Testlabor Operation Flashpoint Red River

Veröffentlicht am 2. Mai 2011 von Marc Röthlisberger

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Operation Flashpoint: Red River

Ab nach Tadschikistan
Ihr seid ein Marine und Anführer einer vierköpfigen Gruppe. Euer Ziel ist es, die ITP (Islamisch – Turkestan Partei) unschädlich zu machen und für Ruhe und Ordnung in Tadschikistan zu sorgen. Später treffen wir neben der ITP noch auf die Chinesische Armee, doch wir sind Marines und können es selbstverständlich mit beiden Seiten gleichzeitig aufnehmen. Immer an unserer Seite: Der obernervige und stets einen beleidigenden Spruch auf Lager habende Staff Seargent Cox. Meist werdet ihr mit einem sogenannten Humvee (Militärfahrzeug) transportiert, in dem ihr auf der Ladefläche sitzt, also auf dem Silbertablett serviert für die Gegner. Alles nicht genug, fahren wir mit laut dröhnender Musik durch die Hitze Tadschikistans. Aber das ist kein Problem, denn wir sind die obercoolen Marines. So machen wir uns also auf den Weg die “Tadschi-Pisser”, oh ja so nennt man sie unter den Marines, zu erledigen.

Vor dem Einsatz
Bevor ihr in die Wüste startet, gibts natürlich ein kleines sachliches Breefing. Danach könnt ihr euer Equipment wählen. Im Verlauf des Spiels gibt es dann immer mehr Auswahlmöglichkeiten. Folgende Fragen kommen auf euch zu. Welche Waffe? Grosses Magazin? Schalldämpfer? Welche Granaten? Welche Kleinkaliber Pistole brauche ich? All diese Fragen könnten entscheidend sein und euch das Leben retten, oder eben auch nicht. Je nachdem wie ihr eure Missionen abschliesst, könnte ihr Punkte sammeln. Die Punkte könnt ihr dann in eure Ausbildung investieren. Ihr könnt eure Heilung schneller machen, das Sprinttempo erhöhen oder eure Ausdauer stärken.

Alleine mit Robotern?
Besonders auffällig ist, dass neben Staff Sargent Cox’s Geschwafel von Pussy und Arsch aufreissen etc, unsere Teamkameraden quasi keine eigene Meinung zu allem haben. So sitzen sie meist still da und lassen sich fertig machen. Genauere Beispiele von Cox lasse ich mal weg, denn ich könnte Seiten über Seiten von beleidigenden und Menschen verachtenden Sprüchen niederschreiben, doch ich möchte sie euch bis zum Spielkauf ersparen. So erscheint der Eindruck: “Waffe laden, Hirn ausschalten”. Während den Gefechten, die beinahe ausschliesslich aus der Distanz ausgetragen werden, müsst ihr als Anführer eures Trupps immer wieder Anweisungen geben. Diese gehen von Stürmen, über Sperrfeuer bis zu Sani bitte heilen. Die eigentlichen Feuergefechte sind sehr schwierig zu bestreiten, wie überhaupt das ganze Spiel. Da die Gegner meist aus der Distanz kommen, kann es schwierig sein, diese zu entdecken, bevor sie euch ein Loch in den Kopf schiessen. Denn auch auf Bewegungen in der Ferne könnt ihr euch nicht immer verlassen, da die Luft wegen der ständigen Hitze flimmert. Diese kleine Detail macht es noch schwerer, die Feinde auszumachen. Zwar ist die Welt in der ihr euch verbindet sehr gross, doch können zum Teil kleine Mauern nicht übersprungen werden. Auch die eben genannten Truppenkollegen helfen nur bedingt, die Missionsziele zu erreichen.

