Testlabor Hyrule Warriors

Veröffentlicht am 17. September 2014 von Michel Blind

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Hyrule Warriors

Da staunte der Zelda-Fan nicht schlecht, als Nintendo zusammen mit Koei Tecmo kurz vor Weihnachten 2013 im Nintendo Direct Stream das Zelda Spin-Off Hyrule Warriors präsentierte. Ein Dynasty Warriors Game, einfach mit den Charakteren aus The Legend of Zelda. Sehr gewagt war mein erster Gedanke, im Nachhinein muss ich aber sagen, dass ich wohl eher überrascht war. Die Jungs und Mädels von Nintendo waren in letzter Zeit ja nicht gerade für ihre innovativen Partnerschaften bekannt, sondern eher für den x-ten Aufguss ihrer eigenen “traditonellen” Spiele.

Bisher zog die Dynasty Warriors Spielreihe spurlos an mir vorbei. Zwar habe ich mir das Gameplay schon einige Male auf YouTube angesehen, aber mein Interesse hat es bisher nicht geweckt. Es scheint fast so, als wäre ich hier nicht der einzige, denn im westlichen Teil unserer Welt ist Dynasty Warriors immer noch ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. Wenn Link & Co. also in die Hauptrollen schlüpfen, werden mit Sicherheit nicht nur die Japaner voll darauf abfahren, sondern auch bei uns wird man dem Spiel grosse Aufmerksamkeit schenken. Jetzt bleibt nur noch die Frage offen: Was will Hyrule Warriors sein? Mehr Dynasty Warriors oder mehr Zelda?

Hau drauf und laber nicht!
Storymässig fällt Hyrule Warriors unspektakulär und flach aus. Das Königshaus von Hyrule wird angegriffen, Link erhält die Gelegenheit sich zu beweisen und so stellt er sich mit Zelda und der hauseigenen Truppe an die Front der Gegner. Im Gefecht geht Zelda verloren und Link sieht es als seine Aufgabe sie wieder zu finden. Kommt euch bekannt vor, nicht? Trotzdem wird einem schnell klar, in Hyrule Warriors dreht sich alles ums Verkloppen und dem taktischen Vorgehen. Kommunikation wird zur Nebensache, wenn überhaupt gesprochen wird, dann meist nur in den Zwischensequenzen. Wem noch nie ein Dynasty Warriors in die Hände gekommen ist, kann sich dies wie eine Art Schlachtfeld, verpackt als Labyrinth vorstellen. Zu Beginn seht ihr auf der Karte meist nur rote Stellen, was so viel bedeutet, dass dieses Gebiet von den Gegnern eingenommen wurde. Um dies zu ändern, muss der Festungskommandant besiegt werden, danach verfärbt sich die Stelle blau und ihr könnt euch in den nächsten Kartenabschnitt begeben. Wenn eure Kumpanen in Not sind oder eine Festung wieder in den Besitz der Gegner gerät, erhaltet ihr eine Benachrichtigung und die entsprechende Stelle wird auf der Karte hervorgehoben, je nach dem müsst ihr zu Hilfe eilen. Sich nur durch die Scharen Gegner zu kämpfen reicht also bei weitem nicht aus.

Seid gewarnt ihr Biester!

Während die vielen kleinen Biester meist keine grosse Herausforderung darstellen, können andere Gegner, darunter viele bekannte Gesichter aus der The Legend of Zelda Saga, aufgrund ihrer speziellen Verteidigungskünste oder Angriffe trotzdem sehr gefährlich werden. Wenn sich euch dann noch der Endboss entgegenstellt und zeitgleich hunderte Gegner auf einen stürzen, ist eine gute Taktik gefragt. Mit ZR lassen sich grosse Gegner avisieren, was sich bei dem Gewusel als sehr praktisch herausstellt und den eigenen Charakter zudem schneller über das Schlachtfeld zur avisierten Kreatur bewegen lässt. Das beste sind aber die Spezialattacken der Figuren, die nicht nur viel Schaden verursachen, sondern zudem ziemlich episch aussehen. Um diese zu verwenden, muss sich allerdings die dafür vorgesehene Leiste auffüllen, was in der Regel ziemlich schnell passiert.

