Testlabor Final Fantasy XIII-2

Veröffentlicht am 21. Februar 2012 von Corina Ulmann

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Final Fantasy XIII-2

Final Fantasy XIII-2 setzt drei Jahre nach der Handlung des Vorgängers an und die Menschen haben die Welt Cocoon verlassen und Grand Pulse besiedelt.  Lightning, der Hauptcharakter aus XIII, kämpft zwischen Raum und Zeit in der Stadt Walhalla gegen Caius. Nachdem Noel durch ein Zeitportal in den Kampf platzt, erhält er die Aufgabe, nach Lightnings kleiner Schwester Serah, welche auch schon bei Final Fantasy XIII mit von der Partie war, zu suchen. An dem Ort, wo Final Fantasy XIII nun zu Ende ging befindet sich Serah und glaubt als einzige noch daran, dass ihre grosse Schwester am Leben sei. Nachdem Noel kurze Zeit später auf Serah stösst, machen sie sich auf den Weg mit dem Ziel, Serahs Schwester wiederzufinden und die Welt zu retten.

Zeitreisen
Der Schwerpunkt in Final Fantasy XIII-2 liegt darin, durch die Zeit zu reisen und die entdeckten Orte in gewissen Zeitabschnitten wieder zu erleben. Was auf den ersten Blick nach einer wirklich offenen und freien Spielwelt wirkt -  dank verwickelter Areale, mehreren Wegen, Abzweigungen etc., sieht auf dem zweiten Blick doch nach weniger aus, als es wirklich ist. Zwar können wir uns etwas freier bewegen und die einzelnen Zeitabschnitte auch frei aussuchen und erkunden, doch es liegt dennoch eine gewisse Linie in der Luft und zwingt einem, immer wieder an denselben Ort zurück zu kehren. Dabei spielt es doch keine Rolle ob dabei 1 Minute oder 100 Jahre vergangen sind. Der Ort bleibt eigentlich derselbe. Doch durch die Zeitabschnitte, die über mehrere hundert Jahre verfügen, lernt der Charakter neue Figuren kennen und kann gewisse Bereiche erkunden, die es vorher nicht gab. Alle Portale müssen natürlich nicht freigeschalten werden, doch je mehr ihr selber entdeckt und reist, desto grössere Auswirkungen wird dies auf das Ende des Spiels haben. Wer das ultimative Ende sehen möchte, der kommt nicht drum herum, alle Portale, Artefakte und Bereiche frei zu schalten und zu erkunden.

Die Suche nach dem Artefakt
Das Freischalten dieser Portale gelingt nur mit Artefakten, die überall in Raum und Zeit verstreut sind. Durch das Besuchen und Manipulieren der gewissen Zeitabschnitte wird letztlich die Handlung gebildet. Natürlich führt euch der Weg wieder durch allerhand Gebiete und mal ist euer Charakter im dichten Dschungel unterwegs, mal in einer grösseren offenen Steppe oder gar in einer Paralleldimension, die mit Rätsel auf euch wartet. Es gibt sogar Portale, die euch zunächst in eine Sackgasse führen und erst später, nach gewissen Handlungen, den Durchgang ermöglichen. Insgesamt gibt es 160 Artefakte, die für eine Spielzeit von 25- 35 Stunden sorgen. Gewisse oder die wichtigsten Artefakten werden durch das Spielen der Geschichte automatisch freigeschalten. Wer aber, wie oben schon gesagt, das wahre Ende von Final Fantasy XIII-2 sehen möchte, der muss sich auf eine Suche machen, die er womöglich nicht ohne Komplettlösung erfolgreich absolvieren wird. Wie ein Spieler ohne Komplettlöstung auf gewisse Artefakte und deren Lösungsweg kommen will, ist mir ein Rätsel. Die Verstecke sind teilweise so haarsträubend, dass kein Spieler einfach mal so darauf kommt oder per Zufall die richtige Lösung findet…

Kupopopo
Final Fantasy XIII-2 ist das erste Final Fantasy, das nur mit zwei Gruppenmitglieder gespielt wird. Neben ein paar Monster sind Serah und Noel die einzigen Charaktere, die im Kampf zur Verfügung stehen. Ganz alleine seid ihr natürlich nicht. Neben einzelne Gastauftritte begleitet euch ein altbekannter Mogry, welcher sich hervorragend als ein schatzsuchendes, in Waffen verwandelndes, Monster anzeigendes und nervendes Etwas verwandeln kann. Mog scheint zu Beginn sehr niedlich zu sein, nervt aber mit der Zeit dank unpassenden Antworten sehr schnell und nach dem die Fähigkeit mit dem Wurfmodus erlernt wurde, können wir Mog sogar die Klippe hinunter werfen, was sicher auch lustig wäre, würde er nicht immer und immer wieder zurück kehren. Wenigstens gelangen wir dank diesem Kerlchen an gewisse Schätze, die wir sonst nicht erreicht hätten. In denen sind neben Accessoires und Items oftmals auch Waffen versteckt.

