Testlabor Darksiders

Veröffentlicht am 20. Januar 2010 von Cornelia Zogg

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Darksiders

Einmal mehr erlebt die Menschheit die Apokalypse. Aber diesmal seid ihr ein Teil davon. Ich habe mich für euch ins Getümmel gestürzt und als apokalyptischer Reiter Krieg der Hölle buchstäblich die Hölle heiss gemacht.

Das Ende der Welt ist der Anfang

Die vier Reiter der Apokalypse werden gerufen, wenn das jüngste Gericht eingeleitet wird. Ihre Aufgabe ist es, aus den drei Reichen der Welt die übelsten Seelen zu richten. Seien es nun Engel, Dämonen oder Menschen. Doch irgendetwas ist schief gelaufen, denn Krieg – so der Name des Helden – ist irgendwie als Einziger gerufen worden und hat nebenbei unbeabsichtigt den Zerstörer der Hölle freigesetzt. Doch währenddessen tobt der Kampf zwischen Dämonen und Engeln bereits.

Wie zu erwarten habe ich inmitten von einstürzenden Hochhäusern, brennenden Lavagruben und tobenden Wesen keine Chance gegen den Zerstörer. Zurück vor dem feurigen Rat – den Wächtern des Gleichgewichts und der apokalyptischen Reiter – werde ich für das Unglück im dritten Reich, der Erde, verantwortlich gemacht. Ich hätte meine Aufgabe missachtet und sei aus eigenem Willen den Mächten der Hölle zu Hilfe geeilt. Um meine Unschuld zu beweisen, werde ich auf die Erde zurückgeschickt. Allerdings nur mit limitierten Kräften.

Nach meiner Rückkehr auf die Erde stelle ich fest, dass hundert Jahre vergangen sind und die „Mundatmer“ – also die Menschen – restlos vernichtet sind. In der zerstörten, staubigen und heruntergekommenen Stadt beginnt meine Reise, beziehungsweise meine Jagd nach dem Zerstörer, die mich an viele verschiedene Orte und zu vielen verschiedenen Dämonen führt. Und obwohl ich Dämonen jage, sind die Engel überhaupt nicht gut auf mich zu sprechen. Warum? Keine Ahnung, aber was mich angreift, wird mit meiner fetten Klinge zerschmettert.

Metzeln und Rätseln

Das Gameplay zeigt sich aus einer Mischung aus Prügel-drauflos und Devil May Cry bzw. Bayonetta. Mit einzelnen Moves, die ihr euch im Laufe des Spiels kaufen könnt, lassen sich coole Combos durchführen. Aber auch einfaches Draufgeprügel bringt euch (manchmal) ans Ziel. Damit euch das Ganze nicht langweilig wird, warten einige Rätsel auf euch. Schalter dort finden, Schlüssel dort holen, Türe da öffnen, wieder zurück rennen, neu erschienener Schalter dort anhauen und so weiter und so fort.

Zelda lässt grüssen

Während des ganzen Spiels fühlte ich mich wie in einem postapokalyptischen Zelda. Zwar ist der Held ein wahrer Kasten und die Dungeons nicht ganz so niedlich, aber trotzdem lassen sich einige Parallelen finden. Mit dem Shuriken befördert ihr Bombengewächse zu Felsen und sprengt so Wege frei, ihr schiebt Blöcke durch die Gegend, klettert an Dämonenranken rauf und runter und auch so was wie ein Krafthandschuh und ein Enterhaken dürfen nicht fehlen.

Sogar eine „Navi“ ist dabei und sagt mir deutlich, wo’s lang geht. Aber dieser Navi könnte ich einfach jedes Mal kräftig in den @&%/ treten, denn dieser fiese Dämon hat nichts Besseres zu tun, als mich fertig zu machen. Als Wachhund des feurigen Rates unterdrückt er meine Kraft und kommandiert mich nebenbei herum. Aber wie alle Figuren des Spiels ist auch dieser Dämon ein Unikum. Die Entwickler haben sich beim Charakterdesign wirklich Mühe gegeben. Auch die Gegner sind abwechslungsreich und reichen von Normalgrösse bis gigantisch Überdimensional.