Die meisten Waffen sollten Zelda-Fans vertraut sein, so kommen Pfeil und Bogen sowie Bomben zum Einsatz. Gewisse Durchgänge lassen sich nämlich auch hier nur mit bestimmten Vorgehensweisen durchbrechen. Damit während des Spiels weitere Kombos zur Verfügung stehen, sollte das auf den Schlachtfeldern gesammelte Zeug gegen Medaillen eingetauscht werden. Jeder spielbarer Charakter hat nämlich seinen eigenen Skill-Baum, den es zu vervollständigen gilt.

Der Abenteuer Modus und Multiplayer
Sehr gelungen ist der offline Mehrspielermodus, denn dank dem Gamepad ist es möglich, dass zwei Spieler ohne den Einsatz eines Split-Screens zusammen spielen können. Währenddessen der eine mit dem Gamepad spielt, kann der andere Spieler ganz normal am Fernseher mit seiner Figur fungieren. Zu zweit kann auch im Abenteuer Modus gespielt werden, ein zusätzlicher Menüpunkt, bei dem ihr euch in Retro-Pixel-Look auf einer Karte vorarbeitet. Allerdings sind die Kämpfe schlussendlich dann doch wieder in der normalen 3D-Grafik gehalten. Nett zum Ansehen ist es aber trotzdem!

Willkommen im HD-Zeitalter, Link!

Typisch Dynasty Warriors!
Hyrule Warriors als eine Grafikpracht zu bezeichnen wäre übertrieben. Wer schon mal in ein Dynasty Warriors reingeschaut hat, dem fällt vor allem auf, dass die Umgebung nicht gerade vor Detailverliebtheit strotzt. Auch in der Zelda Edition sieht vieles sehr öde aus und holt bei weitem nicht die ganze Grafikpower der Wii U heraus. Von dem abgesehen kann jedoch das Charakterdesign auf ganzer Linie überzeugen. So schön wurden Link, Zelda, Impa & Co. noch nie in Szene gesetzt. Unsere Charaktere sind endlich in der HD-Ära angekommen – Glückwunsch, das kann sich sehen lassen! Ein tolles Zückerchen gibts übrigens in der Galerie. Hier lassen sich nicht nur die epischen Musikstücke anhören, sondern auch der Fortschritt einer Art “Achievment”-Liste einsehen.

Fazit

Hack'n'Slay ist vielleicht nicht jedermanns Sache, doch wenn man am Ende eines Levels sieht, dass 1000 Gegner zu Opfer fielen, ist die Freude dementsprechend hoch. Genau von dem lebt Hyrule Warriors und macht es zu einem Spiel, dass man auch für kurze Gamesessions gerne in die Wii U schmeisst. Zelda-Fans und Leute, die noch nie ein Dynasty Warriors gezockt haben, sollten hier zugreifen. Alle anderen sollten noch einmal darüber nachdenken, denn Hyrule Warriors bleibt am Ende nur ein Dynasty Warriors Game mit Zelda-Bonus!

80%

Interessantes Spin-Off


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Über den Autor

Besitzt fast jede gängige Konsole, verbringt aber die meiste Zeit vor seinen Nintendo-Geräten. Er sammelt Pokébälle und jeden Mist, den man in versteckten Truhen findet. In Racing-Games, besonders in Mario Kart, macht ihm keiner was vor. Deckt sich wie verrückt mit Figuren aus der Gamewelt ein, mit starker Auswirkung auf sein Portemonnaie. Motto: Still Alive! (PSN: Benjiix4 / WiiU: Benjiix)



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