinite diese Tradition fortsetzen und sogar eine Schippe drauf legen. Also fangen wir auch gleich mit dem wichtigsten Aspekt an, der Geschichte.

Sooo viele Fragen
Was soll man von einem Spiel berichten, dass von der Story lebt und man nicht viel verraten möchte? Nun ja die Grundstory selbst ist sehr einfach erzählt, Booker de Witt, ein Mann mit einer sehr spannenden und vielschichtigen Vergangenheit, wird beauftragt eine Frau zu befreien und so seine Schulden zu tilgen. Die Frau wird in einem Turm gefangen gehalten, doch dieser befindet sich weit oben im Himmel in der fliegenden Stadt. Von seinen Auftraggeber wird er deshalb dort hinauf geschickt, um die junge Frau namens Elizabeth zu befreien. Dies gelingt ihm auch relativ schnell trotz heftiger Gegenwehr, doch die Flucht ist lang und beschwerlich. Dabei konfrontieren den Spieler fast in jeder Spielminute neue Fragen zur Story. Wer ist eigentlich unser Hauptcharakter? Was für Schulden muss er tilgen? Was für geheimnisvolle Kräfte hat seine “Gerettete”? Wer sind die Auftraggeber? Wer zum Teufel sind die zwei Protagonisten, die immer wieder auftauchen? Diese Aufzählung könnte eine Weile so weitergehen und genau darum will man das Spiel bis zum Schluss durchspielen. Viele Fragen werden beantwortet, andere werden auch am Ende für ein Fragezeichen über euren Köpfe sorgen, ob euch das Ende gefällt müsst ihr selbst entscheiden. Trotzdem schafft es Bioshock wieder eine tolle Geschichte zu erzählen.

Die Stadt und Elizabeth
Ein weiterer Grund für das tolle Abenteuer ist sicherlich Columbia, die Stadt über den Wolken. Nicht nur dass die Stadt von vielen Ideen strotzt auch wirkt alles irgendwie plausibel. Im Gegensatz zu den früheren Teilen ist die Stadt, zumindest am Anfang, sehr belebt und von mehr oder weniger normalen Gläubigern besiedelt. Columbia wurde nämlich vom Propheten Zachary Comstock gegründet, da er näher am Himmel sein wollte. Der Beginn ist deshalb auch relativ ruhig und ihr flaniert gemütlich durch die Strassen und geniesst das herrliche Panorama. Hier ist die Welt in Ordnung denkt man sich, doch eine Welt, in der der Glauben nur reagiert, hat auch seine Schattenseiten. Wie bereits oben kurz erwähnt, befreit ihr rasch den eigentlichen Auftrag, nämlich die junge Frau Elizabeth. Schnell findet ihr heraus, warum alle so scharf auf Elizabeth sind, denn sie besitzt magische Kräfte und kann an einigen Stellen einen Spalt zu einer anderen Dimension öffnen. Von dort aus kann sie euch Hilfe beschaffen, was euch oft in brenzligen Situationen die Haut rettet. Sowieso ist sie im Gegensatz zu Computerbegleitern in anderen Spielen keine Last. Sie geht brav in Deckung, obwohl kein Feind überhaupt die Lust verspürt sie anzugreifen und hilft euch mit Medikits sowie neuer Munition. Sterben ist deshalb kaum möglich und man kann es fast schon als Cheat für schlechtere Spieler sehen. Erfahrene Zocker werden hingegen nie soweit kommen und ärgern sich deshalb auch nicht darüber. Auch sonst erheitern die Gespräche zwischen De Witt und Elizabeth und man fühlt sich niemals alleine.

