Testlabor PlayStation Vita (PS Vita)

Veröffentlicht am 13. Januar 2012 von William Eichele

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PlayStation Vita

Das Land des Lächelns, der aufgehenden Sonne und der frühzeitigen Spieleerscheinungen. Nun, das ist Japan.Das grosse, traditionelle Spielefirmen in Japan ihre Produkte zuerst vom Stapel lassen und dass meist Monate vor dem westlichen Releases ist schon seit NES Zeiten ganz normaler Standard. Auch ist es nicht nur die Software, sondern auch Hardware, die nahezu jedesmal Monate zuvor im Land der Samurais und Ninjas, die Leute in riesen Schlangen vor die lokalen Spielehändler treibt. Und auch Spielbegeisterte der westlichen Hemisphäre weilen schon seit längeren unter diesen Massen.

So gerne ich ein solches Erlebniss mein Eigen nennen würde, waren wir von Gamecity zwar nicht in Japan, ein Gerät konnten wir uns dennoch sichern.

Nur Neues ist gut!
Nun zu den Neuerunge der neusten portablen Spielekonsole Sony’s, die wichtigsten Spezifikationen findet Ihr unten am Artikel angehängt. Doch bevor wir beginnen eines Vorweg. Was ist der Unterschied zwischen den zwei PS Vita Modellen?
Nun dass ist einfach, den lediglich die 3G/Wifi Variante verfügt über ein internes GPS Modul. Doch keine Angst via Wifi ist eine Ortsbestimmung auch möglich, diese ist aber nicht so genau.

Die wohl auffallensten Merkmale der PS Vita sind zum einen der ziemlich gross ausgefallene Bildschirm, zum anderen die zwei Analogsticks. Wie dem einen oder anderen interessierten Sonyenthusiast bekannt sein dürfte, ist der vordere Screen nicht nur schön anzuschauen, sondern auch berührungsempfindlich. Der Touchscreen fühlt sich meiner Meinung nach wie normales Glas an, was dem Bedienkomfort extrem zu Gute kommt. Da die PS Vita zu keiner Zeit auch nur die geringste, unangenehme Wärme versprüht “kleben” auch nach längerem Gebrauch keine Finger an der Oberfläche, was wie ich finde entgegen gängiger Smartphones als grosser Vorteil verbucht werden kann. Doch ist mit dem Gefummel noch lange nicht Schluss. Denn ein gewisser Teil der Rückseite ist ebenfalls mit einer sensitiven Bedienoberfläche versehen.  Wo früher nur die faulen Finger lagen, werden diese, sofern von Entwicklern berücksichtigt, nun hoffentlich für neue und erfrischende Spielelemente gebraucht. Die Farben des Display sind zudem satt und kräftig. Die Qualität des Displays mag auf ganzer Linie überzeugen und die Gesten werden gut und klar erkannt.

Zeig mir dein Äusseres!
Anderst als Nintendo, die den folgenden Sachverhalt leider erst später erkannt haben, sind bei Sony’s Vita von Anfang an zwei Joysticks vorhanden. Diese zwei Rundlinge sind der Grund warum ich mit der PS Vita zum ersten Mal das Gefühl habe eine mobile Konsole in den Händen zu halten. Grossartig! Einigen mögen die Pads vielleicht etwas zu klein sein. Nichts destotrotz manövriert man Nathan Drake nach kleiner Eingewöhnungszeit so sicher wie auf der PS3 über Abhängem, Schluchten und durch dickstes Feuergefecht.

So gigantisch der Hersteller sein mag, so leer ist die Packung. Denn nach dem Öffnen der Packung wird  klar, viel ist da nicht mit dabei. Denn neben dem Grundgerät, den Anleitungen und einem 3-teiligen Strom/PC Kabel mit Adapter für japanische Steckdosen liegt sonst nichts in der Schachtel. Wer die blauen stylischen Sonykopfhörer haben will, muss sich diese via Vorbestellungen bei einem Händler sichern. Doch zum Gerät selber. Die PS Vita wiegt erstaunlich wenig und liegt gut in der Hand. Sämtliche Tasten sind leicht erreichbar und gut verarbeitet. Verkrampfte Hände nach Stunden Dauergebrauch gibt es hier also nicht. Apropos Dauergebrauch, einige Worte zur Batterie. Diese fällt in meinen Augen nämlich ordentlich aus. Zwar lässt sich eine Fahrt von Zürich nach Budapest kaum ohne Zwischen(strom)stopp bewältigen, nach knapp 3 Stunden Dauergebrauch gibt die PS Vita aber auch nicht gleich den Geist auf. Vor allem mit dem Standbymodus lässt sich gut und gerne die eine oder andere halbstündige Zugfahrt “überspringen”.

