Testlabor Fable-3

Veröffentlicht am 9. Juni 2011 von Robin Schwarz

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Fable 3

Fable III ist letzten Oktober für die X-Box 360 erschienen und hat dort durchweg gute Wertungen erhalten. PC-Revolutionäre mussten sich aber noch eine Weile gedulden, bis sie ein weiteres Mal in die Geschicke von Albion eingreifen konnten. Nun ist es soweit – was taugt die Portierung der Konsolenversion?

Gegen den Klassenfeind!
Inhaltlich hat sich natürlich nichts geändert. Ihr spielt den Helden Albions, der das geknechtete Volk von seinem selbstsüchtigen und gierigen Herrscher befreien soll. Dieser böse Herrscher ist zufälligerweise noch euer Bruder und macht euch bereits zu Beginn das Leben schwer, in dem er euch vor die Wahl stellt. Eine schwierige Entscheidung: Wessen Leben ist mehr wert? Das eurer Geliebten oder das Unschuldiger? Diese Wahl steht sinnbildlich für den ganzen Spielverlauf, für die ganze von euch angezettelte Revolution. Seid ihr pragmatisch mit einem Ziel oder seid ihr idealistisch und träumt von einer besseren Welt? Oder wollt ihr sie sogar selber knechten? Alles ist möglich – man muss nur mit den Konsequenzen leben, die mitunter eine beinahe leere Spielwelt bedeuten können.

Wie immer hat man viele Möglichkeiten, typisch Sandbox Spiel eben. Jedoch klingen Dinge wie „Familie gründen“, „Gruppensex“ (ja, wirklich!), und „Immobilien verwalten“ aufregender, als sie dann tatsächlich sind. Die meisten Dinge sind relativ seicht gehalten, viel zu tun gibt es aber dennoch. Diese Möglichkeiten wollen wir euch jetzt aber nicht schon ausbreiten – der halbe Spass dabei ist nämlich, alles selber herauszufinden und sich überraschen zu lassen.

Liberté, égalité, fraternité!
Was Fable III neben den anderen Seriemarkenzeichen zu einem einzigartigen Spiel macht, ist sicherlich sein Setting. Man bewegt sich nämlich nicht mehr durch das frühere Albion, das noch eine klassische Fantasywelt war, sondern durch ein Albion, das sich entwickelt hat und sich nun durch einen seltsamen Mix aus Renaissance und Industrialisierung definiert. So wandert man am Anfang durch einen Barockgarten und sieht diverse Damen in sogenannten Manteaus während einen in den Dörfern immer wieder die typische Symbolik der Arbeiterbewegungen entgegenspringt. Dabei schwankt das Spiel in seiner Ernsthaftigkeit immer hin und her. Ein gutes Beispiel dafür ist das durchaus witzige, aber makabere Intro, das sich mit einem Huhn beschäftigt, dass die Arbeiterklasse metaphorisch darstellt. Molyneux hat mit diesem Spiel definitiv einige heissen Themen angefasst, die bei einem gewissen Klientel der Spielerschaft sicher auch Unbehagen auslösen könnte.

Viva La Revolución
Die Technik ist zwar gut, aber nicht revolutionär. Das Spiel unterstützt nVidia 3D-Vision und wurde grafisch etwas aufpoliert. So gibt es teils schärfere Texturen, Popups und rollender Rasen wurden ausgemerzt. Das ist Kleinkosmetik, aber nichts Überbordendes. Die minimalen Hardwarevoraussetzungen sind nicht wahnsinnig hoch, für ein Spiel mit viel Casual-Charakter aber trotzdem nicht tief.

Minimale Systemanforderungen:
Betriebssystem: XP 32 SP3, Vista 32/64 , Win 7 32/64

CPU: Intel Core 2 Duo 2GHz oder AMD Athlon X2 4000+
Arbeitsspeicher: 2GB
Festplatte: 12 GB freier Speicher
Grafikkarte: NVidia 7600GT oder ATI HD 2600 Pro
DirectX: 9.0c
Network: Internet-Verbindung für Multiplayer

Es empfiehlt sich zudem, das Fable 3 mit dem Gamepad zu zocken. Man hätte zwar vermutenkönnen, dass eine Rollenspielumsetzung mit 3rd-Person-Perspektive gut spielbar wird, in Tat und Wahrheit steuert sich das Ganze aber ziemlich schwammig und fühlt sich ausserdem sehr konsolig an. Auch geblieben ist der Zugriff auf Items via Unterschlupf. Zwar wird Fable III mit diesem Feature beworben, streiten kann man sich darüber trotzdem. Auf der Konsole mag diese Lösung durchaus Sinn ergeben haben, auf dem PC wäre aber eine Itemliste dem Ausrüstungsraum vorzuziehen gewesen.

Der Schwierigkeitsgrad hat sich zudem auch verändert, wenn auch nicht grossartig. Erfahrenen Zockern und solchen, die herausfordernde Kämpfe lieben, empfehlen wir an dieser Stelle das Spiel auf dem höchsten Grad zu beginnen, denn böse Zungen behaupten ja „Fable“ hätte eigentlich gar keinen Schwierigkeitsgrad. Das stimmt tatsächlich, wenn man die Schwierigkeit auf den Spielerfolg bezieht. Dieser wird nämlich unweigerlich eintreffen, manchmal dauert es nur länger. Zwar sind die Kämpfe zum Teil härter ausgefallen und manchmal sogar kniffelig bis leicht unfair. Nur ist das kein Problem. Ein „von vorne beginnen“ gibt es bei Fable III nicht. Man verliert nur seinen Fortschritt zum nächsten Aufstiegspunkt, sonst trägt man keine Konsequenzen beim Tod. Man steht einfach wieder auf, der Kampf beginnt nicht einmal von Neuem. Sogar bei Bossfights kann man sich quasi zum Sieg „durchsterben“.

Fazit

Singleplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Fable III ist auch für den PC ein gelungenes Spiel mit sinnvollen Verbesserungen und wenigen Versäumnissen. Trotz teils konsoliger und somit umständlicher Bedienung wurden besonders grafische Baustellen fertiggestellt und somit den sonst von Ports gebeutelten PC-Spielern wieder einmal ein Dienst erwiesen. Da sich die Rollenspielergemeinde mehr uneins ist denn je, kann ich leider keine generelle Kaufempfehlung aussprechen, denn was der eine an Fable III liebt, das hasst der andere wieder. Die gesamte Fable-Reihe ist eines der besten Beispiele dafür, wie Geschmäcker auseinander gehen können.

3.9


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