Testlabor Far Cry Primal

Veröffentlicht am 18. April 2016 von Corina Ulmann

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Far Cry: Primal

Far Cry hat sich zu einem echten Hit gemausert und seit dem vierten Teil seine Fangemeinde ordentlich aufgestockt. Als dann mit einem kurzen Trailer und eher spärlichen Infos der Nachfolger Far Cry Primal angekündigt wurde, ging der in der Masse unter. Nun ist der Nachfolger erschienen und keiner hat wirklich Kenntnis darüber genommen. Die Gemeinde war sich irgendwie auch nicht sicher, ob es sich um ein Sequel oder um eine Erweiterung des vierten Teil handelt.

Far Cry Primal ist ein neues vollwertiges Spiel und nicht irgendeine Vorgeschichte zum vierten Teil. Anders als bei den Vorgängern wird die Zeit um ein paar Jahre zurück gedreht. Um genau zu sein bis 10‘000 vor Christus als noch mit Speer und Bogen gekämpft wurden und keine vollautomatische Waffen erfunden sind. Neues Setting und so ganz und gar etwas ungewöhnlich für das doch eher Waffen-lastige Spiel. Kein Wunder tauchte dann Skepsis bei den Käufer auf, doch dies sind durch und durch unbegründet.

Die Story
Als Einheimischer des Volkes „Wenja“ wird die Landschaft in der Gruppe durchforstet. Auf der Suche nach Fleisch und Fell für das eigene Volk. Ein Mammut bringt genügend Vorräte und auch in der Gruppe sollte die Jagd kein Problem sein. Mit dem Speer wird Jagd gemacht und schnell ist eines der grossen Dickhäuter erledigt. Doch die Natur kennt kein Erbarmen und auch Raubtiere müssen ihre Mägen füllen. Ein Säbelzahntiger hat ebenfalls Interesse an dem toten Tier und lässt sich von ein paar Jägern nicht beirren und stürzt sich auf sie. Der Stärkere überlebt und dir bleibt nichts anderes übrig als zu fliehen, bevor man auf dem Speiseplan des Tigers endet.

Alleine und getrennt von dem eigenen Volk beginnt das Spiel. Als Jäger und Sammler müssen die erste Äste, Steine und Tierfälle gesammelt beziehungsweise gejagt werden. Sobald die erste Pfeile und der erste Bogen hergestellt ist geht es auf die Jagd um den Hunger zu stillen oder in diesem Fall, der erlittene Schaden zu heilen. Ist die erste Nacht überstanden und der ersten Fährte gefolgt, stösst der Spieler endlich auf einen Stammesangehörigen. Das Volk ist getrennt und muss wieder zusammen geführt werden. Die Stammesgegner die „Udam“ sind nicht weit und bedrohen sie. Nur zusammen kann gegen sie gekämpft werden. Somit ist auch die Aufgabe des Spiels jedem klar und das Spiel beginnt.

Im Laufe des Spiels werden immer mehr Stammesangehörige gefunden und jeder trägt etwas zu den eigenen Fähigkeiten bei. Um eine wilde Bestie sein Haustier nenne zu können, muss zuerst ein bestimmter Stammesbewohner, welche jedoch auf der Karte eingezeichnet sind, gefunden werden. Sobald die dazugehörige Mission bewältigt ist, lernt man seine Fähigkeiten. Um das eigene Dorf weiter aufzubauen müssen zusätzliche Rohstoffe gesammelt werden und je weiter das Dorf entwickelt wird, desto mehr Fähigkeiten werden zur Verfügung stehen. Im Laufe des Spiels lernt man somit nicht nur einfache Wölfe zu zähmen sondern auch Starke Bären und Säbelzahntiger, auf denen dann sogar geritten werden kann. Die Tiere können sowohl auf andere Tiere wie im Kampf eingesetzt werden und ermöglichen neue taktische Möglichkeiten, ein Aussenposten oder Feinde zu attackieren. Wer sich geschickt anstellt, kann ohne einen Kratzer ganze Scharen von Gegner ausschalten.

Der Spielumfang ist immens und wie bereits bei den Vorgängern verliert sich der Spieler schnell im Sammeln, Jagen und Erkunden. So lässt sich auch die Spieldauer durchaus erahnen, welche sich zu denen der Vorgänger einreiht. Einzig und alleine die Waffenvielfallt ist sehr bescheiden gehalten, doch werden diese im Zusammenhand mit diesem Setting überhaupt nicht vermisst. Es würde schlicht nicht passen mit einem MG durch die Gegend zu ballern.

Grafisch leidet das Spiel ab und zu unter Einbruch der Framerate und kommt mit dem Bild hier und da nicht ganz nach. Wer genau hinsieht wird auch erkennen, dass die Map der vom vierten Teil enorm ähnelt. Es ist auch die Selbe einfach etwas mehr zugewachsen und weit weg von eine gut bevölkerten Siedlung. Etwas witzig ist auch, dass die Sprachausgabe gewählt werden kann. Ob Englisch oder Deutsch spielt ausnahmsweise sowas von keine Rolle. Es wird in der Ursprache gesprochen. Einige Wörter sind dann eher an die ausgewählte Sprache angehaucht aber eigentlich muss der Spieler so oder so lesen, lesen und nochmals lesen. Eigentlich passt dies aber ganz gut und stört daher nicht weiter.

Fazit

Far Cry Primal ist nicht irgend ein Vorversion zum erfolgreichen vierten Teil sondern ein eigenständiges Spiel und Nachfolger zur Far Cry-Serie. Ein neues Setting und neue Herausforderungen warten auf den Spieler und genau dieser Wechsel macht das Spiel so interessant. Einmal fernab von Schusswaffen, Granaten & Co. und zurück zu Bogen und Speere. Auch das Einsetzen von gezäumten Bestien ist eine nette Abwechslung und sorgt für neue taktische Möglichkeiten. Auch wenn das Einsetzen der Tiere etwas schwammig ist können diese in gewissen Situationen einem wahrlich das Leben retten. Far Cry Primal erhält viel zu wenig Aufmerksamkeit und genau für die Spielflaute bis im Herbst eine gelungene Unterhaltung. Zugreifen lohnt sich.

86%

unerwartet gut


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Über den Autor

Zockt seit der Kindheit auf allem, was ein paar Knöpfe und ein Steuerkreuz hat. Besondere Vorlieben ist alles was Spass macht. Von der Plastikgitarre bis zum coolsten Shooter wird dabei nichts ausgelassen. Alles wird probiert. Gamet seit der GameBoy auf den Markt gekommen ist und ist seit 2006 Mitglied des GameCity Teams. Gaming Motto: Erst zocken, dann urteilen!



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