Nun zurück zum Rest des Äusseren .Am oberen Rand befindet sich eine Anschlussmöglichkeit für Peripherie sowie der Slot für die Speicherkarte. Die Spielkarte wird beim gegenüberliegenden Rand eingeführt. An der Unterseite zentriert, befinden sich Kopfhörer, sowie Strom bzw. PC Buchse. Der Sperrbutton für den Bildschirm ist mit dem linken Zeigefinger oben zu erreichen, die Lautstärke regelnden Knöpfe mit dem Rechten.

Im Inneren des nicht all zu kleinen Handhelds schlägt ein kräftiger Quad-Core CPU sowie GPU zusammen mit einem Gyrosensor, welcher aus dem iPhone bekannt sein dürfte und ein knapp 512MB Arbeitsspeicher. Den technisch begabteren unter euch dürfte aufgefallen sein, dass sind unter dieser Haube so einiges auf die Entwickler wartet. PS3 Grafikpracht wird von Sony versprochen. Mal sehen ob gehalten was versprochen wird. Wie erwähnt sämtliche Details weiter unten.

Wird das Gerät dann zum ersten mal gestartet folgt nach kurzer Zeit das

Begrüssungscenter: Im Einführungsclip stellt ihr die  Sprache, die Region und euer Playstation Network Account ein.  Ist dieser zu Ende geschaut begrüsst einem schon der von Hinweisen übersäte Homescreen. Und nun zu den Funktionen, oder wie Apple es nennt , Apps. Diese ersetzen nämlich die von der PSX bekannte XCrossMediabar. Dies dient euch als Tutorial in Form von Minispielen um eure PS Vita mit all ihren Funktionen kennen zu lernen.

PSN Store:
Die wichtigste Frage hierbei vorne Weg. Ein Account pro SD Karte. Dies soll heissen JA, es sind mehrere Accounts auf der PS Vita verfügbar. Dies aber nur, wenn man mehrere speziell für die Vita erhältliche Speicherkarten dafür bereithält. Ein einfaches Speicherkarten austauschen wird’s dann aber leider doch nicht. Jede PS Vita ist auf eine Speicherkarte fixiert, was aber mit einem Reset des Gerätes umgangen werden kann. Die Frage ist nur wie lange noch.
Um euch den Vorgang genauer zu erklären bemächtige ich mich an dieser Stelle mit einem YouTube Video.

Der Playstation Network Store ist sofern man nicht eines japanischen Accounts mächtig ist, noch nicht verfügbar.

NEAR:
Near ist eine Applikation zum ortsgebundenen Teilen von Inhalten. Seien dies Statistiken, Spielinhalte oder sonstige Informationen. Entgegen StreetPass passiert dies aber nicht passiv.  So muss man sich dies eher wie ein Radar mit Logfunktion vorstellen. Man startet die App, welche zwingend Internet benötigt, und schaut dann wieviele PS Vita Spieler im Umkreis von einigen Kilometern auch schon hier waren. Ihr hinterlässt also an den Orten, die ihr “scant” selber ein Profil. So könnt ihr  dann in eurer eigenen lokalen Region sehen wer und wieviele Uncharted spielen und was Sie davon halten. Wer Katamari spielt, hinterlässt sogleich ein Geschenk für einen. Dies wird dann später als Beispiel vom Spiel “smart as…”  LINK! genutzt. So werdet ihr Challenges ähnlich Schnitzeljagd hinterlassen können und selber von anderen in Angriff nehmen.

Einstellungen:
Nun hier sind alle einzustellenden Parameter des Systemes untergebracht… die Einstellungen halt. Den Playstation Store kann man hier, wie oben erwähnt, nicht ändern.

