Testlabor Gears of War Judgment 6

Veröffentlicht am 19. März 2013 von Michel Blind

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Gears of War: Judgment

Keine zwei Jahre mussten die Fans von Gears of War auf Nachschub warten und das, obwohl die Geschichte mit Marcus und Co. in Gears of War 3 ihr Ende fand. Für Gears of War: Judgment hat sich Epic Games zudem Verstärkung mit dem polnischen Entwicklerstudio People Can Fly geholt, das der Welt mit Bulletstorm bereits klar und deutlich aufgezeigt hat, dass es mit diesem Shooter-Genre bestens vertraut ist.

Gears of War: Judgment spielt zeitlich 15 Jahre vor den Ereignissen aus Teil eins, kurz nach dem Emergency Day. Zwar ohne Marcus und Dom, dafür mit den bekannten Gesichtern Damon Baird und Augustus “The Cole Train” Cole, die bereits als Nebencharaktere in vorigen Spielen rangierten sowie deren zwei neuen Kilo Squad Kollegen Sofia Hendrick und Garron Paduk. Doch nicht nur der Angriff der Locust Viecher macht ihnen ordentlich zu schaffen, sondern auch die Vernehmung durch Offizier Ezra Loomies, welcher die vier der Fahnenflüchtigkeit beschuldigt. In unterteilten Rückblenden schildern die Kilo Squad Mitglieder, wie sie sich durch die befallene Stadt Halvo Bay gemetzelt haben.

Ihr wollt mehr Herausforderung?
Schnell stellt man fest, dass Epic Games und People Can Fly die Messlate in Sachen Spielqualität hoch halten wollen und mit Gears of War nicht im Abgrund der ruinierten Spielemarken enden möchten. So haben sich die Entwickler besonders auf Änderungen in der Kampagne konzentriert, die neu in jedem Abschnitt mit Declassified-Missonen für mehr Unterhaltung sorgen soll. Ähnlich nach dem Prinzip aus Assassin’s Creed kann in jedem Abschnitt eine optionale Herausforderung erfüllt werden, nur sind diese um einiges schwieriger und benötigen deutlich mehr Taktik. Mehr starke Gegner, mit Rauch gefüllte Räume, Countdown bis zur ultimativen Explosion, vorgeschriebene Waffen oder im schlimmsten Fall überhaupt keine Munition sowie langsame oder gar nicht regenerierende Gesundheit sind nur einige der Herausforderungen, die das Kilo Squad Team erwartet. Als Belohnung füllt sich dafür die Drei-Sterne-Anzeige schneller auf, welche zusätzliche Spielobjekte freischaltet und die Steigerung des Levels ankurbelt. Für die fleissigen Sternesammler wartet sogar noch die zusätzliche Kampagne “Aftermath” mit Baird und Cole, das ihre Mission in Gears of War 3 zeigt, während Marcus den Weg zur Locust-Königin Myyrah beschreitet.

Die Kampagne wurde ausserdem mit Horden Etappen bestückt, was vermutlich durch dessen Wegfall aus dem Multiplayer-Modus zu rechtfertigen ist. In zwei Wellen konfrontieren kleine, grosse, fliegende und krabbelnde Kreaturen die Kilo Squad Crew und zeigen schnell auf, dass sich auch beim Schwierigkeitsgrad enorm was getan hat. Dies hat zufolge, dass Baird öfters auf dem Boden rumkrabbelt und in letzter Not seine Hand nach den verbliebenen Mitgliedern ausstreckt. Und was machen die? Sie rennen chaotisch hin und her und scheinen manchmal ihre Prioritäten anders zu setzen als es dem Spieler lieb ist.

 

Nicht ohne meinen Kumpel!
Trotz dem motivierenden Sterne-System und fordernden Horden Etappen hat die Story gegenüber Gears of War 3 deutlich an Spannung und Reiz verloren. Selbst die Charaktere tragen nicht mehr die gleiche Sympathie auf sich wie dies noch bei Marcus und Dom der Fall war. Um dem entgegen zu wirken sollte sich jeder definitiv ein Kumpan für eine gemeinsame Game-Session an Bord holen (online bis zu vier Spieler). Dank dem Split-Screen Modus kann man sich nicht nur hervorragend absprechen, sondern auch einen höheren Spassfaktor erzielen.

