Testlabor Nintendo 2DS

Veröffentlicht am 25. Oktober 2013 von Michel Blind

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Nintendo 2DS – Der Handheld Test

Als Nintendo Ende August 2013 den Nintendo 2DS angekündigt hat, wurden die Stimmen in den sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook laut. Türstopper, hässlich und ein grosser Fail wurde der neue Handheld genannt, der wie sein Name verrät, komplett auf die 3D-Grafik verzichtet. Seit dem Release der neuen Pokémon Editionen X und Y steht nun also nebst dem normalen 3DS und dem 3DS XL ein weitere Variante in den Verkaufsregalen der Viedeospielgeschäfte. Auf welche Spieler Nintendo wirklich schielt und ob das Gerät wirklich so ein grosser Fehler ist, wie viele behaupten, erfahrt ihr in unserem Hardware Check.

Die erste Überraschung
Okay seien wir ehrlich, einen Schönheitswettbewerb würde der 2DS wohl nie gewinnen. Er wirkt beim ersten Mal Betrachten ziemlich skurril und die fehlende Klappbarkeit lässt ihn auch nicht einfach so in einer Hosentasche verschwinden. Als ich das neue Gerät aber in den Händen hielt, war der erste Eindruck, ganz zu meiner Überraschung, positiv. Das Plastik ist nicht hochwertig, knarzt aber nicht und ist ausserdem sehr robust. Der 2DS hinterlässt das Gefühl, dass er nicht kaputt gehen würde, sollte er mal aus den Händen rutschen und auf den harten Boden fallen, was bei den zwei anderen Modellen nicht behauptet werden kann. Wer den Handheld dennoch vor Kratzer oder Reiseschäden schützen möchte, kommt an einer gepolsterten Tasche nicht herum. Es sei aber gesagt, dass sich eine solche Schutztasche nicht im Lieferumfang befindet, sondern für zirka 20 Franken separat in rot und blau angeboten werden.

Lässt man das umstrittene Aussehen mal ausser Acht, hat der 2DS durchaus interessante Neuerungen auf Lager. Als erstes fallen die neugeformten und stark vergrösserten Schultertasten auf, die sich nun oberhalb des Bildschirms befinden. Die Zeigefinger liegen bequem darauf, wenn nicht sogar ein wenig besser als bei den anderen Modellen. Im Praxistest weiter unten gehe ich dabei etwas mehr ins Detail, wie sich das ganze beim Spielen anfühlt. Alle Steuerelemente blieben erhalten, befinden sich teils jedoch an versetzter Position. Schiebepad sowie die Steuertasten liegen nun seitlich beim oberen Bildschirm, Steuerkreuz etwa in der Mitte sowie START und SELECT Button rechts neben dem Touchscreen. Der Home-Knopf behielt sein Platz unterhalb des unteren Bildschirms. Eine Neuerung ist der Sleep-Schieber, der den Standby-Modus beim Zuklappen der anderen 3DS Geräte ersetzt. Der Nintendo 2DS spielt übrigens ohne Ausnahme alle 3DS sowie DS Games.

Ironischerweise besitzt der 2DS, trotz seiner fehlenden 3D-Technik, über zwei Kameras auf der Rückseite, die im Stande sind 3D Bilder zu schiessen. Für was man zwei braucht, wenn man ja keine 3D Bilder wiedergeben kann? Nun ja, dies hat wohl mit der Augmented Reality Funktion zu tun, die für gewisse interaktive Spiele benötigt werden. Vorne befindet sich die Frontkamera, wobei die Qualität für Schnappschüsse sowie zum Spielen völlig ausreicht. Der 2DS kann nicht wie seine Brüder Stereosound witergeben, was auf den einzelnen Lautsprecher zurückzuführen ist. Dieser gibt allerdings klare und laute Töne von sich, so dass ich im Test keinen grossen Unterschied empfand. Wer mit Köpfhörern spielt, bekommt natürlich die volle Stereoqualität auf die Ohren.

Der Praxistest
Kommen wie zum wichtigsten Teil meines 2DS Reviews: Der Praxistest. Wie lässt es sich mit dem günstigeren Gerät spielen? Gibt es deutliche Unterschiede oder hat die neue Form sogar eine positive Auswirkung auf das Spielgeschehen? Ich habe ein paar Spiele herausgesucht die zu den Kassenschlagern gehören und von jung bis alt gerne gespielt werden. Beginnen wir mit Mario Kart 7.


