Testlabor Carrier Command Gaea Mission

Veröffentlicht am 25. Dezember 2012 von Adrian Dermon

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Carrier Command: Gaea Mission

1988 erschien Carrier Command für Amiga und C64. Dort übernahm man die Führung über einen Flugzeugträger. Das Ziel war es den gegnerischen Flugzeugträger zu zerstören, wobei man  Inseln besiedeln musste, um seine Truppen zu koordinieren und neue Ressourcen zu erhalten. In Carrier Command: Gaea Mission, dem offiziellen Remake, habt ihr das gleiche Ziel. Leider wird das Spiel seinem Original nicht überall gerecht, dafür gibt es verschiedene Gründe.

Was für ein Tutorial
Der Titel ist eigentlich ein waschechtes Strategiespiel. So war ich überrascht, als mich im Tutorial ein Egoshooterabschnitt erwartete. Dieser erzählt euch nicht nur die Story, sondern soll euch auch eure Figuren näher bringen, die ihr später in den Kampf schickt. Dabei ist die Story so uninteressant, dass ich hier nicht weiter auf sie eingehen möchte. Noch schlimmer ist aber, dass der Egoshooterpart so mieserabel umgesetzt wurde, dass man kaum noch Lust auf das weitere Spiel hat. Die Grafik wirkt ausser dem wunderschönen Sonnenuntergang veraltet und karg sowie haben die sehr schlechten Gegner von Intelligenz vermutlich noch nie was gehört. Fast eine Stunde müsst ihr diesen Spielteil über euch ergehen lassen um ins wahre Strategiespiel zu kommen. Wer es aushaltet, bekommt danach doch noch was für sein Geld.

Gute Ansätze
Das eigentliche Spiel zeigt gute Ansätze. Wie das Original lenkt und startet ihr alle Einheiten von einem Flugzeugträger aus. Ziel ist es die Inseln zu erobern und das feindliche Schiff zu zerstören. Dabei habt ihr acht Einheiten zur Verfügung, jedoch sind es eigentlich nur zwei, denn die acht Einheiten bestehen aus vier Panzer sowie vier Flugzeugen. Dafür dürft ihr diese beliebig mit Waffen ausrüsten. Um eine Insel zu erobern, braucht ihr einen Panzer mit einem Hackcomputer an Bord, welcher die Zentrale der Feinde lahm legt. Dieser muss beschützt werden und deshalb ist eine richtige Aufteilung der Ressourcen dringend nötig, wodurch auch wirklich taktische Raffinesse ins Spiel kommt. Um neue Teile zu erhalten, muss Nachschub produziert und auf unser Schlachtschiff gebracht werden. Dies alles koordiniert ihr auf einer mehr oder weniger übersichtlichen Karte. Klickt ihr auf eine Einheit, seht ihr oben rechts ein Livebild davon. Der Clou: Ihr könnt jeder eurer Einheiten selbst steuern und so ins Geschehene eingreifen. Dies alles hört sich nicht nur gut an, sondern machte auch Spass, wären da nicht diese vielen Fehler, die den Spass bremsen.

Hallo K.I.?
Der wohl nervigste Fehler ist ganz klar die Wegfindung der K.I. Diese war am Anfang inexistent. Egal ob ihr auf der Karte das Vehikel mit kleinen Schritten vorangewiesen habt, hängte es immer wieder irgendwo fest. Sei es noch an dem kleinsten Stein, es ging nicht mehr ohne eure Hilfe weiter. Zwar war es bei den Flugzeugen ein wenig besser, aber was ich für Kapriolen in der Luft sah, hatte nicht mehr viel mit Kunstflügen zu tun. Nach einem Patch der Entwickler hat sich dies nun leicht verbessert, aber von einer wirklich guten Wegfindung ist das Spiel noch Meilen weit entfernt. Nun bliebe ja noch die Möglichkeit das Fahrzeug selbst zu steuern, jedoch sind diese so träge und ungenau, dass es nicht so spassig ist, wie es sich im ersten Augenblick anhört. Diese zwei Punkte sind wirklich schade, machen sie doch fast das halbe Spiel aus und ich hoffe schwer, dass die Entwickler hier nochmals nachbessern. Auch unverständlich war für mich, warum es keinen Mehrspielermodus gibt, denn Carrier Command: Gaea Mission schreit förmlich danach.

Grafisch gehts noch
Ein wenig positiver sieht es bei der Grafik aus. Die Inseln sind nett anzusehen und auch die Einheiten sehen gut aus. Dazu kommt ein dynamischer Tag-Nachtwechsel hinzu, so dass eine  ziemlich gute Stimmung entsteht. Sieht man von dem schlechten Egoshootertutorial ab, haben sich die Entwickler hier wirklich Mühe gegeben. Der Sound geht in Ordnung, reisst aber niemanden vom Hocker.

Fazit

Eigentlich machten die Entwickler vieles richtig. Die Grafik ist nicht schlecht und die Umsetzung des Klassikers ging auch nicht wirklich in die Hose. Wenn man das unsäglich schlechte Tutorial überlebt hat, macht es sogar ein wenig Spass. Leider lässt die K.I. und der fehlende Mehrspielermodus keine bessere Benotung zu. Zwar wurde ein Patch für die K.I. nachgereicht, auf der Höhe ist diese immer noch nicht.

54%

Operation misslungen


Leserwertung: 3.9

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Über den Autor

Als Kind süchtig, als Jugendlicher ein Nerd und jetzt nur noch ein Liebhaber der Kunst der Videospiele. Adrian machte in seinem Leben alle Zyklen eines Gamers durch und war immer der Nintendo und der Sony Konsolen treu. Seine Stärke sind Sportspiele. Aber einem guten Spiel aus anderen Genres ist er nie abgeneigt. Häufigster Spruch beim Spielen: Schleichen kann man, wenn man tot ist.



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