Webbrowser:
Nun ein normaler Webbrowser dem bislang der Flashsupport fehlt. Sony ist aber indessen mit Adobe im Gespräch um eine mobile Version des beliebten Players, trotz deren eingestellter Mobile Sparte bereit zustellen.

Party: Im Party App könnt mir mit bis zu 8 Personen (euch eingeschlossen)  gleichzeitig chatten. Dies beinhaltet Textnachrichten sowie einen Sprachchat. Funktionieren tut dies sogar während dem spielen verschiedener Spiele. Natürlich könnt ihr das Programm auch dazu verwenden Multiplayersessions des gleichen Spiels zu starten.

Gruppenchat:
Mit PS Vita, PS3 und eventuell sogar später noch PSP Besitzern könnt ihr hier Gruppenchats organisieren. Mit der Kamera der PS Vita kann der Hobbyfotograf dann auch noch Bilder in die Gruppe einbringen.

Trophies:
In dieser App könnt ihr nicht nur die auf der Playstation Vita gewonnen Trophäen begutachten und mit Freunden vergleichen. Habt Ihr nämlich euren PSN Acc. der PS3 im Gebrauch sind auch diese einsicht- bzw. vergleichbar.

Fotos:
Diese Kamera-App wird für das Schiessen von Fotos mit der Vorder- bzw. Hinterkamera zu schiessen. Diese lassen sich auch mit einem Geotag versehen. In der Galerie können dann die geschossenen Bilder sowie Screenshoots, welche durch das Drücken vom Homebutton + Start erstellt werden, betrachten. Die Kameraqualität ist  ziemlich gut. Bei schlechtem Licht wirkt das Bild zwar ein bisschen körnig. Bei gutem Licht erfüllt Sie jedoch ihren Zweck.

Musik:
Dieser Punkt sollte wohl selbsterklärend sein. Wobei sich mir anhand von MP3-Playern wie des iPods Nano der 6. Generation, die Frage aufdrängt braucht man wirklich einen so monströses Abspielgerät?

Freunde:
Hier könnt ihr wie auf dem PS3 Pendant eurer Freunde Trophäen, Spieleverlauft etc. vergleichen, in laufende Spiele einsteigen und dergleichen.

Remoteplay:
Mit Remoteplay soll in naher Zukunft möglich sein sämtliche Inhalte der PS3, also auch Spiele, ganz konfortable unterwegs abzuspielen. Dies ist leider dank Auslösungsproblem und einem fehlendem Update dafür noch nicht möglich.

Inhaltsmanager:
Mit diesem Manager könnt ihr Medien zwischen eurem PC oder der PS3 transferieren.

Notification Center:
Nun ein wirkliches App mit Symbol ist die Benachrichtigungszentrale zwar nicht, eine Erwähnung wert  auf jeden Fall. Denn bei diesem handelt es sich um einen kleinen Viertelkreis, welcher Informationen zu beinahe allem Preis gibt. Trophäen, Downloads und die Aktivitäten in eurer Nähe werden dort aufgelistet werden.  In der rechten oberen Ecke befindet sich dieser bei der Bedienung des Homescreen. In aktiven Spielen wird dieser selbstverständlich ausgeblendet.

CPU:Hier wie versprochen die wichtigsten technischen Details

  • ARM CortexTM-A9-Core (Quad-Core)
  • symmetrische 32 Bit Kerne
  • vollständige Cache-Kohärenz zwischen den Kernen
  • für Anwendungen stehen noch 3 von 4 Kernen zur Verfügung

GPU:

  • PowerVR SGX 543 MP4+
  • Quad-Core Grafikprozessor
  • basierend auf der PowerVR SGX Architektur
  • Dynamische Lastverteilung
  • Tile-Based Deferred Rendering (TBDR

Arbeitsspeicher:

Grafikspeicher:

Sensoren:

  • Sechs-Achsen-Sensorensystem (dreiachsiger Kreisel, dreiachsiger Beschleunigungssensor, dreiachsiger elektronischer Kompass)

Wireless-Mitteilungen:

  • Mobilfunknetz-Konnektivität (3G)
  • IEEE 802.11 b/g/n (n = 1 x 1) (Wireless) (Infrastruktur-Modus/Ad-hoc-Modus)
  • Bluetooth® 2.1 + EDR (A2DP/AVRCP/HSP)