Mario Kart 7 – Angenehme Schultertasten
Driften wird in Mario Kart 7 grossgeschrieben und wer dies vermasselt, endet meist neben den Rennabschnitten oder frisst den Staub seiner Mitstreiter. Mit den neuen Schultertasten des 2DS klappt dies jedoch einwandfrei. Die vergrösserte Form sowie die gute Position der Tasten verleiht ein angenehmes Spielgefühl, was sich bei kleinen als auch grossen Händen bemerkbar macht. Da zumindest ich beim Mario Kart Spielen mit den Händen ziemlich festen Druck auf den Handheld ausübe, hatte ich danach durch die eckigen seitlichen Kanten rote Striemen auf meinen Händen. Hier hätten die Designer die Seiten durchaus etwas abschleifen können.

Super Mario 3D Land – Auch ohne 3D gut spielbar
Als nächstes steckte ich Super Mario 3D Land in das Kartenmodul. Dieses Spiel ohne 3D-Effekt? Ich konnte es mir zunächst nicht vorstellen, denn das Game lebt ja gerade von seiner speziellen 3D-Grafik. Dank dem Schatten von Mario, kann aber auch in 2D gut abgeschätzt werden, wo unser Klempner landet oder hinspringt. Allerdings finde ich den Titel in dreidimensionaler Optik besser, da viele Dinge primär auf dies ausgelegt sind. Das gleiche gilt übrigens für die mitgelieferten AR-Karten, mit denen man auf glatten Oberflächen spezielle Gegenstände oder Figuren interaktiv beamen kann. Wer nichts anderes kennt, wird die fehlende 3D-Effekte nie vermissen.

Pokémon Weisse Edition (DS) – Steuerkreuz Fail
Der 2DS ist selbstverständlich abwärtskompatibel und erkennt alle DS-Spiele. An diesem Punkt gibt es allerdings eine grosse Schwachstelle: Das Steuerkreuz. Bei keinem Nintendo-Handheld zuvor habe ich ein solch schwammiges und unpräzises Steuerkreuz gesehen. Als ich zum Testen die Pokémon Weisse Edition ausprobierte, lief mein Charakter oft nicht dort hin, wo ich ihn gerne haben wollte. Weshalb Nintendo hier nicht einfach das gute Steuerkreuz vom 3DS XL übernommen hat, bleibt mir ein grosses Rätsel.

Wer soll zugreifen?
Zum Schluss stellt sich noch die Frage, an welche Zielgruppe sich der neue 2DS eigentlich richtet. In erster Linie zielt Nintendo hier auf die jüngere Spielerschaft, denen es nicht so wichtig ist, was sie in den Händen halten – Hauptsache es lässt sich Mario darauf spielen. Zudem empfiehlt Nintendo sowieso, dass der 3D-Effekt für Kinder bis einschliesslich sechs Jahren ausgeschaltet werden soll. Mit dem 2DS muss Mama und Papa also keine Angst haben, dass ihr Kind den 3D-Regler selbst bedient. Da der 2DS mit zirka 159 Franken angeboten wird (40 Franken günstiger als der normale 3DS beziehungsweise 90 Franken wie das XL Modell) ist er auch für Familien erschwinglich, die sich nicht jeden Handheld leisten wollen oder können.

 

Fazit

Verarbeitung
Robustheit
Preis-Leistung

Ich denke nicht, dass Nintendo mit dem 2DS einen Fehler begangen hat. Das neue Gerät zielt nämlich auf die jüngere Zielgruppe, bei welcher der 3D-Effekt sowieso noch kein Thema ist. Das Innenleben ist exakt das gleiche wie bei den zwei anderen Modellen. Spieler, die mehr als nur gelegentlich Zocken, greifen hingegen zum 3DS XL, der ein viel besseres Steuerkreuz besitzt sowie zugeklappt werden kann. Wegen dem günstigen Preis und seinem robusten Gehäuse ist der 2DS aber durchaus eine Überlegung wert.

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Besser als erwartet


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Über den Autor

Besitzt fast jede gängige Konsole, verbringt aber die meiste Zeit vor seinen Nintendo-Geräten. Er sammelt Pokébälle und jeden Mist, den man in versteckten Truhen findet. In Racing-Games, besonders in Mario Kart, macht ihm keiner was vor. Deckt sich wie verrückt mit Figuren aus der Gamewelt ein, mit starker Auswirkung auf sein Portemonnaie. Motto: Still Alive! (PSN: Benjiix4 / WiiU: Benjiix)



Eine Antwort zu Nintendo 2DS – Der Handheld Test

  1. Lajcndnrmxudndmffmkfkicfmdm sagt:

    Ich habe mir heute einen 2ds gekauft bin zufrieden bis auf eins die seiten knartschen knartschen ist das normal? ) ;

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