Green Lantern: Secret Origin
Bald erscheint der neueste Kinofilm eines Comic Helden und auch ein Game steht in den Startlöchern. Noch Ende diesen Monats wird der Multiplattformtitel Green Lantern sämtliche Spielekonsolen und Handhelds in Beschlag nehmen. Ob das Spiel überzeugen wird, steht momentan noch in den Sternen, denn über Comic-Film-Game-Ableger gibt es mehr als genug schlechte Umsetzungen. Auf eine heimliche Gameperle werden wir auch dieses Mal wohl nicht hoffen. Doch schauen wir uns doch einmal den Ursprung der Grünen Laterne an, diese liegt nämlich auch nicht in einem Filmstudio begraben, sondern auf den Zeichentischen von etlichen Comickünstlern und -autoren. Die Person hinter dem Green Lantern Outfit hat im Verlaufe der Geschichte mehrmals gewechselt, damit ist der Green Lantern Comic wohl als etwas unstet zu bezeichnen. Die vielen Wechsel lassen die Figur der grünen Laterne daher etwas blass erscheinen. Das was im Gedächnis bleibt ist der Grüne Ring und das Outfit. Der bekannteste Ringträger ist dennoch Hal Jordan, der ursprünglich erst als Nummer Zwei in den Comics aufgetaucht ist. In Secret Origin wird Hal Jordans Wandlung zur Green Lantern ausführlich erklärt und erhält etwas neuen Aufwind.
Story
Hal Jordans Vater ist Testpilot für Kampfflugzeuge. Als dieser bei einem Flug direkt vor Hals Augen abstürzt, bricht Hal mit der Familie, denn seine Mutter will nicht, dass ihr Sohn ebenfalls Pilot wird. Hal interessiert das jedoch nicht und nimmt mit 18 reissaus um sich sogleich bei der Armee einzuschreiben. Der Kontakt zur Familie bricht also endgültig ab. Als Hal mit der Ausbildung fertig ist, wird er wie sein Vater Testpilot. Hal ist ein Draufgänger und fliegt dementsprechend. Kein Wunder also, dass er seinen Job verliert, weil er die Prototypen zu Schrott fliegt. Als er eines Abends von seinem jüngeren Bruder erfährt, dass seine Mutter schwerkrank ist, provoziert er eine Schlägerei mit einem Vorgesetzten um unehrenhaft entlassen zu werden. Denn er darf nicht zu seiner Mutter, solange er Pilot ist, da sich diese darüber zu sehr aufregen würde. Als er schliesslich im Krankenhaus eintrifft, ist die Mutter jedoch bereits verstorben. Hals grösserer Bruder hält ihm daraufhin eine Standpauke, dass er allein Schuld daran gewesen sei, weil sich die Mutter zu viele Sorgen um ihn gemacht habe. Daraufhin arbeitet Hal nur noch als Mechaniker, denn als Pilot will ihn niemand mehr einstellen, und merkt, dass so mancher seiner Berufskollegen alles andere als nett zum Bodenpersonal ist.
