Testlabor Murasaki Baby

Veröffentlicht am 25. September 2014 von Michel Blind

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Murasaki Baby

Um das kleine Kraftbündel von Sony wurde es in den letzten Monaten ziemlich still. Wer nach den drei wichtigsten Gaming-Messen in diesem Jahr mal die Releaseliste der PlayStation Vita durchgeschaut hat, wird feststellen, dass sich in absehbarer Zeit nichts gross daran ändern wird. Meiner Meinung nach ist das sehr schade, denn genau wie die Nintendo Wii U, die ebenfalls auf wackligen Beinen steht, haben genau diese Geräte das meiste (und bisher leider auch fast ungenutzte) Potential. Doch obwohl Spiele für die Vita rar gesät sind, gibt es immer wieder Entwicklerstudios, die mit viel Fantasie und Grips etwas Tolles hervorbringen. Murasaki Baby, das als reiner Downloadtitel im PlayStation Store zu finden ist, zählt sich zu einem dieser Spiele.

Eine Story? Nein das braucht es hier nicht. In Murasaki Baby spielt ihr ein kleines bizzarres Mädchen, das sich mitten in der Nacht durch ihre Zimmertür in eine andere Welt schleicht. Immer mit dabei ihr Herzluftballon, quasi ihr Leben, geht dieser kaputt, heisst es auch für das Mädchen Endstation. Trotzdem geht sie ziemlich naiv damit um, die skurillen Dinge auf ihrem Weg sind da wohl etwas interessanter. Hier zählt euer Beschützerinstinkt, mit euren Fingern solltet ihr das Mädchen an der Hand nehmen, als auch den Ballon vor spitzen Gegenständen fernhalten. Zieht ihr die Kleine schneller an der Hand, als sie rennen kann, fällt sie hin, so benötigt sie einen Moment zur Orientierung. Im Spiel wird nicht gesprochen, aber ihr erkennt anhand von den Gesten, Geräuschen und Lauten, ob sie sich wohl fühlt oder ob ihr etwas Angst macht.

Auf der Suche nach der Mutter begegnet ihr so einigen anderen Kreaturen, die nicht immer gut gestimmt sind. Kämpfen kann das Mädchen natürlich nicht, allerdings lässt sich der Hintergrund durch Wischen auf dem hinteren Touchpad der Vita wechseln und manchmal interaktiv einsetzen. So seht ihr plötzlich einen alternativen Weg oder gar eine Ablenkung, die ihr zu eurem Vorteil nutzen könnt. Auch sonst braucht es immer wieder ein bisschen Hirnschmalz, um die Rätsel zu lösen, die einem zur nächsten Tür bringen. Als kleine Herausforderung stellt sich die Handhabung heraus. Je nachdem sind gleich mehrerer eurer Finger im Einsatz. Einerseits sollte das Mädchen ja bei der Hand genommen werden, andererseits sind auch schnelle Aktionen notwendig. Das Problem liegt aber darin, dass der Bildschirm der Vita für einen solchen Einsatz der Finger fast zu gross ist und so kann es durchaus vorkommen, dass der Handheld etwas verkrampft in der Hand liegt.

Murasaki Baby ist Kunst. Kunst zum Spielen und Ansehen. Die zeichnerische Grafik, die spezielle Musik, die wunderschönen Details und auch die abartig schrägen Figuren machen daraus ein Game, das jeder Vita-Besitzer gespielt haben sollte.

Fazit

Meine PlayStation Vita ist nicht sehr oft im Einsatz, aber wenn, dann meist für grossartige Spiele. Murasaki Baby ist zwar ziemlich kurz, doch sehr intensiv, schön und emotional. In die Optik haben die Entwickler viel Liebe reingesteckt, dass sieht man von der ersten Spielsekunde an. Wer nun Lust bekommen hat, das Mädchen zu beschützen, kann sich das Game für Fr. 11.90 im PlayStation Store herunterladen.

85%

Seltsam schön!


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Über den Autor

Besitzt fast jede gängige Konsole, verbringt aber die meiste Zeit vor seinen Nintendo-Geräten. Er sammelt Pokébälle und jeden Mist, den man in versteckten Truhen findet. In Racing-Games, besonders in Mario Kart, macht ihm keiner was vor. Deckt sich wie verrückt mit Figuren aus der Gamewelt ein, mit starker Auswirkung auf sein Portemonnaie. Motto: Still Alive! (PSN: Benjiix4 / WiiU: Benjiix)



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