Testlabor FEAR 3

Veröffentlicht am 27. Juli 2011 von Marc Röthlisberger

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F.E.A.R. 3

Der Ausdruck “Familiäre Probleme” erhält in F.E.A.R wirklich eine etwas andere Bedeutung. Da wäre zum einen Mutter Alma, die eigentlich der Horror in Person ist, dann Point Man, der ausgebildete Killer, der mal so ganz nebenbei seinen verrückten Bruder Fettel abgeknallt hat. Nun ja, es mag vielleicht etwas makaber wirken, dass der eliminierte Fettel von den toten zurückkehrt und seinem Bruder bei der Suche nach Mutter Alma hilft, doch irgendwie passt das doch alles zusammen. Oder seht ihr das anders? Zumindest deutet alles auf ein… äh… interessantes Familientreffen hin.

Es geht um…. hää?
Ich muss, bevor ich anfange, ein Geständnis machen. Ich habe weder F.E.A.R. noch F.E.A.R. 2 jemals gespielt. Gut nun ist es raus. Dennoch hat mich der dritte Teil der Serie sehr interessiert. Zu Beginn gibt es eine kleine Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse in F.E.A.R. Diese ist jedoch ziemlich kurz gehalten und gibt wohl nicht wirklich einen grossen Einblick in die Vergangenheit. Zunächst müsst ihr, natürlich in der Rolle von Point Man, aus dem Gefängnis flüchten. Ihr seid also auf der Flucht, eine Spezialeinheit ist euch dicht auf den Fersen. Da gibt’s nur eines: Wild drauflos ballern. Doch das Ballern bleibt so ziemlich der einzige rote Faden der Geschichte, denn wurden die ersten beiden Teile des Horrorshooters verpasst, so ist die Story einfach nur verwirrend. Zwar wird schnell klar, dass im dritten Teil der Serie mehr über die Vergangenheit und die “Familiären Verhältnisse” der Charaktere verraten werden soll, doch alles in allem ist die Story trotz allem relativ dünn und eigentlich auch schnell erzählt. Ziel: Stoppt eure Mutter Alma bei der Geburt eines neuen Monsters!

Gruseln oder doch nicht?
Viel kritisiert wurde ja, dass sich F.E.A.R 3 zu sehr auf den Shooter Teil des Spiels und weniger auf die Schreckelemente konzentriert. Doch dies ist nur ein Teil der Wahrheit, denn knallharte Action und gruselige Passagen wechseln sich jeweils ab. Zwar besteht der neuste F.E.A.R.-Teil durchaus aus sehr viel Action und wenigen “Schocklevels”, doch wenn diese kommen, dann haben sie es in sich! Türen die sich bewegen, Monster die an der Wand entlang schleichen und nur noch gerade eben so zu sehen sind und natürlich Alma als kleines Mädchen. Das kleine Mädchen erinnert in einigen Szenen durchaus an den Film The Ring und sorgt, zumindest bei mir und meiner Mitspielerin, für einiges an Grusel. Ein grosses Plus geht meiner Meinung nach an die grossartige Atmosphäre im Spiel. Der Spieler hat immer das Gefühl, in einem Horrorfilm zu sein. Blutspuren, hängende Leichen oder einfach nur herumliegende Menschenstücke, es passt einfach alles.

Gegner? Ich kenne nur Opfer!
Die Gegner in F.E.A.R. könnten unterschiedlicher kaum sein, doch eines haben sie alle gemeinsam. Die KI ist wirklich richtig gut. Die Soldaten beispielsweise stürmen nicht hirnlos auf einen zu sondern ziehen sich auch mal zurück oder gehen in Deckung. Auch in der Deckung verhalten sich die Mitglieder der Spezialeinheit clever und schiessen aus verschiedenen Positionen. Wollt ihr euch einmal zurückziehen, so wird selbst das schwierig, denn sofort rücken eure Gegner nach und setzen euch unter Druck! Das gibt dem Spiel eine ganz eigene Dynamik und macht Spass, doch die wirklich harten Gegner sind die  Endgegner. Vom Super Roboter bis zum mutierten Irgendwas ist wohl alles dabei.

