Testlabor Bulletstorm

Veröffentlicht am 28. Februar 2011 von Michel Blind

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Bulletstorm

Das Actionspiel Bulletstorm stand schon lange vor seinem Release in der Kontroverse. Es wurde sogar behauptet, Bulletstorm sei das brutalste Spiel aller Zeiten. Einige Länder, darunter Deutschland, liessen es sich sogar nicht nehmen, das Messer anzusetzen und deftig am Spielinhalt herumzuschnipseln. Ein Glück nur, dass wir in der Schweiz leben und auf die PEGI-Fassungen setzen. Strotzt das Spiel wirklich nur so voller Gewaltdarstellungen, oder ist das alles nicht der Rede wert?

Die Rache ist erst der Anfang…
Wir befinden uns im 26. Jahrhundert. Grayson Hunt, ein kämpferischer Soldat, ist Teil der Spezialeinheit Dead Echo, die für den Schutz der Konföderation zuständig ist. Er und seine Truppe erfahren jedoch bei einem Einsatz von ihrem Anführer Sarrano persönlich, dass sie jahrelang unwissend tausende unschuldige Zivilisten umgebracht haben. Der Schrecken sitzt tief und die Verachtung gegenüber ihrem Boss ist so dermassen gross, dass sie Jahre später Rache ausüben wollen. Grayson, dessen Rolle ihr übernimmt, und seine Leute planen das weit überlegene Raumschiff Uysses von  Sarrano anzugreifen. Zwar haben sie es geschafft den Feind zu rammen, allerdings wird ihr eigenes Raumschiff schwer getroffen und stürzt samt der Ulysses auf den Planeten Stygia ab. Doch gerade hier leben irregewordene Mutanten, die sie nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Das ist aber nicht das einzige Problem, denn Ishi hat sich beim Absturz lebensgefährliche Verletzungen zugezogen, sodass die Besatzung ihm eine Art Roboter ins Gehirn einbauen. Dieser hat ihn komplett verändert und spaltet seine Persönlichkeit in zwei Hälften, das besonders Grayson zu spüren bekommt. Die übrigen Teammitglieder wurden von dem Schwarm fleischfressender Monster überrascht und nur Grayson und Ishi konnten sich in letzter Not retten. Auf der Flucht treffen sie auf Trishka  Novak, die sich natürlich ausgerechnet als Mitglied zu General Sarranos Team zählt. Trotzdem bleibt ihnen nichts anderes übrig, als für diesen Moment zusammen zu arbeiten, denn sonst wird keiner von ihnen diesen Planeten lebend verlassen.

Kill with skill!
Die Entwickler von People Can Fly und Epic Games haben sich bei Bulletstorm zur Abwechslung ein äusserst vielfältiges und motivierendes Gameplay überlegt, das sich ganz klar von den herkömmlichen Egoshootern abhebt. In Bulletstorm muss deutlich mehr geleistet werden, als nur die Waffe auf Gegner zu richten und dann abzudrücken. Nein, in diesem Spiel ist Kreativität gefragt und es gilt das Prinzip: Umso brutaler die Kills, desto mehr Punkte winken dafür. Man nennt sie Skillshots und es gibt mehr als 130 verschiedene davon, wobei jede Waffe ihre eigenen besitzt. Auch die Umgebung kann miteinbezogen werden, indem man zum Beispiel den Gegner gegen einen Strommast tritt oder einen Hotdog-Wagen gegen einen Feind rammt und danach mit einem Schuss in die Luft sprengt. Als sehr nützlich erweist sich die futuristische Peitsche von Grayson, mit der er Gegner in Zeitlupe zu sich heranziehen kann. So habt ihr auch genug Zeit, um sich zu überlegen, was man mit ihnen fieses anstellen möchte. Wer also alle Möglichkeiten ausschöpfen will, sollte sehr viel Geduld mit sich bringen.
Damit Bulletstorm seinem Namen aber voll und ganz gerecht wird, wartet ein prächtiges Waffenarsenal auf den Spieler. Bei den Versorgungskapseln, die in regelmässigen Abständen auftauchen, lassen sich diese gegen Skillpunkte aufrüsten und erweitern. Dort kann übrigens auch Munitionsnachschub gekauft werden, sowie die Skillshot-Datenbank und Statistiken des Spielverlaufs eingesehen werden.

