Testlabor Pokémon Black & White

Veröffentlicht am 19. März 2011 von Michel Blind

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Pokémon: Schwarze und Weisse Edition

Wer glaubt Pokémon seien was von gestern, der hat sich getäuscht. Zwar ist der Hype um die Merchandise der unzähligen Pocket Monster schon längst vorbei, die Spiele finden aber immer noch reissenden Absatz und das nicht nur in Japan. Nach 16 verschiedenen Farben sind nun endlich die Editionen Schwarz und Weiss an der Reihe. Doch bricht das Sammelfieber auch dieses mal wieder aus oder hat das Spielprinzip langsam ausgedient?

Best friends forever
Endlich ist der Tag gekommen, an dem wir uns auf den Weg in die grosse Region von Einall machen und natürlich mit dem Ziel vor Augen, der beste Pokémon Trainer aller Zeiten zu werden. Allerdings geschieht das nicht von heute auf morgen und wir benötigen als aller erstes noch ein eigenes Pokémon, das uns auf der langen Reise begleitet. Zusammen mit unseren zwei besten Freunden, Cheren und Bell, stehen wir gespannt vor dem Paket, das uns Professorin Esche geschickt hat. Dort drin befinden sich nämlich drei Pokémon, die wir unter uns aufteilen müssen. Um keine Zeit zu verlieren, machen wir uns direkt auf den Weg ins naheliegende Städtchen Gavina, wo auch schon der erste Ärger auf uns wartet. Die Banausen G-Cis vom Team Plasma sehen sich nämlich als eine Art Ritter von Einall, welche die Pokémon aus der Herrschaft der Menschheit befreien wollen. Dabei gehen sie alles andere als korrekt vor und stehlen die Pokémon kurzerhand von ihren Trainern. Spätestens als wir ihren merkwürdigen Anführer kennen lernen und immer wieder auf seine Anhänger treffen, wissen wir, dass wir alleine wohl kaum eine Chance haben. Zum Glück eilen unsere Freunde, Arenaleiter und ganz viele andere Trainer, die wir unterwegs antreffen, zur Hilfe, um die Rabauken sprichwörtlich platt zu machen.

Schnapp sie dir alle!
Wie zu erwarten, halten auch in den neuen Editionen massenhaft neue Pokémon Einzug. Mit insgesamt 156 neuen Pocket Monster (davon drei aus Poké-Events), ist dies sogar der grösste Zuwachs, den es je bei einer neuen Generation gab. Leider muss gesagt werden, dass die neuen Pokémon nun endgültig ihren Charme verloren haben und einfach nur noch skurril und fremd wirken. Nach mittlerweile 649 Pokémon ist es ganz verständlich, dass den Entwicklern langsam die Ideen ausgehen. Die Frage ist nur, hätten 50 neue Wesen nicht auch gereicht? Nichtsdestotrotz, wer alle Pokémon im Spiel fangen will, benötigt grosszügige Tauschfreunde und vor allem viel Geduld bei der Suche. Da das Spiel in die vier Jahreszeiten eingeteilt ist, lassen sich manche Monster auch nur in dieser Zeit finden. Eine Saison dauert einen Monat nach unserer Zeit.
Die Pokémon aus älteren Generationen lassen sich übrigens auch in Schwarz und Weiss fangen, allerdings bei weitem nicht alle und erst nachdem die Haupthandlung abgeschlossen ist. Mittels des Poképorters lassen sich die gesammelten Monster aus Diamant, Perl, Platin sowie aus HeartGold und SoulSilver in die neue Version übertragen und an einem speziellen Ort durch ein kleines Minispiel wieder fangen. Um dieses Feature zu  nutzen, ist jedoch ein zweiter Nintendo DS notwendig. Portierungen aus den GameBoy Advance Spielen sind leider nicht mehr möglich.

Ein kämpferischer Held
Viel Zeit im Spiel wird natürlich mit Kämpfen verbracht. Nach den zahlreichen Editionen verwundert es jedoch nicht, dass die Kämpfe mittlerweile etwas angestaubt wirken. Genau das haben sich die Entwickler von Game Freak wohl auch gedacht und haben das Kampfsystem etwas aufgefrischt. Waren früher nur bis zu zwei Pokémon pro Team gleichzeitig einsatzbereit, können in Schwarz und Weiss je nach Situation drei Pokémon in den Kampf geschickt werden. Das sorgt nicht nur für viel Abwechslung, sondern benötigt auch eine gut ausgearbeitete Taktik. Gesteuert wird das Ganze mit den grossen Buttons auf dem Touchscreen, was wunderbar einfach und schnell funktioniert. Die Pokémon sind nun übrigens während des ganzen Kampfes animiert und schliessen sogar die Augen, falls sie in einen tiefen Schlaf gezogen werden.
Kämpfen lässt es sich auch online gegen Freunde und fremde Spieler aus der ganzen Welt. Da die Levelunterschiede aber zu unfairen Duellen führen würden, können diese vorübergehend auf einen gemeinsamen Wert gebracht werden. Per Voice-Chat kann man sich zudem über den neusten Klatsch und Tratsch unterhalten. Die Sprachqualität ist dabei gerade noch akzeptabel.

