Testlabor Grand Slam Tennis 2

Veröffentlicht am 28. Februar 2012 von Adrian Dermon

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Grand Slam Tennis 2

Als grosser Fan des Tennissports und selbstausübender Spieler, zwar nicht so gut aber was solls, freute ich mich auf das Anspielen von Grand Slam Tennis 2. Nachdem der erste Titel nur für die Wii erschien, kam der zweite Teil nun für PS3 und Xbox 360 heraus. Ich habe mir den Titel an der PS3 angeschaut und erzähle euch, warum er mit den grossen Tennisspielen noch nicht ganz mithalten kann.

Unser Roger
Als erstes möchte ich mit dem Umfang des Spiels anfangen, der zwar alles bietet was üblich ist, aber ansonsten auch nichts Neues präsentiert. Ihr habt die Auswahl auf ein schnelles Spiel, auf einen Karriere- und einem Mehrspielermodus. Erwähnenswert ist auch, dass einige grosse Spiele der früheren Geschichte in einem Highlightmodus nachgespielt werden dürfen. Zwar gibt es ausser ein paar Sätzen keine grosse Unterschiede, aber die Herausforderungen während der Partie machen Spass. Wie es sich für den Titelnamen gehört, dürft ihr auf allen Plätzen, der grossen vier Turniere antreten, wobei sich sämtliche Plätze natürlich unterschieldich spielen. Im Karrieremodus spielt ihr dann auch mit einem eigenen Charakter die Turniere und versucht durch mehr Trainings diese zu gewinnen. Mir bot der Karrieremodus im Gegensatz zu Virtua Tennis 4 aber zu wenig Abwechslung, macht jedoch auch nicht viel falsch. Was wäre aber ein Tennisspiel ohne die Topstars. Auch hier bieten sie die normale Kost. Etwas mehr als 20 Spieler und Spielerinnen stehen für euch bereit. Natürlich fehlen die grossen vier des heutigen Tennissports nicht. Dazu gesellen sich einige Oldies wie Sampras oder McEnroe, der komischerweise gleichzeitig kommentiert, hinzu. Insgesamt eine gute Auswahl obwohl ich mir doch ein paar Namen mehr gewünscht hätte.

Auf dem Platz
Nun genug über die typischen Modis und ab auf den Platz. Die Konkurrenz unterscheidet sich ja hier in einem arcadelastigeren, Virtua Tennis, oder einem eher realistischerem, Top Spin, Spielgefühl. Grand Slam Tennis ist irgendwie eine Mischung von beidem. So bietet alleine die Steuerungsmöglichkeit gleich mehrere Möglichkeiten. Für Anfänger gibt es weiterhin die Möglichkeit mit den Buttons zu spielen. Wer es realistischer möchte, darf den zweiten Analogstick wie den Schläger schwingen. So muss eine Ausholbewegung nachgemacht werden. Dies klappt auch in der Praxis sehr gut und fühlt sich nochmals realistischer an, mit den Buttons seid ihr aber immer noch besser unterwegs, da hier die präziseren Schläge möglich sind. Nicht so präzise aber noch spassig ist auch die Move Steuerung, diese funktioniert, jedoch nur mit den Spielern, die mit der gleichen Hand spielen. Ein Nadal kann beispielsweise nur mit der linken Hand gespielt werden.  Auch bewegt sich der Spieler mit der Move Steuerung von alleine. Ein grosses Problem  sind die wenigen Fehler. Ausser beim Aufschlag, der gut gelöst wurde, ist es beinahe unmöglich einen Eigenfehler zu machen. Wenn zwei Spieler aufeinander treffen, die etwa gleich stark sind, sind zwar lange Ballwechsel an der Tagesordnung, mit Realismus hat das aber weniger zu tun. Ausserdem ist das Spiel am Netz zu stark ausgefallen. So hetzen auch die meisten Spieler gleich nach vorne. Bei einer Partie kam es bei mir schon vor, dass der Ball nicht mal der Boden berührte, da beide Spieler am Netz standen und keine Fehler machten. Hier kam mir der Urvater Pong gleich in den Sinn.
Etwas was mir als Fan aufgefallen ist, sind die unrealistischen Anzeigen und Spielerabläufe. Zwar sehen alle Spieler ihren Pendants sehr ähnlich und bewegen sich oft auch im Match wie sie, doch hat der Computer das Kommando, spielt jeder Spieler gleich. So stürmt auch ein Nadal fast immer zum Netz obwohl jeder weiss, dass seine Spielweise anders ist. Und sogar wenn ihr mit einer Sharapova gegen einen Federer spielt, habt ihr die gleichen Chancen zu gewinnen. Dazu kommen unlogische Anzeigen, wie beim Aufschlag, wo der stärkste Aufschlag nur mit 130 km/h angezeigt wird. So langsam schlagen die Profis nicht mal auf, wenn sie verletzt sind. Hier wurde leider ein wenig geschlampt.

