Testlabor Kung Zhu

Veröffentlicht am 4. April 2011 von Cornelia Zogg

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Kung Zhu

Die Zhu’s sind Hamster. Nun, eigentlich sind die Zhu’s ein einfaches Spielzeug mit ganz verschiedenen Sujets, die hauptsächlich reissenden Absatz in der Kinderspielwarenabteilung finden. Nun gibt es für die Gruppe der Ninja ähnlichen Hamsterchen der Kung Zhu’s (einer Art dieser Spielzeughamster) ein Game.  Sie sind einerseits für die älteren Kinder gedacht und auch Protagonisten des Nintendo DS Games Kung Zhu. Ein Spiel für Kinder also, freigegeben ab FSK 6 bzw. Pegi 7 Jahren. Gut, sagte ich mir, dementsprechend werde ich das Spiel auch testen und stürzte mich ins Abenteuer der Ninja-Hamster.

Story ist was für Nicht-Ninjas
Die Geschichte beginnt ohne grosse Einführung. Ich darf einen der Hamster als Startprotagonisten wählen und entscheide mich für Dryako, einen Jonin – einer der Rassern der Kung Zhu’s. Zur Auswahl stehen auch noch andere Mitglieder von anderen Clans, darunter Yama oder Stonewall. Sie alle haben verschiedene Waffen, die Steuerung bleibt allerdings bei allen gleich. Als nächstes dürft ihr eine Rüstung auswählen. Diese lässt euch eine andere Waffe schwingen, wenn ihr sie einsetzt, aber dazu später. Los geht’s! Im Hauptquartier höre ich Hilfeschreie und eile sofort los. Im ersten Level werde ich sofort von anderen Zhu-Ninjas angegriffen und ohne irgendeine Einführung oder ein Tutorial prügle ich drauf los. Ich merke schnell: Kung Zhu ist ein 2D Sidescroller Beat’em up. Und ich befürchte schnell: Das könnte eintönig werden! Jedenfalls kamen dann doch noch zwei Tafeln, die mir das Springen und Schlagen erklärten, allerdings zu einem Zeitpunkt, an dem ich das bereits selbst “herausgefunden” hatte. War ja auch keine anspruchsvolle Sache! Nachdem ich das erste Level erfolgreich bestritten hatte, wurde ich aufgeklärt. Der Bösewicht hat alle vier Zhu-Tafeln gestohlen und mit ihnen die Fähigkeit der Bewohner des Zhuniversums, glücklich zu sein. Ausserdem hat er den Bewohnern eine Gehirnwäsche verpasst und hetzt sie gegen mich auf und hat meine Freunde gefangen genommen. Mein Ziel also, die Zhu-Tafeln zurückholen und meine Freunde befreien.

Es dürfte ein bisschen viel mehr sein
Die Levels sind alle gleich aufgebaut. Ich bewege mich in 2D durch die Levels, hüpfe über Plattformen und sammle blaue Kugeln ein (bis heute hat mir niemand gesagt, was diese Dinger eigentlich sind!), aber in jedem Level gibt es jedenfalls 200 davon. Währenddessen werdet ihr von zahlreichen anderen Ninjas angegriffen und kloppt einfach wild auf sie los. Mehr braucht ihr nämlich bei Kung Zhu nicht zu tun. Buttonmashing vom Feinsten ist angesagt und das ohne jeglichen Schwierigkeitsgrad! Ihr könnt quasi vor dem Gegner stehen, draufkloppen und nebenbei eine Zeitung lesen, absolut kein Problem. Klar hier gilt: Es ist ein Spiel für Kinder ab sieben Jahren, aber entschuldigt mir die anmassende Bemerkung, aber ich denke unsere Sieben- bis ca. Zehnjährigen haben mehr Grips, als dass dieses Spiel spannend für sie sein könnte. Rätsel gibt es keine, einzige Herausforderung besteht darin, alle 200 blauen Kugelchen zu finden, aber auch das ist keine wirkliche Herausforderung. Also rennt ihr blind und im Eiltempo durch die Levels, verkloppt ordentlich eure Landsmänner und habt das Spiel in guten zwei bis drei Stunden durch. Die einzige Herausforderung kommt gegen den Schluss, wenn ihr gegen zwei Endbosse gleichzeitig antreten müsst. Die haben es dann aber so in sich, dass ich sogar etwa zehnmal gestorben bin! Hier steigt der Schwierigkeitsgrad massiv an, wogegen ich grundsätzlich nichts einzuwenden hätte, wenn der Spagat zwischen Level und Boss dann nicht so gigantisch gewesen wäre. Kung Zhu verfügt auch über einen Multiplayer, den ich allerdings nicht testen konnte, da er natürlich nur über Netz funktioniert. Und ich kenne leider niemanden, der das Spiel ebenfalls besitzt. Somit werde ich in der Bewertung den Multiplayer aussen vor lassen.

Sie haben sich allerdings Mühe gegeben
Im grossen und ganzen ist Kung Zhu nicht schlecht gelungen. Die Grafik ist schön und die einzelnen Hamster haben ihre eigenen Fähigkeiten und die Levels sind zwar alle gleich, aber können sicher für ein Weilchen unterhalten. Einzig die fehlenden Erklärungen haben mir – äh – gefehlt. Zum Beispiel bin ich nur durch Zufall darauf gekommen, wie ich meinem Zhu die zuvor ausgewählte Rüstung anlegen konnte. Nämlich indem ich auf dem Touchscreen die Tafel antippe! Die Hälfte des Spiels spielte ich ohne diese Rüstung, weil ich einfach schlichtweg keine Ahnung hatte, wie sie einzusetzen ist. Auch die blauen Kugeln bleiben mir ein Rätsel. Aber evtl. verstehen das über Zehnjährige einfach nicht? Der Sound hingegen kann sehr gut überzeugen und hat mir persönlich sehr gut gefallen. Er ist passend und auch alles andere als nervig, was sonst ab und zu bei DS Spielen der Fall ist. Da muss ich sagen: Die Idee von Kung Zhu ist nicht schlecht, leider hapert es einfach zu sehr am Gameplay.

Fazit

Singleplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Kung Zhu ist ein klassisches 2D Prügelspiel. Die Story ist ziemlich anspruchslos, es gilt, alle anderen zu verkloppen und dem Land das Glücklichsein wieder zu bringen. Wie das mit einer Tracht Prügel funktionieren soll, ist mir nicht bekannt und sicherlich für Kinder - die ja eindeutig die Zielgruppe sind - nicht gerade pädagogisch wertvoll. Selbst für ein Spiel für Kinder erscheint mir auch das Gameplay schlichtweg zu einfach. Es fehlt einfach die Herausforderung. Das Spiel an sich wäre gut gemacht. Sound und Grafik können überzeugen und auch die einzelnen Kämpfer sind liebevoll gestaltet und verfügen über ihre eigenen Fähigkeiten und Waffen. Trotzdem wird das Spiel sehr schnell eintönig, so dass man fast froh ist, wenn es nach drei Stunden Spielzeit durch ist. Zwar ein solides Game für die Altergruppe, aber es gäbe sicher bessere und forderndere Spiele auf dem Markt.

2.1


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Über den Autor

Hardcore-Zockerin und Sony/Nintendo Fangirl der ersten Stunde. Vorwiegend anzutreffen beim Zocken von RPGs und allem, was aus dem Reich der aufgehenden Sonne kommt. Gamerin seit 20 Jahren – Teil des GameCity Teams seit 3 Jahren. Häufigster Spruch: „Shit! Inventar voll…“



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