Positionsbestimmung:

  • Integriertes GPS (nur bei 3G Version vorhanden)
  • Unterstützung von WLAN-Positionsbestimmung

Unterstützte Audio- und Videoformate:

  • Musik: MP3 MPEG-1/2 Audio Layer 3, MP4 (MPEG-4 AAC), WAVE (Linear PCM)
  • Videos: MPEG-4 Simple Profile (AAC), H.264/MPEG-4 AVC Hi/Main/Baseline Profile (AAC)
  • Fotos: JPEG (Exif 2.2.1), TIFF, BMP, GIF, PNG

Steckplätze/Anschlüsse:

  • PlayStation-Vita-Kartensteckplatz
  • Speicherkarten-SteckplatzSIM-Karten-Steckplatz
  • Multifunktions-Anschluss (für USB-Datenkommunikation, Gleichstromeingang)
  • Audio (Stereo-Ausgang, Mono-Eingang), serielle Datenverbindung
  • Kopfhörerbuchse (Mini-Stereo-Klinke) für Audio (Stereo-Ausgang/Mono-Eingang)
  • Zubehöranschluss

Ersteindruck

So das wäre nun die PS Vita, in einem weiteren Artikel werde ich zudem das Spiel Uncharted: Golden Abyss für eben genanntes Gerät, unter die Lupe nehmen.Abschliessend bleibt nun zu sagen das Sony mit der PS Vita ein gut ausgearbeiter, teurer dafür aber Hardware starker Handheld gelungen ist. Mit Remoteplay und Near, welche dank 3G überall funktionieren können, tendiert der Trend klar in Richtung mobiles Spielvergnügen. Dies ist in meinen Augen ein guter Schachzug und eine klare Antwort auf die Handyspielesektion. Und genau deswegen bleibt eine Frage offen. Will Sony mit der Vita die Hardcore- oder doch lieber die Gelegenheitszocker ansprechen? Der reduziertere Preis für die Spiele und die Programmstruktur in Form von Apps lassen zwar mit sämtlichen neuen Funktionen wie Touchscreen und Motion Sensor auf die dem iPhone und Android ähnlichen Kundenkreis schliessen, so ganz aufgehen würde dies anhand des Preises für das Grundgerät allerdings nicht. So muss nämlich für ein Grundgerät knapp 300(Wifi)-370.-(3G/Wifi) berappt werden. Dazu kommt noch eine Speicherkarte, die auch nochmals, je nach Variante (4,8,16,32GB), bis zu 170.- Mehrkosten verursachen kann. Dabei ist aber noch nicht einmal ein Spiel mit einberechnet, was auch nochmals 50-60.- zu Buche schlagen wird. Im Durchschnitt lässt man also knapp 500.- liegen. Ob sich dass jemand leisten will, der für den gleichen Preis auch noch ein Telefon erhält, mag ich zu bezweifeln. So kann man als Dauerzocker nur hoffen das sämtliche erwähnte Faktoren eher als Mehrwert für Hardcorespieler zu betrachten sind und genutzt werden und so ein gesamt, interaktives und vernetzteres Spieleerlebnis für den mobilen Alltag geschaffen werden soll. Das Release Line-up verspricht aber für beide Seiten einen guten Deal. Eine zeitnahe Preisredutkion ähnlich dem 3DS ist laut Analysten dennoch nicht zu erwarten.Was in dieser Bewertung leider noch nicht einfliessen konnte, ist die Qualität/Quantität des PSN Store's, der sicher mit zu entscheiden hat, ob der Handheld floppt oder toppt.Und so komme ich, eines doch recht happigen Preises, und des noch nicht verfügbaren PSN Store, zu einer Bewertung von Gut mit 7.5 Sternen.

3.5

Gut


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Über den Autor

Hat mit 6 Jahren seine erste Konsole vom grossen Bruder geschenkt bekommen womit sein Schicksal besiegelt wurde. Mag ausser Sportspielen eigentlich alles unter der Sonne, solang es einen packt. Am liebsten aber nicht all zu rohe Rollenspielkost sowie Action-Adventures und definitiv Halo. Hasst auf Touchscreen emulierte Joysticks/Tasten und schwört auf den Controller...bis jetzt.



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