Testlabor Mod Nation Racers

Veröffentlicht am 19. Mai 2010 von Cornelia Zogg

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Mod Nation Racers

Fahren und basteln

Mario Kart kennen die meisten. Genauso wie LittleBigPlanet. Nun ist beides in einem neuen Game vereint. In ModNationRacers könnt ihr nebst Rennen fahren und eure Mitfahrer schikanieren auch alles rund herum selbst erstellen. Vom Fahrer über den Kart bis zu den gigantischen Strecken liegt alles in euren Händen. Obwohl mich die Kreativität lockte, beschloss ich, mich zuerst ins knallharte Rennen zu stürzen. Tapfer wagte ich mich auf das heisse Pflaster, hinein zwischen quietschende Reifen.

Das erste kleine Goodie, das mir bei ModNationRacers aufgefallen ist, ist der ModSpot. Sozusagen das Menü des Spiels. Aber nein, hier klickt ihr nicht einfach durch ein gewöhnliches Inhaltsverzeichnis, ihr fahrt hinein. Denn der ModSpot ist ein grosser Platz, mit verschiedenen – genau – Spots, zu denen ihr fahren könnt. Sei es die Kreativwerkstatt, den Karrieremodus, den Multiplayer oder der Highway zu den Online-Wettkämpfen. Ich jedenfalls tuckere los und drifte elegant in den Karrieremodus.

Story ohne Pepp

Ich starte als junger Rennfahrer, der hoch hinaus will. Die Story ist recht dürftig und scheint, als wäre sie vom Pixar-Film „Cars“ abgekupfert. Junger Fahrer will Ruhm, krallt sich dabei einen Teamchef, der sich eigentlich nach einem schweren Unfall zurückgezogen hat und sich nicht mehr mit dem Rennsport beschäftigen wollte. Er ist es nun allerdings, der mich auf meinen Rennen begleitet und mir sagt, wo’s lang geht. Während er mir während des Rennens Tipps und Kommentare an den Kopf wirft, kommentieren vor und nach dem Rennen die Moderatoren.

Witzige Dialoge

Die beiden Speaker können sich nicht ausstehen und der eine hackt ständig auf dem anderen rum. Klingt fies, ist aber unglaublich witzig. Sie moderieren die MRC, die ModNation Racing Challenge und sind auch fürs Tutorial zuständig. Zumindest dem Handbuch. Die Steuerung lernt ihr sozusagen on the Street, mit eurem Teamchef. Braucht ihr Hilfe bei euren kreativen Ausbrüchen, gibt es ein Tutorial mit kleinen Filmchen, die euch von Co-Moderator Gary erklärt werden. Ebenfalls witzig mit anzusehen / -hören.

Die ganze Machart des Spiels sprüht nur so vor Kreativität und Witz. Nicht nur sind die Dialoge lustig, auch die Pisten und kleinen Nebenkommentare sind voller Charme. Sei es die anfängliche Warnung vor Schafen auf der Strecke oder kleine Kommentare zu eurem Sieg oder eurer Niederlage. Alles geschieht hier mit einem gewissen Augenzwinkern und einer Menge Freude. Es sticht sofort heraus, dass die Entwickler hier viel Liebe und Spass hinein gesteckt haben. Und dieses Gefühl steckt an.

Es macht BOOOM!

Die Rennen gestalten sich als alt bekannt. Euch erwarten Rennen, Raketen, Teleports und hartnäckige Gegner, die euch das Leben schwer machen. Für Waffen sammelt ihr kleine Kapseln auf, eure Waffe verstärkt sich mit jeder weiteren gesammelten Kapsel. Als Beispiel: Eine Kapsel – ein Schuss geradeaus. Drei Kapseln – mehrere Raketensalven, die sich ihr Ziel suchen. Weiter sammelt ihr Punkte durch Drifts, Windschattenfahren und Stunts in Sprüngen, die ihr während des Rennens für einen Extra-Boost oder einen Schutzschild verwenden könnt.

@#§&% warum fährt der nicht!!!

Die Steuerung ist recht intuitiv. Einziger kleiner Patzer: Ihr gebt Gas mit R2 und driftet mit X. Das hat bei mir oft zu kleineren Konfusionen geführt, wenn ich am Start voller Elan und absolut siegessicher auf X drückte und mein Mod einfach nicht in die Gänge kam. Dann schaltete es auch in meinem Kopf und ich wechselte auf R2. Hat man dieses kleine Malheur aber einmal umgangen, bzw. dazugelernt, ist die Steuerung keine grosse Sache mehr. Alles klappt ganz locker. Aber erst mit etwas Übung.

Es gibt viel zu tun!

Denn Übung macht auch in ModNationRacers den Kart-Meister. Im Karrieremodus steigt ihr zwar öfters aufs Siegertreppchen, aber jedes Rennen hält noch einige spezielle Aufgaben für euch bereit. Schafft ihr die, gibt’s mehr Material zum basteln. So müsst ihr zum Beispiel eine gewisse Anzahl Driftpunkte sammelnd UND erster werden, bestimmte Gegner ausschalten oder eine Runde lang keine Wand berühren. Diese Zusatzaufgaben sorgen für das gewisse Extra an Spass und Spannung. Und manchmal für etwas Frustration, denn einzelne Aufgaben haben es in sich.

Pah, meine sind besser!