Wir sind Brüder!
Die Story von F.E.A.R 3 ist natürlich auch diesmal prädestiniert für den Multiplayer. Also könnt ihr als Brüder und somit im Ko-op durch die einzelnen Kapitel der Geschichte kämpfen. Ein Spieler übernimmt dabei die Rolle von Point Man, der andere kämpft als Fettel. Als Point Man ballert ihr euch in altbekannter Shooter-Manier durch die Levels. Sein Bruder Fettel hingegen ist ein Geist. Das bedeutet, er kann nicht nur rote Blitze feuern, sondern auch in die Körper der Soldaten schlüpfen. In Geistform hebt Fettel die Gegner in die Luft, was sie zu einfachen Zielen für Point Man macht, oder er feuert selbst aus der Hand auf die Gegner und Monster. Hat er die Körper eines Gegners übernommen, kann er sich einige Augenblicke genau wie Point Man mit Waffen erwehren und so richtig schön Drauflosballern. Ihr könnt Point Man aber auch unterstützten und mit Fettels Magie euren Partner in einen Schutzschild hüllen – falls ihr nicht gerade selbst mit einigen Gegnern zu beschäftigt seid. Geht einer von euch zu Boden, habt ihr einige Sekunden Zeit, um zu ihm zu gelangen und ihm zu helfen. Währenddessen liegt ihr allerdings auf den Boden und könnt euch noch kriechend fortbewegen und, fast schon selbstverständlich, weiterhin eure Gegner in Beschuss nehmen. Eine Überraschung erwartet euch dann ganz am Ende, so entscheidet nämlich die Punktzahl der Spieler, wer Alma’s Lieblingssohn ist und wie die Story endet (Aus energisch und hart durchgeführten Tests haben wir allerdings festgestellt, dass die Punktesammlung als Fettel deutlich leichter von statten geht).
Für kurzen Multiplayer-Spass zwischendurch gibt es einzelne Spielmodi. Darin müsst ihr beispielsweise eine ganze Weile gegen Wellen von Gegner bestehen, oder einfach so viele Soldaten “infiltrieren” wie nur möglich. Alles in Allem ist der Ko-op Modus der Story wesentlich amüsanter als die expliziten Multyplayerspiele!

Sound des Grauens!
Grafisch kann F.E.A.R. 3 eigentlich nicht wirklich brillieren, zwar passt atmosphärisch eigentlich alles zusammen, doch irgendwie ist das ganze doch etwas detailarm. Mit viel Blut und Leichen versuchten die Entwickler dies zu überspielen, jedoch gelingt das leider nur stellenweise. Der Soundtrack hingegen ist nahezu perfekt. Die Hintergrundmusik, die sich manchmal penetrant in den Vordergrund drängt, trägt enorm viel dazu bei den Puls in die höhe schnellen zu lassen. Vor allem in den eher gruseligen Levels lässt dieser Soundtrack dem Spieler das Blut in den Adern gefrieren. Ist hingegen die Hölle los, so lässt es auch der Soundtrack richtig krachen. Einziger Negativpunkt: Die Gegner schreien zwar oft irgendwas, doch leider wiederholt sich dies nahezu im Minutentakt. Ihr braucht also auch ein dickes Fell, denn was euch da an Schimpfworten und Beleidigungen entgegen schlägt, hat es in sich. Dies ist allerdings Kritik auf hohem Niveau und tut dem Spielspass keinen Abbruch.

Fazit

Singleplayer
Multiplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

F.E.A.R. 3 macht durchaus Spass, doch ihr solltet euch in die Materie einarbeiten, sprich: FEAR 1 und 2 sollten gespielt werden, so macht die Story bestimmt auch mehr Sinn und ist nicht so verwirrend. Die Schockmomente sind auf jeden Fall vorhanden und in ein, zwei Szenen klammert ihr euch dann vielleicht auch etwas fester am Gamepad fest - oder schmeisst es vor Schreck auch mal weg. Der Kauf lohnt sich durchaus und im Koop Modus macht das ganze einfach noch mehr Spass. Kleine Abstriche gibts in der Grafik, doch der Sound holt das ganze wieder gewaltig hoch, ich habe selten ein Spiel gespielt bei dem der Soundtrack so passt. Also F.E.A.R. 3 ist nicht nur was für Fans!

3.8

Sehr gut


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Über den Autor

Marc ist unsere Sportskanone - in zweierlei Hinsicht. Sportspiele sind seine Leidenschaft (und wir chancenlos) und Kanonen bedient er virtuell absolut zielgenau. Angefangen hat er mit Super Mario, mittlerweile zockt er quer durchs Beet alles. Ausser Prügelgames... die Memme! Spruch: "Früehner bin ich ihbildet gsi, hüt weiss ich das ich de best bin!!"



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