Testlabor Escape Plan

Veröffentlicht am 24. Februar 2012 von Cornelia Zogg

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Escape Plan

Escape Plan wurde uns zum ersten Mal an der gamescom in Köln vorgestellt. Und ich erinnere mich, als sei es gestern gewesen, als bei der Präsentation des Spieles ein interessiertes Raunen durch die Journalisten ging – begleitet von lautem Lachen. Die beiden Kreaturen Lil und Laarg sind in Escape Plan dazu auserkoren zu flüchten. Sie werden festgehalten von einem fiesen Typen namens Bakuki, der scheinbar irgendwelche nicht so tolle Experimente mit den beiden Freunden plant. Eure Aufgabe ist es nun, die beiden sicher und wohlbehalten aus den Fängen und Laboratorien des Bakuki zu befreien.

Flieht, ihr Narren!
Das klingt jetzt alles ziemlich simpel. Aber: Escape Plan besticht nicht nur durch witzige Rätsel, den schrägen Humor und die wunderschöne schwarz-weiss Grafik. Auch das Gameplay mit der Vita konnte mich schlussendlich voll und ganz überzeugen. Aber von vorne. Mittels Swipen und Tappen des Bildschirms führt ihr Lil und Laarg durch die einzelnen Abschnitte und Räumlichkeiten. Dabei müsst ihr wachsam bleiben und ihnen mögliche Hindernisse aus dem Weg räumen. Dazu nutzt ihr den Touchscreen vorne aber auch das Touchpad auf der Rückseite der Vita. Ebenfalls müsst ihr den Weg mit verschiedenen Gegenständen ebnen und rechtzeitig gewisse Schalter betätigen, damit eure beiden kleinen Freunde nicht bald als schwarzer Tintenfleck zersplattet an einer Wand kleben. Das fröhliche Sterben ist in Escape Plan allerdings schon vorprogrammiert. Ab und an findet ihr die Lösung des jeweiligen Raumes auf Anhieb, manchmal ist aber auch Try and Error angesagt und Lil und Laarg müssen ab und an ins Gras beissen, um euch zu zeigen, wies weiter geht. Aber Achtung: Jeder ihrer Tode wird euch schamlos vor Augen geführt. Beide haben auf ihren schwarzen, Müllsackähnlichen Körpern eine grosse weisse Ziffer. Die zeigt euch an, wie oft der jeweilig Charakter bereits über den virtuellen Jordan gegangen ist und ist damit ein ständiges Mahnmal an eure eigene Unfähigkeit! Jawohl.

Schwarze Schafe, Stacheln und andere fiese Dinger
Was mich aber an Escape Plan wirklich begeistert hat, ist das Art Design. Der Look in Schwarz-Weiss ist absolut grandios gelungen und versprüht gemeinsam mit den wirklich liebevollen und vor allem speziellen Figuren einen wunderbaren Charme. Es erinnerte mich sogar aufgrund des Humors und der ganzen Aufmachung inkl. dem Design stark an Titel wie Oddworld – Abe’s Odyssey. Stumme Hauptfiguren, die sich durch Gesten bemerkbar machen und durch Fabrik- und Laborräume schleichen, um nebenbei einige fiese Gestalten aus dem Hinterhalt an Wänden, Stacheln, Abgründen und Förderbändern zu zermantschen. Die Musik untermalt dieses Slapstick Abenteuer dann auch noch perfekt und wenn euer Charakter stirbt, dann dürft ihr euch an typischem US-Sitcom-Lachen erfreuen. Oder es gibt Publikumsapplaus, wenn ihr eine Stelle besonders gut meistert. Wie erwähnt hat mich die Grafik voll und ganz überzeugt und der dazugehörige Sound macht einfach gleich schon von Beginn weg gute Laune. Ebenso wie die beiden Hauptdarsteller!

Präzision hadert ab und an
Leider ist die Steuerung ab und an etwas nifelig. Sprich ab und an reagieren die Figuren nicht genau richtig oder ihr drückt einfach mal eine Minute lang wild in der Gegend herum, um herauszufinden, was sich nun bewegt und was nicht. Wenn beide Figuren beieinander stehen ist es dann meistens auch gleich glückssache, welcher von beiden sich bewegt. Auch müsst ihr gewisse Aktionen mehrmals ausführen, ehe die Figuren reagieren, da es manchmal einfach irgendwie nicht klappt. Die einzelnen Räume könnt ihr zudem in altbekannter App-Manier mit einem bis drei Sternen meistern. Da ist Geschwindigkeit und Geschick gefragt, wer überall drei Sterne absahnen will. Wenn ihr eure Figuren antappt, führen sie ausserdem Gesten aus. Je weniger Gesten ihr ausführt, desto mehr Punkte gibt es, was euch die Chance auf die drei Sterne erhöht. Dadurch, dass aber ab und an die Reaktion des Touchpads nicht ganz so will, wie sie sollte, kann dieser Versuch dann meist etwas frustrierend werden. Trotzdem sorgt diese Motivation für ausreichend Wiederspielwert!

Fazit

Singleplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Ein wirklich Klasse Titel für die PlayStation Vita. Das ist mein Fazit! Escape Plan ist ein witziges Game für längere Spielstunden oder einfach für Zwischendurch mit einer wundervollen Grafik, sympathischen Figuren, viel Witz und kniffligen Rätseln. Alles was ein solches Spiel braucht. Die Steuerung geht gut von der Hand und ist leicht zu erlernen - vor allem aber durch die Touchsteuerung sehr intuitiv. Leider hapert es hie und da an der Präzision, aber Lil und Laarg haben ja genug Leben um das zu verkraften. Escape Plan ist ein sehr empfehlenswerter Titel, der sicherlich für alle Rätselfans einen längeren Blick Wert ist.

4.2

Sehr gut


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Über den Autor

Hardcore-Zockerin und Sony/Nintendo Fangirl der ersten Stunde. Vorwiegend anzutreffen beim Zocken von RPGs und allem, was aus dem Reich der aufgehenden Sonne kommt. Gamerin seit 20 Jahren – Teil des GameCity Teams seit 3 Jahren. Häufigster Spruch: „Shit! Inventar voll…“



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