Die Kämpfe
Final Fantasy XIII-2 besteht natürlich nicht nur aus Zeitreisen und einem nervenden Mogry sondern auch durch altbekannte Kämpfe gegen Monster. Auf der eigentlichen Spielwelt sind keine Monster zu sehen, diese tauchen nach dem Zufallsprinzip auf der Karte auf. Sobald ein Gegner auftaucht, verwandelt sich Mog in ein Mog-Clock. Diese ist eine Art Uhr mit Zeiger in einen grünen, einen gelben und einen roten Bereich eingeteilt. Nach dem Erscheinen eines Gegners zählt die Mog-Clock herunter, aus dem grünen, in den gelben und schliesslich in den roten Bereich. Abhängig davon, zu welchem Zeitpunkt der Gegner nun attackiert wird, ändern sich die Startbedingungen des Kampfes. Im grünen Bereich haben die Charaktere einen Vorteil, im gelben Bereich hat niemand einen Vorteil und im roten Bereich ist der Gegner im Vorteil. Habt ihr keine Lust zu kämpfen, so muss nur der angegebene Kampfring verlassen werden und das Monster verschwindet wieder. In einer Gasse oder bei schnellen Gegner ist an Fliehen nicht zu denken und vor allem bei der Suche nach einem Artefakt nerven die Zufallskämpfe doch sehr, da alle 5 Meter ein Monster aufploppt und einen Kampf austragen möchte.

Bekanntes neues Kampfsystem
Womit wir nun beim eigentlichen Kampfsystem angelangt sind. Einer der wohl grössten Unterschiede im 13-2 ist, dass ihr nur noch zu zweit unterwegs seid und sich somit auch die Kämpfe etwas verändert haben. Jeder Charakter besitzt eine eigene Zeitleiste, die sich nach und nach füllt. Während dessen können schnelle Aktionen festgelegt werden die jeweils einen oder mehrere Balkenabschnitte verbrauchen. Sobald der Balken gefüllt ist, werden die Attacken ausgeführt. Das ganze geschieht in Echtzeit und einem kurzen Zeitfenster. Anders als bei den rundenbasierten Final Fantasy-Klassiker wird bei FF XIII-2 nur ein Charakter gesteuert und die restlichen kämpfen vollautomatisch. Wie bei Final Fantasy XIII werden die Kämpfe vor allem durch das Wechseln der Paradigma entschieden und sich auch im Vergleich zu seinem Vorgänger nicht sonderlich verändert hat. Es ist hektisch, unübersichtlich und schrecklich passiv und gedrückt werden muss eigentlich meistens nur ein Knopf neben ein paar Paradigma Wechsel. Neu wiederum sind gewisse Quick-Time-Events, die vor allem bei den Bossen erscheinen und den Kampf unterbrechen. Des Weiteren gibt es deutlich mehr Bewegungsfreiheit und Interaktionsmöglichkeiten als im Vorgänger.

Pokémon?
Neu besteht nun die Möglichkeit, dass das bezwungene Monster in eure Gruppe aufgenommen werden kann. Sobald ein Kampf beendet ist, hinterlassen einzelne Monster einen Monsterkristall. Dank diesem kann das eben besiegte Monster in die Gruppe aufgenommen werden. Jedes Monster ist einer Rolle zugewiesen und kann als Heiler, Brecher, Manipulator, Agumentor oder Verheerer den Kampf unterstützen. Durch den Wechsel der Paradigmas können dann auch die Monster gewechselt werden.

Overpowered
Nach einem Kampf erhaltet ihr, neben Gegenständen, auch Kristallpunkte die dann im Kristarium für euer Charakter eingesetzt werden können. Hier wählt ihr die Rollen eurer Figuren und stärkt die Werte dementsprechend in einem festen und linearen Talentbaum von Stufe 1 bis 99. Je nach Aufgabe der Figur verteilt ihr die zur Verfügung stehenden Erfahrungspunkte auf die verschiedenen Rollen wie Brecher, Verheerer oder Verteidiger oder schaltet neue frei. Auch die eigenen Monster haben ihren eigenen Talentbaum im Kristarium und können mit speziellen Items verbessert werden, somit können diese die eigenen Fähigkeiten verbessern oder auch Neue erlernen. Was für eingefleischte FF-Spieler sicher etwas komisch erscheinen mag ist, dass das Aufleveln ziemlich einfach geht. In wohl keinem anderen Rollenspiel ist der Talentbaum so schnell ausgefüllt wie bei FF13-2, denn schon nach der Hälfte des Spiels können gewisse Talente die höchste Stufe erreicht haben. Herausforderung???

