Testlabor Fantasy Life

Veröffentlicht am 19. September 2014 von Michel Blind

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Fantasy Life

Mensch, wie viele Stunden ich doch in Animal Crossing: New Leaf damit verplempert habe, mein Haus stilvoll einzurichten, meinen Garten von Unkraut zu säubern oder immer verschiedene Obstsorten für Gäste bereit zu halten. Mittlerweile konnte ich mich wieder davon loslösen, doch das nächste Spiel dieser Art steht bereits vor der Tür: Fantasy Life! Nur soll sich das Ganze nicht mehr auf eine Stadt beschränken, sondern ganze Landstriche mit Geheimnissen und Gegnern beinhalten. Goodbye Life oder doch lieber zurück zu Animal Crossing?

Was ist dein Traumjob?
Über fehlende Arbeitsplätze können sich die Menschen in Reveria nicht gerade beklagen. Es ist sogar so, dass die Bewohner heilfroh sind, wenn sich die jüngere Generation überhaupt dazu entscheidet, einer Arbeit nachzugehen. In der Welt von Reveria werden Jobs allerdings “Leben” genannt, denn dieses soll die Lebensaufgabe jedes einzelnen verkörpern. Zu Beginn des Spiels habt ihr also die Wahl zwischen zahlreichen Leben wie Koch, Schmied, Alchimist, Holzfäller, Schneider und vielen mehr. Noch bevor ihr euch den Kopf darüber zerbrecht, welcher Weg am besten zu euch passt, benötigt es natürlich einen Charakter. In sieben Schritten kreiert ihr eure Figur im Mii-Verfahren, jedoch um einiges hübscher und knuffiger. Ach ja und solltet ihr eure Entscheidung nach dem Start bereuen, könnt ihr das im späteren Spielverlauf wieder ändern. Es ist sowieso wichtig, später zwischen den verschiedenen Leben zu wechseln. Also rein ins Abenteuer und wenn ihr wollt, könnt ihr bis zu drei weitere Freunde in eure Session einladen!

Drei Bedürfnisse!
Wer es in Fantasy Life zu was bringen will, der sollte sich folgende drei Wörter hinter die Ohren schreiben: Sterne, Wonne und Gulden! Ohne diese Dinge geht nämlich rein gar nichts, ausser ihr liebt den kahlen Dachboden, in dem ihr zu Beginn des Spiels haust. Sterne werden vergütet, sobald ihr in der Lehre eures ausgewählten Handwerks voranschreitet – quasi eure Auszeichnung für gute Leistungen. Wonne bekommt man, indem ihr die Aufgaben eures flatternden Gefährten erfüllt und Gulden, das Zahlungsmittel in Reveria, durch das Erfüllen von Quests sämtlicher Bewohner. In meiner Spielsession habe ich das Leben als Alchimisten gewählt, dadurch kann ich mir zum Beispiel eigene Gesundheitstränke oder Lebenselixiere herstellen, ohne diese für wertvolle Gulden kaufen zu müssen. Das Hauptziel von Fantasy Life ist es aber, den Bewohnern die Wünsche von den Lippen abzulesen und diese zu erfüllen. Als Gegenleistung gibt es Gulden und je nach Quest sogar Gemüse, Fleisch, Werkzeug oder ähnliches, die entweder für das Erledigen anderer Quests gebraucht werden oder auf der Reise ziemlich nützlich sein können. Gekämpft wird in Echtzeit und unabhängig vom ausgewählten Leben, was euch früher oder später im Level steigen lässt. Gesammelte Erfahrungspunkte tauscht ihr gegen Stärke, Verteidigung, Glück oder Lebenskills ein. Hört sich doch eigentlich nach einem ganz schmucken RPG für den 3DS an, nicht? Leider ist das Gefühl nur von kurzer Dauer, es braucht nämlich keine Stunde um festzustellen, dass sich Fantasy Life als “bring-mir-hol-mir” Spiel entpuppt. An sich wäre das ja nicht das Problem, sondern eher das die Aufgaben so einfach gestrickt sind, dass diese auch nicht für die sowieso schon flache Story massgebend sind. Wenn man also eine gefühlte Stunde im Gebirge auf Trutenjagd geht, nur um Eier für Omis Apfelkuchen zu ergattern, kann die Luft schnell mal raus sein.

Weckt auf keinen Fall den Drachen auf!

Gross genug, und doch so klein!
Reveria ist eine offene Spielwelt und doch werden an vielen Orten Schranken gesetzt. Mehr als eine Info “komme im Spiel weiter um hier zu passieren” sind einfach nur nervig, absurd und versetzen einen ordentlichen Dämpfer, vor allem wenn ihr euch den Weg bis dort hin mühsam erkämpft habt. Ich bin zwar überzeugt, dass geduldige Spieler früher oder später auf jeden Fall dafür belohnt werden, doch viele werden denken, für was tu ich das eigentlich alles, wenn mir ständig einen Riegel vorgeschoben wird. Fantasy Life präsentiert sich als vielseitiges Game und so erwartet man automatisch auch eine spannende Storyline, doch der rote Faden geht leider schon zu Beginn verloren.

Es lässt sich zudem nicht verleugnen, dass die Macher von Fantasy Life bei der Gestaltung zwei schielende Augen auf Animal Crossing richteten. Das ist aber nicht schlimm, denn das kleine RPG-Game sieht ziemlich süss aus, besonders die abwechslungsreichen Tutorien sind schön zum Anschauen.

 

Fazit

Mit der grossen Auswahl an Leben bietet Fantasy Life viel abwechslung. Trotzdem steht das Spiel im Schatten von Animal Crossing, das mit viel weniger Mitteln den Spielern einfach schneller packt. Fantasy Life ist bei weitem kein schlechtes Spiel, die einen wird es für Stunden beschäftigen, andere werden es wiederum nach wenigen Augenblicken aus den Händen geben.

65%

Das gewisse Etwas fehlt


Leserwertung: 5

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Über den Autor

Besitzt fast jede gängige Konsole, verbringt aber die meiste Zeit vor seinen Nintendo-Geräten. Er sammelt Pokébälle und jeden Mist, den man in versteckten Truhen findet. In Racing-Games, besonders in Mario Kart, macht ihm keiner was vor. Deckt sich wie verrückt mit Figuren aus der Gamewelt ein, mit starker Auswirkung auf sein Portemonnaie. Motto: Still Alive! (PSN: Benjiix4 / WiiU: Benjiix)



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