Testlabor Drachenzähmen leicht gemacht

Veröffentlicht am 2. Mai 2010 von Federico Gagliano

0

Drachenzähmen leicht gemacht

Story?
Der Film erzählt die Geschichte des jungen Hicks und dessen Dorf, welches ständig von bösartigen Drachen angegriffen wird. Dem etwas ängstlichen und zart besaiteten Hicks gelingt es aber, die Drachen zu zähmen und so dem sinnlosen Morden ein Ende zu bereiten. Eine nette Story, von der sich aber rein gar nichts im Spiel finden lässt. Die Charaktere sind zwar die gleichen, aber wer Szenen aus dem Film nachspielen will, wird hier derbe enttäuscht.

Nur siegen zählt
Stattdessen muss sich der Spieler durch 5 Turniere schlagen. Um darin als Sieger hervorzutreten, müssen die eigenen Drachen trainiert und gepflegt werden, was alles im kleinen Wikingerdorf und der noch kleineren Umgebung stattfindet. Hier werden Zutaten gesammelt, Quests erledigt (bei denen man Zutaten sammelt) oder gewinnt kleine Minispiele um, überraschenderweise, Zutaten zu sammeln. Diese Ingredienzien sind zwar verschieden, enden aber alle in den gefrässigen Mäulern der Drachen, damit diese zufrieden bleiben.

Training ist alles
Das Training ist bei allen Drachen gleich. Bestimmte Combos müssen wiederholt werden um Tests zu bestehen, die alle je vier mal abgeschlossen werden müssen. Nach jedem Turnier darf man sich einen neuen Drachen aussuchen, doch obwohl unterschiedliche Rassen zur Verfügung stehen, bleiben die Unterschiede im Kampf minimal. Mehr Erfahrung schaltet kräftigere Moves und verschiedene Optionen frei, um euren Drachen zu tunen. Nervig ist ,dass neue Drachen das ganze Training von vorne beginnen müssen.

Trockene Kämpfe
Die Turnierkämpfe unterscheiden sich kaum vom Training. Wild drauflos drücken sichert euch den Sieg eher, als überlegt vorzugehen. Viel Widerstand bieten die Gegner nicht. Der Sieg bringt Geld, welches nie benutzt wird, da alle Zutaten herumliegen. Danach beginnt wieder das Trainieren. Der endlose Zyklus zwischen Training und Turniere macht keinen Spass und ist nur als öde zu bezeichnen, da überhaupt keine Belohnungen euch zum Fortschreiten verlocken.

Wenig Fleisch an den Knochen
Wer nur halbherzig trainiert, wird trotzdem leicht das Spiel beenden können, was locker an einem Nachmittag geschehen kann. “Das sich das Spiel an Jüngere richtet” ist auch keine zulässige Ausrede, da diese sich auch schnell langweilen werden. Kaum erwähnenswerte Extras und ein 2-Spieler Modus, der nur aus mehr schalen Kämpfen besteht, machen das Spiel auch nicht das Geld wert.

Little Planet
Die Welt von Hicks ist nicht nur winzig, sondern auch praktisch leer. Die ganze Insel ist von wenig beeindruckenden Texturen bedeckt und von einem leblosen Meer umrundet. In wenigen Minuten hat man alles gesehen. Die Musik ist ähnlich einfallslos, was das Gefühl verstärkt, man hätte alles schon mal gesehen. Wenigstens die Hauptcharaktere sind gelungen, genauso wie die Drachen, die sich durch die verschiedenen Optionen trotz gleicher Rasse völlig unterscheiden können.

Fazit

Singleplayer
Multiplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Die Pokémon-Formel lässt sich eben doch nicht so leicht kopieren. Obwohl die Idee des Drachenzähmens zunächst witzig klingt, verwandelt die ständige Wiederholung der gleichen Schritte den Spass in quälende Routine. Erfahrene und jüngere Spieler werden hier weder Herausforderungen noch Langzeitspass finden. Da macht es mehr Spass, sich den Film anzusehen.

2.4


Weitere Beiträge zum Thema: , , ,


Über den Autor

Nomadisch zog Federico von N64 zu PC, Xbox und Wii, bis er auf der PS3 seine Bestimmung fand: Das Sammeln von Trophäen. Je grösser die Challenge, desto besser.



Back to Top ↑