C-Gear – Freunde treffen, Spass haben
Nachdem wir der Studienkollegin von Professorin Esche einen Gefallen getan haben, schenkt sie uns als Gegenleistung ein brandneues Gerät, das es in sich hat. Es ist das topmoderne C-Gear, das uns den Zugang zu anderen Spielern in der Umgebung ermöglicht, um mit ihnen Kämpfe auszutragen oder Pokémon zu tauschen. Auch Freundescodes können so auf einfache Weise ausgetauscht werden, die unter anderem für den Zugang der Kontaktebene benötigt werden. Dort kann in die Welt des anderen Spielers gelangen und mit ihm zusammen kleine Missionen erfüllen. Das C-Gear wird, abgesehen in Kämpfen, auf dem Touchscreen bedient und kann zu jeder Zeit ein- und wieder ausgeschaltet werden, um den Akku nicht unnötig zu belasten. Ist man zum Beispiel in der der Stadt oder im Bus, so sucht das C-Gear in regelmässigen Abständen automatisch nach anderen Spielern.
Der Viso-Caster ist ein weiteres Gerät, das wir aber bereits von Anfang an bei uns tragen. Es ermöglicht die Kommunikation zwischen den verbundenen Spieler, wie zum Beispiel Sprachmitteilungen versenden, Chatten, Zeichnen oder eine Videokonferenz starten, wobei das letztere nur zwischen den Nintendo DSi Geräten möglich ist.

Traumwelt der Pokémon
Weit ab von Einall und dem Traineralltag, gibt es einen Ort, indem Pokémon ihre Träume ausleben, man nennt ihn Dream World. Bisher konnte niemand in die Träume der schlafenden Pokémon eindringen, doch dank dem Pokémon Somnian, das den benötigten Traumdunst absorbiert, ist dies nun möglich. Sobald das Pokémon via C-Gear schlafen gelegt wurde, können wir bei der Kollegin von Professorin Esche in das Bett liegen und die Synchronisation starten. In der Dream World erwarten uns Minispiele, neue Pokémon (besonders aus alten Generationen) und einzigartige Items. Es ist sogar möglich in ein eigenes Haus zuziehen und es nach Wunsch und Laune einzurichten. Um dieses Feature nutzen zu können, wird eine Wi-Fi-Verbindung und eine Registrierung im Pokémon Trainer Club vorausgesetzt. Der Dienst startet allerdings erst am 30. März 2011, daher konnte ich diese Funktion noch nicht selber testen.

So schön wie nie zuvor
Kommen wir zur grössten Veränderung im Spiel und zwar der neuen Optik. Zu Beginn sieht soweit alles noch aus wie beim alten, jedenfalls so wie wir es bereits von den anderen DS Versionen her kennen. Spätestens aber wenn wir die Himmelspfeilerbrücke überqueren, wird sich so manch einer die Augen reiben. Kaum zu glauben, aber die Entwickler haben es endlich geschafft dem Pokémonspiel eine schöne 3D-Grafik zu verpassen, die nicht nur aus der Vogelperspektive erkennbar ist. In der Grossstadt Stratos City sehen wir zudem Hochhäuser, neben denen wir uns vorkommen wie eine winzige Ameise. Schlendern wir dort die Strasse entlang, so drehen sich die Wolkenkratzer mit uns mit. Eine Überraschung erwartet uns auch im neuen Poké-Center, wo sich nun auch der Item-Laden und natürlich die Onlinestationen befinden. Ganz neu ist das Pokémon Musical, bei dem unsere Pokémon zu Stars werden. Der Soundtrack hingegen blieb dem traditionellen Gedudel treu. Nicht schlimm, denn auch hier wurde der Sound aufgepeppt, sodass in den Kämpfen die Musik schneller und aggressiver wird, sobald sich die Lebenspunkte dem Ende zuneigen.

Schwarz oder Weiss?
Zu guter Letzt bleibt noch die Frage offen, für welche Version ihr euch entscheiden solltet. Schwarz und Weiss unterscheiden sich durch jeweils einen speziellen Ort und 20 verschiedene Pokémon, die nur per Tausch in die Sammlung gelangen können. Die Geschichte und die Gegner, wie Team Plasma, bleiben die Selbe.
Am besten man überlässt diese Entscheidung seinen Augen und wählt die Version mit dem legendären Pokémon (Reshiram in Schwarz und Zekrom in Weiss), das einem besser gefällt.

Fazit

Singleplayer
Multiplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Ich gebe es ja zu, ich bin seit der ersten Stunde ein Fan der Pokémonspiele und habe auch jede Edition, zumindest eine pro Release, gespielt. Vermutlich liegt es am Sammeln der vielen kleinen und grossen Pokémon, was mich so an diesem Spiel fasziniert. Als die ersten Screenshots zu Schwarz und Weiss im Internet aufgetaucht sind, war meine Freude natürlich umso grösser, dass der Nintendo DS zwei weitere Ableger spendiert bekommt. Nun sind sie endlich da und bringen so einige Veränderungen mit sich. Während die 3D-Optik, der grosse Umfang sowie die unglaublich vielseitigen Verbindungsmöglichkeiten mit anderen Spielern überzeugen, enttäuschen jedoch die neuen Pokémon durch ihr liebloses und kaltes Aussehen. Fans werden schnell darüber hinwegsehen und dürfen sich somit ein weiteres mal in ein tolles Abenteuer stürzen, das vor allem auf sehr lange Zeit motivieren kann.

4.3


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Über den Autor

Besitzt fast jede gängige Konsole, verbringt aber die meiste Zeit vor seinen Nintendo-Geräten. Er sammelt Pokébälle und jeden Mist, den man in versteckten Truhen findet. In Racing-Games, besonders in Mario Kart, macht ihm keiner was vor. Deckt sich wie verrückt mit Figuren aus der Gamewelt ein, mit starker Auswirkung auf sein Portemonnaie. Motto: Still Alive! (PSN: Benjiix4 / WiiU: Benjiix)



0 Antworten zu Pokémon: Schwarze und Weisse Edition

  1. timmy sagt:

    es ist ser cool

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