Testlabor NHL14CollisionPhysics1

Veröffentlicht am 27. September 2013 von Marco Stirnemann

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NHL 14

Wie gewohnt haut EA Sports ein neues NHL raus. Erneut finden Fans jede Menge Neuerungen und Gelegenheitsspieler fragen sich, ob es wirklich jedes Jahr ein neues NHL Spiel braucht. Wir haben den Titel auf Herz und Nieren getestet und geben mit etwas Verspätung gerne unser Fazit dazu ab.

Das Spiel ist noch immer dasselbe. Fünf Feldspieler und ein Torwart spielen auf einer 60,96 m x 25,9 m grossen Eisfläche gegeneinander, mit dem Ziel, eine kleine Hartgummischeibe hinter die Linie eines 1,22 m x 1.83 m grossen Tors zu befördern.

Zum letztjährigen Spiel fällt auf Anhieb ein Detail positiv auf. Die in NHL 13 sehr behäbigen Spieler bewegen sich nun wieder viel spritziger auf dem Eis. Vor allem beim Verteidigen zeigt sich diese Verbesserung als echten Mehrwert für das Spielgefühl. Noch immer hat jeder Spieler durch seine individuellen Werte einen Vor- oder Nachteil beim Sprinten. Ein Berg von einem Verteidiger haut jeden spritzigen, kleineren Angreifer ohne Probleme um. Der Angreifer hat jedoch den Vorteil durch die verbesserten Dekes den Hünen vor sich besser umspielen zu können.

Kommt es trotzdem zu einem Zusammenstoss, sieht dieser so brachial aus, wie noch in keinem NHL zuvor. Die verbesserte “NHL Collision Physics” leistet einen enorm guten Job. Das Spiel geht jedoch nicht allzu genau vor wenn es um das Simulieren der Verletzungen geht. Teilweise hatten wir beim Testen das Gefühl, am Ende des Spiels seien sieben Spieler quasi gelähmt.
Bei besonders harten Checks, die vom Unparteiischen nicht geahndet wurden, kann es vorkommen, dass ein Spieler völlig austickt und sich für den niedergestreckten Kollegen rächen will. So kann es schnell zu einer Massenschlägerei kommen, die durch die “Enforcer Engine” perfekt inszeniert wird. Neu sieht der Spieler die Kämpfe aus derselben Sicht wie den Rest des Spiels. Die Kämpfe wurden jedoch taktischer und danach zeigen die Kontrahenten deutliche Spuren. Generell hat es der Spieler selber in der Hand, wie oft er eine Schlägerei provozieren möchte. Wie im echten Sport gibt es einen Verhaltenskodex auf dem Eis. Schert sich der Spieler einen Teufel darum, gibt’s was auf’s Maul. Gewinnt er den Kampf, verliert das unterlegene Team für einige Zeit an Selbstvertrauen. Die Taktik den Gegner zu demotivieren wurde schon vor Jahren eingebaut, so eindrücklich dargestellt und spürbar war sie jedoch noch nie.

Kommen wir zu den Veränderungen bei den Spielmodi. Hier wurde vor allem am “Be a Pro” geschraubt. Zuerst der Nachteil: Der Spieler aus NHL 13 kann nicht mehr importiert werden. Der Vorteil: Die neue Karriere bietet die Möglichkeit durch Aktionen und Interviewantworten vor und nach dem Spiel in der Gunst der Fans, des Trainers, der Mannschaft und der Familie zu steigen oder zu sinken. Je nachdem erhält ihr einen Pass mehr oder weniger von den Kameraden oder verbessert eure Werte schneller oder eben nicht. Allen kann es der Profi jedoch nie Recht machen. Es wurden ausserdem die Bewertungen während dem Spiel ausgeweitet. Noch immer kennt der geübte Zocker schnell alle Sprüche des Trainers auswendig, wir hatten jedoch das Gefühl, dass sich die Kritiken zum Spiel auf dem Eis verdoppelt haben.

Ein weiteres Feature in NHL 14 ist der NHL 94 Modus. Hier können Fans der ersten Stunde das alte Gameplay mit den alten Regeln und dem alten Design der Eisfläche spielen. Hier kommt die “NHL Collision Physics” Enginge voll zum Zug und die Spieler können sich in Grund und Boden checken und dabei Schüsse auf das Tor abgeben, die den Torwart theoretisch durchbohren würden, würde er sich dagegen stellen. Wir fanden den Modus ziemlich amüsant, hätten uns jedoch noch viel lieber eine Portierung des echten NHL 94 gewünscht. Mit allen aktuellen Teams und Spielern der NHL wäre der Modus ein Traum geworden.

Neu gibt es für jedes gespielte Spiel Pucks. Gesammelte Pucks können im Hockey Ultimate Team Modus in Punkte umgewandelt werden, mit denen neue Kartenpacks gekauft werden können. Ansonsten hat sich im HUT nicht viel verändert. Noch immer frisst es die Freizeit jedes passionierten NHL Spielers. Generell macht es EA durch die immer umfangreicheren Modi immer schwieriger, bis zum nächsten Spiel jeden Modus gebührend gespielt zu haben.

EA Sports hat sich bewusst gegen einen Release von NHL 14 auf der Next Gen Konsolen entschieden. So können wir mit Recht behaupten, dass es noch kein schöneres NHL Spiel gegeben hat. Trotzdem sieht man dem Titel den Zahn der Zeit immer mehr an. Wir können es nicht mehr erwarten zu sehen, wie uns NHL 15 dann vor allem grafisch aus den Socken hauen wird. Dann können auch die spielerischen Anpassungen etwas zurückweichen. Der Soundtrack ist wie in jedem Jahr vom allerfeinsten. Nur die Kommentatoren scheinen nicht viel Neues zu berichten haben, zumindest im Vergleich zu den vorigen Jahren. Auch hier hoffen wir ganz stark auf Verbesserungen beim nächsten Mal.

 

Fazit

Ich bin seit Jahren ein grosser NHL Fan. Jedem Spiel konnte ich viel Gutes abgewinnen. Die Probleme sah ich immer erst ein Jahr später, wenn ein Element noch weiter ausgefeilt war. Wahrscheinlich wird es auch im kommenden Jahr Features oder Elemente geben, die ich heute cool finde und nächstes Mal nicht verstehen werde, warum es nicht immer so war. Bis dahin geniesse ich noch unzählige Partien.

92%

The best NHL ever!


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Über den Autor

Niemand kommt mit einem Controller in der Hand auf die Welt. Als Marco jedoch mit seinen sieben Jahren den ersten SEGA Megadrive Controller in der Hand hielt, wusste er seine Bestimmung. Vorbei waren die Zeiten des C64 und der ewigen Disketten Sucherei. Der Amiga 2000 staube vor sich hin. Ab dem 25.12.1990 trat Sonic in das Leben von Marco. Ab diesem Tag war Sega nicht einfach ein Hersteller der coolsten Arcade Automaten, es wurde zu einer Religion. Noch heute blutet Ihm das Herz als es mit dem Dreamcast (die vielleicht beste Heimkonsole aller Zeiten) vorbei war. Heute kann er sich nur noch selten über ein neues Sega Spiel freuen. Sonic ist seit der Dreamcast Zeit nur noch ein Schatten seiner selbst und so wird in der Not auch zu Nintendo Produkten gegriffen.



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