Testlabor Deponia

Veröffentlicht am 6. Februar 2012 von Adrian Dermon

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Deponia

Ach ja, die 90er waren die grossen Jahre der sogenannten Point’n Click Adventures. Waren früher aber die amerikanischen Entwickler für gute Adventures besorgt, sind es heute unsere deutsche Nachbaren.  Vor allem die Leute von Daedalic Entertainment beweisen immer wieder, dass sie wissen, wie ein gutes Point’n Click Spiel aussehen soll.  Ihre Titel wie “Edna bricht aus”, “The Whispered World” oder  “A new Beginning” heimsten viele Preise ein und überzeugten durch ihren Spielwitz und den liebevollen Charakteren. Statt nun aber einfach einen Nachfolger zu einem der Titel zu machen, bringen sie mit Deponia wieder eine komplett neue Geschichte heraus. Können sie ihren Lauf von tollen Spielen mit Deponia  weiterführen? Da gibt es nur eines, an die Maus und losgeklickt.

Einfach nur weg
Wir wussten es ja immer, die Welt ist eine Müllkippe. In diesem Spiel ist das aber wortwörtlich der Fall. Denn die meisten Menschen leben auf der Erde und diese ist halt zugemüllt. Willkommen auf Deponia, wo die Menschen gelernt haben, mit dieser Sache umzugehen und ihren Alltag mehr oder weniger fortzusetzen. Nur jemand ist nicht zufrieden, nämlich Rufus. Der Tunichtgut will nur weg von der stinkenden Müllkippe. Denn über Deponia gibt es den Ort Elysium , der sauber und rein sein soll. So versucht Rufus, mit seinen verrückten Erfindungen auf einen der schwebenden Züge zu gelangen, die ihn zu seinem Wunschort bringen sollen. Natürlich geht das immer wieder schief. Als dann noch eine Frau aus Elysium vom Himmel fällt, der genaue Grund sei hier nicht verraten, sieht er eine Chance aus Deponia zu entkommen. Ein ungewöhnliches Abenteuer nimmt seinen Anfang.

Tolle Figuren
Es ist irgendwie schon verblüffend, wie Daedalic Entertainment es schafft , wieder ein wunderbares Abenteuer zu erzählen, dass an die alten Zeiten erinnert. Obwohl es Rufus vom Müllhaufen Deponia wegzieht, sieht die Welt  sehr hübsch aus. Doch was ein richtiges Adventure wirklich ausmacht, sind gute Charaktere und interessante Rätsel. Bei beiden Dingen kann der Titel überzeugen. Denn schon alleine Rufus ist einfach nur witzig und in seiner Art einzigartig. Obwohl er ein echter Taugenichts ist und bei allen einen eher schlechteren Ruf geniesst, bleibt er immer noch irgendwie  sympathisch. Aber auch die anderen Charaktere versprühen sehr viel Charme – von der miesgelaunten Exfreundin, dem Bürgermeister, der im Bürotisch schläft oder dem drei in eins Mann Gizmo (Arzt-Feuerwehrmann-Polizist). So kommt es oft zu witzigen Wortgefechten, welche auf eure Lachmuskeln gehen. Schade ist nur, dass ihr die Personen nur ein bis zweimal, wegen einem Rätsel aufsuchen müsst und sie danach nicht mehr seht. Hier hätte man sicher mehr rausholen können.

Knobelspass
Typisch für das Genre wird das ganze Spiel nur mit der Maus gesteuert. Da es dazu noch ein sehr witziges Tutorial gibt, lasse ich hier eine Erklärung wie ihr mit zwei Maustasten alles im Griff habt. Kommen wir nun aber zu den Rätseln. Wie das ganze Spiel sind diese sehr lustig präsentiert. So müsst ihr schon am Anfang eine mutierte Zahnbürste einfangen oder verschiedene Sachen kombinieren, um weiter zu kommen. Dabei sind alle Rätsel relativ fair gestaltet. Die Personen geben euch oft einen Hinweis, was ihr suchen müsst, trotzdem werden die Rätsel nach und nach schwieriger. Um nichts zu vergessen, könnt ihr den Hotspot aktivieren, der euch alle wichtigen Dinge in eurer Umgebung anzeigt. Das Ganze wird dazu mit einigen Minispielen aufgelockert. So steuert ihr einen Kran oder müsst z.B. ein Puzzle lösen. Wer keine Lust dazu hat, darf die Minispiele einfach überspringen. Bei den Rätsel sieht es anders aus. Zwar habt ihr dank den Charakteren eine Ahnung, was ihr suchen müsst, doch kommt ihr einmal nicht weiter, gibt es nicht, wie bei anderen Spielen eine Hilfefunktion, die euch hilft. So zieht sich das Spiel, trotz eigentlich wenigen Rätseln in die Länge. Positiv ist dafür, dass sich euer Inventar immer leert, wenn ihr einen gewissen Punkt im Spiel erreicht habt. Unnötige Objekte, die es dann gar nicht mehr braucht, verschwinden somit und ihr konzentriert euch nur auf die wichtigen Dinge.

Hübscher Müllhaufen
Grafisch darf man nicht meckern. Das Spiel sieht wie ein einziger Comic aus. Figuren und die Umgebung sind liebevoll in Szene gesetzt worden. Dazu kommen lustige Animationen sowie Filmschnipsel, die die Geschichte vorantreiben. Auch die deutsche Synchronisation, die den Figuren Leben einhauchen, ist über alle Zweifel erhaben. Manche sind zwar gewöhnungsbedürftig, passen aber genau zu den jeweiligen Figuren. Schade, dass oft die Lippen nicht synchron mit den Stimmen sind. Dies tut der Atmosphäre aber keinen Abbruch. Leider ist das Abenteuer sehr schnell vorbei, denn insgesamt gesehen, gibt es nicht viele Umgebungen  und diese sind dazu noch recht klein ausgefallen. Hier hätte man sicher auch mehr rausholen können. So werden geübte Spieler, das Abenteuer in knappen vier bis sechs Stunden durch haben.

Fazit

Singleplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Ich gebe zu, es tut einfach mal wieder gut, ein Point'n Click zu spielen. Waren bei mir in letzter Zeit solche Topkracher wie Battlefield 3 oder Skyrim angesagt, war dies schon fast wieder ein Schock. Aber Überraschung: Deponia ist wirklich ein zauberhaftes Spiel, dass mit seinen tollen Dialogen und den kniffligen Rätsel für einige Stunden Spielspass sorgt. Trotzdem ist das Spiel relativ kurz, auch wenn die Rätsel in der Hälfte des Spiels schwerer werden. Schaut ihr genauer hin, bemerkt ihr, dass es eigentlich relativ wenige Rätsel, Charaktere oder Umgebungen gibt. Dies ist aber Klagen auf hohem Niveau, denn insgesamt versprüht das Spiel so viel Charme, dass man ihm dies verzeiht. Ausserdem ist der Preis sehr günstig und der Nachfolger erscheint ja auch bereits in diesem Jahr. Von daher kann ich das Spiel jedem Knobelfreund nur wärmstens empfehlen.

4.1

Sehr gut


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Über den Autor

Als Kind süchtig, als Jugendlicher ein Nerd und jetzt nur noch ein Liebhaber der Kunst der Videospiele. Adrian machte in seinem Leben alle Zyklen eines Gamers durch und war immer der Nintendo und der Sony Konsolen treu. Seine Stärke sind Sportspiele. Aber einem guten Spiel aus anderen Genres ist er nie abgeneigt. Häufigster Spruch beim Spielen: Schleichen kann man, wenn man tot ist.



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