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Veröffentlicht am 6. Oktober 2014 von Marco Stirnemann

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Forza Horizon 2

Forza Horizon war für die meisten das beste Rennspiel in der vergangenen Konsolengeneration. Die Mischung aus Open World Rennen und spielerischem Anspruch bot alles, was Need for Speed seit Jahren verspricht, aber nicht mehr in die Tat umsetzt. Nun also geht es in Europa darum bei einem Musikfestival möglichst viele Skillpunkte zu sammeln und Rennen zu gewinnen.

Eines gleich vorweg: Die Spielwelt aus dem ersten Teil war besser. Zum einen wegen der grösseren Vielfalt an Terrains, doch vor allem wegen dem Horizon Festival. Die Ausgabe in Europa spielt in Italien und Frankreich. Klingt eigentlich sehr cool, dachten wir, als wir die Trailer sahen. Nach den ersten Minuten wurden wir davon überzeugt, dass wir es hier mit einem richtig coolen Festival in grandiosem Ambiente zu tun haben. Doch bereits nach etwa einer Stunde kurvten wir nur noch von einem Rennen zum anderen. Sobald ein Cup abgeschlossen ist, gibt es Roadtrips oder Events. Beide sind sehr cool, am neuen Ort angekommen konnte ich jedoch kein echtes Festival mehr erkennen. Ihr trefft nur noch auf johlende Mengen, der Sound kommt sowieso nur aus den Autoboxen. Für mich wurde das Gefühl eines Internationalen Festivals ganz klar verfehlt. Das Festival in der Mitte und die Rennen darum herum machten für mich da mehr Sinn.

Davon abgesehen ist Forza Horizon doch in fast allen Punkten noch cooler als der Vorgänger. Es gibt nun ein Wettersystem, auch wenn dieses „nur“ zwischen Sonne und Regen wechselt. Gerade die Regenrennen bei Sonnenaufgang sehen extrem cool aus und laden zu ausgedehnten Fotosessions ein. Laut Entwickler sei die befahrbare Strecke dreimal so gross wie im Vorgänger. Dies stimmt auf jeden Fall, denn ein grosser Teil der Rennen ist abseits der Strasse. Die Offroad Passagen sind eine sehr willkommene Abwechslung und machen die Rennen noch spannender als zuvor. Vor allem aber werden die ganzen Supersportwagen ein wenig ausgebremst. Das schnellste Auto ist sowieso nicht automatisch die beste Wahl. Wie bereits bei der Forza Serie hat jedes Auto seine Vor- und Nachteile und es entscheidet vielmehr der eigene Geschmack als die Rennklasse. In Horizon 2 kann der Spieler jederzeit zwischen den Cups wechseln. Habt ihr also gerade einen coolen Oldtimer in einer Garage gefunden und ihn reparieren lassen, könnt ihr sofort zur Rennklasse des neuen Traumautos wechseln.

Dank Driveatar und einem Onlinemodus per Knopfdruck machen die Rennen so viel Spass wie noch nie. Der Schwierigkeitsgrad ist jederzeit fordernd und kann zwischen den Rennen jederzeit gewechselt werden. Das Gewinnen eines Rennen klappt nicht nur durch die Zieldurchfahrt als erster, sondern kann vor allem durch gute Fahrmanöver erreicht werden. Durch Driveatar haben die KI-Fahrzeuge mehr Seele als in der Vergangenheit. Spieler von Forza 5 wissen genau was wir meinen. Alle anderen können sich Rennen ohne Gummiband-KI vorstellen. Die KI übernimmt das Fahrverhalten des Spielers, dessen Daten genutzt werden. Ein netter Nebeneffekt ist, dass sämtliche andere Fahrer mit Namen eurer Xbox Live Freunde versehen sind. Einzige Bedingung ist ein Driveatar.

Grafisch macht das Spiel einen sehr starken Eindruck. Wie bereits erwähnt sieht gerade der Regen bombastisch gut aus. Die Fahrzeugmodelle sind extrem detailliert. Einzig ein paar Pop-ups der Schatten sowie seltene Framerateeinbrüche trüben ein wenig den alles in allem sehr guten grafischen Eindruck. Die Landschaft ist ebenfalls sehr detailliert und lässt euch einiges zerstören während der Fahrt. Schade nur, dass die Schadenmodelle der Autos nach wie vor sehr zaghaft ist. Die Fahrzeuge verlieren nur in Extremfällen ein Teil. Der Rest sind Schrammen und Verformungen. Ein Schadensmodell wie damals in Burnout Paradies wäre phänomenal gewesen. Da die Forza Macher jedoch den Respektvollen Umgang mit den Fahrzeugen vermitteln wollen, können wir die Entscheidung zu minimalen Schäden verstehen.

Fazit

Forza Horizon kam am Ende der alten Konsolengeneration auf den Markt und liess ordentlich die Muskeln spielen. Forza Horizon 2 kommt zu Beginn der neuen Generation und lässt ebenfalls alle anderen bisher erschienen Rennspiele alt aussehen. Ob dies in einem halben Jahr jedoch noch immer der Fall sein wird, darf bezweifelt werden. Ob der Spielspass eines Forza Horizon 2 in absehbarer Zeit übertroffen werden kann, muss sich erst zeigen. In Sachen Umfang und Spielspass sehe ich für den Titel eine lange und gute Zukunft. Ich zumindest werde für den Rennclub noch wochenlang fleissig Punkte sammeln.

89%

Prachtvoll


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Über den Autor

Niemand kommt mit einem Controller in der Hand auf die Welt. Als Marco jedoch mit seinen sieben Jahren den ersten SEGA Megadrive Controller in der Hand hielt, wusste er seine Bestimmung. Vorbei waren die Zeiten des C64 und der ewigen Disketten Sucherei. Der Amiga 2000 staube vor sich hin. Ab dem 25.12.1990 trat Sonic in das Leben von Marco. Ab diesem Tag war Sega nicht einfach ein Hersteller der coolsten Arcade Automaten, es wurde zu einer Religion. Noch heute blutet Ihm das Herz als es mit dem Dreamcast (die vielleicht beste Heimkonsole aller Zeiten) vorbei war. Heute kann er sich nur noch selten über ein neues Sega Spiel freuen. Sonic ist seit der Dreamcast Zeit nur noch ein Schatten seiner selbst und so wird in der Not auch zu Nintendo Produkten gegriffen.



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