Testlabor Command & Conquer 4: Tiberian Twilight

Veröffentlicht am 24. April 2010 von Oliver Wüest

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Command & Conquer 4: Tiberian Twilight

Ach wer ist denn das?
Wie die ganze Saga ist auch diese wieder mit richtigen Schauspielern besetzt, ganz im Sinne der Reihe. Die ganze Geschichte des vierten Teils setzt 30 Jahre nach dem Vorgänger an. Die Erde ist schon an das Tiberium verloren, doch Kane hat eine Wunderwaffe, die das alles stoppen könnte. Dafür spannt er sogar mit der GDI zusammen, um das planetenumspannende Netzwerk von Tiberium-Knoten zu bauen. Doch oh Wunder: Kane hat seine eigene Pläne für das Netzwerk.

Erlerne Neues
Nach drei Einstiegmissionen die als Tutorial dienen, kann man entscheiden, ob man die GDI oder den Nod anschliessen will. Doch das ist die einzige moralische Entscheidung die man treffen darf, schade. Auch in Sachen Videos legt man bei vierten Teil eher ernsthafte Züge an, doch auch in diesem Teil schafft man es nicht, die Laienschauspieler nicht permanent nur vor Videowänden rum hüpfen zu lassen. Wo bleiben die Aussensequenzen, fragt man sich da?

Recycelt
Mittelmässige Zwischenszenen kann man ja bei allen Strategiespielen verschmerzen, wenn dann nur die Missionen stimmen. Doch hier ist genau der Knoten. Denn es sieht so aus, als das die Entwickler von C&C hier nicht wirklich viel dazu gelernt haben. Missionen wie “beschütze den Konvoi” oder “erobere den Tiberium-Knoten”: die Aufträge wirken wie aus früheren Command & Conquer Titeln recycelt Leider kommt nur selten der Charme der alten Titel wieder zum Vorschein. Genau dann, wenn man Missionen wie “beschütze deinen Vorgesetzten” erledigen soll, wenn dieser auf dem Weg zur seiner Scharfschützenposition ist, oder wenn man im Inneren der Anlage etwas zum erledigen hat.

Crawler
Eigentlich hätten die Mission viel kreativer ausfallen können. Denn man baut keine Basen mehr so wie im Vorgänger „Tiberium Twilight“, ausser den Verteidigungstürmen. Vor jeder Partie kann sich der Spieler entscheiden, welche der drei Klassen Angriff, Verteidigung und Unterstützung auswählen möchte. Dann bekommt man eine mobile Basis über den sognannten Crawler. Aufgrund der Tatsache, dass man im Laufe der Mission die Klasse wechseln kann, hätte die Entwickler super schöne mehrstöckige Missionen bauen können. Leider braucht es meist nur eine Klasse: die Angriffklasse. Die Missionen sind deshalb eher Überaschung als Taktisch, denn wenn von der anderen Seite der Karte plötzlich Flugeinheiten auftauchen, weiss man es spätestens beim zweiten Durchgang. Das es trotzdem nicht langweilig wird, ist dem schnellen Spieltempo zu verdanken. Auch Ressourcen muss man nicht mehr sammeln. Denn da hat es neu ein Punktesystem, so dass man pro Auftrag ein bestimmtes Limit hat. Es ist klar, dass ein Mammut-Panzer da mehr Punkte kostet als ein normaler Soldat.

Schere, Stein, Papier
Zwar ist das Balancing nicht perfekt, aber auch keine Katastrophe. Wie schon in den Vorgängern wird auch hier wieder das Scheren, Stein und Papier Prinzip verwendet. Das heisst, dass der Mammut-Panzer zwar stark gegen Infanterie und Gebäude ist, aber schnell klein bei gibt bei Laserangriffen. Einige der Repartureinheiten sind zur stark geraten. Denn sie heilen teilweise mehr Schaden, als der Gegner verursachen kann. Das Balancing ist beim neusten Teil besonders wichtig, denn das Spiel führt ein Spielerprofil im Gefechts-Modus, aber es zählen auch Einzel- und Multispieler-Partien. So kann man neue Einheiten freischalten, doch auch diese haben Schwachstellen, so dass auch Spieler, die weniger spielen es schaffen können, Profis vom Thron zu fegen. Das zumindest im Multiplayer. Doch eine Schwachstelle hat das Spiel. Wenn man mit diesen fortgeschrittenen Einheiten dann den Solopart spielt, kommt man tatsächlich schneller voran.

Naja Grafik
Grafisch hinkt der vierte Teil der Serie zwar den Genrekollgen hinterher. Dennoch zaubert diese noch schöne und flüssige Explosionen auf den Bildschirm. Doch Texturen für Bodenbeläge und Gebäude sind extrem matschig. Zudem steht die farblose und karge Landschaft im Kontrast zu den knallbunten Hilfseinblendungen des Spiels

Multiplayer
Das Spiel bietet nur einen Multiplayer-Modus namens Domination. Den das Spielprinzip von Command and Conquer 4 ist voll und ganz auf schnelle Mehrspieler-Partien ausgelegt. Bei Domination kämpfen bis zu zehn Spieler oder KI-Gegner in zwei Teams um die Vorherrschafft der sognannten Tiberium-Knoten. Solange der Knoten besetzt ist, bekommt man demensprechend Punkte.

Doch das Spielprinzip ist längst nicht mehr neu, hier hat man sich voll bei den Genrekollegen bedient, wie Dawn of War oder Company of Heroes. Das Klassen System kommt in dem Multiplayerschlachten gut zum Tragen, auch das Balancing ist mehr oder weniger gut, bis auf kleine Ausnahmen.

Fazit

Singleplayer
Multiplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Wer ein grosser Fan der C&C Serie ist, könnte mit diesem Spiel womöglich enttäuscht werden, da man keine Basen baut, oder nur noch den Modus Domination im Multiplayer hat. Zwar hat man eine Flut von Einheiten, doch dies tröstet nicht ganz über diese Tatsachen hinweg. Und so geht eine grossartige Serie zu Ende und das mit einem Schrecken. Mögest du in Frieden ruhen...

3.6


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