Aufgefrischter Multiplayer
Ein kleiner Schock bahnt sich für die GoW-Fans im Multiplayer an. Der beliebte Horde Modus wurde tatsächlich aus dem Spiel entfernt und durch neue Spielmodi ersetzt. Doch wollen das die Fans überhaupt? Halb so schlimm, denn mit Survival feiert ein ähnlicher Modus sein Debüt in Gears of War. Ein fünfer Team kämpft gegen zehn Locust-Wellen und muss dabei ihre Station beschützen. Wird diese zerstört geht es zur nächsten und schlussendlich zum Generator. Das gleiche gilt für den OverRun-Modus, nur stellt dieser eher ein Mix aus Horde und Beast-Modus dar, ist aber genau so überzeugend und motivierend und fordert viel taktische Überlegung. Während KOR-Mitglieder für das Instandhalten der Zäune und die Abwehrwaffen zuständig sind, haben andere aus dem Team wiederrum mehr Lebensenergie, um sich den Locust zu stellen. Ähnlich auch bei den Locust, kleine mit weniger Kraft, dafür viel flinker unterwegs als die grossen Starken. Nur losrennen und unkontrolliert auf alles drauf losschissen wirkt sich hier also eher kontraproduktiv aus.

Mit Domination und Team Deathmatch stehen zwei weitere Modi zur Auswahl und lassen sich dabei stets in einem Team spielen. Wer weniger Lust auf Gruppenmatches hat, kann sich im Free For All austoben.

Hübsches Ding!
Das Spiel ist brutal. Brutal schön. Flüssige Animationen, verdammt scharfe Texturen und Umgebungen, bei den einem die Spucke wegbleibt. Was Epic Games und People Can Fly hier abgeliefert haben, befindet sich grafisch auf höchstem Niveau und holt endgültig die letzte Power aus der Xbox 360 heraus. Getrübt wird die Euphorie jedoch durch die Synchronisation. Nicht falsch verstehen, die englischen Stimmen sind wie gewohnt sehr gut ausgewählt, wenn auch mit weit weniger dreckigen Konversationen als zu Marcus’ Zeiten, doch die Lippenbewegungen kommen meist eine Sekunde zu spät. Es bleibt zu hoffen, dass hierfür bald ein Update nachgereicht wird.

Zu guter Letzt bleibt zu sagen, dass Gears of War: Judgement mit seinen Neuerungen ein Must-Have für jeden Fan ist, jedoch im Gegensatz zu Gears of War 3 mit mehr Schwächen daher kommt. Gears of War: Judgment bleibt der Franchise treu und zählt zu den motivierendsten Shooter die es gibt.

Fazit

Kann Gears of War überhaupt noch besser sein als der letzte Teil der Trilogie? Judgment macht vieles richtig, besonders die Neuerungen in der Einzelspielerkampagne sind motivierend. Trotzdem ist die Story ziemlich lame und frohlockt nicht gerade mit Überraschungen. Der Multiplayer ist hingegen wieder spitzenmässig und wird hartgesottene, aber auch Neulinge auf lange Zeit beschäftigen. Nicht mein persönlicher Liebings-GoW-Teil, aber dennoch ein qualitativ hochstehender Shooter!

85%

Pack den Lacer aus!


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Über den Autor

Besitzt fast jede gängige Konsole, verbringt aber die meiste Zeit vor seinen Nintendo-Geräten. Er sammelt Pokébälle und jeden Mist, den man in versteckten Truhen findet. In Racing-Games, besonders in Mario Kart, macht ihm keiner was vor. Deckt sich wie verrückt mit Figuren aus der Gamewelt ein, mit starker Auswirkung auf sein Portemonnaie. Motto: Still Alive! (PSN: Benjiix4 / WiiU: Benjiix)



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