Aber genug vom Rennen – obwohl ich da jetzt noch weiter darüber philosophieren könnte. Rein in die Kreativ-Werkstatt. Ich hatte genug von den vorgegebenen Pisten und machte mich an meine eigene Superstrecke. Im Strecken-Tool könnt ihr praktisch alles selbst erledigen. Die Möglichkeiten hier sind nahezu unbegrenzt. Ihr könnt die Strecke selber teeren, die Umgebung anpassen, die Strasse abändern, Brücken erstellen, Turbos und Schanzen platzieren, Bäume pflanzen, Schafe auf die Fahrbahn stellen, Nebenstrecken einfügen, Strassenschilder anbringen…

…Häuser errichten…

…Flüsse legen, das Wetter bestimmen, Kapseln einfügen, Torbögen einbauen, Fallen legen, Strassen verbreitern, Strassen schmaler machen, Strassen ganz verschwinden lassen, die Fahrbahn überschwemmen (nicht sehr empfehlenswert, ich spreche aus Erfahrung), Hindernisse hinstellen… und so weiter und so fort. Ich könnte jedenfalls Stunden beim selber basteln verbringen. Hab ich auch gemacht. Das Tool ist sehr einfach zu bedienen. Steht ihr aber auf haufenweise Details, müsst ihr euch etwas länger damit beschäftigen oder euch das Tutorial genauer ansehen.

Grenzen? Gibt’s nicht

Entweder könnt ihr einfach selbst kurz was erstellen, sozusagen die Grundgerüste, und dann auf Auto-Vervollständigen. Oder ihr wollt selber basteln? Das braucht dann einfach etwas mehr Zeit. Gleich gestaltet sich der Kreativmodus für die Mods und Karts. Auch hier könnt ihr von Grundfarbe über Sticker, Detailcolorationen und Accessoires alles so gestalten, wie ihr wollt. Bereits zu Anfang habt ihr tonnenweisen Möglichkeiten und während des Spiels schaltet ihr noch viel mehr frei. So gehen euch höchstens die Ideen aus, aber sicher nie die Tools dazu.

Mach Ferien, ich lade!

Nun – leider – zum gigantischen Manko des Spiels. Die Ladezeiten sind zum davon fahren. Und damit mein ich nicht einfach: „Och, ich wart mal kurz.“ Nein! Während das Spiel gerade den ModSpot lädt (also das Menü) geh ich mir ein Bier holen. Nicht im Kühlschrank. Im Keller! Dann bin ich im ModSpot – ab zur Karriere. Dann geh ich aufs Klo. Dann wähle ich das gewünschte Rennen. Dann hol ich mir was aus der Küche, kehre zurück und zappe kurz durchs Fernsehprogramm. Kurz gesagt: Ladezeiten – Unsäglich!

Ich hab Freunde… reale…

Aber kommen wir zum Multiplayer. Offline macht er leider nicht so viel Spass. Ihr habt keine Möglichkeit einen ganzen Wettkampf zu fahren, sondern könnt einfach einzelne Rennen anwählen und die Strecke dann in Angriff nehmen. Das wird auf die Dauer leider ziemlich langweilig und bietet keine grosse Herausforderung. Mehr Möglichkeiten als diese gibt es nämlich nicht, was ich persönlich sehr schade finde. Ab und zu zocke ich nämlich gern mit Freunden. Nicht mit Virtuellen! Mit Realen. Die bei mir auf dem Sofa sitzen. An der gleichen Konsole…

… und Virtuelle!

Ich kann aber auch mit Virtuellen spielen. Zumindest hätte ich das gern. Leider ist der Server für ModNationRacers noch nicht online, das heisst: für die Testgamer aus der Presse leider noch kein Zugang zum Server. Aber, der Online-Modus verspricht schon mal einiges. Von Wettkämpfen über Herausforderungen ist für Rennspass gesorgt. Weiter könnt ihr eure Kreationen hochladen, damit andere sie benutzen können. Strecken, Mods oder Karts – alles ist tauschbar. Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf die Online-Funktion!

Sound und Grafik

Die Grafik von ModNationRacers ist durchaus gelungen. Die Mods sind gut in Szene gesetzt und die Strecken bestechen durch viele liebevolle Details. Der Sound ist ganz ok, fällt aber nicht stark ins Gewicht. In der Kreativ-Werkstatt kann er dann und wann ganz schön nervig werden. Vor allem wenn sich die selben drei Töne im Durchlauf immer wieder wiederholen. Ansonsten gibt es nichts an Sound und Grafik auszusetzen. Beides ist stimmig gemacht.

Fazit

Singleplayer
Multiplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

ModNationRacers hat mich überzeugt. Nicht nur sind die Rennen – zumindest im Einzelplayer – richtig gut, auch die Kreativität kommt hier auf ihre Kosten. Vor allem das Streckentool hat es mir angetan, dem aber auch die Tools für Mods und Karts in nichts nachstehen. Ihr habt in diesem Spiel tatsächlich keine Grenzen (ich habe sie zumindest nicht gefunden)! Zwar sind die Ladezeiten wirklich unglaublich und fast schon unverschämt lang, aber auch das kann den Spielspass nicht trüben. Der Offline-Multiplayer ist leider eher dürftig geraten und somit ist das Spiel wirklich für Singleplayer gedacht. Für Partys mit mehreren Kumpels nicht geeignet. Zu lange Ladezeiten, zu wenige Möglichkeiten. Dafür verspricht der Online-Modus einiges an Spass. Ich jedenfalls bin ganz angefressen von dem Spiel und kann mich sogar während dem Spiel kaum entscheiden, ob ich jetzt Rennen fahren, Strecken bauen, Karts erstellen oder Mods kreieren soll… langweilig wird es einem sicher nicht!

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Über den Autor

Hardcore-Zockerin und Sony/Nintendo Fangirl der ersten Stunde. Vorwiegend anzutreffen beim Zocken von RPGs und allem, was aus dem Reich der aufgehenden Sonne kommt. Gamerin seit 20 Jahren – Teil des GameCity Teams seit 3 Jahren. Häufigster Spruch: „Shit! Inventar voll…“



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