Kriegsfeeling im Wohnzimmer?
Nur bedingt. Die Umgebung wirkt  ziemlich echt und man weiss nie, ob hinter der nächsten Ecke vielleicht der Feind lauert. Auch die Explosionen in der Ferne, oder die Mörser, die immer näher kommen oder aber auch das MG Feuer das sich in der ganzen Umgebung abspielt wirkt realistisch und lässt wirkliches Kriegsfeeling aufkommen. Wenn da nicht noch unsere Begleiter wären. Während Sie auf den Humvees alles über sich ergehen lassen, kommen dann die Menschen verachtenden Sprüche der Kameraden. Klar es ist Krieg, die Sprache muss hart sein und am Anfang mag das ganze ja noch auf eine seltsame Art und Weise spassig sein, doch mit der Zeit fängt es einfach an zu nerven und man würde die Gruppenkameraden am liebsten selber abknallen und liegen lassen. Interessant finde ich persönlich, dass ein einziger Schuss eines Gegners den Tod unseres Soldaten herbeiführen kann. Denn werden wir am Kopf getroffen ist für uns der Krieg vorbei. Auch andere Körpertreffer müssen schnellstmöglich versorgt werden, denn wenn wir zu lange bluten, kann es vorkommen, dass wir uns plötzlich nicht mehr bewegen können und uns jemand anderes heilen muss. Da unsere Kameraden meist zu spät kommen ist es also von Vorteil, wenn ihr euch so schnell wie möglich selbst zu heilen versucht. Denn wenn Arm oder Bein getroffen wird, behindert uns dies zusätzlich. Mit zerschossenem Arm lässt sich nur ungenau zielen und mit getroffenem Bein hat sich das Sprinten auch erledigt. Segnet ihr dann wirklich mal das Zeitliche, so wird der letzte Checkpoint geladen. Leider sind diese Checkpoints teilweise sehr weit weg, so dass es vorkommen kann, dass man das ganze Level mehr oder weniger von Beginn weg nochmal durchspielen darf. Da Red River wie ich finde einen recht hohen Schwierigkeitsgrad aufweist, ist es unverständlich, die Checkpoints soweit auseinander zu setzen.

Leichte Steuerung? Von wegen!
Der Controller ist sowas von vollgestopft mit diversen Befehlen, dass es schwierig ist, sich alles zu merken. Einerseits sind da die Befehle an eure Teammitglieder, zum anderen die Tatsache, dass praktisch jeder Knopf eine Mehrfachfunktion hat. Sprich: Hinkniehen, auf den Boden legen und Aufstehen befindet sich alles auf der selben Taste und es macht einen Unterschied, ob dieser lang gedrückt wird oder nur kurz angetippt.

Wie spielt es sich zu viert?
Im Multyplayer Modus lassen sich die Missionen im Koop Modus spielen und ihr könnt mit bis zu vier Freunden Tadschikistan unsicher machen. Auf jeden Fall macht es mehr Spass als mit den Anhängseln in den Offline Missionen. Doch dieser Koop Modus ist leider das einzige an Multiplayer was es bei Red River gibt. Schade, denn wer würde nicht gerne auch mal gegen seine Freunde kämpfen? Natürlich nur virtuell.

Schöne Landschaften, aber von nah….
Die Weitsicht des Spiels mitsamt der flimmernden Luft und der Wüste macht einen ziemlich guten Eindruck. Dieser wird aber durch so einiges getrübt. Beispielsweise gibt es immer wieder kleine grafische Fehler, zum andern passt sich die Grafik der Figuren leider nicht an die Umgebungsgrafik an. Auch beim heilen der Verletzungen gibt es keine passende Animation, sondern es wird lediglich ein Medi Pack in die Luft gehalten das selbe gibts beim ein/aussteigen in die Humvees. Auch das man an Sträuchern und Ecken hängen bleibt ist nicht wirklich vorteilhaft. Schade, denn genug Potential hätte es gegeben. Was den Sound angeht siehts wesentlich besser aus. Bis auf die oben erwähnten unnötigen Kommentare der Teammitglieder, hört ihr ständig MG Feuer, Explosionen, Helikopter Flugzeuge etc., was richtiges Kriegsfeeling aufkommen lässt. Die deutsche Synchronisation passt denn auch gut zu den Charakteren. Auch der Rocksound den es immer mal wieder zu hören gibt, passt perfekt zur ganzen Situation.

Fazit

Singleplayer
Multiplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Operation Flashpoint - Red River ist absolute Geschmackssache. Von den derben Sprüchen mal abgesehen passt aber alles zusammen. Auch wenn der Schwierigkeitsgrad ziemlich hoch ist, ist alles zu bewältigen. Ich kann weder empfehlen dieses Spiel zu Kaufen, noch davon abraten. Allerdings ist dies wohl nichts für den einfachen Shooter Fan, denn dafür ist es zu taktisch. Games sind sowieso Geschmackssache, doch auf dieses Spiel trifft es noch mehr zu als auf viele andere seiner Art.

2.9


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Über den Autor

Marc ist unsere Sportskanone - in zweierlei Hinsicht. Sportspiele sind seine Leidenschaft (und wir chancenlos) und Kanonen bedient er virtuell absolut zielgenau. Angefangen hat er mit Super Mario, mittlerweile zockt er quer durchs Beet alles. Ausser Prügelgames... die Memme! Spruch: "Früehner bin ich ihbildet gsi, hüt weiss ich das ich de best bin!!"



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