Testlabor Little Big Planet 3

Veröffentlicht am 27. November 2014 von Michel Blind

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Little Big Planet 3

Ich war zwar noch nie gut im Schätzen, doch bei einem Punkt bin ich mir ganz sicher: Little Big Planet 2 war mein meistgespieltes Game auf der PlayStation 3. Ich habe es zwar bis heute noch nicht geschafft, ein voll funktionsfähiges Level zu kreieren, doch wenn ich sehe wie viel Mühe sich schon manch anderer Spieler gegeben hat, bediene ich mich lieber im Level-Topf der Community. Mit dem Einläuten der PS4-Ära war es nur noch eine Frage der Zeit, bis Nummer drei erscheint. Jetzt ist es da – inklusive einer PlayStation 3 Version – doch hat es genug Neuerungen parat, um die Fans zufrieden zu stellen?

Willkommen neue Freunde!
Was ein Vogel mit Kulleraugen, ein lechzender Vierbeiner und eine gestrickte Kartoffel auf dem Cover zu suchen haben? Darf ich vorstellen, das sind Sackboys neue Freunde Swoop, OddSock und Toggle! Nun ja, noch nicht gleich zu Beginn des Spiels, denn die drei Charaktere gilt es erst zum Leben zu erwecken. Newton, die Glühbirne, war nämlich zu euphorisch und hat die bösen Kräfte entfesselt, die bereits vor vielen Jahren der Welt die Kreativität und Fantasie entzogen und dazumal von den drei Helden in eine Blechdose verschweisst wurde. Nachdem Newton die Dose trotz Warnhinweisen geöffnet hat, übernahmen die darin verstauten Kräften die Kontrolle über ihn. Für Sackboy eigentlich kein Problem, so hat er es schon mit grösseren Kreaturen aufnehmen müssen. Bei seinem neusten Abenteuer fehlen ihm aber wichtige Spezialfähigkeiten wie Fliegen, Stärke und schnelles Rennen – und damit der verzauberte und machtbesessene Newton nicht noch mehr Schaden anrichtet, muss sich Sackboy beeilen und die drei anderen Helden zurückholen.

Für dir Levelstruktur haben sich die Entwickler in Little Big Planet 3 was neues einfallen lassen. Neuerdings klappert ihr auf der Karte nicht mehr Level für Level ab, sondern müsst diese in einer Art offenem Level selbst suchen. Vom Prolog abgesehen gibt es drei solche Kapitel (für jeden Helden eines), dort kann man nicht nur in die Hauptmissionen gelangen, sondern auch Quests von anderen Figuren annehmen – teils vollständige Level, teils Minispiele. Ganz cool sind die fünf neuen Hilfsmittel, die Sackboy nach und nach freischaltet. So kann er sich zum Beispiel in Jetpack-Schuhe stellen, einen magnetischen Helm aufsetzen oder eine Gebläsegerät zücken, um Hindernisse elegant zu überwinden.

Es fällt auf, dass der Schwierigkeitsgrad enorm angezogen hat und auch die Suche nach den Stickers bereits von von Beginn an kein leichtes Unterfangen ist. Zwar rüttelt dies nie an der Spielmotivation, trotzdem hatte ich das Gefühl, dass die vielen Wiederholungen ein bisschen vom geringen Umfang des Abenteuermodus ablenken sollten. Sehr nervig sind übrigens die vielen und verhältnismässig langen Ladezeiten – sollte das eigentlich nicht besser werden auf der PlayStation 4?

