Testlabor BioShock 2

Veröffentlicht am 8. Februar 2010 von Marco Stirnemann

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BioShock 2

Die Einleitung

Wer den ersten Teil durch gezockt hat wird verstehen, dass ein zweiter Teil wenig Sinn ergibt, es sei denn man startet eine neue Geschichte in Raputre. Wir müssen davon ausgehen, dass es unter den Entwickler tatsächlich Fans des Big Daddy Parts aus dem ersten Teil gegeben hat. Im Nachfolger spielt ihr genau so einen Big Daddy. Es wurde wohl schnelle klar, dass die Big Daddys zu behäbig sind und es für die Spieler nicht sonderlich interessant ist immer mit derselben Waffe zu spielen. Die Einzig logische Lösung war also, nicht einen Mensch zu nehmen.

Die Story

Ihr spielt in Bioshock 2 ein Vorgänger Modell der Big Daddys. Dieser hat die Panzerung der normalen Big Daddy’s. Er ist jedoch so flink unterwegs wie ein Mensch, kann duzende Waffen tragen und Plasmide benutzen. Warum man sich bei den Nachfolgemodellen wieder für wandelnden Kühlschränken entschieden hat, wissen wohl nur die Entwickler. Um euch zu zeigen, dass auch ihr verletzbar seid, startet ihr in das Spiel durch euren Selbstmord. Als ihr eure Little Sister beschützen wollt, werdet ihr von einer Psychologin dazu aufgefordert euch selbst zu richten. Zehn Jahre später wacht ihr wieder auf und macht euch auf die Suche nach eurer Little Sister. Dabei werdet ihr sehr schnell schlauer was die mysteriöse Frau anbelangt. Ihr erfahrt, dass eure Little Sister jetzt erwachsen und in Gefahr ist. Auf eurem Weg zu Rettung hört ihr wieder duzende Tonbänder und trefft nicht mehr ganz so originell designte Charaktere in Raputre. Ihr könnt euch noch immer dank den Plasmiden gewisse Spezialfähigkeiten aneignen und auch die Waffen können verbessert werden.

Das Gameplay

Ein riesen Plus am Vorgänger war die Tatsache, dass ihr als verletzlicher Mensch in einer völlig fremden Welt unterwegs wart. Nun seid ihr ein Über-Big Daddy auf Drogen und kennt die Stadt schon. Ein grosses Plus ist also weg. Leider kommt die Story auch in keinster Weise an die Klasse des Vorgängers heran, auch wenn man sich denselben Mitteln bedient. Noch immer ist Bioshock 2 eine Mischung aus Unreal 1, Clive Barker‘s Undying und dem Szenario aus Fallout.

Die Little Sisters

Die Kämpfe fühlen sich schneller an und es gibt auch einiges mehr an Gegnern zu besiegen auch wenn sich die alle verdammt ähnlich sehen. Gekrönt wird das ganze durch die Möglichkeit Little Sister für euch Arbeiten zu lassen. Da ihr zu Kauf neuer Fähigkeiten Adam benötigt, könnt ihr einmal mehr andere Big Daddy’s zu Strecke bringen und die Little Sister schnappen. Nun müsst ihr euch entscheiden ob ihr sie adoptieren oder töten wollt. Bei der Adoption kann die Little Sister aus zwei Toten der Stadt das Adam aussaugen und an euch abgeben. Wenn ihr sie tötet erhaltet ihr ebenfalls Adam aber seit der Böse, was sich zu Schluss zeigt. Wenn ihr also die kleinen, immer gleich aussehenden Gören adoptiert, seid ihr 40% des Spiels damit Beschäftigt, diese vor Gegnern zu Beschützen. Dies macht etwas nach dem zweiten Mal keinen Spass mehr. Um euch dabei aufzuhalten Little Sisters zu befreien gibt es Big Sisters. Diese sind die Erwachsenen Sisters welche an der Erdoberfläche Kinder entführen damit diese Adam sammeln.

Die Logik Lücken

Nun gäbe es eigentlich eine einfache Lösung im Spiel viel Spass ohne repetitives Gameplay zu haben. Man könnte das Spiel durchzocken ohne ein Little Sister zu Kidnappen. Für euch hätte es nur Vorteile. Da ihr ebenfalls ein Big Daddy seid, helfen euch die anderen im Level. Ihr müsstet diese spasslosen Beschützersequenzen nicht spielen und theoretisch dürftet ihr auch von den Big Sisters nicht angegriffen werden. Natürlich werdet ihr trotzdem in jedem Level am Schluss von den Schwestern angegriffen, aber weil ihr ja eigentlich unschuldig seid, könnt ihr diese aus Notwehr killen. Adam muss man sowieso nicht durch die Schwestern erlangen, weil im späteren Spielverlauf der Mist überall rumliegt. Ausserdem, so toll die Plasmide auch sind, ihr braucht sie nicht zwingend zum beenden des Spiels und die wichtigsten bekommt ihr für lau. Plasmide machen nur im Langweilligen Multiplayer ein wenig Spass. Da man diesen jedoch nur eine Runde spielt, zählt das nicht.

Die Präsentation

Grafisch ist alles beim Alten geblieben und das ist gut so. Die Stadt sieht noch immer enorm cool aus und die Wassereffekte sind noch immer sehr schön auch wenn man nie wirklich realistisch anmutende Flüssigkeiten zu sehen bekommt. Bis dahin wird wohl noch eine Hardwaregeneration verstreichen. Der Sound ist noch immer sehr gut auch wenn er sich gerade bei der Sprachausgabe auf duzende Tonbandaufnahmen beschränkt. Das Spiel ist, gerade was die Präsentation angeht, höchstens eine Bioshock 1.2.

Fazit

Singleplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Ich bin von Bioshock 2 sehr enttäuscht. Habe ich den ersten Teil noch fast in einem Zug durchgespielt, musste ich mich dieses Mal teilweise zwingen noch weiter zu spielen. Die ganze Little Sister Rettungsgeschichte ist dermassen eintönig und die Gegner dermassen einseitig dass selten die Stimmung des Vorgängers aufkommen will. Das Level Design und die Gestaltung sind auch heute noch eindrücklich, jedoch hat man nie das Gefühl wirklich einen zweiten Teil in den Fingern zu haben. Für mich bisher die Enttäuschung 2010.

4.2


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Über den Autor

Niemand kommt mit einem Controller in der Hand auf die Welt. Als Marco jedoch mit seinen sieben Jahren den ersten SEGA Megadrive Controller in der Hand hielt, wusste er seine Bestimmung. Vorbei waren die Zeiten des C64 und der ewigen Disketten Sucherei. Der Amiga 2000 staube vor sich hin. Ab dem 25.12.1990 trat Sonic in das Leben von Marco. Ab diesem Tag war Sega nicht einfach ein Hersteller der coolsten Arcade Automaten, es wurde zu einer Religion. Noch heute blutet Ihm das Herz als es mit dem Dreamcast (die vielleicht beste Heimkonsole aller Zeiten) vorbei war. Heute kann er sich nur noch selten über ein neues Sega Spiel freuen. Sonic ist seit der Dreamcast Zeit nur noch ein Schatten seiner selbst und so wird in der Not auch zu Nintendo Produkten gegriffen.



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