Testlabor Need for Speed Rivals

Veröffentlicht am 19. Dezember 2013 von Michel Blind

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Go’s und No-go’s in Need for Speed: Rivals

EA ist uns nach zwei schwachen Need for Speed Ablegern was schuldig. Wir sagen euch, was Rivals gut macht und was in die Hose ging! Getestet wurde die PlayStation 4 Version.

Go’s

+ Wiedergutmachung
Ich wusste genau, weshalb Rivals mein erster Next-Gen Titel sein sollte. Nach den enttäuschenden Need for Speed Spielen wie The Run und dem Most Wanted Sequel orientierte sich die Franchise nämlich wieder nach den Hot Pursuit Klassikern. Kein lästiges Autosuchen mehr, keine Gummiband-Gegner und schon gar keine Grossstadt, in der man die Highlights vergeblich sucht. In Rivals dreht sich alles um die Jagd zwischen Cop und Racer, wobei ihr entscheiden dürft auf welcher Seite ihr steht. In zwei Karrieren absolviert ihr Speedlists, steigt dadurch im Level und erhält nach und nach bessere und stärkere Autos. Diese lassen sich zwar nicht wie in Underground tunen, doch gegen gesammelte Speedpoints könnt ihr sie trotzdem etwas aufpeppen. Aber Achtung, wer seine Racer Speedpoints nicht in einem Versteck sichert bevor die Cops ihre Zerstörungswut befriedigt haben, verliert alles – was bei einem hohen Multiplikator ziemlich schmerzhaft sein kann.

+ Sonnenaufgang in Redview
Das erste Need for Speed für die Next-Generation hat grafisch ordentlich was zu bieten. Die Autodesigns waren zwar schon immer sehr gut, doch in Rivals macht sich die neue Technik besonders auf den Strecken bemerkbar. So glänzt der Asphalt vom Nebel, die Regentropfen bahnen sich ihren Weg über das Autogehäuse und die Sonne blendet so fest, dass ich teils fast nichts mehr sehen konnte. Auch für Abwechslung wurde gesorgt, so lässt es sich entlang der Küste fahren, in der Wüste, auf vereisten Strassen oder mit Vollgas auf der Autobahn. Die kritisierten 30 Bilder pro Sekunde fallen übrigens dabei nicht negativ ins Gewicht, denn selbst bei mehr als 350 Stundenkilometern war das Bild scharf und lief ohne Ruckler auf dem Bildschirm. Einzig die teilweise aufblitzenden Grafikfehler an den Bergwänden haben für einen Dämpfer gesorgt.

+ Fette Beats
Ein richtig gutes Need for Speed braucht auch einen fetzenden Soundtrack. In Rivals gibt es von Hip Hop, Electro-Pop bis hin zu Rock und Dubstep alles, was Adrenalinjunkies begeistert. Zu den bekannteren Künstlern zählen sich Bastille, Linkin Park oder The Naked and Famous. Wer die Tracks auch unterwegs hören will, kann sich folgende Spotify Playlist reinziehen.

No-go’s:

- Orientierungslosigkeit
Am meisten nervte mich das Zurücksetzungssystem nach einem Crash. Sagen wir’s mal anders, es wäre schön wenn es hier überhaupt ein System gäbe. Werdet ihr nämlich von einem Cop oder Racer geschrottet, kommt es öfters mal vor, dass euer Auto 180 Grad, sprich in die verkehrte Fahrrichtung, zurückgesetzt wird. Da das GPS erst nach zwei Sekunden wieder sichtbar ist, habt ihr nicht nur erheblich wertvolle Zeit verloren, sondern auch den Orientierungssinn. Ich kann diese Überlegung der Entwickler nicht nachvollziehen und gehe von einem lästigen und ziemlich nervenauftreibenden Bug aus.

- Spielzeugautos
Crashs gibt es in Rivals unzählige und es verlangt auch niemand, das diese realistisch aussehen müssen. Aber wenn das Auto bei einem eher schwachen Crash gefühlte 200 Meter in die Luft fliegt und dabei noch mindestens zehn Überschläge hinlegt, finde ich es doch etwas übertrieben. Zudem sehen die Unterseiten aller Wagen genau gleich aus.

- Onlineversagen
Die von EA als grossartig angekündigte Verschmelzung von Single- und Multiplayer weckte sogar mein Interesse als eigentlichen Onlinemuffel. Sozusagen fährt ihr stets mit weiteren Spielern in der gleichen Welt und verfolgt dabei eure Karriere oder fordert andere zu einem Duell heraus. So war das jedenfalls gedacht, doch in Wahrheit fällt das Feature weitaus unspektakulärer aus. Auf der sehr grossen Map haben nämlich gerade mal sechs Spieler die Berechtigung zusammenzuspielen. Das Problem liegt auf der Hand, denn es lässt sich so gut wie kaum ein Onlinespieler finden, der gerade Lust auf ein Rennen hat. Entweder sind diese gerade in einer Einzelspielermission oder tummeln sich auf der anderen Seite der Karte herum. Die wohl grösste Enttäuschung folgte, als ich mit einem Freund ein Inceptor-Rennen (Cop vs. Racer) starten wollte. Wie wir schnell feststellen mussten, ist dies gar nicht möglich. Da muss ich mich doch schon etwas am Kopf kratzen und frage mich dabei, wieso der Titel schon wieder das Wort Rivals beinhaltet, da es ja nicht mal einen Split-Screen Modus ins Spiel geschafft hat.

 

Fazit

Need for Speed: Rivals knüpft direkt an die Hot Pursuit Vorgänger und überzeugt mit guter Grafik und einwandfreier Steuerung. Der Spassfaktor ist da, allerdings nur im Singleplayer, denn der Mehrspielermodus fiel durch grosse Einschränkungen und dem fehlenden Splitscreen sehr schwach aus. Wenn Electronic Arts den Entwicklern mehr Zeit gegeben hätte, wäre hier wohl der beste Teil der Franchise entstanden. Nun ist es aber nur ein solider Racer, der zwar zufrieden stellt, aber keine neuen Massstäbe setzt. Schade!

85%

Hübsches Teil


Leserwertung: 4.1

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Über den Autor

Besitzt fast jede gängige Konsole, verbringt aber die meiste Zeit vor seinen Nintendo-Geräten. Er sammelt Pokébälle und jeden Mist, den man in versteckten Truhen findet. In Racing-Games, besonders in Mario Kart, macht ihm keiner was vor. Deckt sich wie verrückt mit Figuren aus der Gamewelt ein, mit starker Auswirkung auf sein Portemonnaie. Motto: Still Alive! (PSN: Benjiix4 / WiiU: Benjiix)



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