Zusammen macht es mehr Spass
Wie jedes Sportspiel macht es mit mehreren Spielern schon mehr Spass, da der Computer erst ab der höchsten Stufe eine wirkliche Herausforderung ist.  Bis zu vier Spieler dürfen off- oder online gegeneinander antreten. In Onlinemodus gibt es natürlich Rangierungsspiele, wo ihr zur virtuellen Nr. 1 aufsteigen könnt. Bei meiner Partien störten mich aber zwei Dinge. Zum Einen immer wenn ich dabei gewesen war zu gewinnen, stieg der andere Spieler aus, ohne dass ich Punkte für die Aufgabe bekam und zum Anderen, die vielen Laggs während der Partie. Ob dies nur bei mir so war, kann ich leider nicht sagen, aber oft war dies störend für das Spiel. Trotzdem war es gegen menschliche Gegner herausfordernder und spassiger anzutreten.

Hübsch aber nicht überwältigend
Eigentlich sieht das Spiel sehr hübsch aus. Die Gesichter der Spieler sind sehr gut getroffen, die Animationen sehen insgesamt gut aus und auch die Atmosphäre der Plätze ist nett. Wenn ich es aber mit Titeln wie Fifa, NHL oder Madden vergleiche, die viel mehr Aufwand betrieben, fällt es aber wieder ab. So sind Zuschauer, Balljungen und Schiedsrichter einfach nur steif und ohne wirkliche Glaubwürdigkeit. Ein Problem ist dabei auch der Sound. Sind noch das Gestöhne von einem Nadal oder einer Sharapova wirklich gut eingefangen worden, enttäuschen auch hier die Zuschauerjubel. Manchmal gibt es während den Ballwechsel grosses Gejubel und nach spannenden Situationen überhaupt keine Reaktion. Beim Tennissport sollte es doch kein Problem sein die Jubel richtig einzusetzen. Im Kommentatoren-Bereich herrscht dasselbe Problem. Hier kommen die Originalkommentatoren der englischen ESPN Übertragung mit McEnroe und Pat Cash zum Einsatz. Die Texte wiederholen sich aber zu schnell wieder und die beiden Kommentatoren können nicht einmal die Namen oder Daten der Spieler auf dem Platz nennen.

Fazit

Singleplayer
Multiplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Der Titel wollte eigentlich zum Nr. 1 Tennisspiels auf der PS3 aufsteigen. Leider ist es wie beim Federer und es stehen noch ein paar davor. Das Spiel ist zwar kein Reinfall, aber es fehlt einfach an vielen Enden der Feinschliff. So machen die Mätche, dank den individuellen Steuerungsmöglichkeiten Spass, aber auf dem Platz fühlt sich das Ganze an wie Pong. Denn manchmal übernimmt die Figur einfach selbst die Beine in die Hand, nur um dann keine Bewegung bei einem Schlag zu machen. Was mich aber am meisten störte, war die Tatsache, dass eigentlich alle Sportler gleich auf dem Platz spielten. So kam ich sogar mit einer Sharapova zu einem Sieg gegen einen Federer und das noch im Profimodus. Für zwischendurch macht das Spiel aber Spass, trotzdem gibt es bessere Tennistitel auf dem Markt.

3.3

Gut


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Über den Autor

Als Kind süchtig, als Jugendlicher ein Nerd und jetzt nur noch ein Liebhaber der Kunst der Videospiele. Adrian machte in seinem Leben alle Zyklen eines Gamers durch und war immer der Nintendo und der Sony Konsolen treu. Seine Stärke sind Sportspiele. Aber einem guten Spiel aus anderen Genres ist er nie abgeneigt. Häufigster Spruch beim Spielen: Schleichen kann man, wenn man tot ist.



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