Heute geht’s zur Pop-It Academy
Bevor ich in den Vorgängern überhaupt zum Erstellen eigener Level kam, haben mich die Einführungslektionen zu den vielen Funktionen so abgeschreckt, dass ich schnell wieder meine Finger davon liess. In Little Big Planet 3 wollten die Entwickler wohl etwas mehr Motivation schaffen und haben aus den gefühlten tausend Einzellektionen die Pop-It Academy erschaffen. Hier stürzt ihr euch in ein Level, das nach dem “learning by doing” Prinzip erklärt, was ihr alles mit eurem Pop-It anstellen könnt. So steht ihr also nicht weiter dumm herum und wartet bis das Gedöns des Sprechers (der übrigens wieder der Altbekannte ist) vorüber ist, sondern müsst euch sogleich mit dem angeeignetem Wissen einen Weg durch das Level bahnen. Dank dem Touchpad des PlayStation 4 Controllers könnt ihr beim Kreieren eigener Level davon Gebrauch machen und so im Kreativmodus noch intuitiver vorgehen als bisher.

Koop-Modus mit Schwächen
Der Mehrspielermodus macht Little Big Planet zu dem, was es ist. So bleibt es der grösste Spass, wenn ihr mit bis zu drei weiteren Spielern online oder am gleichen Bildschirm die Abenteuer-Level als auch die Community-Level beschreitet. Weniger erfreulich ist dagegen, dass der Bildschirm weiterhin nicht aufgeteilt wird, sollten sich die Spieler zu weit weg voneinander befinden. Stattdessen erscheint bei einem Spieler der Countdown für die Selbstzerstörung – und es trifft unglücklicherweise nicht zwingend den Spieler, der weiter vorne liegt. Spieler die sich gut absprechen, werden aber wohl nur selten Probleme damit haben.

Ihr wollt nicht auf eure Lieblingscommunitylevel aus dem Vorgänger verzichten? Keine Bange, alle bisherigen Online-Level stehen weiterhin zur Verfügung – nur jetzt noch mit besserer Grafik – na wenn das nicht nett ist!

So putzig wie eh und je!
Die Grafik macht auf der PlayStation 4 einen super Eindruck. Dies macht sich vor allem bei den Texturen bemerkbar, die nun um einiges schärfer und detailverliebter sind. Ansonsten wurde an der Optik nicht gross rumgeschraubt – wieso auch? Die Konzentration der Entwickler lag wohl bei der bisher kritisierten Steuerung, welche spürbar verbessert wurde und die Sprungreaktion der Figuren deutlich verbessert. Man hat nicht mehr ständig das Gefühl, dass die Steuerung daran Schuld ist, wozu bestimmt auch der ergonomische PS4-Controller dazu beigetragen hat. Die Hintergrundmusik ist perfekt abgestimmt – mal fetzig, mal ruhig. Schade können die Storyfiguren jetzt alle sprechen, es hatte früher einfach einen gewissen Charme wenn diese bedeutungslose Wörter wie zum Beispiel “Sollikotääh” oder sonstige unverständliche Sprüche von sich gaben.

 

Fazit

Little Big Planet 3 macht Spass und ist das perfekte Game für eine Zocknacht mit Freunden. Allerdings finde ich den Umfang des Hauptspiels ziemlich bescheiden. Nach wenigen Stunden ist das komplette Spiel durch und es bleiben nur noch die sammelbaren Objekte, die zum erneuten Zocken motivieren. Schade ist ebenfalls, dass die neuen Figuren nur in bestimmten Level ausgewählt werden können - man hätte diese bestimmt noch besser ins Spiel integrieren können. Ansonsten macht LBP3 alles richtig - wer's schon mag wird auch den dritten Teil lieben - wer allerdings noch nie mit Sackboy & Co. warm wurde, wird hier auf kein neu erfundenes Spiel treffen.

85%

Vier Freunde müsst ihr sein!


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Über den Autor

Besitzt fast jede gängige Konsole, verbringt aber die meiste Zeit vor seinen Nintendo-Geräten. Er sammelt Pokébälle und jeden Mist, den man in versteckten Truhen findet. In Racing-Games, besonders in Mario Kart, macht ihm keiner was vor. Deckt sich wie verrückt mit Figuren aus der Gamewelt ein, mit starker Auswirkung auf sein Portemonnaie. Motto: Still Alive! (PSN: Benjiix4 / WiiU: Benjiix)



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