Testlabor James Bond 007: Blood Stone

Veröffentlicht am 23. November 2010 von Federico Gagliano

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James Bond 007: Blood Stone

Die Zukunft von James Bond sieht, zumindest auf der Leinwand, düster aus. Das Metro-Goldwyn-Mayer Studio, zuständig für die Bond-Filme, hat nämlich mit grossen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Auf den Konsolen sieht die Lage deutlich besser aus. Gleich zwei Bond-Titel stehen dieses Jahr in den Regalen. Während GoldenEye alte Erinnerungen weckt, versetzt Blood Stone den britischen Agenten in ein komplett neues Abenteuer.

Nur ein Prolog
Die Handlung von Blood Stone bleibt den Filmen treu und ist im Kern nichts Neues. Hinweise auf biochemische Waffen locken den Agenten auf eine Spur, die ihn quer um den Globus führt. Dabei enthüllt er Stück für Stück Teile einer Verschwörung, trifft auf charmante Frauen und muss sich gerissenen Widersachern stellen. Alles in einem werden Fans zufrieden sein – zumindest bis kurz vor Schluss. Dann wird nämlich klar, dass Bonds Mission erst jetzt wirklich beginnt. Die Handlung hört nach einer besonders dramatischen Szene mit einem Cliffhanger auf und lässt die Story, zumindest bis zum nächsten Spiel, offen.

Geschüttelt, nicht gerührt
Genauso wie Bonds Martinis lässt sich das hektische Gameplay in Blood Stone. Wieder einmal wagt die Serie einen Versuch mit der Third-Person Perspektive. Deckung suchen rückt deswegen stärker in den Vordergrund. Meist beginnt Bond die Mission verdeckt und beseitigt Gegner lautlos mit knallharten Takedowns. Früher oder später werden aber auch die besten Agenten entdeckt, was unvermeidbare Feuergefechte zur Folge hat. Das Deckungssystem funktioniert zwar problemlos, jedoch vermisst man oft die Möglichkeit, geduckt zu gehen. Die K.I. versucht von Zeit zu Zeit euch mit Granaten zu einem Positionswechsel zu zwingen, ist aber ansonsten nicht besonders intelligent.

Weitere Vorteile verschafft sich Bond durch seinen Smartphone. Dank Tastendruck werden euch Gegner, Ziele und Hinweise angezeigt, ähnlich dem Detektivmodus aus Batman: Arkham Asylum. Aber Bond hat nicht nur vom dunklen Ritter gelernt. Auch seine Focus Aim Fähigkeit, die gezieltes und schnelles Ausschalten von Gegnern erlaubt, erinnert an Sam Fishers neuste Fähigkeit in Conviction. Takedowns verdienen euch einen solchen Focus Aim, maximal drei können gesammelt werden. Bei der Benutzung zielt Bond dann automatisch auf Feinde, im Gegensatz zu Conviction werden diese jedoch nicht von euch selbst gewählt. Dies ist aber meist kein Problem, da die Levels relativ einfach gehalten sind.

Natürlich fehlen auch nicht rasante Verfolgungsjagden in exotischen Fahrzeugen. Hier überrascht aber, wie linear diese ausgefallen sind. Zwar sorgen Explosionen und Chaos rundherum für Adrenalin, grundsätzlich müsst ihr aber nur eine vorgegebene Strecke auswendig lernen. Von den Entwicklern von Blur hätte man hier deutlich mehr erwartet. Ansonsten erwarten euch einige wenige Highlights zwischendurch, aber allgemein nichts Berauschendes. Die Länge der Kampagne ist auch nicht besonders gross, was die halb erzählte Geschichte noch frustrierender macht.

Standard-Zusatz
Ein Online-Modus steht ebenfalls zur Verfügung, dieser bietet aber nur das Nötigste. Team-Deathmatch und ein Modus, in denen ein Team Missionen erfüllen muss, während andere die Ziele beschützen, sind die einzigen Optionen. Neue Waffen und Skins werden durch Aufleveln freigeschaltet. Ärgerlich ist, dass Anfänger oft gegen Gruppen von weiter fortgeschrittenen Spielern antreten müssen. Bis ihr euch zurecht findet, erwarten euch einige frustrierende Niederlagen. Auch lässt sich eine Verbindung zum Bond-Universum vermissen. Wer in seinem Team den ersten Platz einnimmt, darf zwar in Bonds Rolle schlüpfen und bekommt mehr Punkte, aber ansonsten wirkt der gesamte Mehrspielermodus wie ein separater Zusatz, an dem nicht wirklich viele Gedanken verschwendet wurden.

Blockbuster-Niveau
Zumindest visuell sieht Blood Stone prächtig aus. Die verschiedenen Locations sind detailliert und besitzen deutlich verschiedene Atmosphären, die durch verschiedene Beleuchtung noch verstärkt werden. Daniel Craig und Judi Dench vertreten ihre Rollen als Bond und M gewohnt gut, egal ob in Bild oder Ton, und auch der Gastauftritt von Sängerin Joss Stone fällt nicht aus dem Rahmen. Nur bei den Nebencharakteren lassen sich einige Schwächen erkennen. Exzellent ist auch der Soundtrack, der wie immer das Bond-Feeling erst recht rüber bringt.

Fazit

Singleplayer
Multiplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Als reiner Third Person Shooter bewegt sich Blood Stone nur im Mittelmass. Es versucht zwar erfolgreiche Spiele nachzuahmen, tut dies aber nicht gründlich genug. Unbefriedigend ist aber vor allem das offene Ende. Trotz der Schwächen ist es aber immer noch eine Freude in die Haut von Bond zu schlüpfen. Wer den nächsten Einsatz mit dem britischen Agenten nicht abwarten kann, sollte den Titel durchaus mal für zwischendurch in Erwägung ziehen.

3.3


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Über den Autor

Nomadisch zog Federico von N64 zu PC, Xbox und Wii, bis er auf der PS3 seine Bestimmung fand: Das Sammeln von Trophäen. Je grösser die Challenge, desto besser.



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