Mecha ist In

Anfangs habt ihr es hauptsächlich mit Dienern der Hölle zu tun. Dämonen über Dämonen, einige abtrünnig und bestechlich, andere einfach nur zum platt machen. Aber auch einige Engel lassen sich bereits am Anfang blicken und ich werde das Gefühl nicht los, dass normale Engel mit hübschen Flügelchen, weissen langen Gewändern und Sandalen out sind. Auch hier haben die Engel metallene Rüstungen, ballern mit himmlischen Railguns und metzeln kräftig durch die Gegend. Aber ehrlich gesagt hätten Sandalen nicht zu dieser Apokalypse gepasst.

Nur Bares ist Wahres

Selbst die Apokalypse will bezahlt sein. Also fülle ich fleissig den Geldbeutel. Aber nicht mit Nötchen und Münzen, sondern mit Seelen der gestorbenen Menschen. Ihr könnt sie nutzen, um Upgrades für eure Waffen, neue Fähigkeiten oder Heilsteine zu erwerben. Der nette Dämon von nebenan – Vulgrim – hat alles auf Lager, was sich mit Seelen kaufen lässt. Aber wie Händler so sind, nichts ist umsonst. Auch Informationen nicht! Allgemein verlangt hier jeder eine Gegenleistung für die Mithilfe an der Rettung des Gleichgewichts.

Frustfaktor: 1 Million

Der Schwierigkeitsgrad ist bereits auf Normal happig. Zwar durchaus machbar, aber einige Gegner sind wirkliche Knacknüsse. Einerseits haben es die Endgegner gewaltig in sich – und damit ist nicht nur die Grösse gemeint – sondern auch kleine Bossgegner sind wirklich fies. Das führt dann – nach dem zwanzigsten Mal auf die Mütze kriegen – zu einem leicht erhöhten Frustfaktor, was bei mir oftmals einen Schreikrampf und das Bedürfnis, mein Pad zu werfen, geweckt hat. Wirklich, wirklich fies!

Action zum Schluss

Die Story beginnt zwar spannend, leider passiert dann eine ganze Weile gar nichts. Mehr als die Hälfte des Spiels rennt ihr durch die Gegend und helft irgendwelchen Typen, die euch helfen wollen, aber irgendwie doch suspekt sind. Erst im letzten Abschnitt kommt dann richtig Schwung in die Story. Und sie bringt einige interessante und unerwartete Wendungen mit sich. Aber die anfänglich eher schleppende Story hat mich – diesmal – überhaupt nicht gestört. Allein das Bedürfnis, die ganzen Ereignisse aufzuklären, treiben einem voran.

Abwechslungsreiche Welt

Das Leveldesign gestaltet sich äusserst abwechslungsreich. Ich befinde mich in einer offenen Welt, deren Teilbereiche ich mit Hilfe von Wurmlöchern erreichen kann. Das aber erst nach einem gewissen Storyfortschritt. Das heisst, zwangsläufig muss ich zuerst jeden Weg zu Fuss zurück legen. Das Schema ist einfach. Ich suche mein Ziel – einer der sogenannten Auserwählten – mache mich dort hin auf den Weg, und vor dem Auserwählten wartet ein Dungeon.

Die einzelnen Gebiete sind relativ gross, aber auch recht linear. Es gibt einen Weg, den es zu finden gilt, aber nicht mehrere Pfade, die euch zum Ziel führen könnten. Die Umgebungen reichen von Aschefeldern über Wasserlandschaften, zerstörten Häuserschluchten über feurigen Ebenen. Dem Auge wird jedenfalls nie langweilig. Auch die Dungeons haben es in sich. Erstens sind sie riesig, zweitens über mehrere Stockwerke und drittens lautet auch hier die Devise: Köpfchen benutzen. Einige Rätsel sind recht tricky, aber mit etwas Geduld gut zu bewältigen.

Krieg und Ruin

Aber was wäre ein Reiter der Apokalypse ohne sein stolzes Ross! Während ihr anfangs noch zu Fuss durch die Gegend spaziert, habt ihr im zweiten Teil des Spiels euer Pferd zur Verfügung. Ruin lässt sich rufen und natürlich reiten. Nebenbei kann man auf seinem Rücken auch wunderbar ganze Horden von Dämonen überrennen. Das Reiten macht unglaublich Spass, aber leider lässt sich Ruin nicht überall reiten. In Höhlenpassagen beispielsweise, seid ihr wieder auf eure Stiefel angewiesen.

Alles zum Mitnehmen!