Sprücheklopfer
Anders als bei unseren Kollegen in Deutschland, ist Bulletstorm hierzulande als ungeschnittene Fassung erhältlich. Tatsächlich ist die Gewaltdarstellung in diesem Spiel extrem hoch und für manch einen vielleicht sogar zu heftig geraten. Ein Grund dafür ist halt, dass man für seine Kills auf eine Art “belohnt” wird. Grayson und Co. nehmen zudem kein Blatt vor den Mund und überbieten sich quasi gegenseitig mit ihren derben Sprüchen, die meist weit unter die Gürtellinie gehen. Dennoch passen die zynischen Sprüche ziemlich gut in das sowieso schon schmutzige Spielgeschehen.

Kein Koop-Modus
Schon im Vorfeld haben die Entwickler klaren Tisch gemacht und mitgeteilt, dass es in Bulletstorm keinen Koop-Part geben wird. Dieser wurde zwar entwickelt, dann schlussendlich aber doch nicht ins Spiel aufgenommen, da das Skillshot-Gameplay dadurch zu sehr in den Hintergrund treten würde. Der fehlende Koop-Modus lässt sich aber verschmerzen, da das Spiel keiner Weise an Unterhaltung verliert und auch alleine unglaublich süchtig macht.
Der Multiplayer-Teil beinhaltet zwei verschiedene Spielmodi. Im ersten, sprich dem Anarchie-Modus, geht ihr zusammen mit drei anderen Spielern eurem liebsten Hobby nach, die besten und gewinnbringendsten Skillshots zu erreichen. Bei jeder Map wird eine Anzahl von Skillpunkten vorausgesetzt, die erreicht werden muss, um weiter zukommen. Hier ist besonders ein taktisches und kreatives Teamwork gefragt. Der Echo-Modus gleicht hingegen mehr dem Einzelspielermodus, da hier offline mit seinem KI-Partner Ishi die gleichen Abschnitte gespielt werden. Die Ergebnisse werden schlussendlich auf der Bestenliste verewigt und lassen sich mit denen seiner Freunde vergleichen.
Die beiden Modis sind zwar nicht sehr spektakulär ausgefallen, laden aber dennoch zum kurzweiligen Zocken ein und sorgen für ordentliche Unterhaltung im privaten Freundeskreis.

Farbenfrohes Gemetzel
Bei der Optik wurde in Bulletstorm einfach alles richtig gemacht. Dank der Unreal Engine 3, sorgen die wunderschönen und epischen Landschaften öfters für einen kurzen Zwischenstopp, um auch wirklich die ganze Umgebung in sich aufnehmen zu können. Die Gebiete sind weitläufig und mit überaus detailverliebten Objekten geschmückt. Wenn es dann zu den wesentlichen Kämpfen kommt, sehen die Explosionen einfach fantastisch aus. Der Stil ist sehr kontrastvoll, was für ein Shooter bestimmt nicht zum Alltag gehört. Auch bei der Vertonung ins Deutsche kann nicht gemeckert werden, die Synchronsprecher passen sehr gut zu den jeweiligen Charakteren und lassen den Humor erst richtig aufleben.

Fazit

Singleplayer
Multiplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Bulletstorm ist nicht umsonst momentan eines der umstrittensten Videospiele, die auf dem Markt erhältlich sind. Trotzdem finde ich persönlich das Gameplay halb so schlimm, wie viele Medien berichten. Vermutlich ist auch genau das der Zweck zum Erfolg. Spiele, die so Medienpräsent sind, erweisen sich meist als Kassenschlager. Bulletstorm hat es aber auch so oder so verdient ein Toptitel zu sein. Das originelle Spielprinzip ist mehr als gelungen und macht eine Menge Spass. Bei der Grafik gibt es erst gar nichts auszusetzen und die Synchronsprecher haben gute Arbeit geleistet. Wer sich für das Spiel interessiert, ist fast dazu gezwungen zuzugreifen, gerade dadurch weil wir in unserem Land (noch) selbst entscheiden dürfen, was wir spielen wollen und was nicht!

4.5


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Über den Autor

Besitzt fast jede gängige Konsole, verbringt aber die meiste Zeit vor seinen Nintendo-Geräten. Er sammelt Pokébälle und jeden Mist, den man in versteckten Truhen findet. In Racing-Games, besonders in Mario Kart, macht ihm keiner was vor. Deckt sich wie verrückt mit Figuren aus der Gamewelt ein, mit starker Auswirkung auf sein Portemonnaie. Motto: Still Alive! (PSN: Benjiix4 / WiiU: Benjiix)



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