Das schwache Casino
Neben den alltäglichen Kämpfen bietet FF XIII-2 auch etwas Abwechslung. Diese sind aber in diesem integrierten Casino wohl eher schlecht als recht ausgefallen. Neben dem bekannten Cocobo-Rennen ist nur noch ein einarmiger Bandit vorhanden und das wars mit der Unterhaltung. Per DLC wird dann angeblich noch ein Kartenspiel verfügbar sein, welches wir aber noch nicht testen konnten. Der Ansatz des Casinos ist zwar interessant – wir erinnern uns an Gold Saucer aus FF VII – aber der Umfang wurde doch ganz heftig abgespeckt. Die Chocoborennen sind zwar witzig, aber weitaus weniger komplex als noch zu alten Zeiten. Und der einarmige Bandit besteht aus Münze einwerfen und Hebel drücken… wow!

Stärken und Schwächen
Wie wir es uns gewohnt sind, befindet sich Final Fantasy XIII-2 auf einem hohen technischen Niveau und überzeugt ein weiteres Mal mit einer super Ingame -Grafik. Zwar setzen die Entwickler dieses Mal weniger auf CGI-Filmen bei den Zwischensequenzen sondern vielmehr auf Ingame-Sequenzen. Die Grafik gehört aber in die obere Liga und sieht einfach nur Top aus. Leider wirken einzelne Charaktere etwas blass und auch die Mimik bei Gefühlsausbrüchen ist nicht wirklich schön vorhanden. Auch der Sound ist wieder einmal  gelungen. Und FF XIII-2 bietet massenweise Dialoge und auch unterschiedliche Antwortmöglichkeiten à la Mass Effect. Neben dem, dass gewisse Dialoge und Antworten völlig unnötig sind, wirken sich einzelne auf die Handlung aus. Leider sind es aber viel zu oft einfach nur unnötige Fragen, die nicht hätten sein müssen. Ab und an ist die Songauswahl auch etwas falsch plaziert, was aber nur auf einen kleineren Teil des Spiels zutrifft. Final Fantasy XIII-2 hat durchaus grosse Momente, aber leider auch viele kleine Enttäuschungen.

Fazit

Singleplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Ich war immer ein Fan der klassischen Rollenspiele und dem dazugehörigen, rundenbasierten Kampfsystem. Seit dem Wechsel bei Final Fantasy XII verlor Final Fantasy den Charme, den es für mich einst hatte. Mit dem jetzigen Kampfsystem und den einzelnen Neuerungen wie der Monsterzucht gewann es durchaus wieder mein Interesse. Zwar fehlen mir die grossen Zauber, die über den ganzen Bildschirm für mächtige Effekte sorgen und das Beschwören der Bestien, die nochmals ihren Reinz auslösten, doch muss ich zugeben, dass mir das neue Final Fantasy XIII-2 auch gefällt. Zwar kann ich nicht ganz nachvollziehen, warum ich nun durch die Gegend hüpfen kann, aber diese Frage lass ich einmal unbeantwortet. Auch find ich das Kampfsystem sehr langweilig, da ich nahezu nur immer einen Knopf drücken musste und durch das überaus schnelle Aufleveln war ein Wechsel auf die Verteidigung völlig überflüssig. Final Fantasy XIII-2 macht auf jeden Fall vieles wieder gut, was bei seinem Vorgänger schief gelaufen ist und dank dem, dass nun auch der Schwierigkeitsgrad zu Beginn und während des Spiels verändert werden kann, können auch Neulinge gut in die Welt von Final Fantasy eintauchen. Wer den Vorgänger nicht gespielt hat, verpasst hier und da bekannte Gesichter und einzelne Anspielungen. Doch meistens wird alles ausführlich erzählt. Wer alles über den Vorgänger wissen möchte, findet im Menü die ganze Geschichte um sich up zu daten. Meiner Meinung nach werden einzelne Final Fantasy-Fans ein weiteres Mal enttäuscht, da Final Fantasy XIII-2 nicht mehr viel mit den Klassiker zu tun hat. Doch wer die alten Klassiker nicht kennt und ein Neueinsteiger ist, wird ein gutes Final Fantasy-Abenteuer erleben.

3.7

Gut


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Über den Autor

Zockt seit der Kindheit auf allem, was ein paar Knöpfe und ein Steuerkreuz hat. Besondere Vorlieben ist alles was Spass macht. Von der Plastikgitarre bis zum coolsten Shooter wird dabei nichts ausgelassen. Alles wird probiert. Gamet seit der GameBoy auf den Markt gekommen ist und ist seit 2006 Mitglied des GameCity Teams. Gaming Motto: Erst zocken, dann urteilen!



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