Das Witzige beim Kämpfen ist, dass ihr eure Umgebung mit einbeziehen könnt und manchmal sogar müsst. Da war nichts vor mir sicher! Tische, Stühle, Busse, Klaviere, Autos… egal was mir in die Finger kam, es wurde geworfen. Dumm war nur, als ich gerade mit meiner Superklinge den Finish-Move ausüben wollte und dann feststellte, dass ich aus Versehen gerade eine Parkuhr in der Hand hielt. Das Gekloppe dauerte etwas länger, aber trotzdem war’s witzig!

Klebrige Autos

Einige kleine Bugs haben sich leider auch in diesem Spiel verkrochen. Wenn mein Bossgegner von einem Lavastrahl gegrillt wird und einfach verschwindet, ist das ein bisschen doof, weil die Sequenz, die bei seinem Tod folgen sollte, einfach ausbleibt. Da gab es nix anderes als nochmals ran an die Waffen und von vorne. Andere kleine Fehlerchen sind weniger schlimm gewesen. KIs die gegen Zäune rennen oder ein Bossgegner, dem ein Auto an der Kralle kleben blieb. Grundsätzlich aber sind diese kleinen Bugs nichts Tragisches.

Spring! Bitte!

Die Steuerung geht grundsätzlich gut von der Hand. Zwar wird es bei einigen Waffen etwas komplexer, weil gleich mehrere Buttons gleichzeitig gedrückt werden, aber für Geübte sollte das kein Problem darstellen. Und wenn doch: Übung macht’s. Einzig das Springen ist manchmal etwas mühsam, da Krieg hier relativ schwerfällig reagiert. Oftmals landete ich immer wieder in einer Lavagrube oder einem Abgrund, weil Krieg einfach statt zu springen gerade aus weiter marschiert ist. Das konnte ab und zu etwas nerven!

Eine Augenweide

Die Grafik ist wirklich sehr gut gelungen, vor allem haben sich die Entwickler bei den Details richtig Mühe gemacht. Sei das bei den Charakteren oder bei den verschiedenen Landschaften und Dungeons. Vor allem das Wasser hat es mir angetan. Von den Wasserfällen bis zu den Rinnsalen in den Kanälen kann hier die Grafik überzeugen. Zwar ist nicht alles perfekt, aber durchaus solide. Vor allem auch die düstere Umgebung kommt gut zur Geltung und wird auch mit kleinen Details stimmig präsentiert.

Sound äusserst stimmig

Die Musik ist teilweise sehr unscheinbar. Grossartige Orchestermusik gibt es grundsätzlich selten, die einzelnen Dungeons und Passagen kommen mit leisen und stimmungsvollen Streichmelodien optimal zur Geltung. Der Sound ist es denn auch, der diese drückende, fast unheimliche Stimmung gut rüberbringt. Bei grossen Gegnern wird sie dramatisch, ansonsten säuselt sie leise und unheimlich im Hintergrund. Die Effekte reichen aus, um dem Spiel die nötige Geräuschkulisse zu geben.

Fazit

Singleplayer
Gameplay
Motivation
Garfik
Audio

Die Apokalypse darf kommen wenn sie denn so cool ist wie dieses Spiel! Ich hatte meine grosse Freude an diesem Game. Es vereint alles, was mein Herz begehrte. Kämpfe, Rätsel, eine gute Story, viel Action, viele Dämonen zum killen und ein Pferd. Dieses Spiel macht richtig Spass und bietet einiges an Abwechslung. Die Bossgegner sind gigantisch und dementsprechend fies zu erledigen. Die Dungeons warten mit kniffligen Rätseln auf und die einzelnen Abschnitte der Welt sind alle unterschiedlich gestaltet. Dieses Spiel ist eine Mischung aus Devil May Cry, God of War und – ja, ihr lest richtig – Zelda. Ich jedenfalls hatte meinen Spass beim Spielen und ich bin sicher, wenn ihr auf oben genannte Spiele steht, werdet ihr mir Recht geben können! Anschaffen und Durchzocken!

4.1

Sehr gut


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Über den Autor

Hardcore-Zockerin und Sony/Nintendo Fangirl der ersten Stunde. Vorwiegend anzutreffen beim Zocken von RPGs und allem, was aus dem Reich der aufgehenden Sonne kommt. Gamerin seit 20 Jahren – Teil des GameCity Teams seit 3 Jahren. Häufigster Spruch: „Shit! Inventar voll…“



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