Trotzdem ein Egoshooter
Egal wie man es sieht, im Herzen bleibt Bioshock Infinite ein Eogshooter durch und durch. Im Gegensatz zu den vorherigen Spielen fühlte ich mich dieses Mal viel mehr an die Hand genommen. Die Geschichte wird relativ linear erzählt und grösseres Erkunden gibt es kaum noch. Obwohl euer Charakter wieder spezielle Kräfte besitzt, sind die Vorgehensweisen dieses Mal begrenzt. Konnte man sich in der Unterwasserwelt Rapture noch entscheiden, ob man eher leise oder mit viel Action durch das Abenteuer steuern möchte, ist hier fast nur die Brechstangentaktik möglich. Ihr habt zwar immer noch die Wahl, ob ihr lieber mehr mit den Kräften oder den Waffen die Feinde erledigen möchtet, schleichen ist meistens Fehlanzeige, da die Feinde im Dutzend auf euch zurennen und nach eurem Leben trachten. Trotzdem ist nur die richtige Mischung zwischen den Kräften und euren Schusswaffen entscheidend, dass ihr lebend herauskommt. Da es auch genügend irrwitzige Kräfte gibt, lässt euch das Spiel die Wahl mit welcher Kraft ihr am liebsten die Gegner plattmachen möchtet. Eine kleine Anmerkung, obwohl die Stärken zu Beginn des Spiels sogar auf einem Jahrmarkt angeboten werden, ist dennoch euer Hauptcharakter fast der einzige, der diese benutzen kann. Vielleicht auch besser so, denn manche Gegner sind sehr zäh und fordern euch.

 

Wunderschön aber nicht ausgereizt
Grafisch macht das Spiel einen hervorragenden Eindruck. Der spezielle Grafikstil zaubert eine wunderschöne Himmelsstadt hervor, die mehrmals zum Staunen einlädt. Die Kulisse sowie die Atmosphäre des Spiels sind einfach nur fantastisch. Vor allem die Liebe zum Detail an manchen Stellen ist ein Lob wert. Dennoch gibt es auch einige Schattenseiten. Manche Texturen wirken sehr matschig und auch viele Figuren wiederholen sich und sind eher mässig für die heutige Zeit animiert. Dazu wiederholen sich die Gegnerhorden zu hauf und ihr habt das Gefühl immer gegen einen Klon zu kämpfen. Am meisten störte mich aber, dass man am Anfang eine grosse Stadt vortäuscht, die sehr belebt wirkt, um nur einen Augenblick später bereits wieder leergeräumt und sehr schlauchartig zu wirken. Irgendwie hat man das Gefühl, dass die Entwickler nicht alles umsetzen konnten. Dies beweisen auch frühere Trailer von der E3 2011, in dem Elizabeth mehr Kräfte und die Stadt als frei erkundbar gezeigt wurden. Nicht zu beklagen ist dafür die deutsche Synchronisation, die einfach nur fantastisch klingt und den Protagonisten Leben einhaucht. Schade, dass alles andere im Spiel, wie zum Beispiel die Werbeplakate, in englisch blieben.

 

 

Fazit

Man hatte hohe Erwartungen in dieses Spiel und die Entwickler hielten dem Druck zum grossen Teil stand. Bioshock Infinite ist ein Egoshooter, der mit einer grossen Geschichte und einer tollen Kulisse auftrumpfen kann. Auch die Atmosphäre ist gelungen und man will den Titel bis zum Ende zocken. Trotzdem ist es um einiges linearer als die Vorgänger und die Möglichkeiten sind beschränkter. Im Gegensatz zu anderen Egoshooter bietet es trotzdem mehr Abwechslung und ist deshalb nur zu empfehlen.

88%

Himmlisches Abenteuer


Leserwertung: 4.1

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Über den Autor

Als Kind süchtig, als Jugendlicher ein Nerd und jetzt nur noch ein Liebhaber der Kunst der Videospiele. Adrian machte in seinem Leben alle Zyklen eines Gamers durch und war immer der Nintendo und der Sony Konsolen treu. Seine Stärke sind Sportspiele. Aber einem guten Spiel aus anderen Genres ist er nie abgeneigt. Häufigster Spruch beim Spielen: Schleichen kann man, wenn man tot ist.



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