In der Zwischenzeit befindet sich Abin Sur, ein Ausserirdischer und Ringträger, auf dem Weg zur Erde. Er fürchtet sich vor einer dunklen Gefahr, die auf der Erde ihren Ursprung haben soll und gerade diese Furcht wird ihm zum Verhängnis, denn Green Lantern dürfen sich nicht fürchten. Mit der Furcht verliert er seinen Willen und ohne Willen ist sein Ring machtlos. Kein Wunder also, kann sich der Gefangene an Bord befreien und Abin Sur schwer verletzen. Das Raumschiff von Abin Sur stürzt auf die Erde und als dieser gerade noch verhindern kann, dass das Schiff in eine Stadt rast, wird Abin so schwer beim Aufprall verletzt, dass er keine Überlebenschancen mehr hat. Er beauftragt den Ring einen neuen Träger zu finden und herzubringen. Kurzerhand wird Hal Jordan ausgewählt und vom Ring direkt zu Abin Sur geflogen. Kaum angekommen übergibt Abin Sur den Ring mit einigen letzten Worten. Als Hal den Ring annimmt, durchströmt ihn dessen Kraft und erlaubt es ihm zu fliegen. Da nun Hal Jordan der neue Ringträger ist, hat er kaum Zeit sich über das Geschehene bewusst zu werden, denn der Ring fliegt ihn ohne lange Umschweife direkt nach OA dem Zentralen Bezirk des Green Lantern Corps. Das Corps ist im Grunde eine Vereinigung von Wächtern, die über die verschiedenen Raumsektoren wachen. Kaum angekommen muss Hal die Grundausbildung der Lanterns absolvieren. Als Ringträger hat er noch keine Ahnung von seinen Kräften und wie er diese einsetzt. Auch die Schwäche gegen Gelb ist ihm unbekannt.
Nach der neuerlichen Grundausbildung kehrt Hal zurück zur Erde wo er auf Sinestro trifft, dem ehemaligen Schüler von Abin Sur. Sinestro versucht das Geheimnis um Abin Surs Tod zu ergründen und was es mit der dunklen Bedrohung auf sich hat. Nachdem er auf Hal trifft, kommen die beiden einem Komplott auf die Spur, das zurück nach OA führt und dort für Aufruhr sorgt. Doch wird die Erde wirklich das Grauen über die Erde bringen?
Einblick
Überraschenderweise ist die Story dieses Sammelbandes für eine Entstehungsgeschichte recht komplex. Innert kürzester Zeit wandelt sich Hal zu einem Superhelden und ganz nebenbei muss er ebenfalls Meilensteine in seinem privatem Umfeld hinter sich bringen. Hinzu kommt dann noch das Rätsel um Abin Sur, das durchaus keine Lapalie darstellt, sondern eher den Auftakt zu etwas ganz Grossem. Der Autor verstrickt die verschiedenen zeitlichen und räumlichen Erzählstränge jedoch derart geschickt, dass man zu keiner Zeit den Faden verliert. Etwas ungewohnt ist das Auftreten von Sinestro, denn dieser Lehrmeister wird später zum grössten Widersacher der Grenn Lantern. Damit bildet Secret Origins auch eine Brücke und zeigt bereits erste Ansätze, warum Sinestro sich schliesslich vom Green Lantern Corps abwenden wird. Die Zeichnungen von Ivan Reis sind sehr dynamisch und polieren einen vollkommenen Superhelden aus Hal Jordan, was im Grunde nicht stimmt, denn Hal ist alles andere als perfekt. Die knallbunte Lanternwelt wirkt daher dann auch schnell etwas deplaziert und beraubt die Story teilweise ihrer Tragweite.
Fazit
Die Green Lantern Comics sind etwas speziell, denn die grüne Laterne ist ein recht schillernder Superheld im Kleegrünen Strampelanzug. Ein Grund warum wohl so einige mit diesem Superhelden wenig anfangen können, der Look ist alles andere als Modern. Die Story ist sehr fantastisch, vermag es aber ein paar wirklich wichtige Themen anzusprechen. Sei es weil es darum geht sich seiner eigenen Angst zu stellen und diese zu überwinden oder weil man die Authorität durchaus auch hinterfragen sollte. Neben dem Schicksal des Universums spielen dann auch weltliche Themen, wie der Verlust von Angehörigen eine Rolle. Wer sich von der quitschbunten Welt nicht blenden lässt, wird feststellen, dass Green Lantern mehr beinhaltet als ein Kampf Gut gegen Böse. Da der Kinofilm auf dieser Geschichte aufbaut, lässt das im übrigen hoffen, dass auch dieser etwas mehr Tiefgang erhält als im ersten Blick durch den Trailer gezeigt wird.



