Testlabor Magic The Gathering Duels of the Planeswalkers 2012

Veröffentlicht am 2. Juli 2011 von Michel Blind

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Magic The Gathering: Duels of the Planeswalkers 2012

Kaum zu glauben, aber das Sammelkartenspiel Magic: The Gathering hat schon fast 20 Jahre auf dem Buckel und darf sich dennoch bis heute zu den erfolgreichsten in seiner Sparte zählen. Mittlerweile gibt es das Kultspiel ebenfalls in Digitalform auf Xbox LIVE, PlayStation Network und Steam als Download, wodurch noch mehr neue Spieler dazu gewonnen werden konnten. Seit kurzem ist Magic: The Gathering – Duels of the Planeswalkers 2012 erhältlich, das gegenüber seinem Vorgänger bessere Grafik, mehr Optionen und neue Herausforderungen bieten soll. Kann es jedoch langjährige Fans, aber auch blutige Anfänger zugleich begeistern?

Bin ich schon ein Planeswalker?
Das Gute an Duels of the Planeswalker ist, dass die Regeln im Gegensatz zur traditionellen Spielart besonders für Neulinge sehr einfach zu verstehen sind. Diskussionen mit dem Spieler gegenüber gehören somit der Vergangenheit an. In einem kurzen Testspiel werden zunächst die wichtigsten Merkmale, Bedeutungen und Besonderheiten der Kreaturen-, Mana- oder Zauberspruchkarten erklärt. Durch kleine Fenster die sich beim Spielen einer Karte öffnen, werden dem Spieler auch nach der Einführung noch reichlich Tipps gegeben. Erfahrene Spieler müssen das ganze Prozedere natürlich nicht mehr über sich ergehen lassen. Im Menü sind die Hilfestellungen selbstverständlich ausschaltbar und es stehen zudem insgesamt drei Schwierigkeitsgrade zur Auswahl, wobei auch die KI im einfachsten Modus alles andere als ein Klacks sind.

Jetzt bist du dran, KI!
Als Einzelspieler hat man die Wahl zwischen drei verschiedenen Spielmodi. Zu Beginn steht allerdings nur die normale Kampagne zur Verfügung und erst später kommen dann noch die Erzfeind- und Rache-Kampagne hinzu. In einer normalen Partie besteht das Ziel darin, die 20 Lebenspunkte der Gegenspieler vor seinen eigenen auf null zu bringen. Hierfür ist jedoch eine taktische Vorgehensweise gefragt, denn die Gegner schlafen nicht und beschwören ebenfalls mächtige Kreaturen oder verwenden fiese Zauber- oder Artefaktkarten, die unsere Kreaturen schwächen, für eine Weile kampfunfähig machen oder sogar auf den Friedhof wandern lassen. Jede Karte im Spiel ist auf eine bestimmte Anzahl Mana angewiesen. Egal ob für den Einsatz von Kreaturen, das Ausführen von Spezialangriffen oder Zaubersprüchen – wer zu wenig von diesen Karten im Spiel hat, ist dem Gegner schutzlos ausgeliefert. Die Rache-Kampagne ist im Prinzip das selbe wie die Normale, nur mit ein bisschen stärkeren Gegnern und in einer anderen Reihenfolge. Etwas anders geht es hingegen in der Erzfeind-Kampagne zu, in der im Team mit zwei KI’s gegen einen mächtigen Computergegner gespielt wird. Dieser hat doppelt so viele Lebenspunkte und darf sobald er am Zug ist eine Komplott-Karte spielen, die meist ein Ereignis zu seinen Gunsten eintreffen lässt.
Jede dieser drei Kampagnen beinhaltet zusätzliche Herausforderungen für zwischendurch. Dort geht es allerdings eher darum, den Gegner mit einem einzigen Zug auszustechen oder mit wenig Lebenspunkten seinen letzten Zug zu überstehen. Die insgesamt zehn Decks, die unter anderem erst freigespielt werden müssen, können in der Deckverwaltung beliebig oft verändert oder mit neuen Karten angepasst werden.

Ich, du und noch jemand!
Genug von KI-Gegnern oder sogar schon alle platt gemacht? Dann nichts wie los in den Multiplayer, wo ein neuer Gegner nie lange auf sich warten lässt. Gespielt kann hier entweder jeder-gegen-jeden, zwei-gegen-zwei oder Erzfeind, wobei hier der Solopart weiterhin von einem Computergegner gesteuert wird und nicht von einem der Spieler übernommen werden kann. Hat man es mal mit einem Spielverderber zu tun der vorzeitig das Spiel verlässt, so übernimmt automatisch eine KI dessen Rolle bis zum Schluss. Nervige Spielabbrüche gehören somit der Vergangenheit an. Ärgerlich sind dafür im Multiplayer die etwas knapp berechneten Zeitfenster pro Spieler, die nicht all zu viel Denkzeit übrig lassen. Natürlich sind auch lokale offline Matches möglich, logischerweise nur in Modi mit einem Teamkollegen.

Aufgeräumt macht es einfach mehr Spass
Das Versprechen auf verbesserte Grafik wurde definitiv eingehalten. Schon alleine der Trailer zu Beginn hätte wohl kaum erahnen lassen, dass es sich hierbei um ein Kartenspiel handelt. Gegenüber dem Vorgänger sieht auch das Menü um einiges aufgeräumter aus und die Auswahl der verschiedenen Spielmodi ist übersichtlicher geworden. Zudem sieht der Spieltisch nun richtig schick aus und ist nicht mehr übersäht von unnötigen optischen Details, welche damals mehr ablenkten. Was bereits im Vorgänger gut gelöst wurde, war die Zoomfunktion für sämtliche Karten auf dem Spielfeld. Mit dem linken Stick werden die eigenen, aber auch die Karten des Gegners ausgewählt und mit der rechten Schultertaste vergrössert. Dabei entgehen einem natürlich nicht die wirklich wunderschönen selbstgemalten Bilder der Künstler, die diese Karten prägen. Die Hintergrundmusik wird dem Spiel gerecht und fällt kaum auf, was aber eigentlich auch ganz gut so ist. Nur die ständig wiederholenden Geräusche bei einem Angriff oder Ausführung nerven mit der Zeit arg, im Menü kann dies jedoch angepasst oder sogar vollständig abgeschaltet werden.

Fazit

Singleplayer
Multiplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Magic ist wirklich ein faszinierendes und abwechslungsreiches Sammelkartenspiel, das aber schnell mal ins Geld gehen kann, würde man sich öfters neue Decks oder Boosterpacks kaufen. Genau hier bietet sich der Arcade-Titel als kostengünstige Möglichkeit an, denn 800 Microsoft Points sind nicht alle Welt und wird dem Umfang mehr als gerecht. Wer noch nie in Berührung mit Magic: The Gathering gekommen ist, es aber schon lange mal ausprobieren wollte, der sollte hier nicht lange zögern und sich das Spiel auf Xbox LIVE herunterladen.

3.8


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Über den Autor

Besitzt fast jede gängige Konsole, verbringt aber die meiste Zeit vor seinen Nintendo-Geräten. Er sammelt Pokébälle und jeden Mist, den man in versteckten Truhen findet. In Racing-Games, besonders in Mario Kart, macht ihm keiner was vor. Deckt sich wie verrückt mit Figuren aus der Gamewelt ein, mit starker Auswirkung auf sein Portemonnaie. Motto: Still Alive! (PSN: Benjiix4 / WiiU: Benjiix)



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