Testlabor Captain America: Super Soldier

Veröffentlicht am 28. Juli 2011 von Federico Gagliano

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Captain America: Super Soldier

Nach Iron Man und Thor folgt diesen Sommer die obligate Spielumsetzung eines weiteren Marvel-Blockbusters. Dieses Mal ist kein geringerer als der Anführer der Avengers selbst, Captain America, an der Reihe. Kann der amerikanische Supersoldat dort siegen, wo seine Kollegen kläglich scheiterten?

Ein wahrer Patriot
Steve Rogers möchte nichts mehr, als seinem Vaterland zu dienen. Leider ist der schmächtige Junge nicht geeignet für den harten Alltag des amerikanischen Militärs. Seine Beharrlichkeit sorgt aber dafür, dass er für ein geheimes Regierungsprojekt ausgesucht wird: Operation Rebirth. Mehr soll hier nicht verraten werden, denn manche von euch wollen sicherlich noch den Film sehen. Was zählt ist das Resultat: Captain America wird geboren.

Das Spiel setzt erst nach diesen Ereignissen an, als Steve sich bereits einen Namen als Captain America macht. Zusammen mit einigen treuen Soldaten infiltriert der Captain die Festung des Barons Zemo. Diese wird nämlich inzwischen von der geheimen Nazi-Organisation Hydra bewohnt, die von Captain Americas Nemesis Red Skull angeführt wird. Durch mehrere Sabotage-Aktionen soll der Supersoldat die Pläne der Organisation aufhalten.

Die Story ist keineswegs ein Meisterwerk, liefert aber genug Motivation zum Weiterspielen durch interessante Wendungen, sympathische Charaktere und verschiedene Locations innerhalb der Festung. Fans des Captains werden sich über die vielen bekannten Gesichter wie Arnim Zola, Bucky, Dum Dum Dugan oder Madame Hydra freuen.

Batman America
Das Gameplay setzt sich sich aus mehreren Elementen zusammen, die aus anderen Spielen entnommen wurden. Dies ist aber keineswegs ein Nachteil. Hauptbestandteile sind die Kampf- und Sprungpassagen. Erstere ähneln stark dem exzellenten Kampfsystem aus Batman: Arkham Asylum. Kontern und Ausweichen sind hier die Schlüssel zum Ziel, während zusätzliche Moves wie der Schildwurf oder die knallharten Kombos Gegner erbarmungslos ausschalten. Durch das Sammeln von Akten schaltet Cap weitere Fähigkeiten frei, die es ihm beispielsweise erlauben, Gegner als Waffen einzusetzen. Insgesamt überzeugt das System, erreicht jedoch nicht ganz die Eleganz von Arkham Asylum.

Ein weiterer grosser Teil des Spiels besteht in der Erkundung der Burg, die einiges zu bieten hat. Immer wieder stosst ihr auf neue Gebiete wie Gefängnisse, Laboratorien und Villen, die reichlich Platz zum Erkunden lassen. Dafür sorgen auch unzählige Collectibles, die geheime Kostüme, Concept Art oder Vorteile im Kampf freischalten. Besonders fleissige Sammler können durch ein Untergrundtunnel bereits besuchte Orte wieder aufsuchen. Zwischendurch nutzt Cap seine erhöhte Agilität um in “Prince of Persia”-Manier höher gelegene Plattformen zu erreichen. Dazu reicht getimtes Drücken der gleichen Taste, was wegen der Länge des Spiels doch etwas repetitiv wird. Auch die kleine Entschlüsselungs-Einlagen wiederholen sich rasch und sind nicht gerade anspruchsvoll. Dafür trumpft das Spiel mit einer ordentlichen Länge und ein paar wenigen Zusatz-Challenges auf.

Grundkurs Deutsche Architektur
Graphisch stosst Captain America: Super Soldier nicht an neue Grenzen, bewegt sich aber durchaus in einem ansehnlichen Bereich. Die Festung überrascht immer wieder mit neuen Räumen und Aussichten, die das eigentlich beschränkte Gebiet weit grösser und vor allem abwechslungsreicher wirken lassen. Auch die Kampfanimationen sind sehr gut gelungen, mit passenden Zeitlupeneffekten bei besonders harten Schlägen. Die Mimik der Charaktermodelle wirkt manchmal etwas unüberzeugend. Störend sind vor allem Ruckler bei vielen Gegnern. Begleitet wird das Ganze von einem passenden, aber nicht allzu bewegendem Soundtrack.

Fazit

Singleplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Captain America: Super Soldier bringt neue Hoffnung in die sonst sehr triste Landschaft der Superhelden-Spielumsetzungen. Das Spiel wagt zwar nichts Neues und leiht sich viele Elemente von bewährten Spielen aus, liefert dafür aber unbekümmerten Spass und Action zur Genüge. Wer gerne eine etwas andere Version 2. Weltkrieg erleben möchte, ist hier genau richtig.

3.6

Gut


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Über den Autor

Nomadisch zog Federico von N64 zu PC, Xbox und Wii, bis er auf der PS3 seine Bestimmung fand: Das Sammeln von Trophäen. Je grösser die Challenge, desto besser.



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