Testlabor Bloodborne

Veröffentlicht am 18. Mai 2015 von Adrian Dermon

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Bloodborne

Vor ein paar Wochen erschien der indirekte Nachfolger zu Dark Souls. Mit Bloodborne freuten sich dann auch Fans dieser Reihe auf das Spiel, da es wie erwartet unglaublich schwer ist. Viele Tests wurden geschrieben und die meisten fielen auch sehr positiv auf. Doch es gab auch Stimmen, die den Titel zwar als gut empfinden, jedoch auch bemängelten, dass die Schwierigkeit das grösste Manko sein könnte, da nur eine kleine Spielerschaft auf diese Weise angesprochen wird.

Ich selbst bin auch ein Neueinsteiger, obwohl ich Demon Souls kurz anspielte. So liess ich mir nun auch mehr Zeit, um Bloodborne auf mich einwirken zu lassen, bevor ich ein Fazit ziehen wollte.

Was muss ich tun?
Wie in solchen Spielen üblich gibt es keine wirklich grossartige Storyline. In einer kurzen Sequenz wirft euch das Spiel in die Stadt Yharnam. Von eurer Figur erfährt ihr nur, dass sie sich dorthin begeben hat, da sie an einer Blutkrankheit leidet und sich das Heilmittel irgendwo in der Stadt befindet. Dumm nur, dass auch viele Einwohner diese Krankheit haben und leider deswegen mutiert oder einfach schlecht gelaunt euren Tod sehen möchten. In einem eher schlechten Editor dürft ihr eure Figur kreieren, die ihr aber eigentlich nie wegen ihrem dicken Mantel und der Kapuze zu Gesicht bekommt. Deshalb ist dieser nicht so wichtig und kann ausser Acht gelassen werden.

Tod, Frust und warten
Mein Motto ist und war immer schon: “Schleichen kann man, wenn man Tod ist”. Zwar habe ich in Reihen wie Splinter Cell oder Metal Gear Solid auch mal die langsamere Tour gemacht, doch auch dort versuchte ich eher das schnellere Vorgehen. Obwohl ich bereits gewarnt wurde, dass dies bei dieser Art von Spiel nichts hilft, stürzte ich mich sofort ins Abenteuer, um nur ein paar Augenblicke später zum ersten Mal ins Gras zu beissen. Zum Glück war dies aber gewollt und ich kam nur in eine Zwischendimension, wo ich meine ersten Waffen erhielt und wo man im späteren Spielverlauf an gewissen Checkpoints im Spiel sich hinteleportieren darf, sobald man diese aktiviert hat. Diese Schnellreisefunktion ist super und kürzt einige Trial and Error Passagen ab. Nachdem ich nun eine Waffe, die selber ausgesucht werden darf, meine Figur ausgerüstet habe, mache ich meine erste Schritte durch die Stadt. Wenig später kommen dann auch die ersten Gegner und dank meiner flinken Figur, schalte ich sie auch ohne Probleme aus. Ganz einfach denke ich und lege einen Gang zu, bis ich vor einer Gruppe stehe. Nun kommen die zwei Tücken ins Spiel, die mein zu schnelles Vorgehen bestrafen. Zum einen brauchen meine Gegner nur maximal drei Schläge, wenn überhaupt, um mich ins Jenseits zu schicken, zum anderen verbraucht meine Figur mit jedem Schwung oder jedem ausweichen Kraft, die eine Zeit braucht um sich aufzuladen. So geht es leider nicht lange und ich sehe wieder den schwarzen Bildschirm. In meiner Anspielsession passierte mir dass natürlich noch oft. Aber nicht das Sterben oder das nach dem Tod verbrauchte Items nicht mehr zurück kommen, hat mich genervt, sondern die unglaublich lange Ladezeit bis es weiterging. Mit manchmal über 30 Sekunden sind diese einfach viel zu lange, da es einen aus dem Spielrhythmus wirft.

Weglegen, einschalten, weitermachen
So starb ich Tode um Tode und legte das Spiel auch oft zur Seite, da ich einfach eine Pause brauchte. Irgendwie rufte es dann aber nach einiger Zeit wieder nach mir. Es lies mir einfach keine Ruhe, bis ich den Gegner oder eine Passage überwunden hatte. Obwohl es frustrierend ist, gab ich nur wenige Male dem Spiel schuld, sondern nur mir selbst. Es brauchte aber einige Zeit bis ich meinen Stolz überwand und es zugab. Und da ist das Problem von Spielern, die sich nur noch einfache Spiele gewöhnt sind. Man will es sich oft nicht selbst eingestehen auf welchem Level man ist. Obwohl, und das muss gesagt werden, machen auch die Entwickler einiges schwieriger als es sein muss und nicht überall wirkt das Spiel fertig. Es bleibt ein zweischneidiges Schwert, was man in Yharnam selbst gut gebrauchen könnte.

Off- oder online
Am Anfang habt ihr die Wahl ob ihr off- oder online die Geschichte erleben wollt. Neben einem Koopmodus für sogenannte Chalice-Dungeon (spezielle Herausforderungsdungeons) unterscheiden sich diese in der Hauptstory nur soweit, dass im Onlinemodus andere Spieler einen Hinweis für euch hinterlassen oder ihr einen Tod eines anderen Spielers in einer Sequenz anschauen dürft. So kommt ihr zum Beispiel an eine Brücke und seht, dass eine Warnung dort steht, dass euch nach der Brücke etwas auflauert. Vielleicht gibt es aber einen Grabstein, der wenn ihr ihn aktiviert, ein Hologramm eines anderen Spielers anzeigt, der nach der Brücke das Zeitliche gesegnet hat. Neben einigen nervigen Nachrichten, helfen die meisten davon euch wirklich vor etwas Gefährlichem zu warnen. Wenn ihr euch aber überraschen lassen wollt, müsst ihr im Offlinemodus spielen.

Die Jungs von Screen Junkies bzw. Smosh Games haben den unten verlinkten Honest Trailer gemacht, den ich euch wirklich empfehlen kann.

 

Fazit

Die einen sagen es ist eines der besten Spiele der letzten Jahre, andere wiederum behaupten es sei ein 08/15 Titel, der einfach auf schwierig gemacht wurde. Bei beiden Aussagen steckt ein Quäntchen Wahrheit drin. Sicherlich wird ein zu grosser Hype um diesen Titel bzw. um die ganze Franchise solcher Spiele gemacht. Es als schlecht zu bewerten, würde auch nicht für die Qualitäten sprechen. Bloodborne versprüht seinen ganz eigenen Charme und ist, obwohl doch so schwer, fast immer fair. Wer wirklich Geduld hat, wird seine Freude daran haben. Allen anderen sage ich, macht euch nicht daraus, es gibt auch genug andere gute Spiele.

82%

Darf es schwierig sein?


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Über den Autor

Als Kind süchtig, als Jugendlicher ein Nerd und jetzt nur noch ein Liebhaber der Kunst der Videospiele. Adrian machte in seinem Leben alle Zyklen eines Gamers durch und war immer der Nintendo und der Sony Konsolen treu. Seine Stärke sind Sportspiele. Aber einem guten Spiel aus anderen Genres ist er nie abgeneigt. Häufigster Spruch beim Spielen: Schleichen kann man, wenn man tot ist.



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